Spät, später, ICE: Alle schimpfen auf die Deutsche Bahn, doch als Lokführer hat man es auch nicht leicht: Denn wie soll man rechtzeitig irgendwo ankommen, wenn man erst gar nicht losfahren kann - weil der* eigene Zug einfach nicht auftaucht?
http://www.spiegel.de/wirtschaft/ser...792198,00.html
ICE fahren auf bestimmten Strecken sogar sehr viel schneller (Frankfurt / Koeln oder Goettingen / Muenchen), wie sich den von Ihnen angesprochenen Anzeigen bei genauer Betrachtung haeufig genug entnehmen laesst. Faehrt hingegen ein IC ueber 200 km/h (z.B. um Verspaetungen aufzuholen), dann pfeifft er bereits aus dem letzten Loch
....wenn ein IC dauerhaft schneller als 200 km/h fährt, auszusteigen. Denn selbst am Wagen ist für jeden ersichtlich gekennzeichnet, dass die Wagen für die Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h ausgelegt sind!
Ansonsten existieren mit den Strecken Köln-Frankfurt und Nürnberg-Ingolstadt zwei Strecken, wo 300 km/h gefahren wird, i.d.R. wird auf den üblichen NBS 250 km/h gefahren. Worauf Sie anspielen ist der sogenannte Bauzuschlag/Verspätungszuschlag bei der Fahrplanerstellung, damit eventuelle Verspätungen wieder abgebaut werden können. Soweit mir bekannt liegt die planerische Regelgeschwindigkeit bei einem Fahrplan bei knapp 240 km/h.
Zu den Geschwindigkeiten haben ja andere Foristen schon was geschrieben. (Nebenbei wüsste ich jetzt gar nicht, wo in den IC-Wagen eine Geschwindigleitsanzeige ist)
Interessanter finde ich hingegen, dass Sie diesen einen eher nebensächlichen Aspekt herauspicken und zu den anderen Anmerkungen und Fragen in meinem Beitrag nichts schreiben.
Ich hätte schon gerne gewusst:
Warum dürfen Franzosen schnell von Marseille oder Strasbourg nach Paris fahren, Spanier schnell von Barcelona nach Madrid, aber die Deutschen nicht schnell von Berlin nach Hannover oder von Hamburg nach Frankfurt? Warum halten Sie Schnellfahrstrecken in Deutschland für böse, gestehen Sie anderen Ländern aber zu?
Und was haben die in den 80er Jahren geplanten und gebauten Schnellfahrstrecken mit der 1994 erfolgten Bahnprivatisierung zu tun?
Einverstanden! Aber ist es oft nicht so, dass die pünktlichen Regional- und Nahverkehrszüge auf die verpäteten Fernzüge warten müssen, teilweise auf freier Strecke zum Überholen... Übrigens auch im Nahverkehr gibt es weitere Anschlüsse. 5-10 Minuten Verspätung bringen auch da viel durcheinander.
Letztens erst wieder in Berlin erlebt. Ich wollte den letzten Zug um 23 Uhr Friedrichstraße erwischen. 15 Minuten vorher da gewesen, man weiß ja nie. Alle Anzeigen sagen mir, die Züge fahren vom Ostbahnhof (östlich Bhf. Friedrichstraße). Natürlich ist kein Schalter besetzt, kein Personal auf den Gleisen und die Angestellten der S-Bahn haben keine Ahnung, was los ist. Kein Aushang weißt auf eventuelle Streckenänderungen hin, aber das bin ich von der Bahn gewöhnt. Also ab per S-Bahn zum Ostbahnhof, Ankunft 22.58 Uhr. Dort steht, dass der nächste Zug 4:30 Uhr fährt?! Wieso das denn? Ich gehe zur Auskunft und die nette Dame hinter dem Schalter sagt mir mit einem Lächeln: "Hätten se wissen müssen. Fährt heute nur vom Hauptbahnhof", (der sogar westlich der Friedrichstraße liegt!), "aber der fährt in drei Minuten, werden se wohl nich' mehr schaffen."
"Was sie nicht sagen... Danke für die Auskunft." Zum Glück bin ich für die Nacht untergekommen, aber es gab andere Reisende, die hatten weniger Glück und waren so überrascht wie ich.
Solche Dinge geschehen bei der Bahn ausgesprochen häufig. Selbst mit langen Vorlaufzeiten fühlt sich niemand für die Kunden zuständig. Deshalb ist es purer Hohn, wie die neue Sprachregelung das ändern soll. Es sind lange keine Schaffner mehr, aber auch keine "Zugbegleiter". Sie nennen sich jetzt "Kundenbetreuer".
Wie die Betreuung aussieht, dürfen viele Leute tagtäglich verwundert bewundern.