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West Wing: Goodbye George!

Abenddämmerung im Weißen Haus: Erst verließen ihn die Wähler, nun laufen dem Präsidenten die Freunde davon. Gott sei Dank, sagt der konservative Vordenker Newt Gingrich. Nur der Bruch mit Bush könne den Republikanern die Macht sichern.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...507484,00.html
  1. #10

    Anti-Amerikaner

    Zitat von beckmueller Beitrag anzeigen
    Entgegen aller Thesen der leider vielen echten Anti-Amerikaner hier im SPIEGEL-Forum funktioniert das politische System der USA auch diesmal:

    Die Menschen dort haben mehrheitlich erkannt, welchen immensen Schaden die beiden Bush-Administrationen seit 2000 angerichtet haben und ....
    Leider ist es, besonders unter linken "Friedensaktivisten", "in", sich anti-amerikanisch zu äußern und auf Bush zu schimpfen.

    Natürlich kann man über Bush geteilter Meinung sein. Sicherlich hat er Fehler gemacht. Doch ich denke, von den Nutzern dieses Forum, von denen sich einige als Hobby-Politologen aufschwingen, wird niemand in der Lage sein, zu beurteilen, was gute und was schlechte Politik ist. Wie kann man Bush als Verbrecher oder Kriminellen bezeichnen, aber gleichzeitig mit Che Guevara-T-Shirt herumlaufen?

    Ich hoffe, daß Amerika nach Bush einen Präsidenten bekommt, der genauso verbal gegen die Terror-Rhetorik einiger Staaten schießt, wie Bush es getan hat.
    Ich wünsche mir, daß die deutsch-amerikanische Freundschaft nie zerbricht. Denn wir brauchen Amerika als starken Partner.
    Ich bin froh, im Westen zu leben. Und ich bin dafür, unsere westlichen Werte notfalls mit Waffen zu verteidigen.
  2. #11

    Nur die halbe Wahrheit

    Zitat von scotty55 Beitrag anzeigen
    und deshalb hoffe ich sehr, das die Präsidentschaft Bushs so endet wie die Honeckers: "George, mach das Licht aus. Du bist der letzte".

    Nur auf diese harte Weise wird nämlich John Doe lernen, das es ungesund ist, einen Halbidioten und einen Halbkriminellen als Chefs ins Weisse Haus zu schicken.
    Richtig wäre:
    "George, mach das Licht aus. Du bist das Letzte"...
    ... dass es ungesund ist, einen Vollidioten und einen 200%Kriminellen als Chefs ins Weisse Haus zu schicken.
    P.S. Ich würde ihn - den "gläubigen Christen" - für den Rest seines Lebens als Botschafter nach Bagdad schicken, als Vorbereitung für die Hölle, die sowieso auf ihn wartet ;-$
  3. #12

    Erfolg

    Der Erfolg hat viele Väter. Der Mißerfolg nur einen. Das war schon immer so. Insoweit sind die Einlassungen im Artikel banal.
    Grundsätzlich kann man sagen, wenn die USA weiterhin eine ethisch-normative Politik verbinden mit dem Willen zum Weltpolizisten, dann kann in den USA auch ein Demokrat Präsident sein, ohne dass es wieder zu einer substantiellen Annäherung zwischen Berlin und Washington kommt.

    Der Denkansatz der USA, die Welt befände ich sich im Kriegszustand mit dem internationalen Terror und deshalb müsse mit übergesetzlichem Notstand regiert werden, muss über Bord geworfen werden. Der Begriff Achse des Bösen gehört in den Orkus der Geschichte.
  4. #13

    Hobby-Politologen

    Zitat von coologne Beitrag anzeigen
    Natürlich kann man über Bush geteilter Meinung sein. Sicherlich hat er Fehler gemacht. Doch ich denke, von den Nutzern dieses Forum, von denen sich einige als Hobby-Politologen aufschwingen, wird niemand in der Lage sein, zu beurteilen, was gute und was schlechte Politik ist.
    Ich selber kann nicht Klavier spielen, ich kann nicht einmal Noten lesen. Wenn sich aber jemand an ein Klavier setzt und die Tasten nicht trifft, kann ich sehr wohl mit aller Bestimmtheit sagen, dass eben diese Person ein schlechter Klavierspieler ist. Das ist nicht fair, aber leider Fakt. Viele Dinge muss man nicht selber beherrschen um erkennen zu können, ob ein anderer sie schlecht ausführt.

    Wenn ein US-President aus einem 90 Mrd. Überschuss das größte Defizit der Geschichte der USA macht, tausende junge Amerikaner für nichts und wieder nichts in den Tod jagt, dabei ein vorher schon genug geschundenes Land vollends ruiniert und dabei derartig seine Streitkräfte bindet, dass Iran und Nordkorea völlig ungehindert und angstfrei der UN im allgemeinen und dem Westen im besonderen auf der Nase herumtanzen können und als Sahnehäubchen eine von jeder wissenschaftliche Erkenntnis unberührte Klimapolitik betreibt, kann ich sehr wohl eine Beurteilung der "Leistung" dieses Präsidenten durchführen.

    Ich bin genauso gerne Bürger des "Westens" wie Sie, und genau deshalb habe ich mit GB ein Problem. Sein Dilettantismus schwächt eben den Stand des Westen, sowohl im (wirtschaftlichen) Wettkampf mit Asien, als auch im Umgang mit Problemfällen wie Iran / NK.
  5. #14

    Ja zur Unterstützung

    "daß für die Zeit nach Bush maximale Unterstützung der USA bei den Reparaturaufgaben ein Muß ist".

    Ich stimme Ihnen 100% zu. Das Land hat das aktuelle Image nicht verdient. Nur weil eine Clique arroganter, inkompetenter und unredlicher Personen eine Zeitlang die Führung an sich gerissen und Kriege vom Zaun gebrochen hat, sollten die USA als Nation nicht mit allen Übeln dieser Welt gleichgesetzt werden.

    Die USA werden wirklich viel Unterstützung brauchen, um aus der Schmuddelecke wieder herauszukommen. Jeder Präsidenten-Nachfolger wird es schwer haben und braucht maximale Unterstützung der Verbündeten. Je redlicher er/sie bzw. die künftige Administration agiert, umso mehr werden die Verbündeten mitgehen. Und mit einiger Hoffnung vielleicht auch heutige Feinde ihr Bild überdenken.

    Ein Wermutstropfen wird allerdings bleiben: Die Administration wird zwar wechseln und hoffentlich besser werden; die gewaltbereite Gesellschaft, der grundsätzliche weltweite Machtanspruch, die rabiate Durchsetzung der eigenen Interessen, die Nebenwirkungen des Raubtierkapitalismus amerikanischer Prägung u.s.w. - all das wird vermutlich bleiben. Wer sich daran reibt, wird die USA auh zukünftig nicht lieben.
  6. #15

    W war das Beste, was Amerika je hätte passieren können

    Durch den Schaden, der George W. durch seine Politik in den letzten Jahren international und im eigenen Lande angerichtet hat, wurde vielen Amerikanern klar, dass ein konservatives, exklusives, und auf alle anderen Meinungen taubes Vorgehen und Handeln in der Welt schlussendlich doch nichts bringt. Diese Bürger mussten leider auf Ihrer sonst isolierten Insel namens Amerika merken, dass sie an der Nase herumgeführt wurden, und die Wahlkampfsprüche der "Starken" als bare Münze geschluckt hatten, aber doch nur manipuliert wurden. Hoffen wir, dass diese Bürger genug sein werden, um für eine gute lange Zeit zu verhindern, dass ein konservativer der schlimmsten Art ins Weisse Haus kommt.

    Als ich vor acht Jahren noch in Texas wohnte, war George W. noch Gouverneur, keine zehn Kilometer von meinem zu Hause entfernt, und im Hauptregierungsgebäude von Austin stationiert. Alle sagten, er würde nächster U.S. präsident. Ich wollte, wie viele anderen auch (auf jeden Fall viele aus meinem Homestate New York, nicht unbedingt die aus Texas), nicht wirklich dran glauben, dass dies auch passieren würde. Und doch nagte an mir das dumpfe Gefühl, dass er es doch schaffen könnte. George W. mit seiner Familie hatte zu viel Einfluss und zu viele kompetente, schlaue Leute um ihn herum, um diese zu vermasseln, auch wenn es nicht immer mit rechten Dinge zu und her ging in dieser Wahl. Leider hat er dieses Kunststück vier Jahre später noch ein zweites Mal geschafft, nur hat er das Ganze noch viel raffinierter und geschickter angestellt.

    Die Retourkutsche musste schlussendlich doch kommen, denn dies ist ein Gesetz der Natur. Die Leute um ihn herum, die jetzt abspringen, tun dies nicht der Erleuchtung wegen aber aus Karrierenmotivierten Gründen. Das jetzt der letzte Moment ist, um sich zu retten, nachdem es sich erwiesen hat, dass Bush sonst alle mit sich in den Abgrund reisst, ist klar. Auch wenn Bush viele solche Leute jetzt verliert, und das Amerikanische Volk, misinformiert und schlecht ausgebildet wie sie halt sind, ein kurzes politisches Gedächtnis haben, so hoffe ich doch, dass von nun an ein anderer Kurs eingeschlagen wird in den USA, aussen- sowie innenpolitisch.

    Durch sein Handeln hat Busch den Demokraten politisch einen Dienst erwiesen, und so das Image der Republikaner für hoffentlich lange Zeit beschmutzt. So war Bush das Beste, was Amerika je hätte passieren können. Fragt sich nur, ob es der Preis wert war, und ob der Schaden, der besteht, je wieder gut gemacht werden kann. Die Demokraten werden sich schwer tun, aus diesem Schlammassel wieder raus zu kommen.
  7. #16

    Auch die Medien kommen in Probleme

    Bush und der Krieg bringt wohl laengerfristig allerhand Probleme auch fuer die Medien mit sich.
    Vorbei ist mit deren rosigen Zeiten, das Motto "bad newsis good news" wozu auch der Krieg gehoerte und als Medien-geschaeft galt, schlaegt jetzt immer mehr ins Gegenteil um.
    Empfohlene Suchwoerter (auf Google)- NEWS anklicken:"newspaper revenue" bzw. "newspapers lose"

    Das bringt schon mal allerhand Medienkrise zutage. Dannkommen noch jene Frustrierten hinzu, die gerade noch dranhaengen, und so wird es weiter enger und enger.Das merkt offensichtlich auch Murdoch, dem, verfolgt manseine Strategien, die ganze Wendung nicht so ganz geheuer
    ist (und auch nicht sein sollte).Wer haette sich das vor ein paar Jahren vorstellen koennenund wollen, dass es zu einem Umschwung der Meinung kommenwird? Die ganze Haus- und Hofpropheten haben da schon malgruendlich daneben prophezeit. Jetzt macht man halt aufKrise. Auch gut.
  8. #17

    Bush ist nicht alleinverantwortlich

    Faktisch hat der Mißerfolg der beiden Bush-Jr.-Administrationen "viele Väter":

    1. Ein Taliban-Afghanistan, Al Quaida sowie ein ungelöstes Irak-Problem erbte Bush so gut wie unbearbeitet von seinem demokratischen Vorgänger Clinton.

    2. Schon aufgrund der recht limiterten Weltkenntnis Bushs liegt es nahe, daß für die schlimmen außen- und sicherheitspolitischen Fehler eher Andere Akteure die Verantwortung tragen: der Vizepräsident, dazu ein Verteidigungsminister samt Stellvertreter, eine fachlich stark überschätzte Sicherheitsberaterin sowie diverse unter-Chefs und (Rechts-)Berater im Weißen Haus. Hinzu kommt ein Außenminister, der nicht die Kraft aufbrachte, "Nein!" zu der "Saddam hat sofort einsetzbare WMD!"-Show im Weltsicherheitsrat zu sagen (und ein wichtiger europäischer Partner, dem dazu ebenfalls die Kraft fehlte). Das Ganze geht dann herunter zu führenden Mitarbeitern in Militär und Nachrichtendiensten, die zu bereitwillig Informationen selektierten und erwartete Ergebnisse lieferten. Ebenfalls nicht vergessen sollte man den zeitweise sehr unkritischen Kongress, getrieben durch eine nach dem 11. September 2001 traumatisierte und hysterisierte US-Öffentlichkeit.

    3. Sicher hätte man weniger destruktive Lösungen für das Irak-Problem finden können, hätte die Welt hier an einem Strang gezogen. Letzlich waren es russische, chinesische und leider auch französische Macht- und Öl-Interessen, die jahrelang verhindert haben, daß die VN gegen das Saddam-Regime wirksamere Maßnahmen ergreift. Hier hat sich Europa nicht mit Ruhm bekleckert und US-Fanatiker in ihrer autistischen "coalition-of-the-willing"-Haltung mindestens bestärkt. Auch Moderate, die in Washington Ende 2002 ein sicherheitspolitisches Problem lösen wollten, mußten an manchen Europäern verweifeln. Anders gesagt: Man kann seine Partner nur positiv beeinflussen, wenn man konstruktiv agiert und nach außen geschlossen Verantwortung übernimmt.

    4. Wie so oft sind hinterher Alle klüger. Nicht nur die, die sowieso bevorzugt "dagegen" sind (und am liebsten gegen die USA), ohne jemals selbst Verantwortung zu übernehmen. Sondern auch diejenigen, die sich während der jeweiligen Amtszeiten nicht vorstellen konnten, wie miserabel politische Führungen tatsächlich agieren. So haben auch in Deutschland Viele die Administration Bush noch bis zum Sommer 2003 unterstützt, weil sie sich nicht vorstellen konnten, wie die "Rendition"-Praxis aussah, was tatsächlich in Guantanamo passierte oder welche Verbrechen es z. B. in Abu Ghraib mindestens mit Billigung der Führung geben sollte. Oder daß die USA einen Krieg führen würden, ohne jedwede auch nur ansatzweise reale Konzeption für Befriedung und Wiederaufbau des besetzten Landes zu haben.

    Fazit: Von Mitgliedern der Führung, die aus ideologischer Verblendung oder persönlichen Charakterdefiziten getrieben wurden bis hin zu einfachen Menschen, die sich schlicht geirrt haben und folgerichtig *ent-täuscht* wurden, hat Mißerfolg in Wirklichkeit viele Eltern. Verantwortung tragen sie alle, in unterschiedlichem Maße.
    Diejenigen, die schon immer alles anders oder besser wußten, leben hingegen in der komfortablen Lage, daß ihre Thesen sich nie an der Realität messen lassen mußten. Sie tragen keine Verantwortung. Sie haben aber auch gar keine übernommen.
  9. #18

    West Wing : Goodbye George

    Was als Antiamerikanismus hier beklagt wird ist nichts anderes als Antibushismus. Der Koloss USA wird nach Abtritt des Luegners und Jesusverleumders Bush seine derzeitigen toenernden Fuessen durch eiserne ersetzt bekommen. Besonders die Maechte der " Achse des Boesen " muessen daran interessiert sein die Bushaera schnell vergessen zu machen.Auf eine zum Segen der Welt stark veraenderte Weltmacht USA wird kein Land verzichten koennen. Dass diese Veraenderungen , z. B. Beendigung des Raubtierkapitalismus, moeglich geworden sind wird dem unseligen Wirken der Bushclique zu verdanken sein.
  10. #19

    Mtwisser und Mittäter sind erbärmliche Freunde.

    Zitat von Horst Ziegler Beitrag anzeigen
    Der Erfolg hat viele Väter. Der Mißerfolg nur einen. Das war schon immer so. Insoweit sind die Einlassungen im Artikel banal.
    Grundsätzlich kann man sagen, wenn die USA weiterhin eine....
    Lügen haben kurze Beine und Frömmigkeit verlängert sie auch nicht!

    Ich kann mich nicht erinnern, dass sich in einem demokratischen Land ein Volk derartig dreist belügen ließ. Und alle Ratten, die jetzt das sinkende Schiff verlassen, sind Mitwisser und Mittäter und suchen lediglich ein anderes Schiff.

    Das anerikanische Volk zahlt die Zeche. Und wir sollen wieder mit bezahlen.


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