Forum


 

Wenige "Deutschlandstipendien": Stipendiaten, wo bleibt ihr?

DPAMehr als 150.000 Studenten sollten vom "Deutschlandstipendium" profitieren, doch neue Statistiken zeigen: Im ersten Jahr bekamen es gerade einmal 5400 angehende Akademiker. Das Bundesbildungsministerium verkauft das Programm dennoch als Erfolg, die SPD will es abschaffen.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...835736,00.html
  1. #10

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mehr als 150.000 Studenten sollten vom "Deutschlandstipendium" profitieren, doch neue Statistiken zeigen: Im ersten Jahr bekamen es gerade einmal 5400 angehende Akademiker. Das Bundesbildungsministerium verkauft das Programm dennoch als Erfolg, die SPD will es abschaffen.

    5400 Studenten bekommen das Deutschlandstipendium - SPIEGEL ONLINE
    Zu mir: Ich komme aus einer Nicht-Akademikerfamilie. Habe eine Ausbildung zum Mechatroniker abgeschlossen. Danach kam die Universität(Ingenieurfach). Zurzeit absolviere ich mein viertes Semester und bin nebenbei noch Vorstand eines Uni-Vereins. Meine Noten liegen im Durchschnitt bei 1,6.
    Um etwas mehr Geld in der Tasche zu haben, gehe ich 15h die Woche bei einer der größten dt. Firmen arbeiten.

    Deutschlandstipendium: Abgelehnt!
  2. #11

    Zitat von archnase Beitrag anzeigen
    Wow.. wir können es mal wieder nicht ertragen, dass Leuten, die in ihrem Studienfach (und irgendwas hat das Stipendium wohl mit Studium zu tun, glaube ich..) einfach gut sind, (handfeste) Anerkennung gezollt wird. Stattdessen werden dann Keulen wie "fördert die soziale Schieflage" hervorgeholt - als ob irgendwem geholfen wäre, wenn es diese Bestenförderung nicht gäbe. Zur Verdeutlichung: 5400 Stipendien à 150 €/Monat (der privat getragene Anteil gehört in diesen Vergleich nicht hinein) kosten knapp 10 Mio. €, die BAföG-Ausgaben beliefen sich 2010 auf 2,9 Mrd. € (Quelle: BMBF). Aber wir nivellieren ja lieber, anstatt Leistung anzuerkennen...
    Seit wann geht es bei einem Stipendium darum, irgendwas anzuerkennen? Das ist eine Förderungsmaßnahme, keine Auszeichnung! Es geht darum, den talentierten und fleißigen Studenten finanzielle Lasten abzunehmen, damit sie sich maximal mit dem Studium beschäftigen können und nicht nebenher jobben müssen. Ergo sollte so etwas auch bei Leuten ankommen, die das auch nötig haben.
  3. #12

    Sind die anderen zu schlecht ?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mehr als 150.000 Studenten sollten vom "Deutschlandstipendium" profitieren, doch neue Statistiken zeigen: Im ersten Jahr bekamen es gerade einmal 5400 angehende Akademiker. Das Bundesbildungsministerium verkauft das Programm dennoch als Erfolg, die SPD will es abschaffen.

    5400 Studenten bekommen das Deutschlandstipendium - SPIEGEL ONLINE
    Beziehen sich die 150.000 Studenten auf eine Schätzung des Bildungsministeriums de Anzahl der Studenten, die die Kriterien erfüllen ?
    Wenn ja, verstehe ich die mangelnde Selbstinitiative der Studenten nicht sich pro Monat € 300 dazuverdienen zu können.
    Wenn nein, verstehe ich den Prozess der Schätzung und Entscheidung des Bildungsmininsteriums nicht.
  4. #13

    Zitat von serich Beitrag anzeigen
    Zu mir: Ich komme aus einer Nicht-Akademikerfamilie. Habe eine Ausbildung zum Mechatroniker abgeschlossen. Danach kam die Universität(Ingenieurfach). Zurzeit absolviere ich mein viertes Semester und bin nebenbei noch Vorstand eines Uni-Vereins. Meine Noten liegen im Durchschnitt bei 1,6.
    Um etwas mehr Geld in der Tasche zu haben, gehe ich 15h die Woche bei einer der größten dt. Firmen arbeiten.

    Deutschlandstipendium: Abgelehnt!
    Ich habe auch oft mit dem Gedanken gespielt mich für Stipendien zu bewerben. Von den Noten her sah ich an dieser Stelle überhaupt kein Problem.
    Dennoch habe ich mich bisher nicht auf diese ganzen halbstaatlichen Stiftungsstipendien beworben (Altedeutsches Volk, Max Weber...). Zu groß sah ich die Gefahr, das ich mich blöd anreden lassen müsste, da ich anstatt mich "ehrenamtlich" zu engagieren ebenfalls arbeiten gehe um mir einen gewissen Lebensstandard zu gönnen. Das ist wohl nicht gerade die Art von Selbstlosigkeit die an dieser Stelle gefordert wird.

    Von Kommilitonen die sich erfolglos beworben haben kam dann die Bestätigung. In ihrem Vorstellungsgespräch wurden sie zur Sau gemacht. Zwei von ihnen, weiblich, haben weinend das Zimmer verlassen.

    Für das Geld habe ich beschlossen, muss ich mich nicht bücken, das verdiene ich lieber selbst und lerne dabei mehr als ich je in der Uni lernen könnte.

    Für Industriestipendien würde ich mich jederzeit bewerben, allerdings sieht es hier diesbezüglich ziemlich mau aus. Wenn es gut läuft, dann kann ich noch eines für die letzten 2-3 Semester ergattern.

    Dem Deutschlandstipendium sei noch hinzuzufügen, dass es ausschließlich an die X% besten der gesamten Uni verliehen wird. Das ist wieder mal ein Vergleich von Äpfel und Birnen. Da ist es auch kein Wunder, das für Naturwissenschaftler und Ingenieure keine Stipendien abfallen...
  5. #14

    Gruendlicher lesen!

    Zitat von Diseq Beitrag anzeigen
    Dem Deutschlandstipendium sei noch hinzuzufügen, dass es ausschließlich an die X% besten der gesamten Uni verliehen wird. Das ist wieder mal ein Vergleich von Äpfel und Birnen. Da ist es auch kein Wunder, das für Naturwissenschaftler und Ingenieure keine Stipendien abfallen...
    ...25 % Ingenieurstudenten, 27 % Naturwissenschaftler und Mathematiker.
  6. #15

    Zitat von Diseq Beitrag anzeigen

    Dem Deutschlandstipendium sei noch hinzuzufügen, dass es ausschließlich an die X% besten der gesamten Uni verliehen wird. Das ist wieder mal ein Vergleich von Äpfel und Birnen. Da ist es auch kein Wunder, das für Naturwissenschaftler und Ingenieure keine Stipendien abfallen...
    Jetzt hab ich auch was vertauscht :)
    27 % Ingenieure und 25 % MatNat
  7. #16

    optional

    sollten sich nicht lieber Arbeitslose ehrenamtlich engagieren und die Studenten studieren?
  8. #17

    Zahlenspiele

    Also irgendetwas stimmt hier doch mit den Zahlen nicht:
    Ein Deutschlandstipendiat bekommt 12 * 300 = 3600 Euro im Jahr. Fuer 160.000 Stipendien bedeutet das die Summe von 576 Mio. Euro. Die Haelfte davon (288 Mio. Euro) sollen private Spender aufbringen (tatsaechliche Summe: 3,4 Mio.). Die gleiche Summe soll vom Bund kommen. Rechnet man die 7 Mio. Eur die verfallen sind zu den 5400 Studeneten zu 3600 Euro zusammen erhaelt man gerade 26.440.000 Euro.
    Das Verhaeltnis von Stipendiaten, die sich die Politik wuenscht (160.000), zu denen, die sie tatsaechlich bereit waere zu bezahlen (7344) ist dann also etwa 22:1.
    Was stimmt hier nicht?
    Und nochwas. Ist das wirklich realistisch jaehrlich 288 Mio. an privaten Spenden fuer Studeneten, denen es ja angeblich eh so gut geht, aufzubringen. Wie hoch liegt denn die jaehrliche deutsche Spendenbereitschaft fuer sagen wir Kinder in Afrika oder den Regenwald?
  9. #18

    Der

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mehr als 150.000 Studenten sollten vom "Deutschlandstipendium" profitieren, doch neue Statistiken zeigen: Im ersten Jahr bekamen es gerade einmal 5400 angehende Akademiker. Das Bundesbildungsministerium verkauft das Programm dennoch als Erfolg, die SPD will es abschaffen.

    5400 Studenten bekommen das Deutschlandstipendium - SPIEGEL ONLINE
    Betrag von 300 € ist gerade so gewählt, dass Bessergestellte ihn als kleines Schmankerl mitnehmen und Ärmere nichts damit anfangen können. Ein typisches CDU-Geschenk an ihre Klientel eben!
  10. #19

    Wo sind die Geisteswissenschaftler.

    Wo sind eigentlich die Geisteswissenschaften?
    Offensichtlich können die Hochschulen als private Ko-Finaziers nur Unternehmen gewinnen die "gewinnbringende" Studiengänge fördern. Oder hat hier jemand zum Beispiel ein Stipendium für den Studiengang "Soziale Arbeit" bekommen. Meine Frau hatte sich auch beworben, Notendurchschnitt im Studiengang 1,3 hat zwei Kinder und nebenbei noch ein Ehrenamt, wer hat die Stipendien bekommen? Na ratet mal - junge dynamische Damen ohne Familie und Kinder in den "gewinnbringenden" Studiengängen. Vielleicht war meine Frau mit 34 schon zu alt?

    Durch die zwingende private Ko-Finanzierung, bei der Finanzier auch noch Vorgaben machen kann ist diese Art der Stipendien eine Totgeburt. Dies ist wieder eins von den schwarz-gelben bildungspolitischen Feigenblättern.








TOP



TOP