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Wende bei Schwarz-Gelb: Koalitionspolitiker unterstützen Mindestlöhne

In der Koalition bahnt sich ein Kurswechsel an: "Ich bin überzeugt, dass wir über kurz oder lang einen Mindestlohn in allen Branchen haben werden", sagte Arbeitsministerin von der Leyen im SPIEGEL voraus. Immer mehr Politiker von Union und FDP setzen sich für die Einführung ein.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...785572,00.html
  1. #120

    Wendehälse!

    Nicht, dass ich gegen den Mindestlohn bin. Er ist überfällig! Denn es ist entwürdigend, zu arbeiten und davon nicht das eigene Leben finanzieren zu können.
    Aber dieser Gesinnungswechsel ist letztlich nur Ausdruck des entgrenzten Opportunismus der derzeitigen Regierung. Sie handeln nicht aus Überzeugung, sondern weil sie Angst vor Volksaufständen haben. Da ist es beim Mindestlohn nicht anders, als bei der Atomwende.
    Natürlich haben sie auch noch ein paar Dinos wie Fuchs und Bouffier, die gar nichts mehr von der aktuellen gesellschaftlichen Stimmungslage merken und am Ende auch nur im Bunker sitzen und denken werden, dass das deutsche Volk ihrer nicht würdig gewesen sei...
  2. #121

    Kommunalwahl in Niedersachsen

    Heute ist doch K-Wahl in Niedersachsen.

    Heimatland von v.d.L.
  3. #122

    Zitat von EraserFS Beitrag anzeigen
    "Auch innerhalb der FDP wächst die Unterstützung für den Mindestlohn. "Es ist nicht marktwirtschaftlich, wenn Menschen acht Stunden am Tag für Löhne arbeiten, von denen sie nicht leben können", sagte der schleswig-holsteinische Sozialminister Heiner Garg (FDP)."
    Und allein dafür hat die FDP weniger als 2% verdient. Frechheit, dass die sich wahrscheinlich selbst noch als Liberale bezeichnen.

    Löhne sind nicht aus purer Langeweile oder aufgrund von Profitgier in manchen Berufen so niedrig, sondern schlicht und ergreifend deswegen, da ein Überangebot am Arbeitsmarkt für solche Arbeiten existiert und/oder dass sich die Ausführung dieser Arbeit ansonsten nicht rentiert.

    Schlimme Sache diese Ergebnisse von Angebot und Nachfrage und Unternehmenszweck.

    Besonders dämlich von der FDP ist, dass sie mit solchem Unsinn auf Stimmenfang in Wählergruppen geht, um die die anderen etablierten Parteien schon sehr viel länger und glaubwürdiger buhlen.
    Hab ich 2% gesagt? Ich meinte 1%.
    Da wäre 1% noch zuviel!!
    Was die FDP dabei vergisst, ein Unternehmen, dass keine "anständigen" Löhne zahlen kann, hat auf dem Markt nichts verloren. Eigentlich müsste es der FDP doch auffallen, dass sie genau das Gegenteil von dem machen was sie sagen, nämlich Löhne zu subventionieren!
  4. #123

    Virus

    Die Umfaller-FDP scheint den Virus verbreitet zu haben - an die CDU. Statt alternativloser Entscheidungen ist jetzt alternativloser Populismus angesagt - es lebe der Wandel, die Wende, die Wendehälse.
  5. #124

    Gegenrede

    Zitat von gaga007 Beitrag anzeigen
    Die Chefs von sieben führenden Wirtschaftsforschungsinstituten haben die Bundesregierung aufgefordert, ihre Pläne zum Ausbau von Mindestlöhnen zurückzuziehen. Andernfalls drohe ein starker Arbeitsplatzabbau, hieß es in dem vom "Handelsblatt" veröffentlichten Aufruf. "Ein gesetzlicher Mindestlohn vernichtet Arbeitsplätze", schrieben die Experten ... darüber hinaus sei ein Mindestlohn gar nicht erforderlich, um eine Grundsicherung bereitzustellen, heißt es weiter: "Mit dem Arbeitslosengeld II besteht bereits ein Instrument, das diese sozialpolitische Funktion erfüllt." Ein Mindestlohn sei "kein geeignetes Umverteilungsinstrument, weil ein erheblicher Teil der Bezieher gar nicht bedürftig im Sinne der Bedarfsgemeinschaften ist".
    http://mobil.stern.de/op/stern/de/ct...stlohn/614068/

    Diese Aussage stammt bereits aus 2008 und es gibt keinen Grund sie zu relativieren !

    Löhne sollten nie einheitlich im Sinne einer kommunistischen Volks- und Planwirtschaft festgelegt werden. Auch der Arbeitsmarkt ist ein Markt, der sich nach Angebot und Nachfrage reguliert.

    Arbeitnehmer dürfen nie von der Verpflichtung zur Qualifikation und Leistung befreit werden.
    Mindestlöhne haben nicht das Geringste mit Kommunismus oder Planwirtschaft zu tun. Weder die USA noch Großbritannien sind kommunistisch. Wenn aber Menschen, die Vollzeit arbeiten, vom Staat Leistungen erhalten (müssen), da der Lohn nicht reicht, um zu leben, dann greift der Staat in den Markt ein, der sich dadurch nach unten dreht. Ein Markt, der zu unwürdigen Arbeitsverhältnissen führt, hat seine Existenzberechtigung verloren, bzw. er muss reguliert werden. Leider wird ja heutzutage jede Einflussnahme auf den Markt als kommunistisch bezeichnet.
    Außerdem greift der Staat ja auch durch Veweigerung einer gesetzlichen Lohnuntergrenze in den Markt ein. Derjenige, der Löhne unter dem Existenzminimum bezahlt, wird durch Transfermaßnahmen an den Arbeitnehmer subventioniert.
    Dass Arneitnehmer nie von der Pflicht zur Qualifikation und Leistung befreit werden darf, steht auf einem anderen Blatt, ist auch nicht falsch. Es hat aber nichts mit dem Thema Minsestlöhne zu tun.
  6. #125

    Einen Arbeits"markt"

    Zitat von gaga007 Beitrag anzeigen
    ...
    Auch der Arbeitsmarkt ist ein Markt, der sich nach Angebot und Nachfrage reguliert.
    ...
    gibt es schon lange nicht mehr. Spätestens mit der Einführung von Hartz IV im Jahre 2005 wurde der Arbeits"markt" abgeschafft!

    Seitdem werden nämlich Millionen von Arbeitnehmern gezwungen, jede angebotene Arbeit anzunehmen - völlig unabhängig von den Konditionen, insbesondere der Bezahlung.

    Von einem Markt, der sich nach Angebot und Nachfrage reguliert, kann hierdurch keine Rede mehr sein. Das ist Kommunismus pur!
  7. #126

    Bahring, Barbier, Henkel, Hundt, Metzger, Rodenstock et al.

    Zitat von Danae1975 Beitrag anzeigen
    Da wäre 1% noch zuviel!!
    ...
    Hat die Protagonistin vor ihrer Ankündigung die Soffleure der Regierung nach der Meinung gefragt?

    www.insm.de
  8. #127

    Wenn

    Zitat von Danae1975 Beitrag anzeigen
    Da wäre 1% noch zuviel!!
    Was die FDP dabei vergisst, ein Unternehmen, dass keine "anständigen" Löhne zahlen kann, hat auf dem Markt nichts verloren. Eigentlich müsste es der FDP doch auffallen, dass sie genau das Gegenteil von dem machen was sie sagen, nämlich Löhne zu subventionieren!
    Wenn Marktbegleiter in der gleichen Branche anständige Löhne zahlen können und trotzdem rentabel arbeiten, dann ist das Unterschreiten dieser Löhne entweder ein Zeichen unternehmerischen Versagens oder blanker Habgier gepaart mit einem mafiösen Charakter.

    Die Rahmenbedingen, die ein Mindestlohn mit sich brächte, gelten für alle Markteilnehmer gleichermassen und es spricht aus ökonomischer Sicht nichts gegen einen angemessen justierten Mindestlohn.

    Abgesehen davon ist es eine Frage des Anstands aber da predige ich bei Hardcore-Egoisten, die sich gerne hinter fragwürdigen Preisbildungtheorien verschanzen, wohl in taube Ohren.
  9. #128

    Vor der Wahl zählt die Stimme, danach die Spende

    Zitat von GerhardFeder Beitrag anzeigen
    Die Umfaller-FDP scheint den Virus verbreitet zu haben - an die CDU. Statt alternativloser Entscheidungen ist jetzt alternativloser Populismus angesagt - es lebe der Wandel, die Wende, die Wendehälse.
    Auch eine Partei kann mal klüger werden. Allerdings ist die FDP nicht die Partei von der man erwartet, wenn sie vor der Wahl Mindestlöhne verspricht, hinterher sich noch daran erinnert. Die Abarbeitung von Wunschzetteln von Parteispendern geht bei ihr schneller. Vor der Wahl zählt die Stimme, nach der Wahl die Spende. Jeder Industriebereich, der von Niedrigstlöhnen profitiert, hat die FDP schnell wieder auf Kurs.
  10. #129

    Nichts gelernt? Wer?

    [QUOTE=EraserFS;8694926
    ...
    Löhne sind nicht aus purer Langeweile oder aufgrund von Profitgier in manchen Berufen so niedrig, sondern schlicht und ergreifend deswegen, da ein Überangebot am Arbeitsmarkt für solche Arbeiten existiert und/oder dass sich die Ausführung dieser Arbeit ansonsten nicht rentiert.
    ...
    [/QUOTE]

    Sie haben vergessen darauf hinzuweisen, dass das Überangebot an Niedriglöhnern von unseren Politikern künstlich geschaffen wurde. Immerhin werden seit 2005 Millionen von Menschen gezwungen, jeden "Job" anzunehmen. Egal wie weit unter ihrer Qualifikation und vor allem völlig egal, wie schlecht bezahlt.

    Genauso, wie die Politik dieses Überangebot künstlich erschaffen konnte, kann sie es auch wieder abschaffen - da fehlt es allein am guten Willen.

    Ob sich die Ausführung "dieser Arbeiten" auch mit einer angemessenen Bezahlung noch lohnt, kann ein daran zweifelnder Arbeitgeber sehr schnell und einfach feststellen: Ist er zum Beispiel der Meinung, dass seine Putzfrau für das Putzen der Toiletten nicht mehr als 2 oder 3 Euro in der Stunde "verdient", aber keine Putzfrau mehr dafür zu arbeiten gezwungen wird, stellt er eben keine Putzfrau ein.

    Wie lange wird es wohl dauern, bis die ungeputzten Toiletten selbst solch einen "Unternehmer" davon überzeugt haben, dass eine gute Bezahlung seiner Putzfrau eine sehr gute Investition ist?


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