SPIEGEL ONLINEEin Hospiz sorgt im Hamburger Süden für Ärger. Nachbarn fürchten mehr Verkehr, den Anblick von Leichenwagen, einen Wertverlust ihrer Immobilien. Zwei Anwohner haben einen Anwalt eingeschaltet. Wie nah darf der Tod den Menschen kommen?
http://www.spiegel.de/panorama/gesel...817341,00.html
Ich werds Ihnen auseinandersortieren.
Sie kennen die Szenerie von innen, andere nur von aussen. Ihre Einblicke in die Materie sind damit natürlich ganz andere und so haben Sie auch die Möglichkeit sich unbefangen zum Thema zu äussern.
Anwohner, die vom Innenleben nichts wissen und sich in diesem Fall wenigstens verunsichert sehen, die werden sich nicht in Ihrer Sachlichkeit damit auseinandersetzen können.
Die Wahrnehmung in einer solchen Situation verändert sich. Spricht der zustimmende Anwohner von sterbenden Menschen, die ihre restliche Zeit möglichst schonend verbringen dürfen, so wird der Zweifler sich eher durch den permanent anwesenden Tod fürchten und der Befürchtung auch verbal Ausdruck verleihen.
Ein beliebtes Beispiel ist hier die Wiedereingliederung von Gewaltverbrechern. Die eine Seite versucht vernünftig darüber zu diskutieren, die andere Seite möchte einen passenden Baum und einen Strick zur Verfügung haben.
Noch einmal, ich würde mich persönlich gegenüber jeglicher Einrichtung in der Altenpflege oder Hospizen so nicht ausdrücken. Ich habe nur die gedachte Bedrohung versucht in Worte zu fassen.
Ich weiss wirklich nicht was Sie mir unterstellen.
Ich habe 10 Jahre lang in der Nähe eines recht großen Heimes meine Zeit verbracht. Dort war von betreutem Wohnen bis zu den schweren Pfelgefällen alles untergebracht.
Sichtbar sind hier natürlich nur die mobilen Senioren und genau die geben einer solchen Einrichtung den Eindruck von Leben. Wieviele bewegungsunfähig in ihren Zimmern liegen und wieviele tatsächlich sterben, das entzieht sich der Öffentlichkeit.
Genau das ist aber der Punkt den man schätzt. Wer keine Angehörigen in solchen Heimen hat, der wird sich dort nicht aufhalten wollen und weiss damit auch nichts zum Thema. Hauptsache nicht involviert. Eine solche Erfahrung ist schmerzlich und man möchte nicht vor der Zeit dran erinnert werden. Am besten sowieso gar nicht.
Ich bin kein Hospizgegner. Sie dagegen geben sich als Aktivist.
Ich persönlich bin dringend für vermehrte Hospize und ausserdem für menschlich würdiges Sterben. Eigenverantwortung, Patientenverfügungen und Anerkennung des eigenen Willens. Sprich auch Unterlassung einer Weiterbehandlung, so der Patient das will.
Einen schönen Abend noch.
Besagte Leute möchten sich nicht einfach nur äußern. Sie möchten das Hospiz verhindern und die Sterbenden, die Hilfe brauchen weg, woanders haben. St. Florian lässt grüßen. Was würden Sie von jemandem halten, der ein KKH verhindern will, weil da auch wöchentlich Leichenwagen vorfahren können?
Was sagen Sie denn, wenn bestimmte Leute sich bezogen auf Ausländer mit ausländischen Sitten sich nicht unbefangen äußern können?
Ein faktisches oder vorgebliches Befangen sein wirkt nicht adelnd und kann von der anderen Seite kein überbordendes „Verständnis“ samt entsprechender „Harmoniesauce“ einfordern. Die pflegen nämlich ihre Befangenheit auf Kosten von Menschen, welche in Not sind und karikieren damit geradezu die Solidarität und das Verständnis, welches sie bei anderen für ihre Position erwarten, verlangen oder juristisch durchsetzen möchten.
Zunächst einmal gibt es einen Unterschied zwischen nicht wollen und nicht können. Auch wird das nicht können gerne vorgeschoben, besonders, wenn vermutet werden darf, dass das nicht können auf besonders „verständnisvollen“ Boden fällt.
Und logisch betrachtet muss man, wenn man von draußen aus vom Innenleben nichts weiß, sich auch nicht bedroht fühlen. Hospizpatienten sind keine „Ausbrecherkönige“, die andere als Geisel nehmen könnten usw.
Weshalb die Zweifler nicht die Welt regieren dürfen. Auch Zweifel muss nicht adeln. Und es geht nicht um das reine Verbalisieren oder Zweifeln. Es geht um die Verhinderung des Hospizes. Würden Sie sich der besonderen „Befürchtungs(un)kultur“ Ihres Nachbarn beugen wollen? Ich glaube nicht.
Ich nehme Ihnen ohne weiteres ab, dass Sie lediglich um Verständnis werben möchten. Aber merken Sie nicht, wie sehr Sie selbst für sich und Ihre an sich nachvollziehbare Position mit unglücklich gewählten Worten agieren?
Ich finde das auf eine gewisse Art interessant. Nur die Hospizgegner agieren nicht nur unglücklich, die klagen oder wollen klagen. Warum äußern Sie sich so verständnisvoll für diese Seite, welche u.U. sogar gerichtlich bescheinigt bekommen wird, dass sie außerhalb der Gesetze handelt?
Auch glaube ich, dass Sie „gedachte“ Bedrohung schreiben, aber phantasierte Bedrohung meinen. Da gibt es einen Unterschied. Die tatsächlich denkbaren Todesbedrohungen, z.B. durch Unfallgeschehen, sind immer da, unabhängig von Hospiz hier oder da. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.
ich weiss zwar nicht was sie mit fred meinen vermute aber tred. Ich bin Krankenschwester arbeite seit langer Zeit in Altersheimen und nehme meine Kinder oft auch in der Freizeit mit um mit Bewohnern spazieren zu gehen oder feste zu feiern un so weiter. Ich habe 4 Kinder davon sind die ältesten 24 und 22 Jahre alt. Für meine Kinder ist es kein Problem das die Menschen die sie kennengelernt haben dann auch mal sterben. Sie sind dann etwas traurig aber wissen das es gut so ist. keines von ihnen hatte deshalb Albträume oder ist auf die schiefe Bahn geraten. Keines meiner Kinder hat eine Abneigung gegen ältere, leidende Menschen entwickelt. Im Gegenteil sie jobben entgeltlich oder ehrenamtlich neben Studium und Schule in Altersheimen.
O.k., nett von Ihnen. Dann sortiere ich Ihnen etwas anderes auseinander.
Mir war das schon klar, dass Sie das so sehen.
Das bezieht m.E. auf aber eine Art von „Korrektheit“ und „Verständnis“, welches unseren bewährten Werten und sozial benachteiligten Schwachen, im konkreten Fall Sterbenden, nicht gut tut. Bekannt ist das Muster sprichwörtlich unter „Man kann besten Gewissen und den besten Vorsätzen ungewollt Ungutes tun.“
Es geht in der Forumsfrage nicht darum, dass man kein Verständnis für Menschen haben möchte, welche den Tod fürchten und Angst davor haben. Entschuldigen Sie das harte Wort, aber ein Idiot, wer dieses Verständnis verweigert.
Es geht darum, dass Leben und auch Tod als Tatsache und als zu bewältigende Aufgabe vor uns allen stehen und dass man Sterbende Raum und Platz gibt, würdevoll zu sterben und dann nicht so asozial ist und ihnen dies verweigert, weil das auf der anderen Straßenseite vor sich geht, übrigens in Räumen, in die man kein Einblick bekommt, weil das Sterben eben persönlich und privat im Stillen und nicht in der Öffentlichkeit geschieht. Es gibt Ängste, welche man aushalten muss, weil sie zum Leben gehören. Ich kann nachvollzeihen, dass Sie die Ängste andere verstehen möchten, fall es den beiden Klägern um Ängste gehen sollte. Aber auf wessen Kosten geht ihr Verständnis!?
Sehr interessant, dass Sie andererseits mit einem Beispiel, welches es von Ihnen wohl ungewollt in sich hat. Es zeigt drastisch (nicht nur Ihren) inneren Widerspruch, in den man fast zwangsläufig gerät, will man sehr korrekt und gut sein.
Warum so dramatisch und damit verzerrend. Erstens ist im Gegensatz zum Hospiz, von dem keinerlei Gefahr ausgeht, die genannte Gefahr nicht erfunden sondern existent. Nur als Beispiel: Als man in bundesweit führenden Eickelborn die „kopernikanische Wende“ anging, nach Mordfällen von auf Freigang befindlichen Wiederholungstätern Ortsansässige und Angehörige von Mordopfern an entsprechenden Entscheiden zu beteiligen oder sie anzuhören, fühlten sich und wurden die Angehörige und Bürger ernst genommen und die Idee der Rehabilitation fand ihren angemessenen Platz.
Es ist m.E. sehr widersprüchlich, wie Sie mit Ängste hier (Hospiz) und dann m.E. verzerrend dort umgehen, mit dem dann dort wirklich berechtigten Anliegen von Betroffenen des Schutzes vor neuen Wiederholung schwerster Straftaten. Es geht denen eben nicht pauschal um Lynchjustiz. Das hat man in Eickelborn begriffen.
Wissen Sie, es ist ganz einfach so, dass wie auch immer Betroffene regelmäßig nicht rational agieren. Es geht um Ängste. Um die muss man erst einmal drumrum.
Seinerzeit hat sich die Nachbarschaft irgendwo in Hamburg vehement gegen eine Kita gewehrt. Welche Bedrohung geht ernsthaft gesehen von Kindern aus?
Natürlich wird immer und überall im Land gestorben. Tausendfach. Damit hat man regelmäßig keine Probleme. So lange das nicht gebündelt vor der eigenen Haustür stattfindet.
Die Leute wollen keine Reha-Einrichtung für ehemalige Strafgefangene, keine für psychisch Kranken. Sie wollen genaugenommen niemanden, der sie irgendwie in ihrem Tun belästigt.
Die Schwierigkeit hier im Spon ist die, dass durch die Moderation Beiträge verzögert erscheinen und man sich eben nicht flott über den Knackpunkt xy in der Art der Schreiberei austauschen kann. Dadurch entstehen kleinere bis größere Ungereimtheiten.
Für eventuelle Verstimmungen möchte ich mich damit entschuldigen.