Zitat: „...dass der 1966 auf Addak Island geborene Autor als 13-Jähriger selbst erleben musste, wie sich sein Vater erschoss...“
Zitat: „Die kolossale Gewissheit, dass sie ihrem Mann hilft, sich von ihr zu lösen, versetzt sie in einen Zustand, der sich ausdrückt in einem Kopfschmerz, dessen Ursache kein Arzt diagostizieren kann. „Dessen "Unermesslichkeit" (so der durchaus treffende, jedoch leicht dröhnende deutsche Titel) versucht David Vann auszumessen, wenn er den Roman mit jenem Moment in Irenes Kindheit eröffnet, als sie ihre tote Mutter unter der Decke hängend
erblickt.“
Da soll erstmal einer draus klug werden... Herr Weyandt hat einen etwas eigentümlichen Stil, der den Leser zuweilen zwingt, vom Deutschen ins Deutsche zu übersetzen. Und der Roman? Den kenne ich nicht, sollte mich also gar nicht dazu äußern. Egal, jedenfalls scheint da eine skurille Ehe in der Wildnis ihren traurigen Verlauf zu nehmen. Beide Ehepartner haben ein Elternteil durch Suizid verloren, was sowieso nicht auf eine lockere Geschichte hindeutet. Trotzdem werde ich mir beide Romane von David Vann besorgen, obwohl ich übersetzten Romanen aus dem anglo-amerikanischen Bereich grundsätzlich distanziert gegenüberstehe.
Denn mich interessieren die Erfahrungen in und mit der Wildnis – diese Aussteiger-Mentalität hatte auch mich einmal gepackt, ausgerechnet da, wo David Vann geboren wurde, nämlich in Alaska. Es muss übrigens Adak-Island heißen, nicht Addak-Island. Mein Ausstiegsaktion, die ungefähr ein halbes Jahr andauerte, endete, man muss es so sagen, kläglich, aber mit einem gewaltigen Zuwachs an Erfahrungen, die mich heute dazu bewegen, jeden vor solchen Plänen zu warnen, besonders wenn man sie in Alaska verwirklichen will. Wie schon im Artikel brachten einen die Black Flies und die Mücken im Frühsommer fast um – ins Wasser fliehen konnte man auch nicht, weil es viel zu kalt war. Langeweile, Frust, Streit, Einsamkeit, viel schwere Arbeit, Holz sägen, Holz hacken, Fleisch salzen, Fleisch trocknen, ebenso Fisch, schmeckte alles versalzen, schmeckte alles be...scheiden, und dann immer wieder die Bären, die nervten wirklich, die waren echt gefährlich, meine Symphatien für diese Herrscher der Wildnis sanken gegen den Nullpunkt, inzwischen hat sich das aber längst wieder eingependelt. Vor dem knallharten Winter haute ich dann ab – Alaska ade.
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