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Wende bei Schwarz-Gelb: Koalitionspolitiker unterstützen Mindestlöhne

In der Koalition bahnt sich ein Kurswechsel an: "Ich bin überzeugt, dass wir über kurz oder lang einen Mindestlohn in allen Branchen haben werden", sagte Arbeitsministerin von der Leyen im SPIEGEL voraus. Immer mehr Politiker von Union und FDP setzen sich für die Einführung ein.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...785572,00.html
  1. #210

    und tschüß

    Zitat von LondoMollari Beitrag anzeigen
    ... das Sie bei der nächsten Wahl mal schleunigtst LINKSPARTEI oder SPD wählen ... nicht etwa Schwarz-Gelb.
    Denn verglichen mit den Geldvolumen die im Moment für Bankster-Rettung, Griechenfinanzierung (was auch nur eine Banksterrettung ist, den der Grieche hat seine Schulden bei unserem Bankster) und Co durch die Welt geschickt wird ...

    Davon könnten wir die nächsten 80 Jahre nicht nur Mindestlohn, sondern auch gleich noch BGE für alle zahlen. Da brauchen Sie sich um Inflation durch Mindestlohn mal keine Sorgen zu machen ...
    1) wer das wort "bankster" verwendet disqualifiziert sich selbst als ernst zu nehmender diskussionspartner

    2) was hat das zitieren irgendwelcher beträge mit dem (un)sinn eines mindestlohns zu tun? vllt argumentieren sie auch mal mit _argumenten_ und nicht mit parolen der LINKEN

    3) hätte, hätte fahrradkette
  2. #211

    Ml

    Zunächst einmal bin sehr dafür das Arbeitnehmer fair bezahlt werden. Das heisst ein gut gehendes Unternehmen das seine Mitarbeiter mies bezahlt handelt asozial.
    Ein Problem sehe ich natürlich in Geschäften die Umsatzmässig bzw Gewinnmässig grad so über die Runden kommen. Da werden massiv erhöhte Lohnkosten dazu führen den Personalbestand zu senken um die Kosten wieder in den Griff zu bekommen.

    Möglicherweise versucht man über höhere Preis das Ganze auszugleichen.
    In vielen Bereichen ist es jetzt schon so dass Leute selbständig arbeiten, zb Handwerker, Dienstleister oder auch Nachhilfelehrer die in einem Betrieb keinen Stundenlohn bekommen sondern anfallende Aufträge auf eigene Rechnung ausführen und die Örtlichkeiten bzw Maschinen gestellt bekommen.

    Mindestlöhne, so wichtig sie für den einzelnen sein können sind sicherlich kein Allheilmittel für eine Volkswirtschaft.

    F,SPA und die USA sind trotz Mindestlöhne in einer schweren Situation. SWE, SUI oder Dänemark geht es trotz fehlendem ML recht gut.

    Vielleicht sollte man sich auch mal über die Sozialversicherungsbeiträge unterhalten, wieso hier nicht ansetzen und einen Steuerbasierten Ansatz finden?
  3. #212

    geldvermehrung

    Zitat von Sleeper_in_Metropolis Beitrag anzeigen
    Das ist ja bei dem allgemeinen Preiskampf gottseidank in vielen Bereichen nicht drinnen.
    die margen sind rasierklingendünn, richtig. deshalb kann man von diesen auch keine höheren löhne zahlen ohne die preise für flchendeckend zu erhöhen. geld entsteht ja nicht von allein.


    Zitat von Sleeper_in_Metropolis Beitrag anzeigen
    Da werden dann also die Herren Aufsichtsräte und Fabrikbesitzer einfach mal eine goldene Klobrille weniger im Jahr kaufen müssen, sprich einfach mal auf ein ganz kleines Stück vom Gewinn verzichten. Wird diese Einkommensschicht mit Sicherheit nicht umbringen.
    jetzt mal ehrlich: wie hoch stehen die chancen dafür? ;)
  4. #213

    Ob es die Parteien kapieren??

    Zitat von VerHartzter Beitrag anzeigen
    Na dann los mit Mindestlohn (Vorschlag 12€] und Equal-Pay.
    12 Euro/h sind nicht abwegig, umgerechnet 12 Euro werden in Australien als Mindestlohn schon eine Weile gezahlt. Das erhöht die Binnennachfrage und entlastet die Sozialkassen. Das Leben in Australien ist nicht teurer, als das in Deutschland, eher ein wenig preiswerter.

    Wenn ich mir überlege, daß ich 1972 als Lagerarbeiter (Roggemann Holzhandel) in Bremen mit 8,50DM/h angefangen habe und nach drei Wochen 11,50 pro Stunde brutto hatte, dann können heute nach 39 Jahren kontinuierlicher Preissteigerungen 12 Euro nicht zuviel sein.
  5. #214

    Aus

    Zitat von fxe1200 Beitrag anzeigen
    12 Euro/h sind nicht abwegig, umgerechnet 12 Euro werden in Australien als Mindestlohn schon eine Weile gezahlt.
    Zunächst mal hab ich 10,40 € als aktuelle Grösse gefunden, lass mich aber gern belehren.

    Es würde mich intressieren ob die Aufwertung des Aus$ um 20 % gegenüber dem € keine Rolle spielt.

    Ausserdem muss man sich selbst versichern, AG zahlen keine Zuschüsse, denk mal da relativiert sich das Ganze wieder.
  6. #215

    Gesellschaftlicher Gewinn

    Zitat von Nobbi Beitrag anzeigen
    die margen sind rasierklingendünn, richtig. deshalb kann man von diesen auch keine höheren löhne zahlen ohne die preise für flchendeckend zu erhöhen. geld entsteht ja nicht von allein.
    ... und in manchen Brachen verzweifelt der ehrliche Unternehmer, weil er seine Leute nicht ausbeuten will und aus gesunden Emfinden auch garnicht kann.
    Sicher, es gibt Dinge die werden teuerer. Würde es aber soviel ausmachen, ein paar Cent mehr für einen Brief zu zahlen oder ein € mehr für ein Päckchen und ein paar € mehr für eine Hotelübernachtung?
    Also mich nicht!
    Aber es gibt auch Dienstleistungen die keiner braucht. Die werden vielleicht auch wieder verschwinden und ein paar AP gehen verloren.
    Aber ich zahle lieber für einen Arbeitslosen, als für eine AG, der nicht bereit ist einen vernünftigen Lohn zu zahlen.

    Unter dem Strich, davon bin ich fest überzuegt, wird das für den Staat billiger. Und für den Betroffenen ist es auch besser, finanziell kein Verlust, aber mehr Zeit (sich sinnvoll zu betätigen).

    Zitat von Nobbi Beitrag anzeigen
    jetzt mal ehrlich: wie hoch stehen die chancen dafür? ;)
    Höher als ohne ML!
  7. #216

    Führende Rolle gefährdet

    Zitat von fxe1200 Beitrag anzeigen
    12 Euro/h sind nicht abwegig, umgerechnet 12 Euro werden in Australien als Mindestlohn schon eine Weile gezahlt.
    Undenkbar, Deutschland würde seine führende Rolle bei der Herstellung schadstoffarmer Schiffsantriebe verlieren:
    Schadstoffarmer Schiffsantrieb
  8. #217

    ...

    Zitat von fxe1200 Beitrag anzeigen
    12 Euro/h sind nicht abwegig, umgerechnet 12 Euro werden in Australien als Mindestlohn schon eine Weile gezahlt. Das erhöht die Binnennachfrage und entlastet die Sozialkassen. Das Leben in Australien ist nicht teurer, als das in Deutschland, eher ein wenig preiswerter.
    Haben Sie schon einmal die Einwanderungspolitik Australiens mit der 'Einwanderungspolitik' von Deutschland verglichen?
    Schon einmal den Sozialhaushalt Australiens dem von Deutschland gegenüber gestellt?
    Übrigens sind australische Produkte in Australien billiger als ausländische Produkte. In Deutschland ist es genau umgekehrt.
    All das gehört vermutlich zu den Bedingungen, die es Australien ermöglicht, einen Mindestlohn von umgerechnet 12 EURO zu zahlen.
    Daneben hat die australische Gesellschaft auch eine gänzlich andere Mentalität als die deutsche Gesellschaft. Die Ellbogenmentalität sucht man dort vergebens. Allerdings hat man dort noch Achtung vor den staatlichen Autoritäten.
  9. #218

    was nun?

    Zitat von MarkH Beitrag anzeigen
    kaum anzunehmen, dass in den Kommunen Jemand noch Mindestlöhne zahlen kann.
    Sterben die Mittelzentren, dürften bald die meisten Regionen in DE den Erdboden gleich gemacht sein.

    Diese Regierung ist einfach unglaublich.
    Natürlich braucht es Mindestlöhne .. Viel wichtiger sind aber kommunale Geldzirkulation und regionale Kredite.
    Verstehe ich nicht:

    1) In den Kommunen könne niemand Mindestlöhne zahlen. Mindestlöhne führen zum Sterben der Kommunen. Aha.
    - Kommunen zahlen BAT bzw. Besoldungsgruppen, nicht Mindestlohn.
    - oder meinen Sie Firmen in den Kommunen?
    - Was hat Mindestlohn mit den Finanzproblemen der Kommunen zu tun? Wie soll sich Mindestlohn auf die Mittelzentren auswirken - im Gegensatz zur Auswirkung auf Groß- und Kleinstädte. Können Groß- und Kleinstädte ihrer Ansicht nach Mindestlöhne besser verkrafent?
    2) Natürlich braucht es Mindestlöhne. Aha. Niemand kann sie zahlen, sie führen mit absoluter Sicherheit in den Ruin, aber man braucht sie. Sehr aufschlussreich.

    regionale Kredite? Das Problem der Kommunen ist, dass Sie zu hohe Schulden haben. Glauben Sie etwa, das Schuldenproblem lässt sich mit noch mehr Krediten lösen?
  10. #219

    ?

    Zitat von zabbel Beitrag anzeigen
    (...) Mindestlöhne, so wichtig sie für den einzelnen sein können sind sicherlich kein Allheilmittel für eine Volkswirtschaft.

    F,SPA und die USA sind trotz Mindestlöhne in einer schweren Situation. SWE, SUI oder Dänemark geht es trotz fehlendem ML recht gut.

    Vielleicht sollte man sich auch mal über die Sozialversicherungsbeiträge unterhalten, wieso hier nicht ansetzen und einen Steuerbasierten Ansatz finden?
    Zunächst mal muss man aufpassen, dass die Mindestlohndebatte derzeit völlig unsortiert verläuft: In vielen Branchen haben wir Mindestlöhne, weil gewerkschaftliche Strukturen bestehen und Tarifverträge möglich - und durchsetzbar - sind. In vielen Bereichen aber auch nicht.

    Es geht nicht um die Frage, ob Unternehmen sich einen Mindestlohn leisten können: wir müssen akzeptieren, dass Güter neben dem Marktpreis auch einen "gesellschaftlichen Preis" haben. Wer seine Leistung nur zu einem Preis anbietet, der nicht auch die sozialen Gemeinkosten wie Rentenanwartschaft, Krankenversorgung, ... mit abdeckt, betreibt Dumping - und das ist schädlich für die Marktwirtschaft. Vielleicht (!!!) mag diese Selbstausbeutung noch für Selbständige durchgehen, für Arbeitnehmer aber nicht!

    Also muss (!) ein gesetzlicher Mindestlohn branchenübergreifend beziffert werden, unter dem in .de Arbeit nicht angeboten werden darf!!!

    Von dieser Erkenntnis sind wir aber noch meilenweit entfernt.

    Tarifliche Mindestlöhne und ggf. deren Allgemeinverbindlichkeit sind davon getrennt zu sehen: als Ergebnis unserer Tarifautonomie können die auch höher ausfallen - aber hierzu müssen die Arbeitnehmer auch etwas beitragen - nämlich sich organisieren und solidarisieren, um die Taraifautonomie auch in den Bereichen herzustellen, in denen gewerkschaftliche Gegenmacht bislang nicht ausreichend darstellbar ist.

    Wenn bis jetzt Politiker aus der Koalition von Mindestlöhnen sprechen, tun sie das nur auf der Basis der Tarifautonomie. Also dem Bereich, den sie durch ihr eigenes Handeln (Arbeitspflicht für Hartz-IV-Bezieher, Leiharbeit, Befristete Verträge, ...) den Boden zum Erfolg entzogen haben. Also eher der Versuch Mindestlöhne aufzuhalten, als sie einzuführen - allen Lippenbekenntnissen zum Trotz.


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