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Wege aus der Schuldenkrise: Euro-Retter schmieden den Plan B

Durchpäppeln oder pleitegehen lassen? Europa streitet über den Umgang mit*Griechenland - dahinter steckt die Angst vor einem Banken-Crash, auch in Deutschland. Jetzt sollen die Finanzinstitute mit Steuergeld gestützt werden. Das könnte günstiger sein, als Krisenländer zu retten.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...790162,00.html
  1. #370

    Mindestreserve

    Zitat von msg10 Beitrag anzeigen
    Achso, also das Geld mit der Mindestreserve, ist das, welches vom Kunden auf sein Konte der Bank A eingezahlt wird. Diese Mindestreserve gibt also den Prozentualsatz an, der von der EZB eingezogen wird und darauf kriegt die Bank A Zinsen. Kriegt die Bank A diese Mindestreserve mal ganz zurück. Kunde zahlt 100€ auf sein Konto, 98€ bleiben dann ja bei der Bank. Kunde will 100€ abbuchen. 2€ bei EZB, hmm?

    Ja, wenn der Kunde sein Geld bei seine Bank abholt, bekommt seine Bank die Mindestreserve von der EZB zureueck.
    Die Mindestreserve ist wie eine Steuer zu verstehen die Bank A zu zahlen hat. Der Sinn ist das Banken nicht das ganze Geld ihrer Kunden (langfristig) verleihen/investieren und dann keines mehr haben wenn ein Kunde sein Geld abheben will.
    Ausserdem ist dies ein weg fuer die Zentralbank die Geldmenge zu kontrollieren.

    Hmm, mit diesen Sicherheiten kann eine Bank ggf. in der Zeit dann also auch nichts mehr machen? Also Staatsanleihen, die als Sicherheit hinterlegt wurden, können in der Zeit nicht verkauft werden. Gleiches gilt für andere hinterlegte Sicherheiten, also die dürfen nicht veräussert werden, richtig? Die Sicherheiten bleiben auch nur solange hinterlegt, bis die EZB ihr geliehenes Geld zurückbekommt? So dann richtig?
    Genau: alle Sicherheiten die bei der EZB hinterlegt werden koennen nicht verkauft werden bis die EZB ihr Geld zurueck bekommt, genau wie beim Pfandleiher wenn man seine Rolex verpfaendet.
    Die Sicherheiten werden das Eigentum der EZB fuer die Dauer des Kredites (ueberlicherweise 1 tag, jetzt aber bis 1 Jahr moeglich) und die Bank verpflichtet sich die Sicherheiten zu einem festem Preis von der EZB bei faelligkeit des Kredites zureuck zu kaufen. Das Preisrisiko der Sicherheiten traegt also die Bank, nicht die EZB. Preisanderungen werden Taeglich beglichen, so das der Wert der Sicherheiten immer mit dem Wert des Kredites uebereinstimmt. Dieses "Geschaeft" heist "Repo" (von Re-purchase) oder "Buy-and-sell-back".

    Dieses mag vielleicht etwas kompliziert klingen, ist aber das am haeufigsten gehandelte geschaeft mit der Zentralbank und zwischen Banken. Es ist eine sehr effektive und vorallem sichere weise Geld zu leihen und zu verleihen. Kann das Kreditnehmer den Kredit nicht begleichen werden die Sicherheiten sofort im Mark verkauft und der Kreditgeber erhaelt so sein Geld zurueck. Deswegen ist es wichtig gute Sicherheiten zu nehmen die einfach und ohne hohe Kosten verkauft werden koennen.
  2. #371

    Geld

    finanzjongleur 371

    Dieses klingt ja unheimlich sicher, ist es aber nicht. Im EZB-Geldsystem gibt es im Augenblick ca. 1,3-1,4 Billionen Euro Zentralbankgeld in Form von Bargeld (ca. 900Mrd.) und 400Mrd. Sichtguthaben der Geschäftsbanken bei den nationalen Notenbanken, die wie von Ihnen beschrieben abgesichert und im Augenblick mit 1,5% zu verzinsen sind. In den Büchern der Geschäftsbanken befinden sich aber zusätzlich 3 Billionen Sichteinlagen der Kunden, die unmittelbar durch Überweisung oder Bargeldabhebung in Zentralbankgeld umgewandelt werden können. Auch für diese, nicht wie oben abgesicherten Sichteinlagen, sondern nur durch das Kreditgeschäft der Geschäftsbank gedeckte Forderung der Privatkunden müssen letztendlich die Notenbanken einstehen. Ansonsten wären Girokonten, Überweisungen und „bargeldlose“ Zahlungen nicht möglich.
  3. #372

    Der Mann hat Humor!

    Zitat von peter-hans Beitrag anzeigen
    Soll hier etwa der Eindruck entstehen, als würde "Kassander" mehr von der Sache verstehen, als die Spitzen der internationalen Finanzwelt? Das ist wohl an Peinlichkeit nicht mehr zu überbieten.
    Verehrter Peter-Hans, was die "Spitzen der internationalen Finanzwelt" in den letzten Jahren geleistet haben, sollte eigentlich inzwischen allgemein bekannt sein. Wer so unbedarft Milliarden versenkt, mit kriminellen Zockergeschäften, und dann noch die Unverschämtheit besitzt, sich auf Steuerkosten sanieren zu lassen, das ist an Peinlichkeit nicht zu überbieten. Zurückhaltend ausgedrückt.
    Ihre Meinung ist wirklich bewundernswert. Wünsche weiterhin wohl zu schlafen.
  4. #373

    Re: Geld

    Zitat von Bernd Klehn Beitrag anzeigen
    finanzjongleur 371

    Dieses klingt ja unheimlich sicher, ist es aber nicht. Im EZB-Geldsystem gibt es im Augenblick ca. 1,3-1,4 Billionen Euro Zentralbankgeld in Form von Bargeld (ca. 900Mrd.) und 400Mrd. Sichtguthaben der Geschäftsbanken bei den nationalen Notenbanken, die wie von Ihnen beschrieben abgesichert und im Augenblick mit 1,5% zu verzinsen sind. In den.....
    Ich verstehe Ihr Agrument nicht so ganz, meinen Sie das es EUR3Bio Sichteinlagen gibt, aber nur 1,4Bio Zentralbankgeld? Und das somit, wenn jeder sein Geld von der Bank abheben wuerde (Bank run), nicht genuegend Geld im System ist?

    Zu den Zahlen (EUR3bio und 1,4) kann ich nicht sagen ob die stimmen oder nicht, aber nehmen wir mal an das sie stimmen.

    Generell, wenn eine Bank Bargeld braucht ueberweist sie Geld an die Zentralbank, bzw in Europe an die nationale Zentralbank, in Deutschland die Bundesbank (in der Regel von ihrem Konto bei der Bundesbank). Die Bundesbank wird dann das Bargeld liefern (bzw ich glaube die Bank muss es abholen), d.h. die Bundesbank ersetzt elektronisches Geld gegen Bargeld, ohne Limit (solange elektronisches Geld vorhanden ist). Dass ist in Griechenland passiert. Die Griechen haben lieber Bargeld as das Geld in der Bank (die Pleite gehen koennte).

    Fuer eine Bargeldlose Ueberweisung von Bank A zu Bank B wird einfach das Geld bei der Bundesbank vom Konto der Bank A zu Bank B verschoben, elektronisch (allerdings gibt as da noch andere Wege, aber lassen wir das mal fuer den Moment).

    Ist das Konto von Bank A bei der Bundesbank leer, muss sie es entweder per Ueberweisung aufstocken, oder sich Geld von der Bundesbank gegen Sicherheiten leihen.

    Hat die Bank keine Sicherheiten, muss sie sich entweder Geld im offenen Kapitalmarkt leihen (Anleihen emittieren) oder (eigene) Aktien verkaufen (Kapitalerhoehung).

    Ist auch das nicht moeglich, geht die Bank pleite. Die ersten EUR100.000 auf dem Girokonto sind vom Deutschen Staat per Gesetz garantiert, fuer Deutsche Banken (Einlagenversicherung), der Steuerzahler also bezahlt die ersten EUR 100.000. Der Rest geht in die Konkursmasse ein, aber ob da noch etwas uebrig bleibt ist zweifelhaft. Sagen wir mal, mit grosser Wahrscheinlichkeit ist der Rest pfutsch. Deswegen Guthaben ueber EUR100.000 auf mehrere Banken verteilen.

    Der von Ihnen beschriebene Fall eines Bank runs (wenn ich Sie richtig verstanden habe), ist z.b. in England mit Northern Rock in 2008 (2007?) eingetreten. In diesem Fall hat England die Bank verstaatlicht und damit haben alle ihr Geld doch bekommen. Im Falle von Lehman ist das nicht passiert (ok, Lehman war keine Bank und hatte keine Girokonto von Kleinkunden).
  5. #374

    Geld

    Ja dem ist so, siehe Geldangebot http://www.makroo.de/Das%20keynesian...eldangebot.htm.
    Dieses ist der Unterschied zwischen MO Zentralbankgeld und unmittelbare Forderungen auf Zentralbankgeld M1-M0 (Kundensichteinlagen, Girokontenguthaben). Selbstverständlich würde bei einem Bankenrun der Kunden die Zentralbank sofort Geld nachdrucken, muss es aber nicht. Es kommt noch schlimmer, rein theoretisch könnte die Zentralbank alles Geld via Geschäftsbanken einziehen, sind ja häufig nur sehr sehr kurzfristige Ausleihungen, dann wäre gar kein mehr Geld vorhanden.

    Hier die "Geldmengen".

    http://de.wikipedia.org/wiki/Geldmenge


    M0 ist Zentralbankgeld ca. 900Mrd. Bargeld und ca. 500Mrd. Guthaben der Geschäftsbanken auf Girokonten bei den nationalen Zentralbanken.

    M1=4.687Mrd im März 2011 Definition siehe oben.
  6. #375

    Geld

    Zitat von finanzjongleur Beitrag anzeigen
    Ich verstehe Ihr Agrument nicht so ganz, meinen Sie das es EUR3Bio Sichteinlagen gibt, aber nur 1,4Bio Zentralbankgeld? Und das somit, wenn jeder sein Geld von der Bank abheben wuerde (Bank run), nicht genuegend Geld im System ist?
    Ja dem ist so, nur die 3Bio Kundensichteinlagen sind kompett nicht durch Zentralbankgeld gedeckt. Insgesamt gibt es ca. 3,5Bio Kundensichteinlagen und 900Mrd Bargeld. siehe Geldangebot http://www.makroo.de/Das%20keynesian...eldangebot.htm
    Dieses ist der Unterschied zwischen MO Zentralbankgeld und unmittelbare Forderungen auf Zentralbankgeld M1-M0 (Kundensichteinlagen, Girokontenguthaben). Selbstverständlich würde bei einem Bankenrun der Kunden die Zentralbank sofort Geld nachdrucken, muss es aber nicht und die Geschäftsbanken müssten eigentlich sofort neue Sicherheiten bereitstellen sonst wären sie pleite. Es kommt noch schlimmer, rein theoretisch könnte die Zentralbank alles Geld via Geschäftsbanken einziehen, sind ja häufig nur sehr sehr kurzfristige Ausleihungen, dann wäre gar kein mehr Geld vorhanden.

    Hier die "Geldmengen".

    http://de.wikipedia.org/wiki/Geldmenge


    M0 ist Zentralbankgeld ca. 900Mrd. Bargeld und ca. 500Mrd. Guthaben der Geschäftsbanken auf Girokonten bei den nationalen Zentralbanken.

    M1=4.687Mrd im März 2011 Definition siehe oben.


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