Ich arbeite im Dienstleistungssektor, im Großhandel.
Bei uns ist "Bitte entschuldigen Sie" genauso häufig vertreten wie "Wir bitten um Ihr Verständnis".
Es kommt immer darauf an, wem man gerade eine E-Mail schreibt, so blöd es auch klingt.
Ob verspäteter Flieger oder kaputte Klimaanlage - deutsche Firmen bitten ihre Kunden nach Patzern und Pannen stets um "Verständnis". Nur das eigentlich angemessene Wort "Entschuldigung" kommt ihnen fast nie über die Lippen. Tom König hat das satt - und fordert Abbitte.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/ser...767997,00.html
Ich arbeite im Dienstleistungssektor, im Großhandel.
Bei uns ist "Bitte entschuldigen Sie" genauso häufig vertreten wie "Wir bitten um Ihr Verständnis".
Es kommt immer darauf an, wem man gerade eine E-Mail schreibt, so blöd es auch klingt.
Ich gebe zu, mich nervt dieses heuchlerische Getue auch.
Es ist ein Zeichen von Grösse zu sagen, man hat scheisse gebaut. Aber das gibt es in der deutschen Dienstleistungslandschaft gar nicht. Leider.
Wenn man sich entschuldigen würde, könnte man als Kunde Verständnis haben, aber so kommt man sich verarscht vor.
leider wird es immer mehr zur Servicewüste und Abwimmelhotlines. So etwas nervt und ist kundenfeindlich.
letztendlich bezahlt der Kunde die Gehälter und deshalb sollte man ihn hofieren.
...dies nicht auf die Reihe kriegen! Die Stuttgarter Zeitung (wahrlich kein Blatt von Weltrang) bittet in jüngster Zeit alle drei Tage "um Verständnis" dafür, daß sie in reduziertem Umfang (also noch dünner als eh schon!) erscheint, weil Drucker und/oder Redakteure zu streiken belieben. Anstatt um Entschuldigung dafür zu bitten, daß die Verlagsleitung so dösbattelig ist, daß sie sich mit ihren Mitarbeitern nicht einigen kann, wird mein (Ein)Verständnis erwartet für die Tatsache, daß mir für über 30 Euro im Monat immer weniger Heringseinwickelpapier geliefert wird...
Schön ist auch: Das Flugzeug ist verspätet weil es in Flughafen XY zu spät abgeflogen sei. Ich hatte gedacht, dass der Pilot sich evtl. verflogen hatte!!!
Ich denke auch, ob da nun um Entschuldigung oder um Verständinis gebeten wird - sauer über die Verspätung ist man genauso...
Aber interessant, wie in Indien das im angelsächsischen Sprachraum übliche "Sorry/We apologize/Our apologies for the inconvenience" noch etwas verkürzt wird.
Diese englische Formel ähnelt auch der, die im spanischen Sprachraum üblich ist, nämlich "Disculpen las molestias" (Entschuldigen Sie die Belästigung).
... war ja klar, dass jetzt wieder die Sick-Jünger am eigentlichen Thema vorbeiargumentieren. Und trotzdem, wäre es nicht viel zielführender, beides zu tun? Um Verständnis zu werben und um Verzeihung zu bitten?
Wenn wir nämlich schon sprachlich kleingeistig bleiben wollen, kann man um Verständnis kaum bitten, oder? Man kann dafür werben, indem man einen Sachverhalt erklärt. Bittet man nämlich nach der Erklärung um Verständnis, impliziert das geradezu, dass die Erklärung erstunken und erlogen war!
Also müsste eine formvollendete Entschuldigung/Erklärung in etwa so lauten:
[i]»Sehr geehrte Fluggäste, bitte haben Sie Verständnis dafür, dass die Fluggastabfertigung heute wegen eines ausgefallenen Nackscanners nur eingeschränkt funktionsfähig ist. Die manuellen Kontrollen erfordern leider mehr Zeit. Dadurch wird sich der Abflug um zirka eine Stunde verspäten. Wir bitten vielmals um Entschuldigung!«
Denn, seien wir doch mal ehrlich, eine einfache Entschuldigung ohne plausible Erklärung kann man getrost bleiben lassen, sie ist genauso wenig wert, wie ein simples Bitten um Verständnis. Zu einer Entschuldigung gehört nun mal auch das Verständnis, erst wenn ich verstehe, warum etwas schiefgegangen ist, kann ich die Gnade meines Verzeihens erweisen oder eben auch nicht.
Ja das bitten um Verständniss.
Beschwert man schriftlich sich bekommt man dann als Antwort
Lieber Herr XY.......
oder
Hallo Herr XY.........
bin ich der einzige den diese Anreden nerven. Ich bin nicht der Leibe Herr und schon gar nicht der Hallo Kumpel.
Ich habe für vieles Verständniss, einfach weil viel passieren kann, kein Vorgang perfekt ist und kein technisches Gerät ewig funktioniert. Aber dass setzt vorraus, dass im Vorfeld ALLES getan wird um ein negatives Ereigniss zu verhindern. Aber genau dass wird nicht. Vielmehr wird ein bestimmter von "Marketingexerten" als grade noch vertretbare angenommener Fehlergrad angestrebt um die Kosten niedrig zu halten.
Insofern ist mein Verständniss am Ende. Gebt endlich euer bestes und gut ist es.....