Sie haben in der Tat ein sehr, sehr wichtiges Thema angeschnitten, welches auch in den Medien sträflich vernachlässigt wird.
Warum Sie sich aber eine solch` exotische Branche herausgesucht haben wird wohl Ihr Geheimnis bleiben.
Schade, denn Sie hätten Recherchematerial für ein Buch der Größe eines Brockhauses sammeln können, hätten Sie sich auf einen irgendein geläufiges Handwerk konzentriert.
Denn dieses Problem existiert überall.
Lassen wir das.
Ich bin Teilhaber eines Kleinunternehmens mit 62 Arbeitnehmern (davon bis zu 8 "Leiharbeitern" und 11 Teilzeitbeschäftigten) in der Gas-Wasser-Heizungsbranche.
Zu dieser Teilhaberschaft bin ich wie die Jungfrau zum Kinde gekommen: Rein zufällig.
Dem Senior sein Sohn und vermeintlicher Nachfolger verstarb völlig unerwartet und da stand er nun obwohl er auch aus gesundheitlichen Gründen sich in seinen wohlverdienten Ruhestand zurückziehen wollte.
Seine damaligen Anfragen an Handwerkskammern in ganz Deutschland, Banken , Anwaltschaften, Unternehmerbörsen verliefen alle im Nirvana obwohl er es tatsächlich hartnäckig versuchte denn er wollte die damals knapp 20 Angestellten nicht auf die Strasse setzen (solche Leute gibt es noch ...).
Meine Ankunft könnte eine Westernfilm bestens beschreiben:
Ein Fremder kommt zufällig in einer einsamem Gegend durch ein Dorf und kommt in der einzigen Wirtschaft mit dem Senior ins Gespräch ...
Das war vor 12 Jahren und schon damals machte ich dem Senior klar daß ich in wenigen Jahren diese Örtlichkeit wieder verlassen werde. Ich weiß daß er es hoffte daß meine Frau und ihre Kinder meinen "Wandertrieb" mich sesshaft machen würde aber dem ist nicht so.
Als meine Familie und ich vor 2 Jahren die Vorabzusage für die Immigration nach Kanada bekamen (Stichtag 1.April 2012) fing ich an einen Nachfolger zu suchen:
IHK, Banken, Anwaltschaften, Unternehmerbörsen.
Es kam nichts zurück.
Daraufhin schaltete ich in verschiedenen Zeitungen Anzeigen in ganz Deutschland und natürlich kamen verschiedene Anfragen. Das meiste allerdings waren Anwälte, Unternehmensberater und Banken die sich den inzwischen florienden Betrieb unter den Nagel reisen wollten.
Niemand von diesen sogenannten Profis die mit ihren dicken Leasingfahrzeugen auf dem Parkplatz vorfuhren konnte mich (uns) überzeugen.
Keine dieser "Profis" war daran interessiert den Betrieb weiterzuführen.
Aber die Handwerkskammern waren diejenigen die mich am meisten enttäuschten.
Anfragen von Privatpersonen waren ebenso traurig. Es gab vernünftige und ermutigende Personen allerdings sind meine Anforderungen klar umrissen:
Schuldenfrei, Meisterbrief, polizeilich einwandfreies Führungszeugnis, maximal 45 Jahre alt und wenn möglich ein paar Mark auf dem Sparkonto. Weiter musste mir der Bewerber ein Konzept ,eine Geschäftsidee definieren können wie er oder sie den Betrieb steuern will.
Das waren die Eckdaten.
Schlußendlich fand unsere Ortsvorsteherin einen Kandidaten in 450Km Entfernung.
Zufall. Reiner Zufall.
Wir alle sind sehr glücklich einen Nachfolger für mich gefunden zu haben vorallem unser Dorf.
Alle sogenannten Programme die angeboten werden sind nicht das Papier wert auf dem sie gedruckt sind !
Der Wille ist schon da aber wenn ich bei Handwerkskammer in XY oder der genössischen Bank in ABC zurückrief musste ich immer erst eine Zeitlang am Telefon warten und der relevante Mitarbeiter(in) wusste kaum etwas von der Angelegenheit und musste sich erst einarbeiten.
Traurig.
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