DPASie sind eine Frau? Frage: Was würden Sie davon halten, wenn Männer in Ihrer Umkleidekabine putzen würden? Nichts? Völlig richtig. Wenn aber Frauen in Männerumkleidekabinen putzen, regt sich niemand auf. Ein Skandal, findet Kolumnist Jens Lubbadeh.
Solange die Reinigungsfachkraft mir nichts "wegguckt" oder wegputzt, stört mich das nicht. Übrigens kommt es häufig vor, dass (meist junge) Frauen an Männerpissoirs vorbei kichernd zu den Toilettenräumen strömen, weil (angeblich oder wirklich?) alle Frauentoiletten besetzt sind und lange Schlangen davor warten...
ich hatte erst vor einigen Tagen solch ein Erlebnis. Ich stand am Pissoir einer raststättentoilette (ja, die mit dem gib 70 bekomme 50 Cent Automaten) und die Putzfrau wischte in Seelenruhe hinter mir während ich mich erleichterte. Es hat mich nicht gestört und die Frau wohl auch nicht. Ich kann es mir nur so erklären, daß sie hier einfach pragmatisch weiter macht und eh nichts anderes sieht als sie von zu Hause kennt.
Auf der anderen Seite ist doch die Situation in einer Herrentoilette ohnehin schon grotesk genug. Da steht man mit seinem guten Stück in der Hand direkt neben anderen völlig fremden Männern, die das gleiche tun.
In einer Frauentoilette wäre ein Putzmann undenkbar. Männern wird hier eben gleich das Lustelement unterstellt.
Schon 2008 sah ich auf einer Fähre zwischen Dänemark und Schweden auf Dänisch und Englisch an der Toilette das (bestimmt nicht neue) Schild:
"Die Toiletten werden von Personen beiderlei Geschlechts gereinigt"
Auf schwedischen Campingplätzen sind seit Jahren Unisex-Waschräume und Toiletten Standard.
Selbst in Fortbildungsstätten der TELIA (dem schwedischen Pendant zur TELEKOM) seien (so erzählte mir ein Bekannter, der seinerzeit maßgeblich an der Harmonisierung des GSM-Standards beteiligt war) schon in neunziger Jahren Unisex-Toiletten Standard gewesen, was bei den europäischen Teilnehmern von internationalen Konferenzen Schmunzeln hervorrief, bei den Amis aber zu schlichtem Entsetzen führte und den Japanern nicht einmal ein Achselzucken ablockte.
Ich kenn nun weder Hamburg noch namhafte Fitness-Studios, den geschilderten Zauber aber schon, aus Schwimmbädern in mehreren Orten Deutschlands, und was ich mir so denke, wenn ich, Badehose und Handtuch in der Hand nackend auf meinen Spind zuschlappe ist meistens dies: Ich bin vermutlich weder der erste noch der schönste Mann, den diese (meist schon etwas angegraute) Dame zu sehen bekommt, von daher: was soll die Aufregung?
Dass es andersrum vielleicht weit weniger entspannt zuginge, ist vielleicht einer von diesen kleinen, aber bedeutsamen Unterschieden zwischen den Geschlechtern, die Genderforscher so gern wegdiskutieren wollen. Männlein und Weiblein sind halt nicht gleich, und das ist auch gut so.
Ich kann Herrn Lubbadeh nur beipflichten. Naturgemäß gibt es zwar wohl mehr weibliche als männliche Reinigungskräfte, aber da muss ein Fitness-Studio eben auch mal innovativ sein - naja, müsste.. in den meisten Fällen, wie auch in meinem Fitnessclub, ist der Putzbereich ja längst outgesourct, und da muss das Studio nehmen, wen die Putzfirma schickt. So sehr sich das weibliche Putzpersonal zu 100% nur mit dem Wischmop beschäftigt, so unangenehm finde ich es trotzdem, in deren Beisein nackig rumzulaufen - und das hat kaum etwas damit zu tun, dass ich sexuell nicht auf Frauen stehe.. Eher damit, dass es -wie im Artikel angesprochen- in der Damenumkleide zur Revolution käme, wenn sich da ein männlicher Putzer hin verirren würde.. Also bitte gleiches Recht für beide Umkleiden..
Mal ungekehrt gefragt - wie fühlt sich die (evtl. muslimische) Putzfrau, wenn sie unter nackten Männern (mit dicken Bäuchen und Hängehintern) umherputzen muss? Dass sie dann nichrt aufblicken will ist doch wohl klar.
Die Situation in der Umkleide folgt einem bestimmten Kodex, der das Schamgefühl in diesem Kontext relativiert. Sie beschreiben es ja in Ihrem Artikel. Ich sehe das Problem nicht.