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Wirbel um Bankia: Spanien verstaatlicht viertgrößte Bank des Landes

REUTERSDie spanische Bankenkrise erreicht einen neuen Höhepunkt. Die Regierung muss das viertgrößte Geldhaus des Landes verstaatlichen. Wirtschaftsexperte Nouriel Roubini dringt auf rasche Hilfen für den darbenden Finanzsektor - niemand wisse, ob die Regierung die Krise noch allein stemmen kann.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...832362,00.html
  1. #10

    Finanzsystem bricht zusammen

    Zitat von spon-1203191786232 Beitrag anzeigen
    "Dann bricht halt das Finanzsysten zusammen". Einen weniger durchdachten Kommentar habe ich selten gelesen. Darunter leiden zuerst und vor allem die Ärmsten der Gesellschaft. Wollen wir dies.
    Ganz genau ! Ich bin immer wieder baff erstaunt, wie leichtfertig gesagt wird, "dann lass doch die Banken pleite gehen". Das ist ungefähr die Haltung, die in Griechenland wohl mehrheitsfähig ist - zahlen wir die Schulden doch einfach nicht, lassen wir unsere Banken kollabieren, aber im Euro wollen wir natürlich schon bleiben... OMG

    Wenn das Finanzsystem kollabiert, dann kollabiert unsere gesamte Gesellschaftsordnung. Mit anderen Worten, es wird Anarchie herrschen, denn zuallererst wird der gesamte Geld- und damit auch der Warenkreislauf nachhaltig zusammenbrechen. Ganz plastisch: Die Regale im Supermarkt bleiben leer, die Stromlieferung bleibt aus. In solcher Dimension hätte das die Menschheit in den Industrieländern noch nicht erlebt. Ich bin zwar Optimist genug um darauf zu vertrauen, dass es wenigstens noch ein paar Politiker gibt, die genau um das wissen und deshalb auch solche blödsinnigen "Gegenargument" zähneknirschend durchstehen.

    Moralisch und wertebezogen ist sicherlich ein Krieg die größte Katastrophe für eine Gesellschaft, vor allem weil kein Menschenleben ersetzbar ist. Was aber die Frage anbelangt, ob sich eine Gesellschaft eher schnell wieder von einem (natürlich konventionellen) Krieg "erholt, so darf man wohl schon annehmen, dass das ein absehbarer Zeitraum sein dürfte. Herrscht aber erstmal Anarchie, weil das gesamte Wirtschaftssystem grundlegend zerstört ist, dann reden wir über einen Zeitraum von zahlreichen Jahrzehnten um von der Tauschwirtschaft dann wieder zu einer finanzmarktorientierten Waren-Geldwirtschaft zu kommen..

    Also wer so unreflektiert daherredet, wie eingangs zitiert, der katapultiert eine ganze Gesellschaftsordnung aus der Gegenwart ins Mittelalter...
  2. #11

    Finanzkrise in Spanien

    Zitat von spon-1203191786232 Beitrag anzeigen
    "Dann bricht halt das Finanzsysten zusammen". Einen weniger durchdachten Kommentar habe ich selten gelesen. Darunter leiden zuerst und vor allem die Ärmsten der Gesellschaft. Wollen wir dies....

    Kann ich nicht ganz nachvollziehen. Die Ärmsten der Armen haben Nullkommanix Guthaben auf dem Konto (sofern sie überhaupt eines besitzen dürfen). Was bitteschön kann man da noch verlieren? Den Arbeitsplatz etwa (falls vorhanden)? Ich bitte Sie: Auch nach einem Finanzcrash dreht sich der Planet weiter. Es wird nach wie vor konsumiert und es werden Waren aller Art benötigt. Ein Crash würde heutzutage schneller verdaut werden als in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts – unter anderem auch aufgrund der Globalisierung.

    Angst vor einem Finanzcrash haben ganz andere als die armen Leute.
  3. #12

    Finanzcrash

    Zitat von optimist2020 Beitrag anzeigen
    ..Wenn das Finanzsystem kollabiert, dann kollabiert unsere gesamte Gesellschaftsordnung. Mit anderen Worten, es wird Anarchie herrschen, denn zuallererst wird der gesamte Geld- und damit auch der Warenkreislauf nachhaltig zusammenbrechen. Ganz plastisch: Die Regale im Supermarkt bleiben leer, die Stromlieferung bleibt aus. In solcher Dimension hätte das die Menschheit in den Industrieländern noch nicht erlebt...
    Und genau solche Horrorszenarien werden dem dummen kleinen Mann gerne erzählt, damit er auch ja nicht gegen den x-ten Rettungsschirm meutert.
  4. #13

    Pennender Verwaltungsrat

    Zitat von Pedro1000 Beitrag anzeigen
    Der Bankensektor hat an die Baufirmen und Promotoren 400 Mrd. Kredite vergeben. Diese Kredite wurden schon mehrfach verlängert, d.h. Zinsen werden bezahlt, das Kapital aber nicht bedient.
    ...
    Die Sachkompetenz dieser Spezialisten ist vergleichbar mit der der Landesbanken (Sachsen LB, LBBW, WestLB etc.)


    Inhaltlich ist Ihr Kommentar absolut korrekt. Warum verschweigen Sie aber, dass im Verwaltungsrat ebenfalls Vertreter der Gewerkschaften UGT und CCOO sowie der Linkspartei IU saßen. Haben die da was verpennt? Oder dank ihrer Raffgier absichtlich übersehen?
  5. #14

    Wem wundert`s?

    wer 20 Jahre,wie ich,dort gelebt hat weiß,dass in diesem korrupten Land,sich einzelne hochrangige Staatsleute & Banker jetzt so richtig die Taschen vollstopfen! Die Zeche zahlen ohnehin die doofen Deutschen zum Schluß oder Ausländische Hauseigentümer müssen dann wieder extrem höhere Grundsteuern bezahlen!
  6. #15

    optional

    "[...] rasche Hilfen für den darbenden Finanzsektor[...]"

    Köstliche Formulierung.
  7. #16

    Immobilien in Spanien

    Interessante Ausführungen zu dem Artikel, aber leider werden so oft die Zusammenhänge nicht erkannt. Die Spanier haben über die Verhältnisse gelebt, jeder sollte sich eine Immobilie leisten können. Die Zinsen waren niedrig, der Bausektor wuchs, die Häuserpreise stiegen, aber nun nach der Wirtschaftskrise und Staatsschuldenkrise sind die Immobilien nichts mehr wert. Wenn die Firmen diese Immobilien abschreiben,dann schreiben die Banken ´Verluste und müssen gerettet werden, denn sonst bekommt die Industrie und der Verbraucher auch keine Kredite mehr. Alles hat mit Clinton angefangen in der USA, der auch den Wunsch hatte alle sollen sich ein Haus leisten. Ich kann es mir auch nicht leisten, obwohl die Zinsen so niedrig sind, denn wer weiß, was morgen passiert. In den anderen Ländern sieht man dann das Ergebnis von Immobilienblasen.
  8. #17

    Systemimmanente Probleme!

    Zitat von optimist2020 Beitrag anzeigen
    Ganz genau ! Ich bin immer wieder baff erstaunt, wie leichtfertig gesagt wird, "dann lass doch die Banken pleite gehen". Das ist ungefähr die Haltung, die in Griechenland wohl mehrheitsfähig ist - zahlen wir die Schulden doch einfach nicht, lassen wir unsere Banken kollabieren, aber im Euro wollen wir natürlich schon bleiben... OMG
    ...
    Also wer so unreflektiert daherredet, wie eingangs zitiert, der katapultiert eine ganze Gesellschaftsordnung aus der Gegenwart ins Mittelalter...
    Warum so pessimistisch?

    Das bisherige Geld und Finanzsystem kann
    schon aus rein logischen Gründen nicht funktionieren. Es gibt weniger
    eine Umverteilung von arm zu reich, sondern eher von fleißig zu reich.
    Das Problem mit den Banken muss endlich grundlegend gelöst werden.

    Ein Bonmot von Christine Lagarde;

    Was ist der Unterschied zwischen Kommunismus und Kapitalismus?

    Im Kommunismus werden die Banken erst verstaatlicht und gehen dann
    pleite. Im Kapitalismus gehen die Banken pleite und werden dann
    verstaatlicht...
  9. #18

    Zitat von optimist2020 Beitrag anzeigen
    Wenn das Finanzsystem kollabiert, dann kollabiert unsere gesamte Gesellschaftsordnung. Mit anderen Worten, es wird Anarchie herrschen, denn zuallererst wird der gesamte Geld- und damit auch der Warenkreislauf nachhaltig zusammenbrechen. Ganz plastisch: Die Regale im Supermarkt bleiben leer, die Stromlieferung bleibt aus. In solcher Dimension hätte das die Menschheit in den Industrieländern noch nicht erlebt.
    Das ist doch Quatsch. Es ist ja nun nicht so, dass es das noch nicht gegeben hätte. Die Bauern hören doch nicht von heute auf morgen auf zu produzieren. Und die Kraftwerke schalten sich auch nicht von heute auf morgen ab, statt weiter Strom zu liefern. Klar wird's am Anfang ziemliche Verwirrung und Unsicherheit geben, aber die Leute verlernen ja nicht das Denken. Nach dem ersten Schock würden innerhalb kürzester Zeit Ersatzwährungen eingeführt. Der Staat wäre gezwungen, die notwendigen Bestandteile des Finanzsystems (vor allem die Banken) erstmal selbst in die Hände zu nehmen. Man munkelt sogar, dass der Staat bereits eine Ersatzwährung irgendwo eingebunkert hat für den Fall der Fälle eines Euro-Zusammenbruchs oder Zusammenbruchs des Weltfinanzsystems. Vermutungen und Andeutungen darüber gibt's natürlich zuhauf, aber offiziell bestätigen tut sowas logischerweise niemand.

    Zitat von optimist2020 Beitrag anzeigen
    Was aber die Frage anbelangt, ob sich eine Gesellschaft eher schnell wieder von einem (natürlich konventionellen) Krieg "erholt, so darf man wohl schon annehmen, dass das ein absehbarer Zeitraum sein dürfte. Herrscht aber erstmal Anarchie, weil das gesamte Wirtschaftssystem grundlegend zerstört ist, dann reden wir über einen Zeitraum von zahlreichen Jahrzehnten um von der Tauschwirtschaft dann wieder zu einer finanzmarktorientierten Waren-Geldwirtschaft zu kommen..
    Aha. Mir werfen Sie Leichtfertigkeit vor, weil ich einem Zusammenbruch des Finanzsystems nicht nur pessimistisch entgegensehe, aber Sie fordern hier einen Krieg, um die Probleme des Finanzsystems zu lösen? Ich glaub, ich spinn. Und Sie können sicher sein, dass niemand mehr sich nach einem solchen Krieg nachhaltig erholen wird. Was für ein Krieg soll das denn sein? Europa und USA gegen den Rest der Welt? Und glauben Sie wirklich, der würde letztendlich nur mit konventionellen Mitteln geführt werden? Sie können mir eins glauben. So ein Krieg würde für 95% der Menschheit (inklusive uns) das Ende der Existenz bedeuten. So kann man das Finanzproblem natürlich auch lösen. Kriege als Mittel zur Lösung von Wirtschaftsproblemen funktionieren nicht mehr in einer Zeit, in der wir genug Waffen haben, mir der wir unseren Planeten gleich 10 mal unbewohnbar machen können. Abgesehen davon haben die letzten beiden Weltkriege dazu geführt, dass Europa seine wirtschaftliche und technologische Führerschaft in der Welt nachhaltig verloren hat, weil es 30 Jahre beschäftigt war, sich wieder aufzubauen, während andere weiter wachsen konnten.

    Zitat von optimist2020 Beitrag anzeigen
    Also wer so unreflektiert daherredet, wie eingangs zitiert, der katapultiert eine ganze Gesellschaftsordnung aus der Gegenwart ins Mittelalter.
    Wie gesagt: Ihre Kriegslösung würde uns nicht nur ins Mittelalter, sondern gleich ins Nirvana befördern. Mit Ihrer Forderung nach reflektiertem Denken, sollten Sie erstmal schleunigst bei sich selbst anfangen.
  10. #19

    Im Mittelalter

    Zitat von optimist2020 Beitrag anzeigen

    Also wer so unreflektiert daherredet, wie eingangs zitiert, der katapultiert eine ganze Gesellschaftsordnung aus der Gegenwart ins Mittelalter...
    Kein Wunder, denn die volkswirtschaftlichen Kenntnisse (speziell Bank- und Geldtheorie) solcher Leute sind auch mittelalterlich . Auf dem Niveau von Leuten, die noch heute der Meinung sind, dass die Erde eine Scheibe ist.
    Allerdings gibt es auch viele Politiker, die noch immer mit einem Bein im Mittelalter stehen


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