Kinderjeans, Computer und Turnschuhe zum Niedrigpreis -*der Flyer wirkt auf den ersten Blick wie eine Aldi-Wurfsendung, ist aber eine Persiflage. Eine Initiative will so Produktionsbedingungen in der Dritten Welt anprangern. Und hat nun Ärger mit Deutschlands größtem Discounter.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...721597,00.html
"Hergestellt in Bangladesch für 33 Euro Monatslohn bei 80 Stunden Arbeit pro Woche"
Spiegel online vom 30.07.2010: "Bislang galt in Bangladesch der niedrigste Industrielohn weltweit: Knapp 1700 Taka (etwa 19 Euro) verdienten die Arbeiter damit bislang pro Monat, nun sollen es 3000 Taka (etwa 34 Euro) sein." (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...709358,00.html)
Ist immer noch verdammt wenig, aber man sollte zumindest auch die Lebenshaltungskosten in Bangladesh mit einbeziehen, denn die dürften im weltweiten Vergleich ebenfalls zu den niedrigsten gehören. Mich würde einmal die Kaufkraft von 33 Euro in Bangladesh interessieren.
Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf betrug im Jahre 2007 in Bangladesh nur 460 $.
Sind Unternehmen, die Geschäftsbeziehungen zu diesem Land unterhalten oder vielleicht ganz Deutschland oder der sogenannte Westen auch dafür verantwortlich?
Oder am die Wirtschaft lähmenden hohen Grad an Korruption? Bangladesch liegt auf Platz 139 von 180 im Corruption Perceptions Index 2009, der von Transparency International veröffentlicht wird.
Hier mal ein Beispiel aus einem anderen Spon Artikel letztens. Wie Sie sehen, beträgt der Lohnanteil da 0,4%.
Ich behaupte mal, selbst eine Verdoppelung des Lohnes wäre absolut kein Problem für den Hersteller.
Aber warum sollte er das tun? Sind ja dann 0,4% weniger Gewinn...
Und solange die Leute das Zeug kaufen wird sich daran auch nichts ändern.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/ser...81-109439.html
Ich stimme Ihnen weitestgehend zu.
Statt das Problem bei den Verbrauchern abzuladen, nach der Devise, es wird nur angeboten,was nachgefragt wird (ein Hohn heutzutage, wo eine Handvoll Firmen den markt bestimmen), sollte der Staat im Sinne von Verbraucherschutz beim Angebot ansetzen.
Handelsschranken. Zölle, zweistellig, mindestens. Einfuhrquoten.
Das geht zwar nur EU weit, aber Deutschland ist groß genug, um hier ein wichtiges Wörtchen mitzureden. Außerdem würe mindestens Frankreich gewiss mitmachen.
Scheiss auf den Welthandel. Der Fokus muss auf der EU liegen. Alles was von außerhalb der EU kommt, wird besteuert und mit Zöllen preislich so unattraktiv gemacht, dass es sich für niemanden lohnt, es hier anzubieten.
Netter Nebeneffekt: Arbeitsplätze entstehen in der EU und nicht in China oder Vietnam.
Zollermäßigungen gibt es nur für die Länder/Produkte, die unter ähnlichen sozialen und ökologischen Bedingungen wie in der EU hergestellt wurden.
AUSSERDEM: Zollfreiheit (befristet) für die ärmsten Länder dieser Erde. (Das sind nicht die asiatischen Länder).
Leider ist sowohl die dt. Regierung als auch die EU nur der Büttel des Kapitals und somitlediglich daran interessiert, die Gewinne weiterhin zu maximieren.
Sobald Produktion zurück nach Europa kommen würde, würden zwar auch die Preise steigen, aber auch das Großkapital müsste einen Teil des Kostenanstiegs durch sinkende Gewinnspannen auffangen.
Es ist sicher gut, wenn die Verbraucher darauf hingewiesen werden, wo und unter welchen Umstaenden ihre Produkte hergestellt werden.
Es waere aber besser, wenn dies nicht so einseitig geschehen wuerde. Deutsche Luxusmarken wie ADIDAS und PUMA lassen ihre Ware ebenfalls vorwiegend in China produzieren.
Aber immerhin koennen wir uns auf diese Weise als kulturell ueberlegen verklaeren sowie Umweltverschmutzung und Menschenrechte in anderen Laendern anprangern. Ganz so, als ob es hier niemals Textil- und andere Fabriken gab, die einst unsere heimischen Fluesse in allen Farben leuchten liessen.
Wird "gefördert durch die Europäische Union". Also Elite-Arbeitslose, die mit öffentlichen Geldern ein Privatunternehmen madig machen.
ALDI erfüllt einen sozialen Zweck, nämlich die Ernährung geldknapper Bevölkerungsteile.
Wenn da mal ein Paar Schuhe aus Asien verkauft werden, für die dort ein zu knapper Lohn gezahlt wird, kann ich das hier nicht zu meinem Problem machen.
Und die Geschäftsleute der 'Christlichen Initiative Romero' lassen hier auf Staatskosten die Moralapostel raushängen, damit die Kohle stimmt.
Gestern KIK, heute Aldi, morgen Lidl, nur weiter so, wenn's dem christlichen Wohlempfinden nutzt.
Wer aber glaubt, dass teure Markenprodukte unter besseren Bedingungen hergestellt wurden, der irrt.
Jack Wolfskin war schon im Fadenkreuz, Apple, Dell u.a wg Teilekauf von Foxconn.
Da wollen einige Kreuzritter die Welt verändern, viel Spaß dabei.
Ich habe nicht vor, den Idealisten zu spielen und werde weiterhin die günstigen Preise bei Aldi und Co. nutzen
Ihre Informationen beziehen Sie wohl von der Satireseite des "Neuen Deutschland"?
Also zum ersten Absatz fällt mir ein, dass der Staat nach Ihrem Vorschlag als erstes nur kleine Zweitaktautos aus Plaste zulassen sollte. Wo kommen wir denn da hin, wenn jeder sich sein Auto selbst aussucht. Hat außerdem ja schon mal hervorragend funktioniert (hö hö). Zum Anziehen gibts nur blaue Mao-Anzüge (Made in Germany natürlich)
Und zum zweiten Absatz: Strafzölle zweistellig, ja? Und was glauben Sie, was dann mit deutschen Exporten passiert, die Ihnen Ihren aktuellen Wohlstand ermöglichen? Die USA haben ja zurzeit diese tolle Idee mit den Chinesen. Mal sehen....