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Weltpremiere bei Nissan: Erstes Serienauto mit vollelektronischer Lenkung

NissanNissan will als erster Hersteller weltweit ein Fahrzeug mit vollelektronischer Lenkung anbieten. Das System verzichtet auf eine mechanische Verbindung zwischen Lenkrad und Rädern und soll innerhalb eines Jahres erhältlich sein. Doch um gesetzliche Bestimmungen zu erfüllen, ist ein Kompromiss nötig.

http://www.spiegel.de/auto/aktuell/n...-a-861953.html
  1. #140

    Zitat von 7eggert Beitrag anzeigen
    Aber daß bei einem einfachen Stromausfall das Auto mit Sicherheit in die Binsen geht, ist vertretbar?
    Gegenfrage: wenn der Gesetzgeber eine Sicherheitsarchitektur vorschreibt, ist das dann immer die einzig mögliche oder beste?

    Wenn sie ein Backup-System an einen getrennten Stromkreis hängen, dann wird das Fahrzeug sowohl beim Ausfall des Backup-Systems als auch beim Ausfall des zweiten Stromkreises unbenutzbar, da nun die beiden verbleibenden Systeme über den gleichen Stromkreis versorgt werden.

    Drei unabhängige Stromkreise und drei unabhängige Systeme, die alle über jeden der drei Stromkreise versorgt werden, bieten eine wesentlich bessere Sicherheit. Das Fahrzeug ist dann auch noch beim Ausfall eines Systems und gleichzeitig eines Stromkreises doppelt gegen Ausfall abgesichert. Damit kommt man auf jeden Fall noch bis zur nächsten Werkstatt.
  2. #141

    Zitat von 7eggert Beitrag anzeigen
    Und wie interpretieren Sie den entsprechenden Bericht hier im Forum, wo das ESP das Gas weggenommen hat, als Beschleunigung beim Überholen gefragt war? Sicherlich hat es erkannt, daß der Gegenverkehr noch weit genug weg war ...
    Als das, was er ist: eine persönliche Einschätzung des Fahrers. Viel wahrscheinlicher ist es, dass er in der Dunkelheit die Entfernung falsch eingeschätzt hatte und dann ein Wegnehmen des Gases wahrnahm, wo gar keines war. Komischerweise läßt niemand nach so einem Vorfall das Protokoll des ESP auslesen, um das Verhalten zu dokumentieren. Ich z.B. würde das tun.
  3. #142

    @7eggert

    Es kann modellspezifische Implementierungen des ESP geben, die rigider eingreifen als andere. Das hängt auch von den fahrdynamischen Eigenachaften des Fahrzeugs ab. Wenn ein Auto, wie z.B. ein Porsche schon eine hohe Eigenstabilität hat, dann greift das ESP selten ein. Anders verhält es sich mit der Mercedes A-Klasse oder manche Golfmodelle mit höherem Schwerpunkt. Diese Autos müssen gerade durch das ESP geschützt werden, wenn mal unerwartet ein etwas resoluterer Fahrer mit diesen Autos unterwegs ist. Wahrscheinlich hat bei besagtem Fahrer, der sportlich ausgeschert ist, das ESP ihm vor einem Schleudergang bewahrt.

    Andere Gründe, wieso das ESP eingegriffen haben könnte, wären verschliessene oder billige Reifen mit schlechter Haftung, die auch noch auf schlechtem Untergrund unterwegs waren. Auch Stoßdampfer mit eingeschränkter Funktion sorgen gelegentlich dafür, dass einer bei sportlich-resoluter Fahrweise einen unschönen Abflug macht.

    Das Problem mit vielen, vor allem jugendlichen Verkehrstoten ist, dass sie gedacht haben, mit instabilen Fahrzeugen wie auf einer Playstation fahren zu können. Und das völlig ohne Ahnung von elementaren Kenntnissen der Physik von Statik und Dynamik.
  4. #143

    Zitat von Alias_aka_InCognito Beitrag anzeigen
    Es kann modellspezifische Implementierungen des ESP geben, die rigider eingreifen als andere. Das hängt auch von den fahrdynamischen Eigenachaften des ...
    Vor ein paar Jahren kam ein Verwandter mit einem ähnlichen Bericht (ESP hat plötzlich das Gas weggenommen) zu mir. Wir hatten damals eine A-Klasse, da habe ich dann ein paar Testfahrten gemacht, mit dem Notebook an der Diagnoseschnittstelle. Ich konnte zwei Dinge feststellen:

    1. Man muss schon recht ruppig fahren, damit das ESP das Gas wegnimmt.

    2. Selbst dann ist das nur so kurz (1-2 Sekunden), dass es für einen halbwegs vernünftigen Überholvorgang keine Relevanz hat.

    Bei glatter Fahrbahn oder anderweitig verringerter Bodenhaftung mag das anders sein. Wer aber dann derart ruppig fährt, der ist selbst Schuld...
  5. #144

    Zitat von Alias_aka_InCognito Beitrag anzeigen
    Das Problem mit vielen, vor allem jugendlichen Verkehrstoten ist, dass sie gedacht haben, mit instabilen Fahrzeugen wie auf einer Playstation fahren zu können. Und das völlig ohne Ahnung von elementaren Kenntnissen der Physik von Statik und Dynamik.
    Na, das gab's in gleichem Umfang schon vor der Playstation. Obwohl - damals mag Alkohol eine größere Rolle gespielt haben. Anderseits sind die Fahrzeugsimulationen guter Spiele heute sehr realistisch. Was abarbeiten manchen Spielern unbeliebt ist, weil das Spiel dann deutlich schwieriger wird...
  6. #145

    Herrlich

    Schöner Artikel. Gut geeignet um die Gattung Autofahrer aufzuschrecken, die sich für die besten der Besten halten, echte Männer die ohne Elektronikschnickschnack echte Autos fahren wie sonst nur Schumi zu seine besten Zeiten.
    Ein Flug mit einem vor Elektronik nur so strotzenden Airbus - kein Problem. Der Bordcomputer ist sicherer als ein müder und angetrunkener Pilot.Elektronische Sicherheitssysteme die mitunter auch AKWs überwachen, kein Problem. Menschliches Versagen reicht uns schon seit Tschernobyl. Vertrauen in den PC der tagtäglich aufwendige Berechnungen in allen Lebenslagen für uns erledigt? Kein Problem. Computer sind toll.
    Aber wehe es wagt einer elektronische Technik in ein Auto zu packen, offensiv zu bewerben und dann noch eine alte mechanische Technik ablösen zu wollen. Drama! Kalter Angstschweiss bildet sich spontan bei den plötzlichen Technikverweigerern. Ein Computer mag ein Kampfflugzeug flugfähig machen, aber eines kann ein Computer nie - nicht jetzt und nicht in 100 Jahren - besser sein als der deutsche Autofahrer.

    Aber da es die gleichen Aufschreie schon bei der Einführung des Airbags, des Katalysators etc. etc. gab kennen wir alle das Ende. Die Technik wird kommen. Und hinterher werden alle damit fahren und behaupten nie etwas gegen diese "Elektronik" gesagt zu haben.
  7. #146

    Zitat von götzvonberlichingen_2 Beitrag anzeigen
    ... aber eines kann ein Computer nie - nicht jetzt und nicht in 100 Jahren - besser sein als der deutsche Autofahrer.
    ...
    Und hinterher werden alle damit fahren und behaupten nie etwas gegen diese "Elektronik" gesagt zu haben.
    Treffend analysiert. Und besser noch: "hier, schau mal, der hat: 'Drive by Wire'. Damit ziehst du bei 220km/h 2m hinter dem Vordermann raus und 1m vor ihm scherst du wieder ein. Läuft wie Butter, wenn deine Frau auf dem Beifahrersitz gerade telefoniert, bekommt sie es nicht mal mit"
  8. #147

    Zitat von götzvonberlichingen_2 Beitrag anzeigen
    Aber wehe es wagt einer elektronische Technik in ein Auto zu packen, offensiv zu bewerben und dann noch eine alte mechanische Technik ablösen zu wollen.
    Wieso sollte die Lenkung eines Autos "alte mechanische Technik" sein? Wieso sollte man am absolut perfekten System rumpfuschen?
    Das verstehe ich (und anscheinend auch die meisten anderen hier) einfach nicht.
  9. #148

    Zitat von dale_gribble Beitrag anzeigen
    Wieso sollte die Lenkung eines Autos "alte mechanische Technik" sein? Wieso sollte man am absolut perfekten System rumpfuschen?
    Das verstehe ich (und anscheinend auch die meisten anderen hier) einfach nicht.
    Direkte mechanische Verbindungen schränken die Freiheit in der Konstruktion immer erheblich ein. Für Autos kann ich die Auswirkungen nicht beurteilen. Ich habe aber bei anderen Systeme erlebt, wie die (ebenso heftig bekämpfte) Ersetzung mechanischer durch elektrische Übertragung kurze Zeit später an ganz anderer Stelle neuartige Konstruktionen ermöglichte. Wodurch sich in die "Performance" dieser Systeme erheblich verbesserte.

    Möglicherweise würde es auch funktionieren, die geplanten Assistenzssysteme (die ja eher der Gegenstand der hier geäußerten Kritik sind) mit einer konventionellen Lenkung zu verbinden. Es wäre aber in jedem Fall viel schwieriger.

    Vielleicht erweist sich das ganze ja als Flop, wer weiß? Aber so etwas kann man auch heute noch nur durch Erprobung in der echten, täglichen Praxis feststellen.

    Zudem ist diese Entwicklung notwendig für meinem Traum von einem Fahrzeug, das ausschließlich durch einen "Joystick" (d.h. auch ohne Pedale) gefahren werden kann.
  10. #149

    optional

    Das System ist insofern nicht perfekt, weil es auch unsinnige Befehle vom Führer ausführt (jetzt bloss keine Hintergedanken).

    Da hat das Radar und die Kamera keine Hindernisse zum Ausweichen registriert, und das Lenkrad bekommt den Befehl, die Räder halb einzuschlagen. Diesen Befehl bei hoher Geschwindigkeit auszuführen ist unsinnig und wird daher nicht ausgeführt. Auch bei einem Ausweichmanöver übertreiben die Fahrer mit dem Lenkeinschlag, auch das kann korrigiert werden.

    So gab es mal einen Fall, wo ein Mercedes-Testfahrer eine junge Mutter mit ihrem Kind im Auto auf der Autobahn durch rasantes annähern der maßen erschrocken hat, dass sie das Lenkrad panisch umgerissen hat. Mutter und Kind landeten im Graben und haben es beide nicht überlebt. Mit einem Drive-by-Wire-System hätte sie viel höhere Überlebenschancen gehabt.

    Des weiteren können auch Fahrer, die zu später Stunde dem Sekundenschlaf anheimfallen, mit diesem System schlafwandlerisch sicher nach Hause gelangen. Dadurch erhöht sich Ihre Sicherheit im Strassenverkehr.








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