Wikipedia-Talente: Wie Jugendliche uns die Welt erklären

Tausende Menschen füllen Wikipedia täglich mit ihrem Wissen. Kaum jemand kennt sie. Zu den aktivsten Autoren gehören einige clevere, besonders junge Wikipedianer. Ben, Niklas und Robin sind zwischen 14 und 16 Jahren alt - und wachen über das Wissen der Welt.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/w...721303,00.html
  1. #90

    Geld verdienen

    Zitat von Björn Borg Beitrag anzeigen
    Wissen Sie überhaupt, wovon ich rede?

    Ich sprach nicht von Künstlern, sondern von wissenschaftlicher Forschung, und zwar von eigener. Selbst wenn mich nicht Geld dazu antreibt, sondern Neugierde, möchte ich doch auch in Zukunft damit Geld verdienen können. Meine Publikationen sollen gekauft werden, und nicht abgeschrieben in Wikipedia der Allgemeinheit kostenlos (und sinnentstellt) zur Verfügung stehen. Stünde hier mein Klarname, würde ich Ihnen Beispiele liefern...
    Es würde mich schon interessieren, wo man mit der Veröffentlichung eigener wissenschaftlicher Erkenntnisse Geld verdienen kann. In meinem Fachgebiet kann man Geld höchstens mit einem sich gut verkaufenden Lehrbuch für Studienanfänger verdienen (das längst etablierte Wissen darstellt).

    Wenn ich Bücher lese und mir dadurch Wissen aneigne, und aus diesem Wissen einen Wikipedia-Artikel schreibe, dann ist das kein Abschreiben.
  2. #91

    *

    Zitat von Milkor Beitrag anzeigen
    Mag sein, mag aber auch nicht sein. Wenn man erst einmal etwas denkt findet man immer tausend Bestätigungen dafür, im Sinne selektiver Wahrnehmung.

    Ist es wirklich so oder ist es ein Klischee?
    Meiner selektiven Wahrnehmung nach, ist das Klischee wahr und ich pflege es mir regelmäßig zu bestätigen. :)=)
    Ich habe sehr viel mit Menschen unterschiedlichster Art zu tun, führe aber keine belastbare Statistik über das Thema.
  3. #92

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    Zitat von phi Beitrag anzeigen
    Es würde mich schon interessieren, wo man mit der Veröffentlichung eigener wissenschaftlicher Erkenntnisse Geld verdienen kann. In meinem Fachgebiet kann man Geld höchstens mit einem sich gut verkaufenden Lehrbuch für Studienanfänger verdienen (das längst etablierte Wissen darstellt).
    Im wesentlichen stimme ich da zu. Mit wissenschaftlichen Veroeffentlichungen - zumindest in den Naturwissenschaften - machen nur die Verlage Gewinn, davon geht rein gar nichts an die Autoren der Papiere. Diese sind ja in der Regel froh, wenn ihre Artikel mit moeglichst hohem Impactfaktor unterkommen.

    Zitat von phi Beitrag anzeigen
    Wenn ich Bücher lese und mir dadurch Wissen aneigne, und aus diesem Wissen einen Wikipedia-Artikel schreibe, dann ist das kein Abschreiben.
    Auch das stimmt. Buecher koennen auch immer ausschweifender und umfangreicher sein als ein wiki-Artikel. Und selbst wenn man einzelne Passagen wortwoertlich uebernimmt ist das vollkommen in Ordnung, wenn die Quelle angegeben wird.
  4. #93

    .

    Zitat von Björn Borg Beitrag anzeigen
    "Missachtung des Urheberrechts"
    Koennen Sie mir kurz erlaeutern was das mit Forschung zu tun haben soll? Ich ich jedes mal eine Art Gema-Gebuehren zahlen, wenn ich den Satz von Pythagoras oder Euler-Zahlen nutze?

    Es gibt hier m.E. nur zwei Moeglichkeiten: die erste ist es ist Wissen, und damit frei. Das heisst wenn ich Sie in meiner Veroeffentlichung oder meinem Wikiartikel zitiere ist alles gut.
    Die zweite Moeglichkeit ist Sie lassen sich ihr erworbenes "Wissen" patentieren, was auch legitim ist. Alles andere ist keine Forschung.

    Zitat von Björn Borg Beitrag anzeigen
    Ich sprach nicht von Künstlern, sondern von wissenschaftlicher Forschung, und zwar von eigener. Selbst wenn mich nicht Geld dazu antreibt, sondern Neugierde, möchte ich doch auch in Zukunft damit Geld verdienen können.
    Sie forschen also und ihr Lohn kommt weder aus oeffentlichen Mitteln, noch verdient sich eine Firma eine goldene Nase damit?

    Zitat von Björn Borg Beitrag anzeigen
    Meine Publikationen sollen gekauft werden, und nicht abgeschrieben in Wikipedia der Allgemeinheit kostenlos (und sinnentstellt) zur Verfügung stehen. Stünde hier mein Klarname, würde ich Ihnen Beispiele liefern...
    Ich bitte um Beispiele.
  5. #94

    Serverkosten

    Zitat von sowosammerneger Beitrag anzeigen
    Dem Absatz würde ich zustimmen, wobei ich nicht die Meinung vertreten möchte, daß "Wales es sich von den Spenden gut gehen" läßt. Ich möchte nicht wissen, was der Unterhalt der Server-Infrastruktur im Monat kostet und wer für diese Kosten den Kopf hinhält.
    Die Spendeneinnamen der Wikimedia Foundation sollten hier nachzulesen sein: http://wikimediafoundation.org/wiki/Financial_reports oder bei den Fragen zur Wikipedia nachzufragen. Der größte Posten sind die Gehälter des Festangestellten, erst danach kommen die Kosten für die Serverinfrastruktur (Serverwartung, -beschaffung und Energie) in Tampa (FL), Amsterdam und Seoul.
  6. #95

    Haha

    Zitat von Erik Mattutat Beitrag anzeigen
    Wenn Sie eines Tages mal als promovierter, möglicherweise gar habilitierter Linguist einen Wikipedia-Artikel aus ihrem akademischen Fachgebiet korrigieren und ein fünfzehnjähriger Admin setzt Ihre Änderungen ohne Begründung umgehend zurück, können wir gerne weiter reden.
    Genau das ist das Problem. Ist mir sogar schon passiert, als ich in einem kleinen Artikel nur ein Wort hinzugefügt habe, welches vom Autor wohl vergessen.
  7. #96

    Wiki-Teens: Extrem-Teens!

    Die im Artikel wiedergegebene Statistik zeigt die wahren Verhältnisse bei den Beitrags-Autoren von Wikipedia auf:
    Der typische Wikipedianer ist 34 Jahre alt, arbeitet Vollzeit und lebt als Single. Ferner sind an die 80 Prozent der Wikipedianer männlich und nur vier Prozent jünger als 18 Jahre.
    Damit sind insbesondere Wiki-Schreiber des Alters von nur 16 Jahren oder sogar noch jünger, die einzelnen sehr seltenen Ausnahmen.

    Bei allem Respekt für intellektuelle Wunderkinder, es ist nicht zu erwarten, dass 14-16 jährige bereits die Fähigkeit zu einer tiefgründigen und differenzierten intellektuellen Durchdringung eines Themas besitzen, um wirklich brauchbare, objektiv maßgeblich fachqualifizierte sowie stilistisch hochwertige Wiki Artikel zu schreiben.

    Früher waren Wunderkinder, in USA als "child prodigies" bekannt, eher in musikalischen Bereich tätig, z.B. als Pianisten, die schon mit 12 Jahren die schwersten Werke der Klavierliteratur auf einem Steinway Konzertflügel herunterdonnern. Die gibt es zwar heute bei YouTube auch noch, aber anscheinend ist eines der Hobbies der heutigen Über-Teenager eben auch das Schreiben oder administrative Editieren von Wikipedia Artikeln.

    Ernsthafte naturwissenschaftliche und technische Themen bei Wikipedia sind jedenfalls sicherlich nicht von 14- bis 16-jährigen verfasst worden. Mir fällt da insbesondere als Beispiel der sehr ausführliche Artikel über das Mandelbrot Set ein (Englische Wiki). Der ist garantiert von einem Mathematiker geschrieben worden, der sich wirklich sehr mit Fractals auskennt (könnte auch z.B. ein Doktorand an einer amerikanischen Elite-Universität sein).

    Insgesamt ist das Abfassen von Wiki Artikeln durch 14- bis 16-jährige eher enttäuschend als ermutigend. Vielleicht sollten Teenagers lieber eine normale Jugend durchleben und sich ausserhalb ihrer Schulaufsätze mit Googlen und mit facebook Messages begnügen.
    Elite-Talente, die in schon in ihrer Jugend sozial peer-group isolierte, esoterische Spitzenleister sind, haben in ihrem späteren Leben oft tiefenpsychologische Probleme. Nicht zwingend natürlich, aber die tiefere Ausreifung von jeglichem intellektuellen oder künstlerischen Talent braucht auch bei einem Jugendlichen mit Genie-IQ noch viele weitere Jahre und viel Geduld.

    Wenn der eine im Artikel vorgestellte junge Genie-Kollege wirklich an der Harvard University aufgenommen werden will, dann braucht er so gut wie maximale Punktzahlen beim amerikanischen SAT (Scholastic Aptitude Test), und noch vieles andere mehr. Das ist eine vollig andere Art von intellketueller weltklasse-elite Anforderung, als die Erstellung von Wiki Artikeln. Aber offenbar weiss der junge Mann, worum es da geht.

    Als 50-jähriger ohne Kinder, der seinerzeit auf Höchstbegabten-Stipendium als Graduate Student an einer amerikanischen Privat-Universität studierte, möchte ich zumindest annehmen, dass der durchschnittliche normale deutsche Jugendliche der Altersgruppe der etwa 14- bis 16-jahrigen typischerweise bei weitem nicht drei bis vier Stunden pro Tag bei Wiki arbeitet, dort schon bis zu 400 Artikel selbst verfasst oder mitverfasst hat, und schon 15.000 mal(!) dort Texte bearbeitet hat.

    Ich bin nicht einmal sicher, ob die drei im Artikel vorgestellten Beispiele von Wiki-Teens als erstrebenswerte Leitbilder für 14 bis 16-jährigen Jugendliche in Deutschland dienen können. Die wirkliche reale Welt ist nicht ein Harry Potter Movie, und sie ist auch nicht Wikipedia.
  8. #97

    Illegales Vorgehen

    Zitat von phi Beitrag anzeigen
    Wenn ich Bücher lese und mir dadurch Wissen aneigne, und aus diesem Wissen einen Wikipedia-Artikel schreibe, dann ist das kein Abschreiben.
    So so ... wenn Sie sie sich Wissen aneignen, für den Hausgebrauch oder zu Ihrer Weiterbildung, dann ist das vollkommen in Ordnung.
    Wenn Sie dieses Wissen allerdings 1. abschreiben und 2. publizieren, ohne 3. die Quelle wissenschaftlich exakt anzugeben, oder sie es 4. sinnenstellt referieren, weil sie 5. doch keine Ahnung von dem Thema haben, dann verstößt dies gegen das Urheberrecht. Da kann es keine zwei Meinungen geben!
  9. #98

    Urheberrecht

    Zitat von Björn Borg Beitrag anzeigen
    So so ... wenn Sie sie sich Wissen aneignen, für den Hausgebrauch oder zu Ihrer Weiterbildung, dann ist das vollkommen in Ordnung.
    Wenn Sie dieses Wissen allerdings 1. abschreiben und 2. publizieren, ohne 3. die Quelle wissenschaftlich exakt anzugeben, oder sie es 4. sinnenstellt referieren, weil sie 5. doch keine Ahnung von dem Thema haben, dann verstößt dies gegen das Urheberrecht. Da kann es keine zwei Meinungen geben!
    Ich habe nichts von abschreiben geschrieben. Abschreiben, über das Zitatrecht hinaus, ist in der Tat eine Verletzung des Urheberrechts. Aber da geht es nicht um das wiedergegebene Wissen, sondern um den Wortlaub. Das geistige Eigentum im Sinne des Urheberrechts ist der Text, nicht das in ihm wiedergegebene Wissen.

    Wissenschaflich korrektes Zitieren hat mit wissenschaftlich korrektem Arbeiten zu tun, aber nichts mit Urheberrecht.