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Widersprüchlichkeiten bei Produktion: RTL setzt "Unterm Hammer" ab

Wo waren die Käufer? Und wer hat wirklich renoviert? Bei der RTL-Dokusoap "Unterm Hammer", bei der Tine Wittler Immobilien aufwerten und versteigern lässt, haben sich die Unregelmäßigkeiten gehäuft - jetzt zieht der Sender die Notbremse: Die Reihe wird nach nur einer Folge gestoppt.

http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,696298,00.html
  1. #10

    Der schöne Schein

    Da hilft nur eines: Abschalten.
    Neunzig Prozent der heutigen Medieninhalte sind getürkt, um den Rezepienten zu täuschen und in eine bestimmte, prädefinierte Konsumentenhaltung zu zwingen. Es gibt drei Parteien bei dem Spiel: das Medium, die Industrie (oder interessierte Gruppen) und, ganz wichtig, das Konsumvieh, das nicht nur Waren und Produkte akzeptiert und sogar zum Kulturgut erhebt, sondern auch Meinungen widerspruchslos antizipiert. Der Zuschauer als Konsumvieh muss zu seiner Rolle erzogen und dazu gebracht werden, diesen ganzen unsäglichen und Brechreiz verursachenden Mist als 'Unterhaltung' zu akzeptieren, was schon aufgrund der schieren Menge an Inhalten nur noch mit erfundenen Stoffen zu bewerkstelligen ist. So bleibt er brav vor der Glotze hocken und lässt den nicht minder ekligen Werbemüll klaglos gleich mit über sich ergehen. Einen großen Unterschied zum 'redaktionellen' Programm gibt es eh nicht mehr - Mission erfüllt.

    Die öffentlich-rechtlichen Sender müssen es aufgrund der (allerdings immer mehr aufgeweichten) Gesetzeslage subtiler angehen: dort werden die Inhalte nicht als Werbung oder als Botschaft deklariert, sondern mit viel optischem und akustischem Gedöns verziert zu einer medialen Märchenwelt verdichtet, die sich gleichwohl den Anschein von Wirklichkeit gibt, weil das archaische Bild vom Fernsehen als 'Fenster zur realen Welt' partout fortbestehen muss, heute aber davon weiter entfernt ist denn je.

    Lange vorbei sind die Zeiten, als sich das Fernsehen noch zur Wahrhaftigkeit (selbst-) verpflichtet sah, als knöchern und spießig daherkommende Moderatoren in kargen Studios und ganz ohne bunten Firlefanz die Welt erklärten, wie sie wirklich war. Heute werden die Lüge und der schöne Schein zur Kultur erhoben, die Unwahrhaftigkeit von allen klaglos geschluckt, und kaum jemanden stört es. Warum? Weil wir 'verarscht werden wollen', weil das Abgleiten ins Irreale eine Wohltat ist, die wir brauchen, um die wirkliche und wahrhaftige Realität halbwegs ertragen zu können.
  2. #11

    Früher wars besser - aber auch nicht perfekt

    Zitat von Zelamir Beitrag anzeigen
    Lange vorbei sind die Zeiten, als sich das Fernsehen noch zur Wahrhaftigkeit (selbst-) verpflichtet sah, als knöchern und spießig daherkommende Moderatoren in kargen Studios und ganz ohne bunten Firlefanz die Welt erklärten, wie sie wirklich war.
    Grundsätzlich stimme ich Ihren Aussagen zu, bis auf diese eine, von mir zitierte. Diese ist zwar meiner Meinung nach auch nicht falsch, sollte aber wie folgt ergänzt werden;
    "... wie sie wirklich war - aus Sicht der westlichen Welt" Gewisse, mitunter auch heute noch recht schwierige Themen wurden zu jener Zeit völlig ausgeblendet oder recht einseitig dargestellt.
    War diese Berichterstattung jedoch noch eine Herausforderung für den menschlichen Geist, ist die heutige - wenn man sie bei den Privatsendern denn Berichterstattung nennen mag - eine Beleidigung für den Selbigen.


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