was die Musikindustrie noch nicht begriffen hat, trifft jetzt auch die Verlage...die Tatsache nämlich, daß sie langfristig kaum noch in der Weise gebraucht werden, wie in der Vergangenheit. Und das ist gut so. Schon heute übernehmen z.B. die Autoren wissenschaftlicher Veröffentlichungen regelmäßig Aufgaben, die früher professionellen Textsetzern vorbehalten waren, von Druckkostenzuschüßen und ähnlichem gar nicht zu sprechen. Andererseits verlieren sie im Anschluß weitestgehend die Rechte an der eigenen Veröffentlichung und durch Steuergelder finanzierte Forschung muß nachher mit Steuergeldern wieder durch die Bibliotheken beschafft werden. Ganz nach dem Motto, das Risiko und die Arbeit wird auf den User abgewälzt, die Gewinne und das Prestige streicht man selber ein. Es wird Zeit, daß sich das ändert. Man kann nur hoffen, daß der Markt langfristig zusammenbricht und ein paar Firmen dabei drauf gehen. Dann gibt es vielleicht bei den übriggebliebenen wieder etwas mehr Demut und Kundenorientiertheit.



