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Wechselkurs: Schweiz diktiert Märkten den Franken-Kurs

Die Schweizer Notenbank ergreift eine radikale Maßnahme, um den Höhenflug der Nationalwährung zu stoppen: Der Euro*soll ab sofort*mindestens 1,20 Franken kosten.*Das will die Bank "mit aller Konsequenz durchsetzen". Gleich nach der Ankündigung verlor der Franken drastisch an Wert.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...784597,00.html
  1. #130

    Zitat von UnitedEurope Beitrag anzeigen
    Die dt. Wirtschaft ist mehr als 6x so groß wie die schweizer. Was glauben Sie denn wie das hier ablaufen würde???
    Das ist keine Frage der Größe einer Volkswirtschaft. Selbst wenn wir mal Ihre These als wahr annehmen und die deutsche Währung massiv aufwerten würde, heißt das nur, das sie ebend jetzt unterbewertet ist. Dann wäre es nur umso wichtiger dieses Ungleichgewicht zu beseitigen.
    Zitat von UnitedEurope Beitrag anzeigen
    Ach, aber in der Schweiz schon?
    Ja, weil z.B. im für die CH wichtigen Tourismus tatsächlich der weit überwiegende Teil im Inland "hergestellt" wird, wenn man mal von Bananen und Kaffee aus Afrika oder Südamerika absieht. Und genau dieser Bereich beklagt sich auch über zurück gehende Besucherzahlen aus D und Italien.

    Zitat von UnitedEurope Beitrag anzeigen
    Wenn Sie die fertigen Produkte nicht los werden, haben sie auch keine Möglichkeit, die Rohstoffe hierfür zu importieren. Die Reihenfolge ist: erst importieren, dann verarbeiten und dann exportieren.
    Das mag in Ihrer ATTAC-Ökonomie so sein, die tatsächlichen Zusammenhänge sind aber etwas komplizierter.

    Zitat von UnitedEurope Beitrag anzeigen
    ... also sind die Schweizer, im Gegensatz zu Ihnen, einfach nur zu doof?
    Nein, auch in der Schweiz gibt es unterschiedliche Gruppen die unterschiedlich von einer Aufwertung profitieren oder auch nicht. Der Tourismus profitiert z.B. nicht, die Banken haben ein Problem wenn sie große Teile Ihres Geschäfts in Dollar oder Euro machen und in SFR bilanzieren müssen und die Verkäufer von Autos aus dem Euroraum profitieren. So ist das Leben.

    Zitat von UnitedEurope Beitrag anzeigen
    Also ich bin mir mit meiner Prognose, dass uns mit der DM genau das selbe passiert sehr sicher. Und auch, das eine "neue griechische Drachme" abstürzen würde bis sie nicht einmal mehr das Material wert wäre. Oder würden Sie etwa dann in die neue griechische Drachme investieren wollen?
    Das Auf- bzw. Abwerten der einzelnen Währungen ist ja nunmal Sinn eines Austritts aus dem Euro. Und vermutlich werden die Märkte zunächst beim Auf- und Abwerten auch übertreiben. Die Frage ist wie weit sie das tun und ob Harribo dann wirklich nicht mal mehr ein Gummibärchen exportieren kann wie Sie uns das glauben machen wollen. Das denke ich eben nicht.
  2. #131

    Falsch!

    Zitat von baberich Beitrag anzeigen
    Da gebe ich ihnen Recht. Die UBS und die Credit Suisse sind völlig überdimensioniert. Die UBS stellt ein grosses Risiko für die schweizer Wirtschaft dar. Ich halte übrigens nicht viel von Banken und genau so wenig von der Nestle. High-Tech Industrien oder inovative nützliche Unternehmen achte ich hundermal mal mehr. Ich persönlich würde ''grosse'' angeblich ''nennenswerte'' Firmen und Unternehmen nicht überwerten. Ich schätze nicht mal Apple Inc. Denn diese Firma produziert ihre Produkte in China unter schlechten Bedingungen für die Arbeitern dort. Und es ist fraglich, ob I-Pad, I-Phone und I-Pod Erfindungen sind, die man wirklich benötigt.
    Nur Roche und Novertis sehe ich als gute internationale Firmen an. Und natürlich die Swatch Groupe.

    Ja, nicht vergessen: Diese 60 Mrd. welche für die UBS zur Rettung gebraucht wurden, wurden mit den Steuren der Schweizer Bürger bezahlt! Unglaublich was sich die Banken alles gefallen lassen!

    Geld hinter her schiessen, das kann auch so gehen wie in der Schweiz:

    Die UBS bekam 2008 ein Darlehen vom SNB Bad-Fonds von 34Mrd für ihre Schrottpapiere und musste zuerst 6 Mrd einzahlen. Es war ein gutes Geschäft die SNB macht jedes Jahr tolle Darlehenszins-Einnahmen damit und konnte den grössten Teil der Schrottpapiere mit Gewinn verkaufen, als es nach ein paar Jahren (2010) der UBS zu teuer wurde und Sie den übrig gebliebenen Rest der Papiere zurückkaufen und das Dahrlehen zurück zahlen wollte..... sagte man Nein liebe UBS wir wollen noch ein paar Jahre daran vedienen.
  3. #132

    Ist das so?

    Zitat von hashemliveloirah Beitrag anzeigen
    "Für die Notenbank" wird gar nichts teuer (wie auch).
    Welcher Analyst sagt das? Zeigen Sie Ihn uns!

    Und natürlich kann man deshalb auch "notfalls in unbegrenzter Höhe" ankündigen - das hat man durchaus erfolgreich ja schon in den 70ern getan.

    Inflation?
    Warum nicht?
    Die käme der Schweiz bei der momentanen deflationären Tendenz absolut entgegen.

    Tja, ganz so einfach sind die Dinge eben doch nicht, und auf jeden lässt's der Herr offensichtlich auch ganz einfach nicht herabregnen.

    Woher kommen dann die Verluste der SNB in den vergangenen Jahren?
    Davon, dass es gar nix kostet?

    Da wird nicht umgebucht, sondern es wird mit Realwerten gehandelt. Sie können das dann in der SNB Bilanz nachlesen.
  4. #133

    Kern- oder Kaugummifrage

    Zitat von Kleiner_Nachdenker Beitrag anzeigen
    Ein Kurs von 1,20 Franken kann nur dann dauerhaft erreicht werden, wenn die Volkswirtschaften des Euroraums und der Schweiz sich zukünftig ähnlich entwickeln werden. Ist das realistisch?
    Das ist die Kernfrage, und mit dem Kaugummibeispiel zeigen Sie schön auf, dass die SNB blufft.
    Sie kann den Floor nicht halten, falls die Spekulanten keine weiterhin höhere Realrenditen in der Schweiz als im Euro sehen.

    Wenn sie die Währung schwächt, gehen die Schweizer Fonds durch die Decke.
    Ohne schwarzzumalen, der Kapitaltransfer aus dem Euro wird weitergehen.
  5. #134

    Schweiz ?

    [QUOTE=baberich;8662537]
    Zitat von RogerRabit1962 Beitrag anzeigen
    Diese Betriebe produzieren im Normalfall aber nicht nur für die deutsche Autoindustrie, sondern haben eigene Produkte und produzieren Nebenbei für deutsche Autohersteller Produkte.
    Um Ihre Realitäten mal auf den Kopf zu stellen.
    Wir haben bei einem grösseren Auftrag gegen ein renomiertes Schweizer Unternehmen im Finalbereich in Italien verloren.
    Die gelieferten Produkte waren zwar noch -engenieered in der Schweiz- aber produziert in China.
  6. #135

    Zitat von fabian03 Beitrag anzeigen
    Das ist keine Frage der Größe einer Volkswirtschaft. Selbst wenn wir mal Ihre These als wahr annehmen und die deutsche Währung massiv aufwerten würde, heißt das nur, das sie ebend jetzt unterbewertet ist. Dann wäre es nur umso wichtiger dieses Ungleichgewicht zu beseitigen.
    Mag sein, aber wir haben von der eventuellen Unterbewertung der im Euro versteckten DM so massiv profitiert, ohne das dies jemand den Bürgern erklärt hat. Man hat sich lieber auf die eigene Schulter geklopft (und den Bürger hat es auch nicht interessiert, woher die tollen Wachstumszahlen herkommen). Und zu der größe der Volkswirtschaften:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_d...inlandsprodukt

    Zitat von fabian03 Beitrag anzeigen
    Ja, weil z.B. im für die CH wichtigen Tourismus tatsächlich der weit überwiegende Teil im Inland "hergestellt" wird, wenn man mal von Bananen und Kaffee aus Afrika oder Südamerika absieht. Und genau dieser Bereich beklagt sich auch über zurück gehende Besucherzahlen aus D und Italien.
    Sie wollen mir doch jetzt nicht erzählen, dass der Tourismus auch nur ansatzsweise die Bedeutung von Nestlé, Glencore, Roche oder Novartis hat? Und um die selbe Kerbe wie Sie zu hauen:Quellen? Nur weil Sie hier mit Behauptungen um sich werfen...

    Zitat von fabian03 Beitrag anzeigen
    Das mag in Ihrer ATTAC-Ökonomie so sein, die tatsächlichen Zusammenhänge sind aber etwas komplizierter.
    Wie professionell, mir die Mitgliedschaft einer Vereinigung zu unterstellen (mit der ich im Übrigen nichts zu tun habe). Haben Sie Ökonomie vor oder nach Ihrem CDU-Beitritt studiert? Sehen Sie, so einfach kann man Stereotypen kreieren ...

    Zitat von fabian03 Beitrag anzeigen
    Nein, auch in der Schweiz gibt es unterschiedliche Gruppen die unterschiedlich von einer Aufwertung profitieren oder auch nicht. Der Tourismus profitiert z.B. nicht, die Banken haben ein Problem wenn sie große Teile Ihres Geschäfts in Dollar oder Euro machen und in SFR bilanzieren müssen und die Verkäufer von Autos aus dem Euroraum profitieren. So ist das Leben.
    Ja, und da liegt ja das Problem in der Schweiz und wäre auch das Problem bei uns: Die Vorteile würden von den Nachteilen doppelt und dreifach aufgefressen werden.
    Der Export der USA macht nur 33% des BIP aus (Wikipedia), weswegen die USA (unter normalen Bedingungen) besser mit einem starken Dollar leben könnten als Deutschland mit einer starken DM und die Schweiz.

    Zitat von fabian03 Beitrag anzeigen
    Das Auf- bzw. Abwerten der einzelnen Währungen ist ja nunmal Sinn eines Austritts aus dem Euro. Und vermutlich werden die Märkte zunächst beim Auf- und Abwerten auch übertreiben. Die Frage ist wie weit sie das tun und ob Harribo dann wirklich nicht mal mehr ein Gummibärchen exportieren kann wie Sie uns das glauben machen wollen. Das denke ich eben nicht.
    Wenn wir mit Haribo reich geworden wäre, dann vielleicht. Aber wenn wir uns die dt. Exportprodukte anschauen, dann sehen wir, dass die wichtigsten (Autos, Maschinen, Chemieerzeugnisse, ...) in den USA, China, Europa, Japan und dem Rest der Welt immer mindestens 5 starke Konkurrenten gibt. Und wenn Der Mercedes doppelt so teuer wie der Cadillac ist, dann überleg ich mir das zweimal, welches Auto ich kaufe/importiere.
  7. #136

    inflation or not?

    Zitat von RogerRabit1962 Beitrag anzeigen
    Das ist die Kernfrage, und mit dem Kaugummibeispiel zeigen Sie schön auf, dass die SNB blufft.
    Sie kann den Floor nicht halten, falls die Spekulanten keine weiterhin höhere Realrenditen in der Schweiz als im Euro sehen.

    Wenn sie die Währung schwächt, gehen die Schweizer Fonds durch die Decke.
    Ohne schwarzzumalen, der Kapitaltransfer aus dem Euro wird weitergehen.
    naja, wenn der wille da ist kann jede autonome notenbank einem aufwertungsdruck entgegenhalten. bleibt die frage ob und in welchem umfang das frischgedrucke casio-chf-money jemals den weg in die realwirtschaft finden wird.

    kann mir hier mal jemand - und bitte nicht aus dem rege vertretenem stammtischluftheulersegmentichhatteauchschonmalzwe ipromilleVWL - eine realistische einschätzung geben? so wären wir doch halbwegs mal wieder back to topic ;)
  8. #137

    .

    Zitat von fabian03 Beitrag anzeigen
    Grundsätzlich gebe ich Ihnen recht - mit einer Ausnahme. Ankündigungen reichen nie. Nach den vielen Ankündigungen hätte die Eurokrise längst beendet sein müssen, ja hätte nie stattfinden dürfen. Erinern Sie sich noch: GR kann seine Schulden auf alle Fälle bediehnen, Ok - wir richten einen Rettungsschirm ein der aber nie gebraucht wird, na gut - dann legen wir halt den nächsten Rettungsschirm auf usw.
    An Ankündigungen hat es in der Eurokrise nie gefehlt. Sobald die Märkte angefangen haben mal zu testen was hinter den Ankündigungen steht, waren die das Papier nicht wert auf dem sie standen.
    Ich will nicht behaupten das das mit der CH auch so laufen muss, testen werden die Märkte das aber auf jeden Fall - und das ist auch gut so. Auch wenn man sagen muß, daß es sich -historisch gesehen- für die Spekulanten nur in den seltensten Fällen gelohnt hat gegen die Zentralbank zu spekulieren, jedenfalls über einen längeren Zeitraum.
    Natürlich ist eine Ankündigung nur so viel wert wie ihre Glaubwürdigkeit. Aber da die SNB eindeutig am längeren Hebel sitzt und sehr konkrete Interessen verfolgt, glaube ich kaum, dass hier jemand groß was testen will, zumal man dadurch kaum gewinnen kann.
    Im Falle von Griechenland war das ja gänzlich anders, es ging darum, eine (nicht verbindliche!) Bürgschaft abzugeben. Die SNB droht demgegenüber viel mehr an, einer Nachfrage notfalls mit frischen Scheinen zu begegnen.

    Zitat von fabian03 Beitrag anzeigen
    Die beiden Effekte sind ja nun mal auch relativ schwierig zu quantifizieren.
    Allgemein sicher nicht eindeutig zu erkennen, wer weiß schon, was die Staatsbanken alles treiben. Im Falle der Schweiz und China allerdings dürfte es hier kaum Auslegungspotential geben.

    Zitat von fabian03 Beitrag anzeigen
    Genau das kennzeichnet eine Blase. Es ist auch immer leicht hinterher eine zu identifizieren, wenn sie gerade entsteht ist das schwieriger. Erinnern Sie sich noch an die Preisblase beim Erdöl als man uns einreden wollte Öl ginge zu ende, der Preis würde nur noch steigen usw. Schwups stürzte der Preis dann von 140$ auf unter 40.
    Gold ist im Grunde eine einzige Blase, man verlässt sich halt auf die vorhandene Nachfrage. CHF als überbewertete Währung droht ja auch zu einer zu werden. Mehr Möglichkeiten, außer die Nachfrage zu hemmen und so die Blase frühzeitig zum platzen zu bringen, kann die SNB dagegen allerdings auch nicht tun.

    Zitat von fabian03 Beitrag anzeigen
    Geld ist seit je her auch ein Mittel zur Wertaufbewahrung. Als nichts anderes nutzen es die Leute die heute aus Mißtrauen gegen € und $ Schw.Franken kaufen.
    Natürlich ist Geld durch seine Abstraktheit mehr als nur ein Ersatzmittel zum reinen Gütertausch. Aber wer vergisst, dass es im Endeffekt trotzdem nur darauf basiert, liefert sich gnadenlos den Launen der Märkte aus. Sicherheit gibt es nun mal nur mit Gegenwert.
  9. #138

    Franken-Kurs

    Zitat von Paul Kessler Beitrag anzeigen
    So dürfen auch die Schweizer unter dem EURO-Irrsinn leiden.
    Langsam sollte der internationalen Banken-Mafia ein Lichtlein aufgehen. Die in Gang gesetzten Prozesse werden langsam aber sicher selbstzerstörerisch.
    Den Banken sollte kein Lichtlein aufgehen, sondern
    man sollte das Licht generell und fuer immer abschalten.
  10. #139

    -

    Zitat von LondoMollari Beitrag anzeigen
    Vor allem wenn man bedenkt das ein nicht unerheblicher Teil der Wirtschaftsleistung, und damit Steuergelder in der Schweiz dadurch entstehen das man dort Schwarzgeld von Steuerflüchtlingen verwaltet (...)
    Fakten gefällig? Anteil Finanzmarktsektor am BIP der Schweiz: 15%, Banken: 10%, Private Banking: 5%, mit Ausland: 2.5%, unversteuerte Gelder? 50%? also 1.25% des BIP. "unerheblicher Teil der Wirtschaftsleistung"?

    Aber Hauptsache auch etwas ins Forum gestellt, oder?


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