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Wikipedia-Talente: Wie Jugendliche uns die Welt erklären
Tausende Menschen füllen Wikipedia täglich mit ihrem Wissen. Kaum jemand kennt sie. Zu den aktivsten Autoren gehören einige clevere, besonders junge Wikipedianer. Ben, Niklas und Robin sind zwischen 14 und 16 Jahren alt - und wachen über das Wissen der Welt.
http://www.spiegel.de/schulspiegel/w...721303,00.html
- #30 15.11.2010 15:42 von Mischa
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Wer auf Wikipedia einprügelt, weil da jeder - ja sogar Jugendliche - schreiben darf, ist ziemlich naiv.
Was glauben die Herrschaften denn wie "Wissen" an herkömmlichen Universitäten, Instituten und in Fachverlagen produziert wird? Da setzt oft derjenige sein Welt- und Wissenschaftsbild durch, der besser mobt, arschkriecht oder es einfach versteht sympathischer rüber zu kommen.
Wer sich für ein Thema interessiert, sollte viel und aus verschiedensten Quellen darüber lesen, wenn möglich auch mit Experten sprechen und eigene Erfahrungen sammeln / Experimente machen.
Dadurch lernt er dann auch Meinungen und Erfahrungen Anderer einzuschätzen. Und DAS ist eigentlich, was mit "Bildung" und "Wissen" gemeint ist.
Für den schnellen Erstüberblick ist Wikipedia in vielen Bereichen gut. Wer dort stehen bleibt, ist selbst schuld. - #31 15.11.2010 15:43 von
- #32 15.11.2010 15:46 von
- #33 15.11.2010 15:48 von
Zweischneidiges Schwert!
Ich sehe, genauso wie etliche andere, es kritisch, wenn 14-16 jährige Artikel in Wikipedia schreiben, oder gar Administrator werden. Natürlich kann der 21jährige Linguistikstudent mehr wissen, als der 40jährige Dachdecker.
Es freut mich auch, wenn sich 16-16jährige für alle möglichen Themen interessieren. Nur, ich habe mich als Jugendlicher auch für alles mögliche interessiert. Wie falsch meine Schlüsse waren, und wie Naiv mein Weltbild war!
Natürlich könnten die 14-16jährigen schon so abgeklärt sein, wie es jemand ist, der sich mit einem Thema wirklich schon jahrzehnte beschäftigt hat. Aber so eine abgeklärte Jugend würde mir erst recht Angst machen. Ein guter Wein muß reifen, und auch die Meinungsbildug braucht ihre Zeit und ihre Irrtümer.
Ich muß allerdings andererseits auch bemängeln, das Leute meinen, man würde nur aufgrund des eigenen "Ruhm" bei Wikipedia mitmachen, und Wikipedia wäre nur für Faktenwissen da.
Ich habe dadurch, das ich bei Wikipedia mitgemacht und Artikel geschrieben und mitbearbeitet habe, eine ganze Menge gelernt. Un ich fände es schade, wenn, gerade bei den mathematischen Artikeln, es den Lesern nur auf das Faktenwissen ankäme, und sie nicht versuchen, das geschriebene nachzuvollziehen. Ansonsten wäre ich als (Mit)autor einer der wenigen, teilweise der einzige, der von diesen Artikeln partizipieren würde. - #34 15.11.2010 15:51 von
freies Land
...da finde ich persönlich so einen geistigen Tiefflieger in der SPON-Zensur, der meine schönsten und natürlich excellenten, aber nicht so recht in die SPON-Religion passenden Forumbeiträge einfach in den Spam-Eimer treten darf, schon frustrierender...wo heute sogar Stinke-finger und Beischlafangebote modern geworden sind...;-)
- #35 15.11.2010 15:57 von
Sie haben vollkommen Recht!
Vom Alter her könnten Sie mein Nachwuchs sein. :-)
Sie haben alles Recht der Welt, hier zu schreiben. Mich haben diese Sprüche über Jugendliche auch aufgeregt, und das Schreiben eines guten Artikels ist beileibe nicht primär am Alter des Autors aufzuhängen. Es mag 14-jährige geben, die 40-jährige in bestimmten Gebieten locker toppen. Why not? Ich lerne sogar manches von meinem eigenen Nachwuchs, und der ist bedeutend jünger als Sie.
Zugegebenermaßen amüsiere ich mich heutzutage über so Manches, was ich als Abiturient ganz ernsthaft geschrieben habe (und das hätte vielleicht heutzutage auch mal nach Wikipedia wandern können, hätte es das damals schon gegeben), nur kann man sich Stil und wissenschaftliches Arbeiten eben nur dann aneignen, wenn man es auch einfach tut.
Und so tut es gut, wenn ein Jugendlicher genau das tut. :-) - #36 15.11.2010 16:04 von FastFertig
Es geht um selbst erworbenes Wissen
Nur als Beispiel: Kolibiris.
Was kann ein 15 jähriger über Kolibris wissen? Doch nur das, was ihm über Kolibris erzählt wurde oder was in Büchern steht. Ich halte es für extrem unwahrscheinlich, dass Jugendliche in diesem Alter die Zeit hatten, vor Ort am Amazonas Kolibris zu studieren und die Ergebnisse fachlich fundiert zu dokumentieren. Dieses Wissen meine ich und dieses Wissen können Jugendliche nicht haben, nicht weil sie zu dumm sind, sondern weil sie einfach noch keinen Kolibri sehen konnten.
Dennoch gibt es in Wikipedia einen Artikel über Kolibris. Dieser ist aber nicht von jemanden mit Fachwissen geschrieben worden, das ist einfach nur geklautes Wissen, gepaart mit geklauten Fotos. Irgendjemand schreibt über Kolibris was er anderswo gelesen hat. Da gibt es einen netten Effekt in einem Spiel das nennt sich: "Stille Post". Irgendwann hat ein Kolibris dann 4 Augen und frißt zum Frühstück Ratten. Das glaubt dann jeder, weil es in Wikipedia steht.
Ich erwarte von einem Nachschlagewerk aber Wissen aus erster Hand. Und wenn das im Verlag erwartungsgemäß nicht direkt verfügbar ist, dann besorgt man sich dieses Wissen von jemanden der dieses Wissen SELBST erworben hat. Und bezahlt dafür, dass man dieses Wissen verwenden darf. BEZAHLEN ist wiederum die Grundlage dafür, dass Forscher irgendwohin fahren können um weiteres Wissen zu erwerben.
Wikipedia bezahlt aber für nichts, im Gegenteil, Wales lässt es sich von den Spenden gut gehen. Der Forscher hingegen bekommt für seine Leistung gar nichts, bestenfalls den Stinkefinger von Wales gezeigt. Wo kommt denn zukünftig das Wissen her, wenn keiner mehr in den Amazonas fährt? Das Prinzip von Wikipedia ist für den Arsch, weil nicht-triviales Wissen nicht kostenlos auf Bäumen wächst, es aber genauso verteilt wird. - #37 15.11.2010 16:07 von Milkor
...
Sie können allerdings nicht von sich auf andere schließen.
Zu solchen Einzel-Beispieln, aus denen sich kaum etwas schließen läßt, lassen sich in der Regel auch leicht gegenbeispiele finden:
So habe ich in diesem Alter beispielsweise mehrere Bücher des Parteienkritikers Hans-Herbert von Arnim gelsesen und bezweifle, daß mein damaliges Weltbild das Prädikat "naiv" verdient hätte.
Umgekehrt gibt es Menschen hohen Alters, deren ganze Denkweise von Naivität und fehlender Reflexion geprägt ist.
Was heißt "abgeklärt"? Wie Sie den Begriff verwenden, ist er negativ konnotiert. Man kann informiert und kritisch sein, ohne daß dies "Angst machen " müßte. Übrigens bedarf nicht JEDER Artikel einer jahrzehntelangen Beschäftigung mit einem Thema.Natürlich könnten die 14-16jährigen schon so abgeklärt sein, wie es jemand ist, der sich mit einem Thema wirklich schon jahrzehnte beschäftigt hat. Aber so eine abgeklärte Jugend würde mir erst recht Angst machen. Ein guter Wein muß reifen, und auch die Meinungsbildug braucht ihre Zeit und ihre Irrtümer. - #38 15.11.2010 16:08 von
- #39 15.11.2010 16:11 von
Ohne Wiki gehts auch
Jedem Tierchen sein Pläsierchen. Meiner Meinung nach kann man Wiki nur bedingt zu Rate ziehen, als Grundauskunft zu Themen, um einen groben Überblik zu erhalten.
Egal welchen Alters die Artikelschreiber sind, es kommt auf die Kenntnisse an, die sie selbst haben und nicht nur zusammentragen. Wenn jedoch ein 15-Jähriger dutzende Artikel zum 2WK schreibt, macht mich das stutzig. Man kann das nur als zusammengetragenes Halbwissen ansehen, welches von irgendeinem wie auch immer geartetem Gremium abgesegnet eingestellt wird. Woher nehmen diese Leute die Berechtigung zu entscheiden, ob der Artikel sachlich richtig ist?
Mich wundert es auch nicht, daß sich viele in klein-klein-Diskussionen verlieren und andere Meinungen nicht gelten lassen. Sobald Menschen in irgendeiner Form mit Macht ausgestattet sind, werden sich immer welche finden, die sich damit für die Größten halten und es andere spüren lassen, in dem sie restriktiv handeln und ihre Möglichkeiten ausnutzen - egal welchen Alters aber ich glaube in jungen Jahren sogar noch eher.
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