Ganz genau ! Ich bin immer wieder baff erstaunt, wie leichtfertig gesagt wird, "dann lass doch die Banken pleite gehen". Das ist ungefähr die Haltung, die in Griechenland wohl mehrheitsfähig ist - zahlen wir die Schulden doch einfach nicht, lassen wir unsere Banken kollabieren, aber im Euro wollen wir natürlich schon bleiben... OMG
Wenn das Finanzsystem kollabiert, dann kollabiert unsere gesamte Gesellschaftsordnung. Mit anderen Worten, es wird Anarchie herrschen, denn zuallererst wird der gesamte Geld- und damit auch der Warenkreislauf nachhaltig zusammenbrechen. Ganz plastisch: Die Regale im Supermarkt bleiben leer, die Stromlieferung bleibt aus. In solcher Dimension hätte das die Menschheit in den Industrieländern noch nicht erlebt. Ich bin zwar Optimist genug um darauf zu vertrauen, dass es wenigstens noch ein paar Politiker gibt, die genau um das wissen und deshalb auch solche blödsinnigen "Gegenargument" zähneknirschend durchstehen.
Moralisch und wertebezogen ist sicherlich ein Krieg die größte Katastrophe für eine Gesellschaft, vor allem weil kein Menschenleben ersetzbar ist. Was aber die Frage anbelangt, ob sich eine Gesellschaft eher schnell wieder von einem (natürlich konventionellen) Krieg "erholt, so darf man wohl schon annehmen, dass das ein absehbarer Zeitraum sein dürfte. Herrscht aber erstmal Anarchie, weil das gesamte Wirtschaftssystem grundlegend zerstört ist, dann reden wir über einen Zeitraum von zahlreichen Jahrzehnten um von der Tauschwirtschaft dann wieder zu einer finanzmarktorientierten Waren-Geldwirtschaft zu kommen..
Also wer so unreflektiert daherredet, wie eingangs zitiert, der katapultiert eine ganze Gesellschaftsordnung aus der Gegenwart ins Mittelalter...

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