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Web und Datenschutz: Hilf Dir selbst und halte dicht

Datenmissbrauch, Lecks und*Schlamperei sind fast zum täglichen Normalfall geworden.*Aber darf man*deshalb*das Recht auf Privatsphäre zum überholten Relikt erklären? Auf keinen Fall, meint Frank Patalong: Nur der Schutz persönlicher Daten garantiert den Fortbestand der mündigen Gesellschaft.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...761844,00.html
  1. #30

    Titel geheim

    Zitat von McWinnie Beitrag anzeigen
    Wer Anonym leben sollte einfach seine Daten nicht preisgeben, ist doch ganz einfach. Wer kann seine Daten besser schützen als man selbst. Wenn ich Facebook auf den Gefällt mir Button klicke oder Bilder hochlade sollte doch genau wissen worauf man sich eingelassen hat. Man erkennt doch die AGB und Nutzungsbedingungen an. Aber gelesen hat sie keiner und wenn dann das Bild von der Sauforgie am Wochenende überall zu sehen ist, selber Schuld.
    ...und wenn jemand anderes ein Bild von Ihnen ins Netz stellt?

    Außerdem, Sie "selber Schuld"-Logiker: der Staat hat die Rolle, seine Bürger zu SCHÜTZEN. Der "Selber Schuld"-Religion folgend ist jemand, der in ein bekanntermaßen schlechtes Viertel der Stadt geht, auch "selber schuld", wenn er ausgeraubt wird. Was für eine verbogene Denkweise!

    Zitat von McWinnie Beitrag anzeigen
    Das Hacker sich Zugang zu Sony´s Playstation Network geschaffen haben oder bei Facebook Sicherheitslücken aufgetaucht sind ist doch nur allzu verständlich, Menschen machen Fehler!!!!
    Richtig. Und genau deswegen muss beschränkt werden, welche Daten überhaupt erfasst und gesammelt werden.

    Zitat von McWinnie Beitrag anzeigen
    Was mir in dem Beitrag allerdings fehlt sind solche Punktesammelsystem wie Payback usw. Wer Punkte oder ähnliches sammelt und zusätzlich mit EC oder Kreditkarte bezahlt liefert den Unternehmen doch auch schon jede Menge private Daten und da hab ich als Endverbraucher keinen Einfluss mehr was mit den Daten passiert. Bei Xing, Facebook usw. kann ich zumindest noch selbstbestimmen was preisgeben möchte.
    Wie bitte? Sie können nicht selbst entscheiden, welche Payback-Karte Sie annehmen, unterzeichnen und dann mit ihr einkaufen? Jetzt tun Sie mir fast leid.

    Aber bei Facebook können Sie irgendwas selbst bestimmen? Wow. ich bin beeindruckt.

    Ich glaube, Sie haben ü-ber-haupt nicht verstanden, worum es geht.
  2. #31

    das Internet vergisst nie...

    "Niemand darf willkürlichen Eingriffen in sein Privatleben, seine Familie, seine Wohnung und seinen Schriftverkehr oder Beeinträchtigungen seiner Ehre und seines Rufes ausgesetzt werden. Jeder hat Anspruch auf rechtlichen Schutz gegen solche Eingriffe oder Beeinträchtigungen."
    Deklaration der Menschenrechte, Artikel 12

    Nun ja, das Recht auf eine "saubere Weste" im WWW ist zwar gut und schön, und kann im wahrsten Sinne von existezieller Bedeutung sein, aber wie soll man es durchsetzen? Einmal im Netz ist ein unschöner Beitrag für immer im Gedächtnis des Internets verankert und kann vom Normal-User eigentlich nicht mehr entfernt werden.
    Gerade Unternehmen klagen über Segen und Fluch des Internets, denn sie sind auf Gedeih und Verderb den kommentarfreudigen Usern ausgesetzt, und schnell bekommt eine schlechte Reputation eine virale Entwicklung, heisst: Auch die noch so abstrusesten Gerüchte werden fleissig - und gerne! - weiterverbreitet.
    Die "Selbsthilfe" gerät dann schnell an die Grenzen und man ist auf professionelle Hilfe angewiesen. Ein Effekt dieser Entwicklung ist, dass Unternehmen wie marketingshop oder Ähnliche mittlerweile Paketlösungen anbieten, mithilfe derer man sich seine "guten Ruf" im Internet zurückkaufen kann. Dies ist allerdings kaum möglich im Fall von "Personen des öffentlihen Lebens" wie etwa dem "Ubahn-Schläger von Berlin", dessen Nachname mittlerweile in diversen Hass-Foren im Netz die Runde macht, dessen Name ebenso auf youtube mit Aufnahmen seiner Tat in Verbindung gebracht wird etc....
  3. #32

    Ein ganz hervorragender Artikel...

    ...vielleicht der beste, den ich hier jemals gelesen habe.

    Ich würde es sehr begrüßen, wenn solche Texte in der Schule durchgenommen würden.
  4. #33

    1984 - sowas von post privacy

    Nicht mal das gelesen vermutlich.
    Ich hab mich damals bei der lektüre gefragt, wie ein totalitärer Staat die komplettüberwachung seiner Bürger denn überhaupt hinbekommen will. Jetzt bin ich schlauer.
    Die Lämmer wetzen selbst die Messer.
    Ik kann janich soviel fressen wie ik kotzen möchte, soll K. Tucholsky ( wer????)bei den Aufmärschen der braunen Horden in Berlin gesagt haben, so fühl ich mich jetzt.
  5. #34

    .

    Ein guter und notwendiger Artikel, wenn er auch etwas spät kommt...

    Spät in Hinsicht auf das vollkommen deplatzierte Spackeria-Interview, bei dem ich mich heute noch frage, wie es eine solche absolute Außenseiter-Position zu einem SPON-Interview gebracht hat? Welche Lobbyinteressen haben denn da die Naivität einiger weniger junger, unerfahrener Menschen ausgenutzt?

    Ich habe jedenfalls selten dermaßen haarsträubene Positionen bezüglich das Datenschutzes gelesen...

    Vor allem die Phrase "Privatsphäre ist sowas von Eighties" hat mich wirklich aggressiv werden lassen und ich bin eigentlich ein ausgeglichener Mensch! Aber bei soviel Dummheit, die gleichzeitig, wenn sie sich durchsetzt, verheerende politische Konsequenzen nach sich ziehen könnte, hört bei mir der Spaß wirklich auf. Bitte nicht wiederholen, lassen Sie lieber Redakteure wie Herrn Patalong kommentieren!








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