REUTERSDas Gutachten aus Düsseldorf setzt Bildungsministerin Annette Schavan massiv unter Druck. Ein Professor wirft ihr darin vor, in ihrer Doktorarbeit getäuscht zu haben. Jetzt hat die Universität Anzeige gegen Unbekannt erstattet - sie will herausfinden, wer das heikle Papier weitergab.
http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...-a-861618.html
Nur so wird man "Durchstechereien" in Behörden ein Ende setzen.
Es geht nicht darum, dass etwas "unter den Teppich gekehrt wird", sondern es gehört sich nicht, dass Betroffene aus den Medien erfahren, wie das Ergebnis irgendeiner Behördenprüfung lautet.
Ob eine derartige Veröffentlichung direkt oder indirekt gegen den deutschen Pressekodex verstößt, wenn so etwas getan wird, ist eine weitere Frage, die sich mir stellt ( z.B. Richtlinien zu den Ziffern 4 oder 8 des Kodexes).
Natürlich ist es Untreue, wenn z.B. ein Mitarbeiter das Gutachten heimlich an die Presse weitergibt. Wer will so einen Mitarbeiter schon haben? Auf irgend eine Belohnung kann er da sicher nicht hoffen. Er gefährdet nur seinen Job. Trotzdem kommt es öfter vor, als man denkt. Doch was ist die Motivation? Ein Gutachten an die Presse weitergeleitet ist oft der einzige Weg es vor dem Verschwinden in der Schublade, oder einer späteren Weichspülung zu retten. Im Prinzip ist derjenige ein "Whistleblower" und es ist eine frage der Perspektive, ob man es verdammen, oder begrüßen soll.
Ein Gutachten in einer Sache medialen Interesses an die Presse weiterzuleiten ist vor allem der persönlichen Geltungssucht geschuldet, und der eine oder andere Euro springt vermutlich auch dabei heraus, wie die Aussicht auf "Berühmtheit" - und sei es, sich den Rest des Lebens damit brüsten zu können, Anteil an der "Beseitigung" einer Ministerin zu haben.
Wie soll den bitte so ein Gutachten in der "Schublade verschwinden"? Die Untersuchung nimmt ihren Gang, und am Ende gibt es ein Ergebnis. Das schlimme ist, daß die zuständigen Gremien jetzt dem Erwartungsdruck nicht eines sinnvollen, angemessenen, sondern eines bestimmten Ergebnisses ausgesetzt sind - wehe, es kommt etwas anderes als "Plagiat" dabei heraus -, ähnlich wie Hexenjäger unter dem Erfolgsdruck erfolgreicher Hexenjagd standen, sie anderenfalls Gefahr liefen selbst als Hexen angeklagt und verurteilt zu werden. Und DAS finden Sie gut.
diese Informationen der Presse gesteckt zu haben,ob das Gutachten sonst in seiner originalen Form an die Öffentlichkeit gelangt wäre würde ich bezweifeln.Mutttis Macht
reicht sicher auch nach Düsseldorf .
"Nach Plagiatsvorwürfen gegen die Doktorarbeit aus dem Jahr 1980 prüft der Promotionsausschuss der Hochschule seit Mai die Arbeit. Am Wochenende war die für den Ausschuss bestimmte "Sachverhaltsermittlung" bekanntgeworden."
Seit Mai also.
Ich denke, die unerwünschte Transparenz hat hier geholfen.