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Wir machen uns mal frei: Operation Privatpatient

CorbisAls er zum Arzt kam, war Kolumnist Frederik Jötten noch gesund. Als er ging, war er ein potentieller Krebspatient mit einem Operationstermin drei Tage später: Der Arzt hatte einen Tumor in seiner Speicheldrüse diagnostiziert - eine lukrative Fehlentscheidung.

http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...850438,00.html
  1. #30

    Rufen Sie nicht nach der Politik

    Zitat von habebe Beitrag anzeigen
    Es wird echt Zeit dass die Politik hier mal was macht,
    Die Politik sollte sich da raushalten. Das kann nur schlimmer werden, vor allem, wenn die von der Laiin da zumzupfuschen beginnt. Nehmen Sie es wie ein Mann. Wenn Sie sich in ein gehobenes Bekleidungsgeschäft oder in ein Nobelautohaus verirren sollten, da läuft's ähnlich ab. Das ist der Preis der Exklusivität.

    Wenn man es geschafft hat, Privatpatient zu werden, sollte man auch in der Lage sein, jedem Arzt auf Augenhöhe (mindestens) zu begegnen. Ich muss mich in 95 Prozent aller Fälle gegen das Erwerbsstreben von Ärzten wehren. Vor allem, wenn der gerade schöne neue Geräte angeschafft hat.

    Also geht man nur zum Arzt, wenn es unvermeidlich ist (ist ohnehin gesünder), und man geht nur bestens präpariert. Das dürfte dank Internet kein Problem sein. Exzellente Lateinkenntnisse (die vor allem bei jüngeren Ärzten ohnehin eher bescheiden sind) oder gar ein Doktorgrad wirken wahre medizinische Wunder. Geradezu heitere (Sprech-)Stunden erleben Sie, wenn Sie der Doktor sind und der Arzt nur der Arzt.
  2. #31

    Stimmt

    Zitat von vantast64 Beitrag anzeigen
    in eine gesetzliche Kasse wechseln, das verbietet doch die Regierung. Ist das vielleicht Absicht, damit wir wehrlos ausgeliefert sind? Geht also der Profit als höchstes Gut wieder vor?
    Ich bin auch Privatpatient und ich hasse es, wenn jedes Mal wg jeder Kleinigkeit alle möglichen Untersuchungen gemacht werden. Ich gehe jetzt nur noch bei extremen Schmerzen zum Arzt. Mein Vertrauen in Ärzte geht gegen Null. Zumindestens seit vor einen Tagen PLUSMINUS einen Bericht über Bonusregelungen und Zielvereinbarungen in Arbeitsverträgen von vielen Chefärzten gebracht hat. Da gibt es für 5p eingesetzten Hüftgelenke pro Jahr genau so einen Bonus wir für die Einsparung einer Pflegerstelle oder eines Assistenzarztes. Besonders lukrativ sind Herzklappen. Da gibts schon für je 20 OPs fünfstellige Boni.

    Kann mir bitte einer sagen, warum solche Verträge nicht sittenwidrig sind?
  3. #32

    Nebenbei mal wirklicher Textbezug

    Im Bereich der Speicheldrüse schädigt man allenfalls den Facialis-Nerv (Gesichtsmuskulatur), nicht den Trigeminus-Nerv!!! Letzterer ist ein (vornehmlich) sensibler Nerv.
    Zudem gibt es keinen Ausführungsgang zum Zungenrücken. Die Ohrspeicheldrüse mündet in der Backenschleimhaut, die Unterzungendrüse im vorderen Mundboden!
  4. #33

    Zitat von Pat-Riot Beitrag anzeigen
    Die Politik sollte sich da raushalten. Das kann nur schlimmer werden, vor allem, wenn die von der Laiin da zumzupfuschen beginnt. Nehmen Sie es wie ein Mann. Wenn Sie sich in ein gehobenes Bekleidungsgeschäft oder in ein Nobelautohaus verirren sollten, da läuft's ähnlich ab. Das ist der Preis der Exklusivität.
    Wenn es um Wehwehchen geht, kann man es verschmerzen, wenn man übers Ohr gehauen wird. Wenn aber dadurch die eigene Gesundheit gefährdet wird, oder wenn man mit Ihrer Angst zu sterben Geschäfte macht, sollte ruhig die Politik eingreifen.

    Zitat von Pat-Riot Beitrag anzeigen
    Also geht man nur zum Arzt, wenn es unvermeidlich ist (ist ohnehin gesünder), und man geht nur bestens präpariert. Das dürfte dank Internet kein Problem sein. Exzellente Lateinkenntnisse (die vor allem bei jüngeren Ärzten ohnehin eher bescheiden sind) oder gar ein Doktorgrad wirken wahre medizinische Wunder. Geradezu heitere (Sprech-)Stunden erleben Sie, wenn Sie der Doktor sind und der Arzt nur der Arzt.
    Ach so, sie sind einer der Patienten, die alle besser wissen? Dann wünsch ich ihnen weiterhin heitere Sprechstunden und alles Gute, vor allem jedoch Gesundheit.
  5. #34

    Bandscheibenvorfall....8 x Spritzen als Privater

    orginal text des Arztes....was sind sind privater und 54 Jahre alt.... mit Ihnen kann ich ja noch 10 Jahre Geld verdienen.
    Nach den 8 Spritzen und 3.000 Euro Kosten incl Röntgen etc. habe ich versucht mit der Krankenkasse zu sprechen.No result.

    Die Röntgenbilder haben bei einem anderen Orthop. dazugeführt mir von 1- max 2 Spritzen die Zahlung zu tätigen. Aber den Arzt anzuzeigen oder andere Maßnahmen zu ergreifen habe ich keinen Mut. Das Info Netzwerk der Ärtze untereinander ist perfekt und wenn ich das nächstemal einen ausgerenkten Wirbel habe??? Ich könnte mich nie entspannen und hätte Angst nach der Behandlung irgendwo gelähmt zu sein.
    Danke Ihre Götter in WEIß
  6. #35

    ...NICHT zum Arzt gehen...

    Zitat von chalchiuhtlicue Beitrag anzeigen
    Und wieder meine übliche Bitte an alle Arztbasher und semiprofessionelle Stammtischbesserwisser: Wenn sie schon über Ärzte so verallgemeinernd jammern, dann zeigen sie bitte wenigstens den Anstand, bei eigenen medizinischen Problemen NICHT zum Arzt zu gehen, auch wenn sie vlt. dadurch versterben sollten. Danke im voraus.
    In der Tat habe ich das bei einem Kardiologen schon unterschreiben müssen, als ich den Betablocker und den Blutverdünner (Rattengift Marcumar) eigenständig abgesetzt habe. Ich lebe und sterbe jetzt auf eigene Gefahr!

    Wie Ihr Vorschreiber "vincentius" in Nummer 13 so wohlinformiert die systemischen Fehler beschrieb, habe ich sie auch erfahren.

    Ich ging naiv zum Kardiologen, weil ich vor dem Einschlafen Doppelschläge meines Herzens gehört hatte. Dort wurde gleich mit einem Blutdruckmesser an meinem Handgelenk konstatiert, ich sei "Hypertoniker", was man ja auch sah ob meines "Bierbauches" (ich trinke keinen Alkohol).

    Mir wurden Betablocker und Blutverdünner verschrieben und empfohlen, eigene Blutdruckmessungen vorzunehmen. Die zeigten bei mir bis 20 Mal am Tag Normalwerte, ca 120/70 weshalb ich den Betablocker absetze. Der Betablocker machte auch, dass ich mich kotzelend fühlte. Danach erhielt ich ohne Betablocker Werte von 124/74 mmHg.

    Während des vielen Messens leerten sich die Batterien meines Handgelenk Messgerätes, was dazu führte, dass die Werte ANSTIEGEN... Folglich gibt es immer mehr Hypertoniker je leerer die Batterien des Messgerätes beim Arzt werden (sic!).

    Dann wurde ich mit Sonogramm untersucht, wobei man eine Verdickung der Herzwand fand, die man durch "Ablatieren" berichtigen konnte. Ich googelte Ablatieren und mir graute und schwante etwas. "Wir haben jetzt eine Maschine und die muss sich amortisieren".

    Um zum Zahnarzt zu gehen musste Marcumar abgesetzt werden. Und dann jedesmal kompliziert eingestellt werden. Ich googelte Marcumar und mir graute ob der Risiken und NEbenwirkungen (Rattengift) und schwante etwas.

    Auf mehreren Internetseiten äusserten sich verschiedene medizinische Koryphäen über die Segnungen des Medikamentes Marcumar in nahezu gleichlautenden Worten. War es vielleicht der von der Pharmafirma lancierte Text ???

    Ich wollte kein Chroniker werden, der meine Ärzte ernährte und setzte auch das Marcumar ab. Nochmal unterschreiben, dass ich jetzt auf eigene Gefahr weiterlebe.

    Dann eröffnete mir mein Hausarzt ich hätte Diabetes Mellitus da mein Langzeitzucker HbA1 bei 6% lag. Ich googelte und fand die Diagnose diskutabel.

    Ich beschloß vor einem Monat "Model-Diät" zu halten, ca 800Kcal täglich, 35kg abzunehmen, jeden morgen nach dem Aufstehen 5km zu walken UND NICHT ZUM ARZT ZU GEHEN...:-)
  7. #36

    Zitat von ekenkis Beitrag anzeigen
    (...) Ich ging naiv zum Kardiologen, weil ich vor dem Einschlafen Doppelschläge meines Herzens gehört hatte. Dort wurde gleich mit einem Blutdruckmesser an meinem Handgelenk konstatiert, ich sei "Hypertoniker", was man ja auch sah ob meines "Bierbauches" (ich trinke keinen Alkohol). (...)
    Ihrer Beschreibung nach könnte hier ja der Verdacht von Herzrhythmusstörungen vorliegen. Ich bin kein Arzt, frage mich aber trotzdem besorgt, ob Sie bei Rhythmusstörungen tatsächlich auf die Gabe eines blutgerinnungshemmenden Medikamentes verzichten sollten.
  8. #37

    Sehr schön....

    "Ich verstehe nicht, dass der noch seine Approbation hat - warum beschweren sich die Leute nicht?" Ja, ich hatte mich nicht beschwert, ich wusste nicht wo, ich hatte zu tun, jetzt war es zu spät - und ich bin mitverantwortlich, dass dieser Arzt immer noch praktiziert, wahrscheinlich weiterhin zum Wohle seiner Geldbörse und nicht seiner Patienten."

    Ist ja wirklich schön, dass jetzt bei SPON auch noch mein seit Jahren gepflegte Lieblingsthema aufgegriffen wird!

    Fakt ist doch jedenfalls, weder die Patienten beschweren sich noch die Ärzte über die Kollegen, da man ja nicht als Nestbeschmutzer auffallen darf. Was man jedenfalls tagtäglich an ärztlichen Absurditäten von Kollegen in der Praxis erlebt ist an Groteske, Ignoranz und geradezu Menschenverachtung mittlerweile kaum noch zu überbieten. Welche Ärzte in Deutschland mittlerweile tatsächlich mit Approbation oder gar auch noch Facharzttitel herumlaufen ist eine letztlich Schande für den ärztlichen Berufsstand!

    Immerhin hat der Kolummnist auch noch richtig Glück gehabt, dass die Hautärztin nicht auch noch eine Hautkrebs diagnostiziert hat und gleich einen vollständig unauffälligen Leberflecken entfernt hat, was ja auch nicht allzu selten, der Fall sein soll :-)
  9. #38

    Der Kollege...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Als er zum Arzt kam, war Kolumnist <i>Frederik Jötten</i> noch gesund. Als er ging, war er ein potentieller Krebspatient mit einem Operationstermin drei Tage später: Der Arzt hatte einen Tumor in seiner Speicheldrüse diagnostiziert - eine lukrative Fehlentscheidung.

    Behandlungsfehler: Überdiagnose als Privatpatient - SPIEGEL ONLINE
    ... gehört bestraft!
    Aufgrund eines Tastbefundes einer häufig geschwollenen Drüse einen Tumor (evtl. bösartig!) zu diagnostizieren und gleich eine OP anzusetzten ist kriminell.

    Korrektes Vorgehen: "Ich habe da etwas getastet, das ist nicht normal, vermutlich harmlos, aber muss weiter abgeklärt werden". Dann Ultraschall und MRT, evtl danach OP.

    Was allerdings das Gelabere über geldgeile Ärzt anbelangt:

    Rechnen Sie mal Praxisunkosten, Personal, Versicherungen, Geräte etc. zusammen. dann sollte Ihnen klar sein, dass ein selbständiger Arzt mindestens 200 EUR / h Umsatz (nicht Gewinn) machen muss.

    Zur Info (Bsp. Allgemeinmedizin):
    Ablöse bei Praxisübernahme / KV-Sitz: ca. 100.000 EUR
    gutes Ultraschallgerät: ca. 30.000 EUR, Nutzungsdauer 5 Jahre
    Belastungs-EKG: 12.000 EUR
    Lungenfunktion: 3.000 EUR
    Laborgedöns: ca. 2.000 EUR
    kl. Chirurrg. Einrichtung: ca. 3.000.EUR)+Steri
    Personalkosten Arzthelferin, einige Jahre Berufserfahrung: ca. 33.000 EUR/Jahr; davon 2-3 Stück
    Personalkosten Azubi: ca. 10.000 EUR/a
    Steuerberater: ca. 6.0000 EUR/a (incl. Personalabrechnung)
    Betriebsausfall-Versicherung. ca. 12.000 EUR/a
    Haftpflichtvers. ca. 4.000 EUR/a
    usw.
  10. #39

    Vergessen Sies....1

    [QUOTE=gerd33;10775747
    Zur Info (Bsp. Allgemeinmedizin):
    Ablöse bei Praxisübernahme / KV-Sitz: ca. 100.000 EUR
    gutes Ultraschallgerät: ca. 30.000 EUR, Nutzungsdauer 5 Jahre
    Belastungs-EKG: 12.000 EUR
    Lungenfunktion: 3.000 EUR
    Laborgedöns: ca. 2.000 EUR
    kl. Chirurrg. Einrichtung: ca. 3.000.EUR)+Steri
    Personalkosten Arzthelferin, einige Jahre Berufserfahrung: ca. 33.000 EUR/Jahr; davon 2-3 Stück
    Personalkosten Azubi: ca. 10.000 EUR/a
    Steuerberater: ca. 6.0000 EUR/a (incl. Personalabrechnung)
    Betriebsausfall-Versicherung. ca. 12.000 EUR/a
    Haftpflichtvers. ca. 4.000 EUR/a
    usw.[/QUOTE]

    Ich erkläre diesen Umstand hier mittlerweile seit Jahren, dass man ohne Querfinanzierung durch Privatpatienten, ausschließich um auf die Unkosten zu kommen, einen Umsatz von 25 ,- pro Patienten und Quartal generieren muss UND so ziemlich keiner will diesen Umstand hier wirklich verstehen. Kein Wunder, dass dann der eine oder andere Kollege (oder besser die Masse) dann entweder vollständig unnötige extrabudgetär gut bezahlte und vollständig unntöige OPs ansetzt (in der Dermatologie werden so Patienten mit 10 bis 20 vollständig unnötigen Leberfleckentfernungen regelrecht zerstückelt) oder eben ebenfalls teils vollständig unnötige IGEL-Leistungen. - Denn dass die Kassen tatsächlich die benötigen 25 Euro bezahlen werden, wird wohl NIEMALS geschehen, denn dafür haben die tatsächlich KRIMINELLEN Ärzte wie Dialyseärzte, orthopädische Chirurgen, Internisten mit absurden Herzkatheteruntersuchungen, Radiologen, die tatsächlich Millionen verdienen, eine viel zu große Lobby, von den vollständig überflüssigen Krankenkassen mit zigfach unnötigen Wasserkopfblock einmal ganz abgesehen.!








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