Getty ImagesMit einem beeindruckenden Start-Ziel-Sieg hat David Rudisha bei den Olympischen Spielen die Goldmedaille über 800 Meter gewonnen. Ganz nebenbei lief er Weltrekord. Mit dieser Leistung stellt der Kenianer selbst Usain Bolt in den Schatten.
http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,849350,00.html
Meiner Meinung nach auch wesentlich interessanter anzusehen als die 100m Show.
Eine beeindruckende Vorstellung fürwahr. Im Gegensatz zu einigen anderen Kenia-Läufern, die zum Beispiel beim 1500-Meter Finale eingebrochen sind, als wären sie "exotische" Vertreter aus Österreich oder Luxemburg, hat Rudisha seine Extraklasse unterstrichen.
Auffallend für mich ist, dass die aktuelle ARD-Berichterstattung über vermeintlich flächendeckendes und systematisches Doping in Kenia medial kaum beachtet wird. Auch nicht hier auf SpOn.
Bekanntlich hat ein Spitzenathlet Kenias quasi als Kronzeuge ausgepackt, war zwischenzeitlich aus Angst vor Repressalien untergetaucht und hat nun seine schwer belastenden Aussagen wiederholt.
Mich erinnert das an die gleichgeschaltete mediale Ausschlachtung des "Sommermärchens" aus 2006. Das friedliche Fußballfest, als was es damals wider besseren Wissens vermarktet wurde, wurde begleitet von wüsten Schlägereien und Ausschreitungen, die aber erst im Nachhinein zugegeben wurden.
Da haben Sie recht. Ich habe das Interview neulich auch gesehen, auch das Interview mit dem österreichischen Sportler, der von einem Rucksack voll Dopingmittel und -instrumenten bei einem marokkanischen Läufer berichtet hat.
Das alles wird mal so schnell im Vorbeigehen berichtet und dann schnell in die Schamecke gestellt.
Passiert das bei Radprofis, füllt das tage- und wochenlang die Berichterstattungen.
Es kommt ganz offensichtlich immer auf die jeweilige Interessenlage von ÖR und Medien an.
„David Rudisha ist etwas gelungen, was nicht einmal Usain Bolt in London schaffte: Ein Weltrekord.“ Rein sportlich, beides großartige Leistungen. Wie auch die Siege von Lance Armstong, Carl Lewis, Marion Jones, Florence Griffith-Joyner, Marita Koch, Jürgen Schult, Uwe Hohn, Jarmila Kratochvilova und, und, und...
Bolt hätte vermutlich eine bessere Zeit laufen können, wenn er nicht auf den letzten Metern, den Sieg sicher vor Augen, die Fahrt raus genommen hätte. Er ist geschäftstüchtig genug, sich einen eventuellen neuen Weltrekord für die kommenden, hoch bezahlten Laufveranstaltungen aufzuheben. Alleine die Ankündigung eines Versuches wird seine Gage hochtreiben. Für Rudisha wird eine neue Bestzeit, oder eine ähnlich schnelle Zeit sicher schwerer als für Bolt.
Was das Doping betrifft, ob die beiden da so weit auseinander sind? Schön wäre es, aber wohlmöglich unterscheiden sie sich nur in der Wahl der Mittel und Verfahren. Sicher gibt es auch weiter großartigen dopingfreien Sport, aber gewiss nicht dort, wo das große Geld zu holen ist.