Also ich lebe in einem Land, in dem z.B. Religionskritiker – wenn sie denn die „falsche Religion“ kritisieren – diffamiert und kriminalisiert werden. Mit der viel beschworenen Meinungsfreiheit ist es nicht weit her, wenn man die „falsche“ Meinung vertritt. Derartige Verhältnisse oder auch nur ein Streben danach sind mir aus den USA nicht bekannt. So geht es auch in den neuen Gesetzen nicht um Zensur von Internetseiten sondern um den Schutz geistigen Eigentums. Die USA waren nie ein Paradies für Raubkopierer und geben sich auch wirklich keine erkennbare Mühe es zu werden. Wer dort geistiges Eigentum anderer stiehlt, muss mit Strafverfolgung rechnen.
Dies als „Zensur“ zu bezeichnen erfordert schon erst mal eine Pervertierung der Wortbedeutung. Danach hätten wir dann sehr viele „Zensoren“ im eigenen Land. Etwa Warenhausdetektive, die Ladendiebe „zensieren“ oder Fahrkartenkontrolleure, die Schwarzfahrer „zensieren“. Gewiss: Auch diese „Zensoren“ sind bei einigen Zeitgenossen, die sich z.B. in ihrem „Recht“ auf ein kostenloses Besäufnis an beliebigen Orten massiv eingeschränkt sehen, hochgradig unbeliebt. Die Gesinnungszensur gegen andere ist hingegen ihre liebste Freizeitbeschäftigung.
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