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Widerstand gegen Hospiz: Im Angesicht des Todes

SPIEGEL ONLINEEin Hospiz sorgt im Hamburger Süden für Ärger. Nachbarn fürchten mehr Verkehr, den Anblick von Leichenwagen, einen Wertverlust ihrer Immobilien. Zwei Anwohner haben einen Anwalt eingeschaltet. Wie nah darf der Tod den Menschen kommen?

http://www.spiegel.de/panorama/gesel...817341,00.html
  1. #90

    Zitat von Achmuth_I Beitrag anzeigen
    ... Deshalb würde ich Ihnen hier davon abraten ein Urteil über die Anwohner zu treffen!
    ... es gibt nicht den geringsten Grund, das Urteil über die beiden Anwohner zu revidieren!

    Denn erst waren es Kindergärten, die die Ruhe von irgendwelchen Rentnern beeinträchtigten und jetzt sind es Hospitze, die scheinbar den schönen Schein einer Wohlfühl-Gesellschaft konterkarieren.

    Wollen wir dem wirklich nachgeben, oder sagen wir auch einmal "STOP" - denn das Leben in einer Gemeinschaft bedeutet letztendlich auch, sich den kleinen Widrigkeiten seiner Welt zu stellen und diese nicht nur einfach rücksichtslos auszublenden ...
  2. #91

    Ich persönlich wohne nicht neben einem Hospiz, aber "immerhin" gibt es an beiden Enden meiner Straße ein Krankenhaus und in meiner Umgebung zwei Beerdigungsinstitute, ich sehe auch ab und an einen Leichenwagen - und finde daran nichts weiter verstörend.

    Ich stelle mich ja auch nicht auf die Straße und rege mich darüber auf, dass ein Krankenwagen mit Blaulicht und Sirene hier langjault - sollen die Leute, die eventuell mit dem Tod ringen doch bitte leise und ruhig und gesittet transportiert werden....

    Ich denke, jeder Mensch - auch die klagenden - würden sich beschweren, wenn er einen Krankenwagen benötigt, der aber - aus Rücksicht auf die Wohngegend, den Immobilienwertverlust etc - in normalem Tempo und ohne Tamtam wie Blaulicht und Sirene gemütlich in Richtung Klinik spaziert.

    Ach, ich finde übrigens Kirchengeläut nervig, ich muss also bitte dringend daran erinnert werden, zu klagen, sollte hier eine weitere Kirche gebaut werden.
  3. #92

    Parken ???

    Zitat von McMacaber Beitrag anzeigen
    naja, hospiz bedeutet, bös gesprochen, "parkhaus für sterbende menschen". hier gehts weniger um ratio denn symbolismus - "tod" möchte man von seiner familie einfach weit weg wissen.

    Hmmm, wieder so einer der typischen Halbwahrheiten im Forum hingeschnoddert. Ich halte Ihnen jetzt einfach mal zu Gute, dass Sie so einen Fall in Ihrer eigenen Familie noch nicht hatten - vor allem Sie persönlich ?

    Bei uns war es so, dass wir unseren Vater nach der letzten Chemo aus dem Krankenhaus die letzten 3 Wochen nach Hause holten, um ihm ein Sterben in gewohnter Umgebung zu ermöglichen. Meine Mutter hat ihn mit Hilfe des Hospizvereins und des Sozialdienstes so gut als möglich zu Hause gepflegt, aber in den letzten beiden Tagen ging es einfach nicht mehr - es war zu aufwändig und auch einfach medizinisch zu riskant (Leber- und Bauchspeicheldrüsenkrebs im endstadium). Wir haben uns dann dafür entschieden, meinen Vater ins Hospiz zu bringen, damit er dort (wo übrigens immer mindestens ein Familienmitglied anwesend war) unter fürsorglicher fachlicher Begleitung nach anderthalb Tagen gestorben ist.

    Von 'Parken' kann hier also nicht die Rede sein, und ich bin mir sicher, dass mir ein Großteil der Betroffenen zustimmen wird. Nur wer selbst einmal die nächste Verwandschaft 'zu(m) Tode gepflegt hat' weiss, dass das sehr oft bis an die Grenze der physischen und psychischen Belastbarkeit geht - und man dann froh ist zu wissen, dass es auch etwas anderes als anonyme Sterbezimmer in Kliniken gibt.

    Soviel zum Thema 'Parken' guter Mann ....
  4. #93

    Ich gebe keinen Titel mehr an

    Zitat von Achmuth_I Beitrag anzeigen
    ...bitte ab sofort darum eine Statistik zu führen!

    Mir persönlcih begegnen keine zwei Leichenwagen im Jahr.

    Sterben die Leute in Ihrer Umgebung auffällig öfter?
    Und was wenn um die Ecke ein alteingessenes Bestattungsinstitut residiert, oder der Forist in direkter Nachbarschaft zum Friedhof mit Aussegnungshalle wohnt?

    Wie war das noch mal mit dem voreiligen Urteilen?

    Statistik verlangen weil der eigene Horizont mit Brettern vernagelt ist, ich glaube es hakt...
  5. #94

    Manchmal

    möchte man in diesem Land noch nicht einmal sterben.
    Allerdings habe ich die Hoffnung und auch Überzeugung, daß ein Großteil der Nachbarn nur Verachtung für eine solche Haltung haben. immerhin!

    Das schreibt ein Todkranker...
  6. #95

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ein Hospiz sorgt im Hamburger Süden für Ärger. Nachbarn fürchten mehr Verkehr, den Anblick von Leichenwagen, einen Wertverlust ihrer Immobilien. Zwei Anwohner haben einen Anwalt eingeschaltet. Wie nah darf der Tod den Menschen kommen?

    Widerstand gegen Hospiz: Im Angesicht des Todes - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Panorama
    Tja, im doch immer wieder als putzig und rückständig (insbesondere aus gewissen Redaktionsstuben in HH) verschrienen Baden-Württemberg geht so was problemlos und völlig ohne mediales Getöse. Und das seit über einem Jahrzehnt in einer Kleinstadt.
    Hospizdienst Weinsberger Tal
  7. #96

    ?

    Ich persönlich wohne nicht neben einem Hospiz, aber "immerhin" gibt es an beiden Enden meiner Straße ein Krankenhaus und in meiner Umgebung zwei Beerdigungsinstitute, ich sehe auch ab und an einen Leichenwagen - und finde daran nichts weiter verstörend.

    Ich stelle mich ja auch nicht auf die Straße und rege mich darüber auf, dass ein Krankenwagen mit Blaulicht und Sirene hier langjault - sollen die Leute, die eventuell mit dem Tod ringen doch bitte leise und ruhig und gesittet transportiert werden....

    Ich denke, jeder Mensch - auch die klagenden - würden sich beschweren, wenn er einen Krankenwagen benötigt, der aber - aus Rücksicht auf die Wohngegend, den Immobilienwertverlust etc - in normalem Tempo und ohne Tamtam wie Blaulicht und Sirene gemütlich in Richtung Klinik spaziert.

    Ach, ich finde übrigens Kirchengeläut nervig, ich muss also bitte dringend daran erinnert werden, zu klagen, sollte hier eine weitere Kirche gebaut werden.
  8. #97

    hübsche Todeszonen

    Wie wäre es mit der Einrichtung von hübschen Todeszonen, wo Menschen in Ruhe und Frieden sterben können? Selbstverständlich ist der Zutritt freiwillig aber der Vorteil ist offensichtlich: man kann einen Bezirk in der ruhigen Natur (z.B. irgendwo am Stadtrand) 100% rollstuhlgerecht, mit Wohnstätten für Pflegekräfte und Hotels für Besucher und Angehörige einrichten. Das sollte problemlos finanzierbar sein, denn viele Alte haben Geld und auch die Angehörigen freuen sich, wenn man ihnen die Arbeit abnimmt und die Alten ein nettes Plätzchen für ihr Ende haben. Selbstverständlich soll das menschenwürdig, hochwertig und nicht korrupt-profitgierig gestaltet werden, also entweder staatlich oder wenigstens vom Staat streng kontrolliert. (imho)
  9. #98

    Ab in die Pampa

    Zitat von Achmuth_I Beitrag anzeigen
    ...und die Überschrift für mehr als unausgewogen.

    Wie auch im Text formuliert gibt es durchaus Gründe die gegen das Hospiz in direkter Umgebung sprechen.

    Wer möchte privat wirklich regelmäßig mit dem Tod konfrontiert werden? Zum Frühstück mal dem Leichenwagen nachwinken? Angehörige haben die dem Tode nahe sind und nebenher erleben wie andere Leichen regelmäßig abgeholt werden?

    Das hat nicht viel mit Geld zu tun.

    Andererseits wo sind die Befürworter die sagen "Ich will das, also helfe ich den betroffenen Anwohnern indem ich Ihnen ein Angebot zum derzeitigen Wert der WOhnung mache!" oder zumindest ein paar Euro zusätzlich spende. Der Wertverlust ist ja real.

    Andererseits - die Hospizidee ist sehr reizend und anziehend. Persönlich könnte ich mir meine letzten Tage so vorstellen. Dazu muss aber das Hospiz irgendwohin.
    Genau sie sind aber drauf, also ab in die Pampa mit den Hospizen, den Altersheimen mit den Dementen usw. auch die Krankenhäuser mit ihren Schwerverletzten, ja keine Konfrontation mit dem Tod, sauber.
  10. #99

    Was denn noch nicht?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ein Hospiz sorgt im Hamburger Süden für Ärger. Nachbarn fürchten mehr Verkehr, den Anblick von Leichenwagen, einen Wertverlust ihrer Immobilien. Zwei Anwohner haben einen Anwalt eingeschaltet. Wie nah darf der Tod den Menschen kommen?

    Widerstand gegen Hospiz: Im Angesicht des Todes - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Panorama
    In meiner Nähe kein

    - Kindergarten
    - Schule
    - Hospiz
    - Altersheim
    - Asylantenheim
    - etc,

    aber gerne

    - Bank (automat)
    - Billigdiscount
    - Hundeschule
    - und was noch?

    Bei allem Respekt - das gibt es so ausgeprägt wohl nur in D.








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