Es gibt viele Fachärzte die keine Kassenpatienten aufnehmen bzw. für Privatpatienten besondere Sprechstunden und Termine haben. Was soll das, wer privat versichert ist, zahlt auch bis zum 3,5-fachen des Kassentarifs
Gesetzlich Versicherte sind für Ärzte weniger lukrativ als Privatpatienten. Viele Mediziner drücken sich deshalb offenbar erfolgreich darum, Kassenpatienten zu behandeln. Das geht aus einem Schreiben der Bundesregierung hervor. Die Krankenkassen geben sich empört.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...828396,00.html
Es gibt viele Fachärzte die keine Kassenpatienten aufnehmen bzw. für Privatpatienten besondere Sprechstunden und Termine haben. Was soll das, wer privat versichert ist, zahlt auch bis zum 3,5-fachen des Kassentarifs
Ist doch nix neues. Deswegen ja auch am Telefon immer die Frage, wo man versichert ist. Ich hab mir mal den Spaß gemacht, bei einem Orthopäden am Telefon mich als privat versichert auszugeben, obwohl ich Kasse bin. Da war das Geschrei dann groß, ich fands lustig. Aber ich kam dann auch um eine Privatrechnung rum.
Ekelhaft finde ich auch, dass sich Ärzte weigern, Kassenpatienten zu behandeln. Da frage ich mich jedesmal, wie die morgens noch in den Spiegel gucken können.
Bei aller Liebe, Ärzte müssen auch von irgendwas leben, das ist mir schon klar. Aber ein Arzt der sich nur als Geschäftsmann versteht, hat seinen Beruf verfehlt. Man sollte auch immer das Bewusstsein haben, dass Menschen kommen, denen in aller Regel etwas fehlt und die was quält. Wer nicht den Ansporn hat, möglichst vielen möglichst gut zu helfen, hat da was falsch verstanden.
Und auch mit Kassenpatienten kann man gut verdienen, da muss keiner am Hungertuch nagen.
Mit Herrn Bahr wurde doch der Bock zum Gärtner der gesetzlichen KV gemacht. Die FDP ist doch in Richtung privater Krankenversicherung orientiert. Herr Bahr wird den Teufel tun und seine Klientel verärgern. Also wird das Ergebnis seiner Ermittlungen sein, dass gesetzliche Versicherte nicht benachteiligt werden.
Das wäre auch nicht weiter schlimm, würde die Ärzteschaft nicht ständig mit dem Heiligenschein des Helfens und Heilens herum laufen. Immerhin haben Ärzte den Eid des Hippokrates geschworen, und behaupten auch immer wieder, dass sie (daher auch Freiberufler) etwas besseres als gewöhnliche Gewerbetreibende sind.
Würden sich also Ärzte nicht von regulären Gewerbetreibenden wie Kaufleuten und Handwerkern abgrenzen und ehrlich zugeben, dass auch sie nichts anderes machen, als profitorientiert zu arbeiten, könnte ich diese Klassenmedizin ausser bei Notfällen akzeptieren.
Wie fragte mich ein Lehrer als Jugendlicher, als ich eine feste Zahnspange hatte: "Wem nützt das denn nun mehr - Dir oder dem Zahnarzt?"
Das ist totaler Murks. Diesen Eid können sie ablegen, wenn sie wollen. Sie können sich auch mit Lammtalg einreiben und durch den Vollmond tanzen.
Beides hat mit Ausbildung und Zulassung zum Arztsein nichts mehr zu tun.
Der Sonderstatus dieser Berufsgruppe ergibt sich einzig aus der besonderen Abhängigkeit der Kunden. Trotzdem kann man keinen Arzt dazu zwingen, persönliche Belange dauerhaft hinter die der Patienten zu stellen.
Das kann ich nur bestätigen. Ich hatte vor etwa einem Jahr eine Schleimbeutelentzündung in der Schulter - vom Hausarzt (Chiropraktiker) diagnostiziert und mit einer Überweisung zum Orthopäden entlassen. Bei Dreien hatte ich nach einem Termin nachgesucht. Mindestwartezeit: 5 Wochen! Und das für eine banale Cortisonspritze in den Schleimbeutel der Schulter (Dauer: max. 10 Min.)
Nach 5 Wochen angedüllt mit nierenschädigenden Schmerzmitteln und schlaflosen Nächten klang die Entzündung dann auch langsam von alleine ab.
Jeder verdammte Schäferhund wäre besser dran gewesen! Ich fordere, dass Tierärzte gefälligst auch die Gattung homo sapiens behandeln dürfen, denn schließlich unterscheidet mich orthopädisch nicht sehr viel von einem Schäferhund! Und die 50 Euro hätte ich lieber für die Cortisonspritze als für Schmerzmittel ausgegeben.
Da muss sich auch nicht der Gesundheitsminister kümmern. Es ist Aufgabe der KVen zu überprüfen, ob in den Praxen ausreichend Kassenpatienten behandelt werden.
Zur Sicherung der vertragsärztlichen Versorgung wird von den KVen und den Kassen eine Bedarfsplanung vorgenommen. Neuerdings werden sogar die Länder beteiligt.
Häufen sich Beschwerden über zu lange Wartezeiten auf Facharzttermine kann eine solche Bedarfsplanung überarbeitet werden. Und vorher wird man die Zahl der Kassenarztsitze sicherlich überprüfen und bewerten ;)
Auf dem Land gibt es lange Wartezeiten auf Facharzttermine, weil die Bedarfsplanung in zu große Planungsbezirke aufgeteilt ist, d.h. in manchen Gegenden gibt es eine Unterversorgung, während es in den Städten eine Überversorgung gibt. Zudem ist auf dem Land der Anteil der Privatpatienten weit geringer. Nicht immer liegt deshalb eine lange Wartezeit auf Facharzttermine an der Bevorzugung von Privatversicherten, sondern schlicht an fehlender Kapazität!
Niemand könnte den Ärzten Gewinnmaximierung vorwerfen, wenn es sich um einen freien Wettbewerb der Anbieter handeln wärde. Gerade der Ärztemarkt aber ist komplett abgeschottet und die Standesvertretungen der Mediziner sichern das Oligopol ab, der Kassenpatient hat doch keine Wahl!