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Weltweite Internetgesetze: US-Konzerne lassen das Netz zensieren

Zwei US-Gesetzentwürfe*zur Internetkontrolle*sind so umstritten, dass nun sogar Wikipedia in Streik tritt. Die größte Lobby für mehr Netzzensur ist dabei die US-Unterhaltungsbranche.*Sie macht sogar weltweit Druck auf ausländische Regierungen*- mit rabiaten Mitteln, mit Hilfe der US-Regierung.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...809603,00.html
  1. #110

    Netzzensur?

    Also ich lebe in einem Land, in dem z.B. Religionskritiker – wenn sie denn die „falsche Religion“ kritisieren – diffamiert und kriminalisiert werden. Mit der viel beschworenen Meinungsfreiheit ist es nicht weit her, wenn man die „falsche“ Meinung vertritt. Derartige Verhältnisse oder auch nur ein Streben danach sind mir aus den USA nicht bekannt. So geht es auch in den neuen Gesetzen nicht um Zensur von Internetseiten sondern um den Schutz geistigen Eigentums. Die USA waren nie ein Paradies für Raubkopierer und geben sich auch wirklich keine erkennbare Mühe es zu werden. Wer dort geistiges Eigentum anderer stiehlt, muss mit Strafverfolgung rechnen.
    Dies als „Zensur“ zu bezeichnen erfordert schon erst mal eine Pervertierung der Wortbedeutung. Danach hätten wir dann sehr viele „Zensoren“ im eigenen Land. Etwa Warenhausdetektive, die Ladendiebe „zensieren“ oder Fahrkartenkontrolleure, die Schwarzfahrer „zensieren“. Gewiss: Auch diese „Zensoren“ sind bei einigen Zeitgenossen, die sich z.B. in ihrem „Recht“ auf ein kostenloses Besäufnis an beliebigen Orten massiv eingeschränkt sehen, hochgradig unbeliebt. Die Gesinnungszensur gegen andere ist hingegen ihre liebste Freizeitbeschäftigung.
  2. #111

    Übelste Propaganda

    Zitat von der_durden Beitrag anzeigen
    Alleine das Phatanasiewort "Raubkopie" ist schon eine Frechheit. Wo ist der Raub? Was sagen Sie eigentlich Opfern, die einem Raub zum Opfer fielen? Es ist kein Raub, es ist kein Diebstahl, es ist und es bleibt eine Urheberechtsverletzung. Die Umsätze und Gewinne der Industrien erholen sich stetig. Sie haben gelernt, was Menschen wünschen.
    Wohl wahr, ein potemkinsches Dorf, oder die Filmkulisse einer Stadt als Wohnstätte zu verkaufen, wäre nichts dagegen.

    Allein wenn man überlegt, dass ein Raub sich von einem Diebstahl, oder Einbruch darin unterscheidet, dass dabei zumindest mit der Anwendung von Gewalt gegen Leib und Leben gedroht und sehr häufig sogar in übelster Form ausgeübt wird.
  3. #112

    Ist doch nix neues!

    Zitat von sample-d Beitrag anzeigen
    Das "Mitschneiden" auf Computerfestplatte - wie es gerade z.B. mein Timeshift Receiver tut - ist ja keineswegs strafbar. Genausowenig ist es denke ich strafbar Webradio am PC aufzuzeichnen, oder ?!?
    Aber was illegale Downloads im Allgemeinen angeht denke ich es liegt daran, ......
    Wie war das denn in den lustigen 1970ern? Jeder Musikbgeisterte hatte ein HiFi-Turntable und Aufnahmemaschinen (Tapedecks, Bandgeräte). Ich habe mir damals das Album "X" der Gruppe "Y" gekauft und dann wurden auf dem Schulhof munter CompactCasetten getauscht. Auch damals haben Kollegen Probleme bekommen, wenn die das bewusste Album 99 mal kopiert und die Kasetten dann für 5 DM verkauft haben.

    Andere Leute bekamen Probleme, wenn die mit ihrer CB-Funkstation und (illegalem Nachbrenner) quer durch Deutschland funken konnten.
    Es prallen also 2 Technologien aufeinander, die enorm gewachsenes Potenzial bieten: Durch Bereitstellung von Inhalten kann ich heute Milliarden Menschen weltweit erreichen.

    Die üblichen Vertriebsstrukturen sind eigentlich schon tot - sie haben es nur noch nicht gemerkt. In Zukunft wird sich der Mainstream-Müll warm anziehen müssen. Momentan sind die Consumer noch nicht emanzipiert und versuchen über das WWW den Müll abzugreifen, den uns die Industrie vorsetzt.

    In naher Zukunft wird es globale Communities geben, die globalen Dorfbarden anhängen. Dinosaurier-Mageseller mit 500 Millionen verkauften Tonträgern sterben aus und das ist Fakt. "Broadcast Yourself!" - Da habe ich so viel Talent gesehen! Resultat: Die Glotze bleibt aus, die Industrie hat keinen Cent an mir verdient, das ganze ist urheberrechtlich irrelevant und eine Weiterverbreitung (virales Marketing) ist sogar erwünscht.

    Falls einer von den "digital Natives" Stellung beziehen mag: Sowas wie das WWW habe ich schon seit 1975 theoretisch und praktisch herbei visioniert und realisiert.
  4. #113

    Thema

    Zitat von graphicdog Beitrag anzeigen
    Dadurch, dass Computersoftware in versiegelten DVD-Hüllen angeboten wird, die nach Öffnen des Siegels meist nicht mehr an den Händler zurückgegeben werden kann, bin ich als Käufer der Möglichkeit beraubt, zu sehen, was das Programm kann und ob es für mich das Richtige ist.

    Bei teurer ....
    Witziger Kommentar. Aber nehmen wir mal an Sie hätten zumindest auch moralisch Recht. Nun meine Frage. Hand auf's Herz. Kaufen Sie denn dann die Software, wenn Sie von der illegal besorgten "Testversion" überzeugt sind?

    Überzogene Preise, mangelhafte Umtauschmöglichkeit etc. schützt einfach vor Strafttat nicht. Illegale Downloads sind nun mal strafbar, da beisst die Maus den Faden nicht ab.

    Ich verstehe die Unterhaltungsindustrie. Es gab bereits zu C64-Zeiten Firmen, die haben super Spiele entwickelt, mussten aber konkurs anmelden, weil auf den Schulhöfen die Disketten mit den Spielen nur noch so getauscht worden sind wie sonst nichts.
    Wenn ich was haben möchte muss ich dafür bezahlen, so einfach ist das.
  5. #114

    Moral?

    Zitat von lordofaiur Beitrag anzeigen
    Witziger Kommentar. Aber nehmen wir mal an Sie hätten zumindest auch moralisch Recht. Nun meine Frage. Hand auf's Herz. Kaufen Sie denn dann die Software, wenn Sie von der illegal besorgten "Testversion" überzeugt sind?

    Überzogene Preise, mangelhafte Umtauschmöglichkeit etc. schützt .....
    Verstehen kann man die Industrie natürlich schon. Ein Wegelagerer würde sich seinen "Erwerbsbereich" auch nicht so einfach wegnehmen lassen.
    Ich stelle mir gerade massen an Arbeitnehmern in den 60gern und 70ger Jahren vor, die massiven Einfluss auf die Politik nehmen, um Roboter, Rationalisierungs- sowie Modernisierungsprozesse in ihren Betrieben gesetzlich zu verbieten, damit ihnen ihre Arbeitsplätze erhalten bleiben....

    Wäre das so gewesen, hätten die Belegschaften im Vergleich zur Unterhaltungsindustrie zumindest moralisch Recht gehabt!
    Die Unterhaltungsindustrie hat keins von beiden. Sie bietet weder objektiv geschweige denn moralisch auch nur einen Ansatz von rechtfertigbarem Verhalten.
    Sie hat durch ihre wirtschaftliche Überlegenheit schlichtweg die bessere Einflussmöglichkeit.
  6. #115

    Ganz so einfach ist es mittlerweile nicht mehr...

    Zitat von lordofaiur Beitrag anzeigen
    Überzogene Preise, mangelhafte Umtauschmöglichkeit etc. schützt einfach vor Strafttat nicht. Illegale Downloads sind nun mal strafbar, da beisst die Maus den Faden nicht ab.

    Ich verstehe die Unterhaltungsindustrie. Es gab bereits zu C64-Zeiten Firmen, die haben super Spiele entwickelt, mussten aber konkurs anmelden, weil auf den Schulhöfen die Disketten mit den Spielen nur noch so getauscht worden sind wie sonst nichts.
    Wenn ich was haben möchte muss ich dafür bezahlen, so einfach ist das.
    klar, wer etwas haben will, muss dafür bezahlen. Allerdings versucht die Unterhaltungsindustrie uns imer noch zu erzählen, dass neue Games ja mindestens 89€ kosten müssen; der CD-Preis hat sich seit ca. 15 Jahren nicht geändert, obwohl sich alles andere in der Produktionskette verändert hat. Die Vorstände, die Geschäftsführer, die Abteilungsleiter, die Eventplaner, die Stars, die Produzenten, die Aktienhalter: die verdienen alle nach wie vor gutes Geld; vielleicht ist der Kuchen nicht mehr so fett wie früher, aber satt macht der noch lange. Was wirklich nötig ist, wäre ein Kompromiss; bezahlbare Preise für den gewünschten Massenkonsum. Ich kann einen Euro nur einmal ausgeben, die Unterhaltungsbranche ist schlicht überteuert, das weiß sie auch, deswegen bleibt der Fokus auf die Räuber. Das eigene Verhalten wird nicht ansatzweise reflektiert.
    Und es bedarf endlich mal einer Regierung, die offn sagt, dass es ihr scheißegal ist, was amerikanische Senatoren zu sagen haben. Ein Frechheit sondergleichen und doch seltsam, wie unaufgeregt die Sache nebenher geht.
  7. #116

    Zum Mäusemelken

    Wikipedia, the free encyclopediaWehret den Anfängen!
    Ich finde die Entwicklung mehr als bedenklich. Ich bin mir sicher, dass wir auf ein Internet zusteuern, in dem wenige entscheiden, was man erreicht und was nicht. Statt Blacklisting werden wird mit Whiteslists arbeiten.
    Verleger, Musik- und Filmwirtschaft beanspruchen für sich neben der Meinungshoheit auch die Contentkontrolle. Alleine die zum Teil absurden Forderungen, ganz ohne Richtervorbehalt Maßnahmen zu Sperre, auch privater Anschlüsse durchzuführen ist in meinen Augen eine Frage für den Verfassungsschutz.
    Es ist zum Mäusemelken...
  8. #117

    Piraten an die Front

    Zitat von r. schmidt Beitrag anzeigen
    Wenn ein paar schmierige Anwälte 600000 Abmahnungen im Jahr in Deutschland verschicken muss sich nicht wundern wenn dies Millionen von Familien und damit breite Wählerschichten erreichen.
    Diese Leute werden den Sturm ernten, weil sich selbst die Anwaltsparteien im Bundestag nicht mehr leisten können diesen Sumpf weiter zuunterstützen.
    Zustimmung! Siehe die 9 Prozent Piraten im Berliner Parlament. Bin gespannt auf die nächste Bundestagswahl.
  9. #118

    .....

    Zitat von cekay Beitrag anzeigen
    Blödsinn, es schadet dem Bürger, dem die Freiheiten immer mehr beschnitten werden, nur weil die "Rechteinhaber" zu blöd und zu bequem sind mit angemessenen Mitteln ihre Inhalte zu schützen.
    Das Urheberrecht ist älter....
    Es wird nichts "mehr" beschnitten...

    Zitat von cekay Beitrag anzeigen
    Wenn diese "Rechteinhaber" nicht in der Lage sind ihr Geschäft zu betreiben ohne die Freiheiten der Bürger zu beschneiden, dann sollen sie eben pleite gehen. Es ist ja nicht so, dass es keine Alternativen (Medien wie Industrie) gibt.
    Dann muss sich der Kunde eben mit anderen Produkte (Musik, Filme) unterhalten.....aber aus welchen Gründen auch immer, will er genau die Produkte haben, die er nicht "gratis" haben darf...
    Zitat von cekay Beitrag anzeigen
    Das Problem heute ist, dass eine kleine Gruppe an Beamten entscheiden welche Gesetze wie geschrieben werden, angeschoben von Lobbyisten und abgenickt von Politikern, die mit späteren hoch dotierten Jobs ohne Arbeit bestochen werden.
    Wie geschrieben, das Urheberrecht ist schon älter, es geht nur um die Durchsetzung....
    Und es geht um Kunden, die alles umsonst haben wollen.....
  10. #119

    Zitat von marcuspüschel Beitrag anzeigen
    Dummerweise fällt morgen deine Festplatte aus und sämtliche online erstandenen Produkte kannst du dir unter die Vorhaut klemmen^^
    auch wenn ich denke, dass ihr post ironisch gemeint ist. ein paar nichtdenker werden es als referenz nehmen, daher:

    1. wer keine backups macht ist selbst schuld.
    2. wer bei online-anbietern kauft, kann den artikel immer wieder runter laden :) - das ist ja gerade ein vorteil, denn was macht ein cd-käufer der sich auf seine cd gesetzt hat? richtig er muss sie neu kaufen!!! was macht eine digitaler? er loggt sich ein und zieht sich den titel wieder auf seinen mp3-player ^^


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