rbb/ ORFAuf ein Hühnerfüßchen mit Inkasso-Heinzi? Im Wiener "Tatort" geht es um abgeschnittene Geflügel-Beine, abgehackte Menschenköpfe und abgehalferte Zuhälter. Ein moralfreier Blick in die Innereien des Fleischgeschäfts und ein starker Krimi für Menschen mit starken Mägen.
http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,822627,00.html
Das ist das Tolle an den ORF-Tatorten: die gesellschaftlichen Absurditäten werden aufgezeigt aber nicht kommentiert und schon gar nicht korrigiert. Das schafft das Gefühl von Realitätsnähe, Authentizität... ganz unaufdringlich.
... denn der letzte Wiener-Tatort im serbischen Patschaken-Milieu war ein selten clever, überzeugend konstruierter Krimi mit Hochspannung bis zur allerletzten Minute und einer Leichenquote, die man sonst weder beim ÖR-TV noch um diese Uhrzeit vermuten würde. Das ist auch -mein- einziger Kritikpunkt.
Ansonsten „Alle Achtung und Kompliment, Frau Derflinger” zu diesen bemerkenswerten Inszenierungen – endlich kann man den Winzerkönig Krassnitzer als Kommissär wieder anschauen und ernst nehmen; besonders an der Seite der grandios spielenden Adele Neuhauser.
Ich schaue schon lange keine Folgen der "TATORT-Serie" mehr. Sie sind zu einer Aneinanderreihung von Klischees verkommen und bieten durch den penetranten Einbezug gesellschaftsrelevanter Themen auf Schulfunk-Niveau eine Rosammunde Pilchner-Welt für linke und müde Alt-68-Sechziger.
Christian Buss beschreibt dies so treffend, dass ich versucht bin, seinen Tipp zu befolgen und heute mal eine Ausnahme zu machen. Aber wehe ich werde wieder enttäuscht!
Allen Leidensgenossen und Krimiliebhabern möchte aber die Krimiserie "The Wire" empfehlen.
Auf DVD-erhältlich ist sie grossartig und gehört sogar in eine Bilbiothek.