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Web und Jugendschutz: Fachleute halten Risiken für überschätzt

Das Internet soll ein für Kinder gefährlicher Sündenpfuhl sein: An allen virtuellen Ecken lauern angeblich die Verführer. Ein Problem, sagt nun eine hochkarätige US-Studie zum Thema, sei das zwar durchaus - aber nur ein relativ kleines. Schlimm sei dagegen, was die Kids sich gegenseitig antun.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...601256,00.html
  1. #1

    Verantwortungslos

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das Internet soll ein für Kinder gefährlicher Sündenpfuhl sein: An allen virtuellen Ecken lauern angeblich die Verführer. Ein Problem, sagt nun eine hochkarätige US-Studie zum Thema, sei das zwar durchaus - aber nur ein relativ kleines. Schlimm sei dagegen, was die Kids sich gegenseitig antun.

    http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...601256,00.html
    Ich will mir nicht vorstellen was das für Fachleute waren. Vermutlich die gleichen Experten , die die Finanzkrise vorhergesehen haben.

    Es mag zwar sein das man an wirklich gefährliche Inhalte (Kipo,Nazi, Terrorismus) nicht so schnell herankommen kann, wie uns der Boulevardjournalismus das weis machen will, aber Gewaltdarstellungen, extreme Sexpraktiken, illegale Downloads sind kein Problem für "ausgeschlafenen" Kids. Dazu kommt die ständig wachsende Gefahr einem Internetbetrug zum Opfer zu fallen. Das mit dieser Studie runterzuspielen finde ich verantwortungslos.

    Ciao
    Wolfgang
  2. #2

    Gute Studie

    Zitat von Demokrator2007 Beitrag anzeigen
    Es mag zwar sein das man an wirklich gefährliche Inhalte (Kipo,Nazi, Terrorismus) nicht so schnell herankommen kann, wie uns der Boulevardjournalismus das weis machen will, aber Gewaltdarstellungen, extreme Sexpraktiken, illegale Downloads sind kein Problem für "ausgeschlafenen" Kids. Dazu kommt die ständig wachsende Gefahr einem Internetbetrug zum Opfer zu fallen. Das mit dieser Studie runterzuspielen finde ich verantwortungslos.
    Haben sie den Artikel gelesen?
    Es ging darum herauszufinden, ob Jugendliche unfreiwillig mit Pornographie usw. konfrontiert werden, und das ist nunmal nicht der Fall. Natürlich ist es aber so, dass Jugendliche alles finden werden was sie suchen, daran wird aber auch keine Art der Zensur etwas ändern, und das war früher nie anders, nur dass man damals die Musik nicht downloadete sondern Kassetten oder CDs tauschte. Auch der angesprochene Internetbetrug stellt keine wirkliche Gefahr, zumindest wäre man wohl ziemlich doof für irgendwas zu bezahlen was ein minderjähriges Kind im Internet gekauft/gedownloadet/angesehen hat.

    Bin selbst 18 Jahre alt und kann die Studienergebnisse gut nachvollziehen und auch nichts gegenteiliges berichten. Jugendliche, die nicht aktiv nach bestimmten Inhalten suchen werden diese auch idR nicht finden, und die Gefahr von Pädophilen angemacht zu werden wird gemeinhin auch überschätzt. Auf Seiten wie dem SchülerVz geht diese sicherlich gegen 0, in diversen Chats wird sie höher sein, aber auch hier gibt es idR eine engagierte Admincrew, die effektiv und schnell gegen Erwachsene vorgeht, die sich da rumtreiben (bin selbst seit 3 Jahren Moderator in einer solchen Jugendcommunity). Zensur ist für diese Probleme keine Lösung, vielmehr sollte man Jugendliche besser über die rechtliche Lage aufklären (bzgl. Urheberrecht) und ihnen erklären wie sie mit Fremenden im Chat umzugehen haben. Natürlich ist das Arbteit für die Eltern und es wäre viel leichter alles auf Vater Staat abzuschieben und einfach alles zu verbieten/zensieren...
  3. #3

    realitätsnah

    Die Ergebnisse der Studie hören sich realistätsnah an.
    Vor allem wichtig: Die Unmöglichkeit, den Netzeinfluss mit technischen Mitteln beschränken zu wollen. Unsere weltfremde Ministerin Frau von den Laien sollte sich das mal zu Gemüte führen und den Quatsch mit IP-Sperrungen lassen. Bekanntlich geht das nicht und weckt nur Lust auf Verbotenes - ist also kontraproduktiv.
    Generell wäre zu begrüssen, daß solche Studien nicht das ergeben, was interessierte Gruppen wollen, sondern die Realität abbilden. Das deckt sich eben nicht immer mit den Wunschvorstellungen und schon gar nicht mit der erhofften 'political correctness'.
  4. #4

    Bin anderer Meinung

    Zitat von GenBurk Beitrag anzeigen
    Haben sie den Artikel gelesen?
    Es ging darum herauszufinden, ob Jugendliche unfreiwillig mit Pornographie usw. konfrontiert werden, und das ist nunmal nicht der Fall.
    Auch der angesprochene Internetbetrug stellt keine wirkliche Gefahr, zumindest wäre man wohl ziemlich doof für irgendwas zu bezahlen was ein minderjähriges Kind im Internet gekauft/gedownloadet/angesehen hat.

    Bin selbst 18 Jahre alt und kann die Studienergebnisse gut nachvollziehen und auch nichts gegenteiliges berichten. Jugendliche, die nicht aktiv nach bestimmten Inhalten suchen werden diese auch idR nicht finden, und die Gefahr von Pädophilen angemacht zu werden wird gemeinhin auch überschätzt. Auf Seiten wie dem SchülerVz geht diese sicherlich gegen 0, in diversen Chats wird sie höher sein, aber auch hier gibt es idR eine engagierte Admincrew, die effektiv und schnell gegen Erwachsene vorgeht, die sich da rumtreiben (bin selbst seit 3 Jahren Moderator in einer solchen Jugendcommunity). Zensur ist für diese Probleme keine Lösung, vielmehr sollte man Jugendliche besser über die rechtliche Lage aufklären (bzgl. Urheberrecht) und ihnen erklären wie sie mit Fremenden im Chat umzugehen haben. Natürlich ist das Arbteit für die Eltern und es wäre viel leichter alles auf Vater Staat abzuschieben und einfach alles zu verbieten/zensieren...
    Ist eine verständliche Antwort. So ähnlich als ob man Raucher fragen würde ob sie Rauchen für falsch halten. Die Realität sieht ganz anders aus.
    Es war mir als Jugendlichem damals nur möglich an Porno ranzukommen, wenn ich das über den Briefkasten meiner Eltern laufen ließ. Auch ins Kino ließ man mich nicht rein, wenn der Film ab 18J war. Heute hingegen schickt man jedem so´n Zeugs ins Postfach allen Adult-Verification Systemen zum Trotz. Die Studie bezieht sich wohl auf den amerikanischen Markt, da denke ich ist das Problem noch wesentlich gravierender.
    Verbote von jugendgefährdenden Inhalten bei Jugendlichen ist übrigens keine Zensur auch wenn man das dort gerne so sehen will. Es gibt einfach Inhalte die gehören nicht in die Hände von Kids, teilw. nicht mal in die von Erwachsenen. Im Netz sind sie trotzdem relativ problemlos erhältlich.

    Ciao
    Wolfgang
  5. #5

    ...

    Zitat von GenBurk Beitrag anzeigen
    Zensur ist für diese Probleme keine Lösung, vielmehr sollte man Jugendliche besser über die rechtliche Lage aufklären (bzgl. Urheberrecht) und ihnen erklären wie sie mit Fremenden im Chat umzugehen haben. Natürlich ist das Arbteit für die Eltern und es wäre viel leichter alles auf Vater Staat abzuschieben und einfach alles zu verbieten/zensieren...
    Da hast du vollkommen recht, GenBurk!

    Das die Auftraggeber der Studie unzufrieden mit den Ergebnissen sind verwundert mich wenig, wollten sie doch einfache Antworten auf komplexe Fragestellungen. Einfach heißt wohl in ihrem Fall: Zensur, Verbot, Überwachung. Aber das ist nur Herumdoktern an den Symptomen, die eigentliche Ursache - fehlende Medien- und soziale Kompetenz - wird vernachlässigt.

    Stille aber effektive Arbeit fällt ja auch nicht so gut auf, kann man sich nicht so schön ans Revers heften. Wobei hingegen Gewalt, der anschließende empörte Aufschrei(der vielleicht nur gespielt ist) und das folgende Fordern nach Verboten und Überwachung.... Das fällt auf, füllt die Zeitungen und lässt sich kurzfristig gut vermarkten.

    Passt auch alles in den Trend der letzten Jahre, dass der Staat uns arme, unmündige Bürger vor den Gefahren der großen Welt schützen muss und deshalb immer mehr unsere Freiheiten beschneidet. Wirklich besser geworden ist nichts, nur unsere Freiheiten sind kleiner geworden. Freiheiten, für deren Erhaltung mal gekämpft wurde. Aber das fällt wohl keinem auf bei dem lauten Geschrei...
  6. #6

    Auf jedem Schulhof war es problemlos möglich

    Zitat von Demokrator2007 Beitrag anzeigen
    Ist eine verständliche Antwort. So ähnlich als ob man Raucher fragen würde ob sie Rauchen für falsch halten. Die Realität sieht ganz anders aus.
    Es war mir als Jugendlichem damals nur möglich an Porno ranzukommen, wenn ich das über den Briefkasten meiner Eltern laufen ließ. Auch ins Kino ließ man mich nicht rein, wenn der Film ab 18J war. Heute hingegen schickt man jedem so´n Zeugs ins Postfach allen Adult-Verification Systemen zum Trotz. Die Studie bezieht sich wohl auf den amerikanischen Markt, da denke ich ist das Problem noch wesentlich gravierender.
    Verbote von jugendgefährdenden Inhalten bei Jugendlichen ist übrigens keine Zensur auch wenn man das dort gerne so sehen will. Es gibt einfach Inhalte die gehören nicht in die Hände von Kids, teilw. nicht mal in die von Erwachsenen. Im Netz sind sie trotzdem relativ problemlos erhältlich.

    Ciao
    Wolfgang
    Ich werde 38 Jahre alt und kann aus meiner Schulzeit in der Provinz berichten, dass es kein Problem war auf dem Schulhof Drogen, Waffen, Pornos und gecrackte Software zu bekommen. OK, die Auswahl war nicht ganz so reichlich, aber ich fand es ausreichend.

    Knightsurfer
  7. #7

    Danke

    Zitat von Paxton Beitrag anzeigen
    Da hast du vollkommen recht, GenBurk!

    Das die Auftraggeber der Studie unzufrieden mit den Ergebnissen sind verwundert mich wenig, wollten sie doch einfache Antworten auf komplexe Fragestellungen. Einfach heißt wohl in ihrem Fall: Zensur, Verbot, Überwachung. Aber das ist ......
    Gut erkannt und zusammengefasst. Vielen Dank.
  8. #8

    Andere Realität

    Zitat von Demokrator2007 Beitrag anzeigen
    Die Realität sieht ganz anders aus.
    ...
    Es war mir als Jugendlichem damals nur möglich an Porno ranzukommen, wenn ich das über den Briefkasten meiner Eltern laufen ließ.
    Offenbar leben sie in einer anderen Realität. Wenn ich als Schüler Pronos wollte (das waren zu meiner Schulzeit noch Bilder, weil Videos noch nicht verfügbar waren), wusste ich ganz genau, bei wem ich nachfragen musste.
    Allerdings waren die dann nach ein paar Sichtungen auch nicht sooo interessant.
    Und mal ehrlich, gab es jemals Kinofilme Ü18 in Deutschland,
    die man tatsächlich auch nur in die Nähe von Pronos bringen könnte ? Und warum zur Hölle musste ich mich in den Film "The Band" (über die gleichnamige Musikband) reinschleichen, obwohl ich diesen Film ohne zu zögern meinen Kindern zeigen würden ?
    Diese Filmkommisionen haben doch wirklich schräge Ansichten und leben offenbar auch in einer anderen Realität.
  9. #9

    kein titel

    Zitat von Demokrator2007 Beitrag anzeigen
    Verbote von jugendgefährdenden Inhalten bei Jugendlichen ist übrigens keine Zensur auch wenn man das dort gerne so sehen will. Es gibt einfach Inhalte die gehören nicht in die Hände von Kids, teilw. nicht mal in die von Erwachsenen. Im Netz sind sie trotzdem relativ problemlos erhältlich.

    Ciao
    Wolfgang
    wie sieht es denn mit jugendgefährdenden inhalten bei erwachsenen aus? warum müssen spiele, filme, etc. geschnitten werden, obwohl sie ab 18 sind? das ist zensur!warum gibt es in holland oder österreich nicht täglich amokläufe, etc., wo die zensur dort nicht so fortgeschritten ist?
    es gibt sicher dinge, die nicht in die hände von jugendlichen gehören. aber was ich mir als erwachsener anschaue, geht niemanden etwas an, auch wenn irgendjemand anders dies als "krank" bezeichnen würde und es am liebsten verbieten würde.








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