Kämpfe in Bengasi, Diplomatie in Paris: Die internationale Gemeinschaft trifft letzte Vorbereitungen für einen Militäreinsatz gegen Diktator Gaddafi. Offenbar sind bereits britische Spezialkräfte in Libyen eingesickert, um Ziele für Luftschläge zu markieren.
http://www.spiegel.de/politik/auslan...751975,00.html
Ich habe schon an anderer Stelle vermerkt, was ich davon halte, sich in Stammesfehden zwischen Arabern und Berbern einzumischen. Nichts anderes findet in Libyen statt. Es geht überhaupt nicht darum, DEN Despoten zu entmachten, es soll nur der FALSCHE entfernt werden. Das ist meiner Meinung nach eine rein tribalistische Auseinandersetzung, an die sich die Industrieländer - aus welchen Gründen auch immer - anhängen. Von wegen Volk gegen Unterdrücker; dazu hat der Mann in manchen Gegenden des Landes viel zu viele Anhänger. Das ist mit Ägypten und Tunesien überhaupt nicht vergleichbar. Also besser Finger weg, sonst haben wir den nächsten Irak an den Hacken.
... den Irak überfiel, hat man ihn dafür gescholten. Was jetzt passiert, ist noch schlimmer. Mit Hilfe eines UN-Mandates versucht man sich einen mittlerweile -wieso eigentlich auf einmal - mißliebigen Despoten vom Hals zu schaffen, indem man in einen innerstaatlichen Stammeskonflikt Libyens eingreift. Cui bono?
Hmmm. Ein Teil der Libyschen Bevoelkerung ist also auf der "moralisch richtigen Seite" (vermutlich nach Definition der (oelhungrigen) Staatengemeinschaft. Das legitimiert also das Toeten von Armeeangehoerigen anderer Laender?
Was ist denn bitte an Rebellen besser als an einem alternden Despoten? Wenn in 2 Jahren die Schariah eingefuehrt wird und die ersten Frauen gesteinigt will ich gerne nochmal ueber Moral reden...
Ich gebe zu, falls in Libyen - nach dem Sturz des mörderischen Despoten - Frauen gesteinigt werden, haben Sie Ihren Triumpf (schon immer Recht gehabt zu haben). Es gibt aber einige Hoffung, dass das nicht die Motivation der Menschen ist, die es satt haben, von einem brutalen, selbstherrlichen Irren drangsaliert, bevormundet, unterdrückt und gequält zu werden.
Wie soll man denn andernfalls gegen Panzer und moderne Kampfflugzeuge, die Gaddafi zum Töten (auch) von wehrlosen Zivilisten einsetzt, vorgehen? Um der "Fairness" zuliebe das Eigenrisiko zu erhöhen, etwa mit historischen Panzern und Doppeldeckern aus dem Museum? Oder entsprechen gänzlich ungeschützte Soldaten, wie zu Zeiten Napoleon Bonapartes mehr Ihrem Geschmack?
Tja, das alte Problem:
Ist der ungeliebte Führer des angegriffenes Volkes ein Diktator (und wenn nicht, warum greift man ihn an?) - dann ist es verbrecherisch, die von ihm ausgesandten Soldaten hinzuschlachten, da die ja nur zum Handeln durch das diktatorische System gezwungen wurden.
Oder es ist ein gewählter Herrscher - dann darf man nach der eigenen Maxime nicht eingreifen.
Tja, schwierig (würde Marvin sagen).
ICH stelle die Piloten des "Westens" moralisch auf die gleiche Stufe wie die Panzerfahrer - feige Mörder.