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Widerstand gegen Militärrat: Ministerium spricht von 20 Toten*bei*Revolte in Kairo

Kairo kommt nicht zur Ruhe: Am dritten Tag in Folge lieferten sich Demonstranten und Sicherheitskräfte rund um den Tahrir-Platz heftige Auseinandersetzungen. Bei den Unruhen kamen nach Behördenangaben 20 Menschen ums Leben, fast 1800 wurden verletzt.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...798933,00.html
  1. #10

    Nein!

    Zitat von slider Beitrag anzeigen
    Alles was von dem sog. "Arabischen" Frühling übrig bleiben wird ist Häme und Spott.
    Das wäre sicher ungerecht und wird so auch nicht passieren.
    Natürlich wurde aber der Einfluss der "Facebook- und Twitter-Wichtigtuer" gehörig überschätzt und kam wohl wie nachweislich jüngst im Iran überwiegend aus dem Ausland.

    Aber diesen "Frühling" gab es nur unter der Oberaufsicht des Militärs, das ihn gnadenlos für sich nutzt.

    Längst gibt es Vermutungen, dass die jetzige Situation vom Militär provoziert wurde und geschürt wird, um die Wahlen zu verschieben.

    Wer da möglicherweise im Hintergrund die Fäden zieht?
    Nein, an den Spekulationen beteilige ich mich nicht.
    Allerdings war diese Entwicklung ja fast zu erwarten - schade!
  2. #11

    ...

    Zitat von slider Beitrag anzeigen
    Alles was von dem sog. "Arabischen" Frühling übrig bleiben wird ist Häme und Spott.
    Das ist zu optimistisch. Da sich in den Ländern des arabischen Frühlings noch verstärkter zum Koran und damit zum Mittelalter orientiert wird, wird es weiteres, noch massiveres Anwachsen der Bevölkerung geben mit dem damit verbundenen Drang zum Export der Bevölkerungsüberschüsse nach Norden. Denn Lösungen für die aktuellen Probleme bietet ein islamischer Gottesstaat nicht, auch nicht mit jeder Menge fossiler Brennstoffe - siehe Iran.
    Finis occindent.
  3. #12

    Häme und Spott

    Zitat von slider Beitrag anzeigen
    Alles was von dem sog. "Arabischen" Frühling übrig bleiben wird ist Häme und Spott.
    Aber nur bei den SPON-Foristen. Die Mehrheit hier hat ohnehin nichts übrig für eine wirkliche Änderung in den arabischen Staaten. (Alles nur das Werk von Quaida, Islamisten und Schwerverbrechern) Sie hat nur Angst darum, dass ihr eindimensionales Weltbild von der Realität bedroht wird.
  4. #13

    Demokratie ist die große Illusion der jungen Ägypter

    Ägypten ist ein Militärstaat und ein Polizeistaat – im Empfinden der Bürger sind die Übergänge fließend. Es gibt kaum ein Land auf der Welt, in dem die Präsenz von Polizei so allgegenwärtig erscheint, praktisch an jeder Ecke stehen Polizisten. Nur in den Touristengebieten am Roten Meer hält sich die Polizei zurück.

    Ägypten wird vom Militär, von der Polizei und von Geheimdiensten geprägt, ein Überwachungsstaat in Reinkultur. Das arme Land verfügt über maßlos und sinnlos überdimensionierte Streitkräfte, es gibt etwa eine halbe Million Soldaten, etwa 2.500 Panzer, eine hochmoderne Luftwaffe, hauptsächlich F16-Jäger, eine schlagkräftige Marine, außerdem eine aufstrebende eigene Rüstungsindustrie mit Export-Ambitionen. Diese Gesamtkonstellation entscheidet über die Zukunft des Landes – nicht der Volkswille. Demokratie ist die große Illusion der jungen Ägypter, sie wird von der Realität zerstört werden. Warum müssen gleich 20 Protestierer totgeschossen werden? Weil Tantawi genauso menschenverachtend vorgeht wie es Mubarak, sein ehemaliger Chef, jahrzehntelang machte. Mit den 20 Erschossenen wurde ein Exempel statuiert, jeder weiß nun, wo es langgeht.

    Die USA sind mit Ägypten eng verbandelt, sie bilden gegenseitig lukrative Waffenmärkte, das Offizierschor der ägyptischen Armee wurde zum großen Teil in Amerika ausgebildet, es besteht ein umfassendes Geflecht freundschaftlicher Beziehungen – die zwei Milliarden jährliche Militär- und Wirtschafthilfe rechnen sich für die USA. Für den Westen hat die Demokratie-Bewegung am Nil eigentlich nur Probleme geschaffen, aber das wird besonders in Europa mit moralisierendem Geschwafel zugedeckt. Aus westlicher Sicht ist von entscheidender Bedeutung, dass sich ein möglicherweise demokratisches Ägypten irgendwann gegen Isreal wenden könnte, deshalb haben weder die USA noch Europa wirklich Interesse an einer echten Demokratisierung dieses Land. Ägypten muss der große Stabilitätsfaktor im Nahen Osten bleiben – und die jungen Ägypter müssen dann sehen, wo sie bleiben.
  5. #14

    Ägypten

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Kairo kommt nicht zur Ruhe: Am dritten Tag in Folge lieferten sich Demonstranten und Sicherheitskräfte rund um den Tahrir-Platz heftige Auseinandersetzungen. Bei den Unruhen kamen nach Behördenangaben 20 Menschen ums Leben, fast 1800 wurden verletzt.

    http://www.spiegel.de/politik/auslan...798933,00.html
    Mubarak ist weg von der Bühne, aber das Regime blieb erhalten, was ist das schon für ein revolutionärer Frühling gewesen.
  6. #15

    Optische Täuschung ?!

    Zitat von abach Beitrag anzeigen
    Aber nur bei den SPON-Foristen. Die Mehrheit hier hat ohnehin nichts übrig für eine wirkliche Änderung in den arabischen Staaten. (Alles nur das Werk von Quaida, Islamisten und Schwerverbrechern) Sie hat nur Angst darum, dass ihr eindimensionales Weltbild von der Realität bedroht wird.
    In mehrfacher Hinsicht! Das Meinungsspektrum ist vielfältig zu nennen, wobei die einseitige tendenziöse Berichterstattung und eine Bevorzugung/Zurücksetzung (Zensur)von Foristen sicher kein korrektes Bild vermitteln.
    Richtig ist, daß die Mehrheit der Foristen schon den arabischen Frühling begrüßen, aber jeder nur das, was er dafür hält.
    Die einen begrüßen die "Demokratiebewegungen", meinen jedoch, daß diese nur unter Diktat des Westen und notfalls unter Verlust der eigenen Souveränität zu erfolgen hat. Das eigene Denken hat jeder Araber zu übernehmen, sonst ist er ein Feind. Die Fähigkeit zum selbständigen Denken und Handeln im eigenen Sinne wird ihnen prinzipiell abgesprochen.
    Andere begrüßen die Demokratiebewegungen, meinen jedoch, daß diese Angelegenheit jedes Volkes für sich ist und nicht eine neue Form des Neokolonialismus sein darf.
    Wieder andere meinen, daß diejenigen, die Regimes erst eine lange Lebenszeit zum eigenen Nutzen ermöglichten, nicht die Berater der neuen Kräfte sein dürfen, die wie im Fall Ägypten alles unternehmen das Rad der Geschichte zurückzudrehen, weil ein freies nicht korruptes Regime eine Gefahr für Israel bedeuten könnte.
    Ich habe sicher nicht alle Gruppen erfaßt, aber sehr viele fiebern mit dem arabischen Frühling, zugegeben manche weil er Waffengeschäfte größten Umfangs, uneingeschränkten Zugang zu Ölquellen etc. verspricht.
    Aber die erkennen Sie am Vorrecht ihrer Beiträge!
  7. #16

    ...

    Zitat von abach Beitrag anzeigen
    Aber nur bei den SPON-Foristen. Die Mehrheit hier hat ohnehin nichts übrig für eine wirkliche Änderung in den arabischen Staaten. (Alles nur das Werk von Quaida, Islamisten und Schwerverbrechern) Sie hat nur Angst darum, dass ihr eindimensionales Weltbild von der Realität bedroht wird.
    Wie gerne hätte ich mich ins Unrecht setzen lassen! Wie gerne würde ich sehen, das sich die Umma einer Periode der "Aufklärung" unterzieht, andere Religionen als gleichberechtigt neben sich stehen läßt, Eroberungsphantasien ein für alle mal abschwört, eine echte Gleichbererechtigung von Mann und Frau zulässt etc. etc.
    Leider geben die aktuellen Ereignisse und Entwicklung den Skeptikern und Zynikern recht. Was das mit einem eindimensionalen Weltbild zu tun haben soll, erschließt sich mir nicht.
  8. #17

    .

    Zitat von Ylex Beitrag anzeigen
    Ägypten wird vom Militär, von der Polizei und von Geheimdiensten geprägt, ein Überwachungsstaat in Reinkultur. Das arme Land verfügt über maßlos und sinnlos überdimensionierte Streitkräfte, es gibt etwa eine halbe Million Soldaten, etwa 2.500 Panzer, eine hochmoderne Luftwaffe, hauptsächlich F16-Jäger, eine schlagkräftige Marine, außerdem eine aufstrebende eigene Rüstungsindustrie ....
    vielleicht gar nichtmal das schlechtste wenn das Militär die Führung behält.
    politisch sind die jugendlichen Wegbereiter des arabischen Frühlings an den Rand gedrängt, längst abgehängt von den islamistischen Moslem Brüdern die jedem alles versprechen. Den jungen (in der westlichen Wahrnehmung, demokratischen) Demonstranten der Generation Facebook traut die Masse der Ägypter nicht zu das Land führen zu können.
  9. #18

    Der sich selbst eingesetzte Militärrat

    will anstelle von Mubarak die Macht übernehmen bzw. behalten.
    Der Protest wird daher weitergehen bis dieser Militärrat entmachtet ist. Erst danach kann man dann von einem arabischen Frühling sprechen. Noch hatten die ägypter keine Chance die Revolte weiter zu entwickeln.
    In welche Richtung werden wir dann sehen. Ich persönlich hoffe das es die ägypter schaffen werden ihre Ünterdrücker los zu werden.
  10. #19

    x

    Zitat von degraa Beitrag anzeigen
    ... Wie gerne würde ich sehen, das sich die Umma einer Periode der "Aufklärung" unterzieht, andere Religionen als gleichberechtigt neben sich stehen läßt, Eroberungsphantasien ein für alle mal abschwört, eine echte Gleichbererechtigung von Mann und Frau zulässt etc. etc...
    Wäre schön. Und das alles und mehr gehört für den Westen selbstverständllich zu Demokratie und Freiheit.
    Ich befürchte aber, dass der größere Teil der ägyptischen Bevölkerung das anders sieht. Insbesondere wenn es um den weiblichen Teil der Bevölkerung geht.








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