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Wir machen uns mal frei: Der entzauberte Hustentrank

DPAEin grippaler Infekt fesselt Kolumnist Jens Lubbadeh ans Bett. Doch er weiß die Rotz-und-Schnief-Zeit durchaus zu schätzen: Endlich gibt es wieder einen Schluck vom leckeren Lieblingshustensaft! Doch die Mixtur hat es in sich.

http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...842232,00.html
  1. #1

    Tja, bei Erkältung gibt's leider nur eines : Im Bett bleiben und das hundeelende Gefühl betäuben, entweder mit Schlaf oder Schmerzmitteln, meist mit einer Kombination von beidem. Da ist der im Artikel erwähnte Wunderhustensaft sicherlich nicht verkehrt.
    Verkehrt machen es nur die Yuppies und "Leistungsträger", die sich mit so einem Zeug betäuben und dann zur Arbeit gehen als wäre nichts gewesen. Nicht nur, das sie die Kollegen dadurch anstecken, sie ruinieren sich so auch langfristig die Gesundheit. Eine stattliche Sammlung von verschleppten Erkältungen kann sich irgendwann bitter rächen.
  2. #2

    Paracetamol und Alkohol,...

    ...eine interessante Kombination. Würde ich nicht nehmen. Hätte zuviel Angst, dass Paracetamol und Alkohol Metaboliten bilden, die mir die Leber zerlegen. Aber jeder wie er mag.
  3. #3

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ein grippaler Infekt fesselt Kolumnist <i>Jens Lubbadeh</i> ans Bett. Doch er weiß die Rotz-und-Schnief-Zeit durchaus zu schätzen: Endlich gibt es wieder einen Schluck vom leckeren Lieblingshustensaft! Doch die Mixtur hat es in sich.

    Grippe und Erkältung: Warum in Vick Medi Nait Alkohol steckt - SPIEGEL ONLINE
    Wie der Autor schon schreibt, enthält sowas wie WickMediNight genau die Kombinationen, vor denen Ärzte massiv warnen: Schlaf+Schmerzmittel, dazu Drogen und ordentlich Alkohol.
    Das Zeug ist übel gefährlich,
    man kann sich leicht eine Überdosis damit verabreichen (dazu reicht es sich ein paar Trinkbecher mehr davon zu genehmigen, Motto viel hilft ja viel, oder man nimmt halt über den Tag verteilt noch eine Paracetamol hier, dort ein Nasenspray und vielleicht noch Klosterfrau Mellissengeist) oder man nimmt vielleicht noch irgendein Medikament (z.B. gegen Heuschnupfen), ... . Allein dadurch kommen jeden Tag genug Leute in die Notaufnahme.

    Darüberhinaus ist das Suchtpotential enorm, vor allem aber auch die Gewöhnung, bei Allerwelts-Problemen wie Erkältung oder Kopfschmerzen auf Tabletten & Co zurückzugreifen. Die Suchtstationen sind mit etwa 25% medikamenten-Abhängigen voll, das Problem ist weit größer als z.B. Heroin, und bei den meisten fing das ganz harmlos an.

    Teufelszeug und völlig unnötig.
  4. #4

    Was es nicht alles gibt....

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ein grippaler Infekt fesselt Kolumnist <i>Jens Lubbadeh</i> ans Bett. Doch er weiß die Rotz-und-Schnief-Zeit durchaus zu schätzen: Endlich gibt es wieder einen Schluck vom leckeren Lieblingshustensaft! Doch die Mixtur hat es in sich.

    Grippe und Erkältung: Warum in Vick Medi Nait Alkohol steckt - SPIEGEL ONLINE

    Ja ja, einige Apotheken sind dem Schlaraffenland für jeden Drogenafinen sehr nahe.

    Trotzdem hatten es auch da unsere Vorfahren ein wenig besser: Sie hatten noch die Wunderdroge Nummer eins, wenn es um husten und erkältung hemmende Arznei geht: Genau das Heroin.(entwickelt von Bayer und später auch Merck)

    Das war bis Anfang des ersten Weltkrieges in den meisten deutschen Apotheken Rezeptfrei erhältlich und wurde als Wundermittel angepriesen.

    Witzigerweise wurde das 100% reine Heroin auch Kindern mit Dosierhinweis verschrieben.

    Die Produktion des Heroin ging alleine in Deutschland Richtung 5 Milliarden Gramm pro Jahr.

    Bei der grossen Produktionsmenge sollte man doch annehmen, daß 50% der Deutschen damals Heroinsüchtig war.

    Aber dem war nicht so ..... Herointote kannte man damals nicht.

    Sicherlich ist diese Tatsache dem Konsumverhalten zurückzuführen. Damals kam keiner auf die kranke Idee, den Stoff in hohen Mengen sich intravenös oder anal einzuführen.
  5. #5

    Ach..

    Zitat von Dromedar Beitrag anzeigen
    Wie der Autor schon schreibt, enthält sowas wie WickMediNight genau die Kombinationen, vor denen Ärzte massiv warnen: Schlaf+Schmerzmittel, dazu Drogen und ordentlich Alkohol.
    Das Zeug ist übel gefährlich,
    man kann sich leicht eine Überdosis damit verabreichen (dazu reicht es sich ein paar Trinkbecher mehr davon zu genehmigen, Motto viel hilft ja viel, oder man nimmt halt über den Tag verteilt noch eine Paracetamol hier, dort ein Nasenspray und vielleicht noch Klosterfrau Mellissengeist) oder man nimmt vielleicht noch irgendein Medikament (z.B. gegen Heuschnupfen), ... . Allein dadurch kommen jeden Tag genug Leute in die Notaufnahme.

    Darüberhinaus ist das Suchtpotential enorm, vor allem aber auch die Gewöhnung, bei Allerwelts-Problemen wie Erkältung oder Kopfschmerzen auf Tabletten & Co zurückzugreifen. Die Suchtstationen sind mit etwa 25% medikamenten-Abhängigen voll, das Problem ist weit größer als z.B. Heroin, und bei den meisten fing das ganz harmlos an.

    Teufelszeug und völlig unnötig.
    ....jetzt weiss ich auch,warum Oma 30 Jahre lang abends nach ihrem Gläschen Klosterfrau Melissengeist verlangt hat;.......aber das Rauchen hat der Arzt ihr verboten:-)
  6. #6

    optional

    Dummerweise macht Wick Medinait aber genau das was es soll: selbst bei einer heftigen Erkältung kann man nachts ruhig durchschlafen und ist morgens gut erholt...die Alternative ist eine ziemlich unangenehme Nacht mit praktisch keinem Schlaf...auch nicht so gesund.

    In fast allen Fällen braucht man das Zeug nur in 1 oder maximal 2 Nächten hintereinander und das Schlimmste ist ausgestanden.

    Bei korrekter Dosierung und Anwendung nur wenns nötig ist überwiegen die Vorteile.
  7. #7

    ärgerlicher Artikel

    dafür, dass das ein Wissenschaftsjournalist geschrieben habt, finde ich das einen ärgerlichen Artikel: ein Sammelsurium von Anekdoten mit Pseudowissen gemischt und dann mit allgemeiner Lebensweisheit übergossen: SO hätte ich das auch schreiben können!

    Alkohol ist ein Lösungsmittel für 2/3 aller Wirkstoffe und wird immer dann genommen, wenn sich Stoffe halt nicht in Wasser auflösen. Und dass man von einem Teelöffel 18% Hustensaft überhaupt nur irgendwas spürt klingt genauso überzeugend wie "Führerscheinentzug nach Genuss von Rum-Schokolade"

    Ob die Mischung von Dämpfern + Aufputsch eine kluge Idee ist, würde ich als Laie auch komisch finden. Aber als Journalist würde ich mich schlau machen und irgendwen finden, der das mal überprüft hat, bevor ich Zeitungsleser mit meiner Hausfrauenlogik belästige.

    Ich kenne (von Ärzten!) zwei sehr unterschiedliche Aussagen: die eine Hälfte sagt: "die ganze Scheiße nützt nix, sonst würden wir sie ja als Medizin verschreiben düfen und dann würden die Krankenkassen dafür zahlen". Und die andere Hälfte sagt: "das hilft deinem Immunsystem, mit der Infektion fertig zu werden und vor allem fühlst du dich nicht so Scheiße, während das Immunsystem die Grippe bekämpft".

    Mir fehlt einfach die platte Aussage: hilft der Grippesaft? Oder nicht? Oder weiß man´s nicht genau?

    Und das hätte ich gerne recherchiert und nicht als Schreibe mit "Was ich mir immer schon mal so gedacht habe und was ich ungeprüft mal in die Welt blase"...

    weil: da kann ich auch meine Oma fragen, die dann wahlweise mit Kartoffelwickel, Wärmflasche oder was auch immer um die Ecke kommt, mit dem Argument: "Jungchen, das hat mir immer geholfen, das ist bewiesene Wirkung."

    (und ich denk mir: jepp, ich hab bisher auch jede Grippe überlebt, aber daraus abzuleiten, dass Moorgraf zu sein gut gegen Grippe ist, scheint mir recht oberflächlich)
  8. #8

    Zitat von vincent1958 Beitrag anzeigen
    ....jetzt weiss ich auch,warum Oma 30 Jahre lang abends nach ihrem Gläschen Klosterfrau Melissengeist verlangt hat;.......aber das Rauchen hat der Arzt ihr verboten:-)
    Na ja es hat schon seinen Grund warum Klosterfrau oder auch Doppelherz bei älteren Leuten so beliebt sind^^
  9. #9

    Kann als angehender Apotheker die bedenken verstehen. Allerdings die Hyterie über tödliche Metaboliten ist für mich unverständlich. Im Grundegenommen erzeugen wird mit jedem Hapen Essen Milliarden von freie Radikale in unserem Körper. Auch jedes Einatmen ist gefährlich. Wenn man wirklich gesund leben will, sollte man möglichst auf Einatmen/Essen verzichten! Medikamnte sind wichtige Mitteln, um uns von unserem leiden zu befreien. Ein Missbrauch gibt es überall. Wenn ich 2-3 mal im jahr erkältet bin, und dafür Säfte/Schmerzmittel nehme, um mir bisschen Erleichterung zu verschaffen, dann tue ich mir nichts schlechtes. ich mach das als Apotheker auch!








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