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Wiederkehr der Demut: Ergebt Euch!

DPADemut galt einst als hohe Tugend, doch dann verlor der Begriff an Bedeutung. Heute wächst die Sehnsucht nach Werten wieder. SPIEGEL ONLINE sprach mit Persönlichkeiten aus Politik, Kultur, Sport und der Kirche über die Rückkehr einer verlorenen Haltung.

http://www.spiegel.de/panorama/gesel...829604,00.html
  1. #20

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Demut galt einst als hohe Tugend, doch dann verlor der Begriff an Bedeutung. Heute wächst die Sehnsucht nach Werten wieder. SPIEGEL ONLINE sprach mit Persönlichkeiten aus Politik, Kultur, Sport und der Kirche über die Rückkehr einer verlorenen Haltung.

    Demut: Die Wiederkehr der Werte - SPIEGEL ONLINE
    Interessant wäre wohl erstmal zu klären, was man denn unter Demut versteht.

    Der Artikel beginnt mit ein paar Priestern. Hier bedeutet Demut wohl, sich in einen Apparat zu fügen und selbst erfundenen Regeln zu folgen, die einem immaginärem höheren Wesen gefallen sollen. Abgeleitet wird daraus ein Anspruch auf moralische Überlegenheit und auf eine Führungsrolle gegenüber anderen.
    Auf diese Form von Demut kann ich persönlich gerne verzichten.

    Interessanterweise endet der Artikel mit einem Verweis auf Investment-Banker, die sagen "...Aussagen zur Demut würden ihnen "um die Ohren fliegen", das nehme ihnen "keiner ab"...".
    Selbstrefelxion, eine Abstimmung der Eigen- mit der Fremdwahrnehmung und ein erfrischender Mangel an Missionierungszwang.
    Für mich das passendste Beispiel für gelebte Demut.
  2. #21

    .

    Ich weiss, dass ich fast alles was es auf dieser Welt so gibt, niemals erreichen werde und ich weiss auch, dass es Mrd. Menschen gibt, die sicher höherstehen bzw. besser sind als unsereiner. Aber bin ich nun demütig? Nein. Das ist wiederrum ein Aspekt, den ich auch nie erreichen werde, aber ich hab das so akzeptiert.
  3. #22

    von Gutenberg und Murdoch und Priester als Beispiel?

    Ich fasse es nicht.

    Weder von Gutenberg noch Murdoch ist auch nur ansatzweise Demut abzunehmen. Bestenfalls verwechseln sie Demut mit „Das war mir jetzt aber peinlich (erwischt zu werden.)

    Priester, nun ja. Ich glaube ja durchaus, dass der einzelne dort Demut verspürt, aber eingebunden in eine rigide Theokratie ist die Unterwerfung viel, viel weltlicher als sie sein sollte.

    Demut, das war als Willi Brand in Warschau auf die Knie fiel.
  4. #23

    Demut ?

    Bei den Römern und Griechen:
    eine Haltung wie Herr/ Knecht - eine gering geschätzte Haltung da Unterwürfig.
    Im Jüdischen und christlichen Kontext:
    sich beugen vor Gott . Für Nietzsche gehört Demut zu den gefährlichen, verleumderischen Idealen, hinter denen sich Feigheit und Schwäche, daher auch Ergebung in Gott verstecken.

    Mir gefällt alleine "Demut" überhaupt nicht da es immer Materiell oder als Unterdrückungs-Mechanismus definiert wird - es bezeichnet die Haltung des Geschöpfes zum Schöpfer analog des Verhältnisses von Knecht zum Herrn.

    Demut vor der Schöpfung und Mitgefühl gegenüber allen Lebewesen - diese Einstellung als moralischen Grundsatz würde uns weiterhelfen. Dies würde aber von uns allen radikale Änderung unserer Lebensweise erfordern. Keine verschmutzten Weltmeere, keine Milliarden geschundenen Kreaturen in unserer perversen Essenskultur, keine Milliarden ausgerotteter Lebewesen aufgrund unserer perversen Lebenskultur, keine Millionen Tote Menschen aufgrund unserer perversen Machtkultur...usw,usw,..
    Dies hat aber in der Realität keine Chance da der Mensch gesteuert durch Arroganz, Überheblichkeit und Hochmut anscheinend nicht in der Lage ist darüber ernsthaft nachzudenken. Er hält sich für Intelligent und für die Krone der Schöpfung....Welch eine Überschätzung seiner Möglichkeiten - In Wahrheit sind wir Dumm und sägen den Ast auf dem wir sitzen...unausweichlich.
    Mein Trost - unsere schöne Erde hat noch einige tausend Millionen Jahre Zeit um andere Modelle zu testen....wir werden die Zeitspanne der Dinos nicht erreichen und werden das Leben auf dieser Welt nicht vernichten können. Der Erde ist es sowieso egal ob wir hier sind oder nicht.
  5. #24

    optional

    Wow, guter Artikel.

    Die Katholiken haben besser als andere verstanden, was Demut heißt. Deswegen wird es ihnen - zu recht - auch besonders übel genommen, wenn sie es an Demut fehlen lassen.
  6. #25

    xx

    Zitat von janne2109 Beitrag anzeigen
    was hat Demut mit Werten zu tun?
    Dass sich in Deutschland die Werte vom Acker machen sehen wir daran wie Kinder mit Ihren Eltern sprechen
    Ja, ja, die Tochter eines Freundes sagt ihrem Vater: Fick Dich !!

    Nein, nein, keine Asis. Mutter Lehrerin, Vater Bankangestellter....Tochter hat Abi. Nur EIN kleines Beispiel. Wäre in meiner Jugend unvorstellbar gewesen.

    Ansonsten kann ich "peterbrülls" nur zustimmen: Eine große Demutsgeste war der Kniefall von Willy Brandt in Warschau. Das war keine show, sondern tiefe, innere Überzeugung. Leider haben wir heute keine solchen Politiker mehr.
  7. #26

    Demut gut und schön

    Demut in sein Leben und seine Lebenseinstellung zu intigrieren, kann sicherlich nicht schaden. Doch bevor auch nur daran gedacht wird, sollte man sich die wichtige Frage stellen: Wem oder Was gegenüber bin ich überhaupt demütig?

    Anderen Menschen gegenüber, die vermutlich keine Ahnung von der Welt haben, wie beispielsweise einem Fußballtrainer? Oder gegenüber der Kirche, deren Vertreter lediglich in der Anwendung von dümmlichen Verhaltensregeln ausgebildet wurden, jedoch nicht in Weisheit und Philosophie?

    Dass die Demut innerhalb der Moderne keinen großen Platz zugewiesen bekommt, ist ein ganz natürlicher und evolutionärer Przozess, da Demut erst wieder neu erfunden werden muss und das unter dem wachen Auge der Aufklärung.

    Somit ist es lächerlich zu glauben, dass das Christentum mit seinen überlebten Ansichten jemals wieder zu solcher Macht erwachsen kann, wie einst im Mittelalter.

    Die Moderne schafft ihre ganz eigene Form von Demut und diese wird einer Sache gelten, die es auch tatsächlich verdient.
  8. #27

    Zitat von freigeist56 Beitrag anzeigen
    Bei den Römern und Griechen:
    eine Haltung wie Herr/ Knecht - eine gering geschätzte Haltung da Unterwürfig.
    Im Jüdischen und christlichen Kontext:
    sich beugen vor Gott . Für Nietzsche gehört Demut zu den gefährlichen, verleumderischen Idealen, hinter denen sich Feigheit und Schwäche, daher auch Ergebung in Gott verstecken.

    Mir gefällt alleine "Demut" überhaupt nicht da es immer Materiell oder als Unterdrückungs-Mechanismus definiert wird - es bezeichnet die Haltung des Geschöpfes zum Schöpfer analog des Verhältnisses von Knecht zum Herrn.

    Demut vor der Schöpfung und Mitgefühl gegenüber allen Lebewesen - diese Einstellung als moralischen Grundsatz würde uns weiterhelfen. Dies würde aber von uns allen radikale Änderung unserer Lebensweise erfordern. Keine verschmutzten Weltmeere, keine Milliarden geschundenen Kreaturen in unserer perversen Essenskultur, keine Milliarden ausgerotteter Lebewesen aufgrund unserer perversen Lebenskultur, keine Millionen Tote Menschen aufgrund unserer perversen Machtkultur...usw,usw,..
    Dies hat aber in der Realität keine Chance da der Mensch gesteuert durch Arroganz, Überheblichkeit und Hochmut anscheinend nicht in der Lage ist darüber ernsthaft nachzudenken. Er hält sich für Intelligent und für die Krone der Schöpfung....Welch eine Überschätzung seiner Möglichkeiten - In Wahrheit sind wir Dumm und sägen den Ast auf dem wir sitzen...unausweichlich.
    Mein Trost - unsere schöne Erde hat noch einige tausend Millionen Jahre Zeit um andere Modelle zu testen....wir werden die Zeitspanne der Dinos nicht erreichen und werden das Leben auf dieser Welt nicht vernichten können. Der Erde ist es sowieso egal ob wir hier sind oder nicht.
    Den Beitrag finde ich ein sehr gelungenes Beispiel für die missbräuchliche Nutzung des "Demuts-Konzeptes".
    Demut = die Befolgung Ihrer ganz persönlichen Vorstellungen. Jede andere Verhaltensweise titulieren Sie als pervers.
    Schöner kann man es eigentlich nicht mehr darlegen...
  9. #28

    optional

    Demut vor dem, was das Leben so mit sich bringt: gehen Sie in Krankenhäuser und Reha-Kliniken, dort finden sich nicht wenige Menschen, die ihre Einschränkungen in Demut annehmen - und dann das Beste daraus machen.
  10. #29

    Zitat von paretooptimal Beitrag anzeigen
    Jeder, der heute glaubt, daß er mitreden will, quasselt von Demut. Was heute alles als Demut bezeichnet wird, ist ein Witz.
    Sehe ich auch so. Demut ist nur ein aktuelles Modewort, um die Anständigen zu täuschen, mehr nicht. Und diejenigen die demütig sein können, reden nicht darüber - weil sie auch nicht eitel sind.


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