"Alleinherrscher und Autogrammjäger: Thomas Gottschalk feiert sein 20-jähriges Jubiläum bei "Wetten, dass ...?". Seine Beinkleider waren gewohnt bunt, die Show hingegen farblos. Die Bilanz: Der König ist müde, aber ein Thronfolger nicht in Sicht."
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...ist die Meinung des SPON-Kommentators die ich überhaupt nicht teile.
Gut, OK, es gab schon besseren Ausgaben als Gestern, aber man kann nicht immer erwarten daß jede Sendung Top ist. Und die von gestern war zwar nicht ganz Top aber trotzdem war sie nicht farblos. Gottschalk sah ich keineswegs müde.
Ja, da quatschen immer die Kommentatoren und Kolumnisten in der seriösen Zeitungen nach jeder Wetten-Daß-Sendung und jedes mal bemageln sie etwas.
Typisch deutsch, immer den großen Anspruch, den intellektuellen Touch und die große Pointe zu suchen und zu verlangen.
Die Sendung hat aber immer ca. 12 Mio Zuschauer und ist, seit 20 Jahren, die mit Abstand erfolgreichste im deutschen Fernsehen.
Die privaten RTL und SAT1 haben früher mal gewagt mit eigenen Formaten gegen "Wetten Daß" gegenzusenden, bzw. die Sendung quotenmässig anzugreifen. Das hat nicht gelungen und schnell hat man's aufgegeben und heute gehen alle "Wetten Daß" aus dem Weg. Die zweit erfolgreichste Sendung im deutschen Fernsehen, "Wer wird Millionär" macht jedes mal eine Pause wenn "Wetten Daß" an der Reihe ist. Günther Jauch ist schlau genug, mit seinem Quiz nicht gleichzeitig auf die Sendung zu gehen, nicht weil er Gottschalk's Freund ist.
Was die großen Ami-Stars angeht, natürlich kann man von ihnen nicht verlangen, die 2,5 oder 3 Stunden da rumzusitzen, sie sind sowas nicht gewöhnt, in den USA dauert ein Auftrit bei einer Show vielleicht höchstens 15 Minuten. Soweit ich mich erinnern kann war der Hollywood-Star Kevin Kline der einzige der die ganze Sendung mal auf dem Sofa durchgehalten hat.
Es ist aber die Kunst diese Stars zu überreden etwas Bescheuertes zu tun, wie Jamie Foxx gestern abend zum Jodeln, denn daß sind immer die Highlights der Sendung. Natürlich ist man dankbar wenn es solche da sind, die alles mitmachen, wie die Stimmungskannone Will Smith früher, der sich für keinen Spaß zu schade war.
Machen wir uns nichts vor: Thomas Gottschalk ist der einzige der die Sendung moderieren kann, bzw. der die Sendung ERFOLGREICH moderieren kann.
Die Sendung ist zu dem geworden was sie ist, nur dank Gottschalk. Das hat ihr Erfinder Frank Elstner auch zugegeben. Und das muß man annerkennen.
Die Sendung lebt eben von Gottschalk, ob man das wahrhaben will oder nicht.
Wie kein anderer schafft Gottschalk diese riesige Mega-Show,(Live) souveren und locker zu führen. Kleinere Pannen überwindet er lässig und geriet nie ins Schwitzen oder Panik.
Er hat die Spontanität und Sicherheit wie kein anderer Moderator. Jeder anderer hätte sich vor den großen Ami-Stars in die Hose gemacht.
Außerdem kennt er gut die Mentalität der Stars, manche kennt er auch privat und Gottschalk kriegt als einziger im deutschen Fernsehen die ganz große Nummer aus dem internationalen Show-Bussines. Man wirft ihm öfter die Oberflächlikeit im Umgang mit den Gästen vor, aber das ist wieder mal typisch deutsch. Erstens hat man nicht die Zeit, die Gäste jeweils halbe Stunde zu befragen und zweitens, die meisten internationalen Stars hassen es wenn ein Moderator ein Klugscheißer ist der über den Gast und seiner künstlerischen Arbeit mehr weiß, als der Gast selbst. Ein Roger Willemsen wird Gottschalk nie und das ist gut so.



