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Werben für den Ingenieursberuf: Zwischen Prothesen und Biomüll

Eine Industrieausstellung ist Männersache? Nicht am Mädchentag auf der Hannover Messe. In Zeiten des Fachkräftemangels werden die Schülerinnen von den Ausstellern hofiert, als wären sie die Großkunden von morgen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...830016,00.html
  1. #10

    Das beste Argument, einen Ingenieursberuf zu erlernen, ist das Gehalt.

    Aber solange irgendwelche Manager mit fragwürdiger BWL oder Juraausbildung (ich vermeide hier absichtlich den Begriff Studium) ein vielfaches von dem verdient, was ein Ingenieur erreicht, ist der einfachere Weg eben der beliebtere.
  2. #11

    Großartiger Beitrag

    Zitat von Neurovore Beitrag anzeigen
    Exakt! Man erinnere sich an die vergangenen Jahre...

    2005: "Fachkräftemangel" in der IT-Branche --> "Green card", Mindesteinkommen 86.000 €/a

    2008: "Fachkräftemangel" in der IT-Branche & Maschinenbau --> Zugang für Akademiker aus Osteuropa und Studenten aus Drittstaaten mit deutschem Abschluss, Mindesteinkommen jetzt nur noch 64.000 €/a

    2012: "Fachkräftemangel" im Ingenieurs-/Technikerbereich --> "Blue card", Öffnung für Ingenieure aus Indien, China oder Südamerika, Mindesteinkommen 35.000 €/a.

    2014 (prognostiziert): "Fachkräftemangel" bei Technikern/Handwerkern --> Zugang für Arbeiter aus Nordafrika, Mindesteinkommen 12.000 €/a.

    2017 (prognostiziert): "Fachkräftemangel" bei Kindermädchen, Gärtnern, Chauffeuren und anderem Personal --> Zugang für Menschen > 16 Jahre aus aller Welt, Mindesteinkommen 200 €/a.
    und mir aus der Seele gesprochen.

    Mein Fall: Krankenpflege. Auch ein ewiger Mangel beklagt. Bei Arbeitslosigkeit vermittelt das A-Amt aber nur an Zeitarbeitsfirmen, die gutes Personal um ihr sauer verdientes Geld betrügen und bei Bedarf vor die Tür setzen. Oder Rotes Kreuz, Hauskrankenpflege. Oder Pflegeheim. Alles Hölle!

    Und keine Chance, mehr als 11.- Brutto zu verdienen, mit erstklassiger Erfahrung!

    Ich frage mich schon seit 15 Jahren, wieso das rare Gut Krankenschwester nicht wie andere seltene Kostbarkeiten im Preis steigt.
  3. #12

    Diese...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Eine Industrieausstellung ist Männersache? Nicht am Mädchentag auf der Hannover Messe. In Zeiten des Fachkräftemangels werden die Schülerinnen von den Ausstellern hofiert, als wären sie die Großkunden von morgen.

    Werben für den Ingenieursberuf: Zwischen*Prothesen und Biomüll - SPIEGEL ONLINE
    ...FKM-Getöse erinnert mich an meine Schulzeit, die Berufe mit und der Zukunft: Schriftsetzer, Buchdrucker, Bergau (der dann gleich danach in BY abgeschafft wurde), Flugzeugbauer, um nur mal einige zu nennen. Tja, und heute braucht die noch jemand? Quintessenz, verlas dich nicht auf diese tränenreichen Aussagen gewisser Interessenvertreter, sonst bis du verlassen.
  4. #13

    Ingenieursgehalt

    Zitat von fusselsieb Beitrag anzeigen
    Das beste Argument, einen Ingenieursberuf zu erlernen, ist das Gehalt.
    Ja, vor 25 Jahren.
  5. #14

    Mythos

    Es gibt keinen Fachkräftemangel. Das ist ein Mythos. Alle Ingenieure die ich kenne arbeiten in fachfremden Berufen oder sind arbeitslos, und von den Naturwissenschaftlern die ich kenne auch alle bis auf eine. Dem Mädchen aus Ihrem Artikel kann ich nur raten, Medizin zu studieren und NIEMALS, AUF GAR KEINEN FALL eine Ingenieurwissenschaft.
    Selbst wenn Ingenieure gesucht würden (was nicht der Fall ist - vielleicht abgesehen von Ingenieuren unter 25 mit drei Jahren Berufserfahrung und Zweitstudium Betriebswirtschaft, die fließend Arabisch und Chinesisch sprechen), würde ich einer Frau immer noch dringend davon abraten. Es würde ein langer Leidensweg für sie werden. Wer möchte schon jeden Tag im Hörsaal damit begrüßt werden, dass alle Kommilitonen *und* der Professor johlen, pfeifen und klatschen, sobald die Frau des Jahrgangs den Raum betritt? Nur um dann nachher routinemäßig von allen Firmen abgelehnt zu werden, weil eine Frau im Betrieb erstens die männliche Belegschaft irritiert und zweitens schwanger werden und ausfallen könnte?

    Ich kenne eine Chemikerin, die in Regelzeit studiert hat (nicht selbstverständlich), in Rekordzeit summa cum laude promoviert, und alles was das Arbeitsamt ihr anzubieten hatte war eine Umschulung zur Altenpflegerin. Es gibt keinen Mangel. Das ist ein Mythos.
  6. #15

    Zitat von No_Name Beitrag anzeigen
    "Gerade heute wurde ein Gesetz verabschiedet, das die Anwerbung nicht-europäischer "Fachkräfte" für 35k€ p.a. erlaubt. Danke. das ist 5k€ - 10k€ unter den üblischen Einstiegsgehältern für Ingenieure. Die ganze Fachkräftelüge dient nur einem Zweck: Möglichts viele "Fachkräfte" generieren und dann die Löhne kräftig drücken. Wir haben genug Fachkräfte, wir haben in Europa genug Potential. Nur gute Leute versuchen halt (noch?), Ihre Haut ordentlich zu verkaufen. Und genau dieses möchte man unterminieren."

    "Haben Sie einen Beleg, eine Quelle dafür? "

    Deutschland: Die Blue Card für Ausländer kommt - badische-zeitung.de
  7. #16

    Schade, dass nicht einmal der Spiegel, der sonst doch so kritisch ist, Mädchen über die eingeschränkten Berufschancen als Ingenieurinnen aufklärt. Alle Berufe, die man outsourcen kann, sollten von Mädchen und jungen Frauen gemieden werden.
  8. #17

    Wer mehr über den "Fachkräftemangel" im Ingenieurberuf wissen möchte, sollte mit den 1600 von Nokia Siemens Networks unter Umgehung der Gesetze (Sozialauswahl u.a.) entlassenen Mitarbeitern reden. Darunter sind promovierte und habilitierte Ingenieure und Naturwissenschaftler, mit teilweise über 25 Jahren Berufserfahrung, mit Führungserfahrung, als Erfinder geehrte mit entsprechend vielen Patenten, ...
    Es ist zum Kotzen, wie die Lobby der Vorstandsvorsitzenden und Konsorten ("die Wirtschaft") die Politik beeinflusst. Leider lässt sich auch die Presse vor diesen Karren spannen.
  9. #18

    Werben für den Ingenieuersberuf: Zischen Prothesen und Biomüll

    Meine Tochter hat Maschinenbau, Schwerpunkt Produktionstechnik studiert. Sie fühlt sich wohl in ihrem Beruf. Dass sie fast nur Kollegen und kaum Kolleginnen hat, daran ist sie schon seit ihrem Studium gewöhnt. Einziges Problem ist, dass man als Ingenieuerin kaum einen adäquaten Halbtagsjob - und sei es auch nur vorübergehend - angeboten bekommt und dann trotz Kindern den ganzen Tag arbeiten muss. Daher blieb es nur bei einem Kind. Lässt man sich auf neue Technologien beim Studium ein, wie erneuerbare Energien, landet man als fertiger Ingenieuer schnell auf dem Abstellgleis. Der Schwager meiner Tochter hat sein Studium vor ca. einem halben Jahr erfolgreich beendet und suchte bis jetzt vergebens auf dem Arbeitsmarkt rund um Köln unterzukommen.
  10. #19

    Unzulässige Werbung

    "Dem Inschinör ist nix zu schwör", sagte man früher, vielleicht nicht ohne Grund, weil es sich meist um kräftige Männer handelte. Dieser Typ ist immer noch prägend für das Berufsbild, und mag manch zartes Mädchen auch heute noch davon abhalten, sich mit 500 dieser Yetis zusammen in einen unklimatisierten Saal zu setzten und Höhere Mathematik III zu hören.

    Die Mädchen, die sich davon nicht haben abhalten lassen und auch all die Klausuren bestanden haben, sind anschließend auf jeden Fall zu durchsetzungsfähigen Frauen gereift.

    Ob und wo sie dann Arbeit finden, hängt von Glück und Zufall ebenso stark ab wie von Noten und Zusatzqualifikationen; ist also weniger gut planbar als z.B. bei Lehrerinnen und Kindergärtnerinnen. Auf jeden Fall ist nur ein Bruchteil aller verfügbaren Arbeitsplätze für Ingenieure solch ein "Traumjob" wie er bei den girls- days oft dargestellt wird. Auf jeden Fall aber läuft es auf eine üble Maloche raus, für die das Einstiegsgehalt keinesfalls entschädigt.

    Wenn sich das erst mal überall rumgesprochen hat, wird man girls- days auch 3 Mal im Jahr veranstalten können, ohne dass man mehr Mädchen für ein naturwissenschaftlich- technisches Studium wird begeistern können.

    Der Beruf des Ingenieurs ist und bleibt eben nur was für echte, hart gesottene, nicht weichgespülte Kerle, bei dem es in erster Linie auf Verzicht und Leidensfähigkeit ankommt.
    Dazu muss man(n) geboren sein.








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