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Wenig lukrativ: Viele Fachärzte meiden Kassenpatienten

Gesetzlich Versicherte sind für Ärzte weniger lukrativ als Privatpatienten. Viele Mediziner drücken sich deshalb offenbar erfolgreich darum, Kassenpatienten zu behandeln. Das geht aus einem Schreiben der Bundesregierung hervor. Die Krankenkassen geben sich empört.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...828396,00.html
  1. #20

    Zitat von bird-of-prey Beitrag anzeigen
    Das kann ich nur bestätigen. Ich hatte vor etwa einem Jahr eine Schleimbeutelentzündung in der Schulter - vom Hausarzt (Chiropraktiker) diagnostiziert und mit einer Überweisung zum Orthopäden entlassen. Bei Dreien hatte ich nach einem Termin nachgesucht. Mindestwartezeit: 5 Wochen! Und das für eine banale Cortisonspritze in den Schleimbeutel der Schulter (Dauer: max. 10 Min.)

    Nach 5 Wochen angedüllt mit nierenschädigenden Schmerzmitteln und schlaflosen Nächten klang die Entzündung dann auch langsam von alleine ab.
    Jeder verdammte Schäferhund wäre besser dran gewesen! Ich fordere, dass Tierärzte gefälligst auch die Gattung homo sapiens behandeln dürfen, denn schließlich unterscheidet mich orthopädisch nicht sehr viel von einem Schäferhund! Und die 50 Euro hätte ich lieber für die Cortisonspritze als für Schmerzmittel ausgegeben.
    da mehrere Veterinäre auch einen Abschluss als Human Mediziner haben, hätten sie mal einen der Veterinäre fragen können. Ansonsten gebe ich ihnen Recht, eine so lange Wartezeit bei jemanden mit akuten Schmerzen ist nicht hinnehmbar.
  2. #21

    Zitat von MissMorgan Beitrag anzeigen
    Ach wirklich? Kann ein Patient in der gesetzlichen KV etwas für diesen Unterschied? Die Ärzte haben doch auch ihre Lobby und handeln die Preise aus! Sorry, dieses Zweiklassensystem gehört abgeschafft!

    Und, wer weiss, was der Arzt alles abrechnet... denn gesetzlich Versicherte sind ja zu doof um die Rechnungen prüfen zu können. Das kann man denen ja nicht zumuten!

    Ich habe fünf Monate auf einen Termin beim Facharzt warten müssen! Was kann in diesen Wochen alles passieren!
    Wegen eines Medikamentes von dem ich rund 15 Tabletten pro Monat brauche, muss ich mehr als zweimal im Monat zum Arzt und das Rezept abholen weil ich immer nur N2 (=6Tabl) verschrieben bekomme. Wäre da nicht ein Einsparpotential zu sehen?
    Für eine Untersuchung beim Facharzt sollte ich ein Blutbild beim Hausarzt anfordern. Also bin ich zu dem hin und der gab mir eine Überweisung in ein Labor (er hat das aus wirtschaftlichen Gründen ausgelagert). Also musste ich zur dritten Stelle fahren. Auf meine Kosten, meine Lebenszeit und meine Nerven wird hier gespart. Es wird langsam unerträglich!
    bei meiner Mama ist es zwar nicht so krass, aber sie braucht wegen einer chronischen Erkrankung jeden Monat ein Rezept für 28 Spritzen, inzwischen verschreibt er der Neurologe auf dem Rezeptbogen 3 mal das Medikament das reicht, dann fast 3 Monate. Vielleicht sollten sie ihren Arzt mal darauf ansprechen, ob das nicht auch bei ihnen möglich wäre.
  3. #22

    Die Honorare decken in vielen Bereichen

    Zitat von Diskutierender Beitrag anzeigen
    Das wäre auch nicht weiter schlimm, würde die Ärzteschaft nicht ständig mit dem Heiligenschein des Helfens und Heilens herum laufen. Immerhin haben Ärzte den Eid des Hippokrates geschworen, und behaupten auch immer wieder, dass sie (daher auch Freiberufler) etwas besseres als gewöhnliche Gewerbetreibende sind.

    Würden sich also Ärzte nicht von regulären Gewerbetreibenden wie Kaufleuten und Handwerkern abgrenzen und ehrlich zugeben, dass auch sie nichts anderes machen, als profitorientiert zu arbeiten, könnte ich diese Klassenmedizin ausser bei Notfällen akzeptieren.

    Wie fragte mich ein Lehrer als Jugendlicher, als ich eine feste Zahnspange hatte: "Wem nützt das denn nun mehr - Dir oder dem Zahnarzt?"
    die Kosten nicht mehr.
    Ein zu hoher Anteil Kassenpatienten führt in den Praxenzu Kostenunterdeckung also letztlich in die Privatinsolvenz.
    Die Versorgung durch Freiberufler in der medizinischen Versorgung muss dem Unternehmer Arzt auch einen Gewinn hinterlassen.
    Das passiert nicht mehr.
    Ausser in wenigen Bereichen der fachärztlichen Versorgung wo noch ausreichend Gewinne gemacht werden um auch den Verpflichtungen als Kleinunternehmer nachkommen zu können - Zertifizierung, Qualitätsmanagment, Sozialleistungen für Angestellte,Rücklagen für Sozialleistungen, Rücklagen für Neuinvestitionen- , werden Sie erleben dass mit dem aufhören der jetzigen Generationen in den nächsten 5 Jahren die Kassensitze nicht mehr besetzt werden.

    So dumm sind Ärzte dann doch nicht dass Sie sich mit Investitionen in ein System einkaufen dass Sie zwingt unter Kostendeckung zu arbeiten und durch die Investitionsverschuldung nicht aussteigen können, nicht mal umziehen.

    Durch den Ärztemangel -in anderen Berufen ist mit Hochschulabschluss angenehmer der Lebensunterhalt zu erwerben- zeichnet sich jetzt schon ab dass auch für die Kliniken nicht mehr genügend Studienabasolventen in die therapeutische Medizin gehen. Bei annähernd gleichen Einkommen in Klinik und Praxis ist es angenehmer als Angestellter den Schutz des Sozialsystems zu erfahren (und auch ein Privatleben zu haben und Partnerfindung (wieviel Rätinnen haben keine Familie) als in umgekehrt seinen Angestellten gewähren müssen ohne dass dass aus der GKV (Kassenmedizin) genügend hereinkommt.

    Es ist eine Aufgabe der Politik so ehrlich zu sein dass die Zeiten eine hochqualitative Medizin durch Kleinunternehmer erbringen zu lassen in Zeiten der Alterspyramide und Hochleistungstechnik sowie exorbitenenten Pharmakosten vorbei ist.
    Die Zukunft der ambulanten Medizin wird die der angestellten Ambulatorien mit angestellten Ärztinnen und als Träger Kliniken , Städte, Landkreise als Arbeitgeber.

    Diese Ehrlichkeit bringt die Politik aber nicht auf. Es ist einfacher den dümmeren Anteil der Bevölkerung auf ein Feindbild Arzt zu hetzen (lenkt von dem Feindbild Politiker ab) als zu kommunizieren dass eben der Rückgang des Sozialstaates auch in die medizinische Versorgung Einzug hält.
    Auch die FDP ist zu feige zu sagen, dass die Praxen nichts mehr wert sind und die Zukunft der Freiberuflichen Praxen vorbei ist, wie auch bei Autohändlern, Lebensmittelläden (Tante Emma) und in vielen Handwerksbranchen.

    Freiberuflichekeit verbessert sich im Wettbewerb, bei sozialistischer Regulierung durch Kassen, Fallpauschalen, Budgets und Honorarstrafen für Rezeptverordnungen kann sie nicht überleben.

    Das zeigt schon allein die Demographie.
  4. #23

    Zitat von UnitedEurope Beitrag anzeigen
    Ist doch nix neues. Deswegen ja auch am Telefon immer die Frage, wo man versichert ist. Ich hab mir mal den Spaß gemacht, bei einem Orthopäden am Telefon mich als privat versichert auszugeben, obwohl ich Kasse bin. Da war das Geschrei dann groß, ich fands lustig. Aber ich kam dann auch um eine Privatrechnung rum.
    Ekelhaft finde ich auch, dass sich Ärzte weigern, Kassenpatienten zu behandeln. Da frage ich mich jedesmal, wie die morgens noch in den Spiegel gucken können.

    Bei aller Liebe, Ärzte müssen auch von irgendwas leben, das ist mir schon klar. Aber ein Arzt der sich nur als Geschäftsmann versteht, hat seinen Beruf verfehlt. Man sollte auch immer das Bewusstsein haben, dass Menschen kommen, denen in aller Regel etwas fehlt und die was quält. Wer nicht den Ansporn hat, möglichst vielen möglichst gut zu helfen, hat da was falsch verstanden.
    Und auch mit Kassenpatienten kann man gut verdienen, da muss keiner am Hungertuch nagen.
    Träumen Sie weiter. Natürlich muss ein niedergelassener Arzt wie ein Geschäftsmann handeln. Wie soll er sonst seine Mitarbeiter bezahlen. zudem subventioniert er mit Privatpatienten die Behandlung von Kassenpatienten z.B. mit Untersuchungen an Geräten, welche die Kasse nicht zahlt. Das Problem ist hier nicht der Arzt. Arbeiten Sie umsonst?
  5. #24

    Das ist doch nur die Spitze...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Gesetzlich Versicherte sind für Ärzte weniger lukrativ als Privatpatienten. Viele Mediziner drücken sich deshalb offenbar erfolgreich darum, Kassenpatienten zu behandeln. Das geht aus einem Schreiben der Bundesregierung hervor. Die Krankenkassen geben sich empört.

    Wenig lukrativ: Viele Fachärzte meiden Kassenpatienten - SPIEGEL ONLINE
    ...des Eisbergs und ein Ergebnis verfehlter Politik.

    Warum bitte darf sich ausgerechnet der gut verdienende Arbeitnehmer aus der Solidargemeinschaft verabschieden und sich privat versichern?

    Warum nicht alle verpflichtend in der gesetzlichen Versicherung und wer immer es will und kann, soll sich privat für zusätzliche Leistungen versichern? Aber warum einfach, wenn es auch kompliziert geht.
  6. #25

    Keinen Schimmer...

    Zitat von Vex Beitrag anzeigen
    Die einafchste Lösung private Krankenkassen komplett abschaffen und nur noch als Zusatzversicherungen verwenden.
    Also wer ein Einzelzimmer, Goldzähne oder Chefarztbehandlung will der darf gerne eine Zusatzversicherung bezahlen ... aber ALLE zahlen für ihre Basisversorgung in eine gesetzliche Krankenkasse.
    Sie haben anscheinend keine Ahnung. Die Zusatzversicherung verschafft Ihnen auch einen Status. wenn Sie diese nicht haben, werden Sie auch um einen Termin vertröstet! Es hat ja auch nicht jeder eine Zusatzversicherung fürs Krankenhaus - wie sie schreiben. Es geht hier in der Diskussion aber um ambulante Behandlungen!
  7. #26

    Das wird kommen, aber das Problem wird dann noch größer

    Zitat von ___wegwerfaccount___ Beitrag anzeigen
    Es sollte ganz klar KEINEN Unterschied in der Bezahlung geben dürfen zwischen Privat und Kasse. Dann ist das Problem von heut auf morgen gelöst - incl. der Beitragsproblematik bei den Privaten.

    Ciao
    Tina
    Die Anpassung bei der demographischen Entwicklung wird nach unten gehen, das heisst die privaten werden das selbe Zahlen wie die Kassen.
    Da mit Kassnhonoraren nur ein Defizit erreichbar ist, wenn kein Ausgleich durch die höheren Privathonorare erfolgt werden die Praxen sterben.
    Die Konsequenz wird eine Staatsmedizin in Ambulatorien sein ; aber auch dafür sind heute schon zu viele Stellen nicht besetzt. (siehe z.B. Italien) -und daneben die echte Selbstzahlermedizin.

    England hat unter Blair die Mediziner ebenso in ein defizitäres Handeln geschickt. Die Konsequenz war dass in England niemand mehr Medizin machen wollte (nach dem Studium) England ist momentan auf dem Salto Rückwärts. Das schafft es mit deutschen und Indischen Ärzten, den Mangel zu behebn.
    Das Problem wird sein: die Inder sprechen deutsch nicht als Muttersprache oder wie die deutschen als erste Fremdsprache.
    Uns bleiben die Kollegen aus Osteuropa, soweit diese Nicht Englisch können und gleich nach Kanada, Australien oder England auswandern.
  8. #27

    .

    Zitat von Jean_Paul Beitrag anzeigen
    Das werden jetzt die Gutmenschen nicht gerne hören/lesen, dass wir in Deutschland nicht nur im Gesundheitswesen Zustände wie in Indien vorfinden, wo es ja bekanntlich das KASTENWESEN gibt, sondern auch bei der Renten- und Arbeitslosenversicherung, wird ein großer Unterschied zwischen Arbeitnehmer, Selbständiger, Manager und Beamter gemacht!!! Willkommen im Mittelalter, wo bleibt denn da Bundesbetroffenheitsbeauftragte Claudia Roth, die sich doch sonst immer gerne für die Antidiskriminierung stark macht???
    In Deutschland war ich Kassenpatient, hier in Indien bin ich Privatpatient und bekomme sicherlich eine der besten hier möglichen Behandlungen.
    Glauben Sie mir, als deutscher Kassenpatient spielt man immer noch in der ersten Liga.
    Viele Grüße aus Indien
  9. #28

    Kassenarzt zu sein macht nicht mehr Spaß

    Zitat von UnitedEurope Beitrag anzeigen
    Und auch mit Kassenpatienten kann man gut verdienen, da muss keiner am Hungertuch nagen.
    Das ist leider nicht mehr so durchgängig der Fall. Ich mußte meine Allgemeinarztpraxis nach 2 1/2 Jahren schließen.
    35.-- Euro Flatrate pro Patient und Quartal sind miserabel; damit läßt sich weder anständig leben noch Qualität erbringen.
    Mein Steuerberater nimmt 200.-- Eiro pro Stunde (und nicht pro Quartal).
  10. #29

    keine Kassen

    Ärzte sollten ihre Kassenzulassung zurückgeben. Sie ist ja kein Zwang, im Gegenteil, man muss sie beantragen. So etwas ist nicht ungewöhnlich. In den 50er Jahren gab es noch viele Praxisschilder mit dem Zusatz "keine Kassen".

    Wenn die restlichen Ärzte dann ausschliesslich von Kassenpatienten leben müssen und ggfs. aus dem eigenen Vermögen substituieren müssen, wird das System zusammenbrechen, und spätestens dann muss ja etwas geschehen.


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