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Web 2.0 für Pkw-Hersteller: Lasst Google Autos bauen!

Offene Schnittstellen, Beta-Releases, Interaktion mit den Nutzern - was in der Softwarebranche üblich ist, gilt bei Autoherstellern noch immer als Teufelszeug. Dabei könnten die taumelnden Großkonzerne durchaus ein bisschen Webzwonull vertragen, findet Thomas Hillenbrand.

http://www.spiegel.de/auto/fahrkultu...609612,00.html
  1. #1

    warnung !

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Offene Schnittstellen, Beta-Releases, Interaktion mit den Nutzern - was in der Softwarebranche üblich ist, gilt bei Autoherstellern noch immer als Teufelszeug. Dabei könnten die taumelnden Großkonzerne durchaus ein bisschen Webzwonull vertragen, findet Thomas Hillenbrand.

    http://www.spiegel.de/auto/fahrkultu...609612,00.html

    wenn leute aus dem it business demnächst autos bauen sollten dann gute nacht...
    sie sind es gewohnt halbfertig entwickelte produkte auf den markt zu bringen und den anwender "im regen stehen" zu lassen...
    und was viel schlimmer wäre - die abkassiermodelle der branche würden übernommen - sicher zahlt dann jeder passagier eines autos dann eine lizenz pro minute aufenthalt im auto - kann man ja dann mit nem rfid chip alles kontrollieren und gleich bei amexo abbuchen...
    gruss
    webman
    ....nix wie hin in die abonnementgesellschaft
  2. #2

    Regulierungen

    Die große Freiheit bei der Kreation eines neuen Automobils gibt es nicht: Unendlich viele Normen und Vorschriften setzen enge Grenzen.

    Und dennoch haben oft erst rigide Vorgaben (Gurte, Kat, Fußgängerschutz usw.) einen Fortschritt gebracht.

    Meine Idee: Ein Normchassis, ähnlich dem Rahmen von Citroens Ente, auf das unterschiedliche Anbieter dann ihre Karosserie- und Motorvarianten montieren können. Dazu strikte Vorgaben bezüglich Maximalverbrauch und -gewicht.

    Anders kann ich mir eine Demokratisierung des Fahrzeugbaus nicht vorstellen.
  3. #3

    Das wird so nicht gehen

    Die Idee ansich ist ja ganz nett, aber bei näherer Betrachtung doch wieder unmöglich. Zum einen gibt es etliche Normen, die zu beachten sind. Dass sich ein x-beliebiger Programmierer zwangsläufig daran hält, wage ich zu bezweifeln.
    Außerdem agiert die Fülle von Steuergeräten im Verbund. Die Auswirkungen einer frei programmierten und möglicherweise schlampig getesteten Software könnten verheerend sein. Wer übernimmt die Haftung, wenn das Auto 2.0 unverhofft oder garnicht bremst? Wer kann nachvollziehen, wer diesen Fehler verursacht hat? Ich kann verstehen dass die Autohersteller sich nicht öffnen, denn schließlich geht es auch um Menschenleben.
    Der Vorschlag, über verschiedenen Designs mit den Kunden zu diskutieren, ist natürlich nicht schlecht. Allerdings kann man auch dort nicht alles berücksichtigen und auch nicht alle Entscheidungen begründen. Der Amateurdesigner macht sich nicht zwingend Gedanken zur Realisierbarkeit oder zur passiven Sicherheit. Außerdem werden bestimmte Entscheidungen aufgrund von Systemen getroffen, die die Öffentlichkeit noch garnicht kennt. Öffnen kann man diese Ideen auch nicht, die erst in 7 oder 8 Jahren auf den Markt kommen, schließlich sind zu einem so frühen Stadium oft noch längst nicht alle Patente angemeldet, was verständlich macht, warum man sich lieber nicht in die Karten schauen lassen will.
  4. #4

    googles auto würde nur auf dem Screen fahren...

    ... ein Fahrzeug zu bauen ist wie schon im artikel beziffert eine 10 mal so große investition, wie ein ipod zu bastlen.

    Bei dem design kann man den kunden mit einbinden, aber spätestens bei der technik ist es vorbei. Mal so eben 100 prototypen zum beta testen verschenken ist da einfach nicht drin.

    Bitte behaltet die dimensionen und die komplexität im auge. Ein golf ist keine istalationsdatei. Zudem gibt es schon systemlösungen, die bei allen herstellern gleich sind, weil sie vom zulieferer kommen. Diese sachen sind öffentlich, nur nicht von jedem führerscheininhaber beeinflussbar.

    Nur weil die unternehmen jetzt mal rote zahlen schreiben kommen ein paar BWLer und wollen das Rad neu erfinden. na dann viel erfolg.
  5. #5

    Fahrzeuge und Betaversionen

    Das eigentliche Problem ist, dass man bei einem PC - Hardware oder Softwareproblem eben nur einen nicht funktionstüchtigen PC hat.
    Den schaltet man eben aus, und wieder an und hofft, dass dann nicht ALLE Daten weg sind.
    => Softwareentwickler raten eben deshalb auch dazu "Beta" Versionen nur auf Rechnern zu installieren, die nicht für wichtige Daten genutzt werden.

    Wichtige Daten - also wichtige Transfergüter. Genau das hat man aber IMMER in einem Auto.
    Wenn da also nun ein Problem auftritt - z.B. die elektrohydraulische Lenkung fällt mal eben aus - kann man nicht schnell an- und ausschalten, sondern fährt im Unglücksfall sogar noch gegen ein unbeteiligtes Fahrzeug. Und wenn dann die "Beta-Airbags" und "Beta-Gurtstraffer" usw. auch gerade nen Bug haben, dann sieht es schlecht für das "Datenpaket" aus.

    Und darüber sind die einfach nicht fortschrittlichen denken wollenden Menschen aufgrund ungeklärter Ursachen einfach nicht glücklich.
  6. #6

    ..

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Offene Schnittstellen, Beta-Releases, Interaktion mit den Nutzern - was in der Softwarebranche üblich ist, gilt bei Autoherstellern noch immer als Teufelszeug. Dabei könnten die taumelnden Großkonzerne durchaus ein bisschen Webzwonull vertragen, findet Thomas Hillenbrand.

    http://www.spiegel.de/auto/fahrkultu...609612,00.html
    Ja warum nicht, wenn Sie demnächst Ihre Kontodaten Open Source machen.
    Völlig abstruse Ideen hier.. Wieso sollte man Milliarden an Entwicklungskosten in den Wind schießen und alles im Internet zu veröffentlichen?

    Und wenn BMW eine Internetumfrage zum Aussehen ihres neuen Autos macht werden Sie doch die Ersten sein, die sich beschweren, dass BMW sich Arbeitskosten von Internetnutzern sparen lässt.
  7. #7

    Google an die Macht!

    Mir würde es schon reichen, wenn das Autoradio im Mietwagen einen klar erkennbaren Ein/Aus-Schalter hätte, damit ich das Dumpfgedüdel abstellen kann.
    Auf weitere verständliche Bedienelemente wage ich gar nicht mehr hoffen. Was war das früher gut: Ein Knopf, ein Rad zum drehen. Jeder konnte ein Autoradio bedienen.

    Prima wäre auch, wenn die Fensterheber Schalter hätten, die man versteht, ohne erst die Bedienungsanleitung lesen zu müssen, ohne zehn Minuten experimentieren zu müssen.

    In Sachen Benutzerfreundlichkeit sind die meisten Autos "Windows 3.0"
    Aber heute ist ja schon der Anrufbeantworter so konstruiert, dass man ihn wegschmeissen kann, wenn man die Bedienungsanleitung verliert.
    Google an die Macht! Oder Steve Jobs.
  8. #8

    Quatsch!

    Was für ein Schwachsinn! An einer Software rumpfriemeln kann jeder Horst! Schließlich hat jede bessere Frittenbude mittlerweile einen Computer um Currywurst und Schnitzel nicht durcheinander zu bringen.

    Aber ein Auto zu entwerfen, welches zuverlässig alle Geschwindigkeiten, Kurvenlagen, Bremsmanöver und Fehlbedienungen derart verzeiht, dass niemand zu Schaden kommt, auch das Auto selbst nicht, gehört nicht in die Hände der "Massenintelligenz".

    Ich selbst arbeite mit OpenOffice.org, einem frei erhältlichen Open Source Programm, und bin damit sehr zufrieden. Klar, es ist nicht perfekt, hat den ein oder anderen Fehler und hängt sich auch schonmal auf, aber da die Autosave-Funktion funktioniert ist das kein Problem. Dafür ist es aber kostenlos und mein Leben hängt nicht davon ab!

    Wenn ich im allabendlichen Feierabendverkehr ungebremst auf ein Stauende scheppere, weil die Elektronik mal eben das ABS auf "Alle Bremsen lösen" gesetzt hat, dann gute Nacht Marie! Da ist es mir auch völlig egal, dass Erlkönige aussehen wie Panzer aus dem ersten Weltkrieg und Know How studierter Ingenieure ETWAS teurer ist!

    Außerdem: Die Hersteller haben gewisse Garantieansprüche zu erfüllen, das heißt, wenn die Karre nicht macht, was sie soll / was ich will, dann steh ich direkt beim Händler auf der Matte, er möge etwas machen! Wenn das aber ähnlich häufig wäre, wie ich Ärger mit Software habe, die ich im Gegensatz zu OpenOffice.org auch noch bezahlt habe, dann hätte ich erstens keine Lust mehr, etwas von diesem Händler/dieser Marke zu kaufen (Das ist ja auch der Grund, weshalb ich MS-Office abgeschafft habe!), und der Hersteller würde vor lauter Reklamation und Reparatur ganz schnell dem Bankrott entgegensehen!

    Aber das ganze einem BWLer klarzumachen grenzt an ein Wunder!
  9. #9

    Alles hat zwei Seiten

    Es gibt unendlich viele Beispiele in der gesamten Technikwelt, wo das machbare und offene Design dem Kommerz geopfert wurde. Dies gilt für alle Bereiche der Technik, sowohl für die Automobilindustrie als auch für die Softwarebranche. Ist ja auch irgendwie verständlich, denn es muss (und soll) mit diesen Produkten ja auch Geld verdient werden.

    Die in dieser Hinsicht "paradiesische" Welt gab es tatsächlich einmal in der Softwarewelt vor vielen, vielen Jahren, als die Standards noch an den Unis gemacht wurden: Offene, einfache Schnittstellen in exakt voneinander abgegrenzten Schichten erfreuten das Herz und riefen die Kreativen dieser Welt zu sich (Seufz). Wenn die Autobauer schon ein Problem damit haben, wenn jemand versucht, ein "anderes" Radio einzubauen, wartet da noch eine Menge Aufklärungsarbeit auf uns.

    Was könnte es alles geben: Schnittstellen für Entertainment, Telekommunikation und Parametrierung. Sicherheitsrelevante Kommunikationen zu anderen Verkehrsteilnehmern, Schnittstellen zu Tankstellen und Mautsystemen, und und und...

    Ich glaube aber, dass ich das nicht mehr erleben werde, obwohl es technisch auch heute schon ein Klacks wäre. Die Verkrustung in den Automobilkonzernen ist da einfach zu weit fortgeschritten.








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