Warteschleife: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit

APNichts macht zorniger als durch Unpünktlichkeit vertändelte Lebenszeit. Mancher Lieferant wappnet sich deshalb mit originellen Begriffsdefinitionen gegen Kundenwut: Das Lieferfenster "Vormittag" reicht schon mal bis 14 Uhr.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/ser...799941,00.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Nichts macht zorniger als durch Unpünktlichkeit vertändelte Lebenszeit. Mancher Lieferant wappnet sich deshalb mit originellen Begriffsdefinitionen gegen Kundenwut: Das Lieferfenster "Vormittag" reicht schon mal bis 14 Uhr.

    Warteschleife: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft

    Bei einer Internetbestellung bei 1&1 ist der Internettechniker an drei aufeinanderfolgenden Terminen (für die sich jeweils ein Mitglied unseres Haushaltes Urlaub genommen hat) einfach nicht erschienen. Zwischen den Terminen mussten dann wieder 7 Werktage liegen. Ich will gar nicht ausrechnen, eine Verzögerung von wieviel Prozent das in unserem Fall gewesen ist...

    Und da erdreistet es sich die Firma noch damit zu werben, dass jegliche Probleme innerhalb von einem Tag gelöst werden.
  2. #2

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Also Mittag ist wenn die Sonne am höchsten steht. Dies ist in Aachen bei Sommerzeit so um 13.35 Uhr der Fall. Und eine halbe Stunde ans Zeitfenster dran, was soll daran jetzt ungewöhnlich sein?
  3. #3

    ... und vice versa?

    ... haben Sie sich vielleicht schon ´mal gefragt, wie oft Ihr Versanddienstleister vergeblich versucht hat bei Ihnen zuzustellen?

    Übrigens: Ein Blick in die Angebotspalette der diversen Versanddienstleister könnte eventuell helfen, Ihre persönliche Lebensorganisation zu optimieren. Manche bieten termingerechte Zustellung in exakt vorgegebenen Zeitfenstern an ... was natürlich etwas kostet. Das geht dann eben nicht auf "möglichst billig ..."

    Es gibt eine Redewendung, "Zeit ist Geld" oder so etwa ... aber vielleicht ist Ihnen die unbekannt. Na ja, geschenkt, man kann ja auch nicht alles kennen.

    P.S.
    Ich arbeite fast täglich mit Terminzustellungen via Paketdienst ... klappt eigentlich immer. Na ja, fast ... aber bekanntermaßen bestätigen Ausnahmen die Regel.
  4. #4

    Gibt es denn überhaupt verlorene Zeit?

    Diese Frage muß sicherlich gestellt werden.

    Denn der Begriff "verlorene Zeit" suggeriert, daß Zeit etwas materielles sei, etwas, was man besitzen und dann eben auch verlieren könne. Stimmt das denn? Zeit ist doch etwas, was immer da ist. Der Mensch empfindet lediglich sozusagen auf einer psychologischen Ebene, daß innerhalb der immer anwesenden Zeit etwas gut genutzt wurde oder eben nicht. Auf jemanden oder auf etwas zu warten ist auch etwas nutzen innerhalb der immer anwesenden Zeit. Warte ich auf die Geliebte und kommt sie denn endlich, war die Zeit, die mit Warten verbracht wurde, psychologisch nicht vergebens genutzt, kommt sie nicht, war sie es psychologisch doch. Ich kann die Wartezeit auf ein Paket ohne Konzentration darauf, ob und wann es nun kommt, natürlich auch auf andere Weise nutzen, eben ohne mich auf die Ankunft des Paketes zu konzentrieren. Konzentriere ich mich auf die Ankunft und kommt es dann nicht zu der Zeit, zu der ich es berechtigterweise erwarte, bin ich leicht frustriert. Nutze ich die Wartezeit anders sinnvoll, ohne zu warten, bin ich nicht frustriert, habe ich nicht das Gefühl, etwas, was ohnehin immer da ist, verloren zu haben.
    Also: es geht nicht um verlorene Zeit, weil Zeit nicht verloren werden kann. Es geht darum, innerhalb der mir in meinem Leben immer zur Verfügung stehenden Zeit möglichst etwas sinnvolles, gutes oder was es auch immer sein mag, zu tun. Und davon gibt es genug
  5. #5

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Nichts macht zorniger als durch Unpünktlichkeit vertändelte Lebenszeit. Mancher Lieferant wappnet sich deshalb mit originellen Begriffsdefinitionen gegen Kundenwut: Das Lieferfenster "Vormittag" reicht schon mal bis 14 Uhr.
    1. Auch Lieferanten müssen planen. Die verschwenden bei so manchem Versuch, den Kunden anzutreffen, echte Arbeitszeit.
    2. Da man weiß, was alles dazwischen kommen kann, ist man vorbereitet und kann entsprechend planen (Homeoffice, Nachbarn ...)
    3. Wieviel Zeit habe ich schon dadurch verloren, Artikel zu Ende lesen, in der Hoffnung, dass da noch ein vernünftiger Gedanke kommt.
  6. #6

    Manchmal dauert es eben etwas länger

    Als ich in Hannover einmal eine Waschmaschine von den städtischen Entsorgungsbetrieben aus der Wohnung abholen lassen wollte - natürlich kostenpflichtig - wurde mir beschieden, man komme dann dienstags so zwischen 8 und 16 Uhr. Da die Route erst geplant werden müsse, sei eine genauere Auskunft nicht möglich, auch nicht am Abholtermin.
  7. #7

    das Jahr mit dabei schreiben

    "Und da erdreistet es sich die Firma noch damit zu werben, dass jegliche Probleme innerhalb von einem Tag gelöst werden"

    Bei so manchem muß man das Jahr unbedingt mit dabei schreiben, da reicht es nicht, den 08.02. zu vereinbaren.
  8. #8

    Das ist nur in D so....?

    Zitat von Vorzeichen Beitrag anzeigen
    1. Auch Lieferanten müssen planen. Die verschwenden bei so manchem Versuch, den Kunden anzutreffen, echte Arbeitszeit.
    Ich kenne die Situation in Japan. Dort kann der Verbraucher bis auf max. ein 2-Stunden-Intervall angeben, wann der Lieferant kommen soll. Und er kommt mit einer sehr hohen Zuverlässigkeit.
    So etwas kostet den Lieferanten natürlich Geld. Das ist dann im Preis schon enthalten. Und genau dort liegt das Problem. Wenn ich etwas möglichst billig haben will, dann kann ich nicht erwarten, daß ich einen genauen Liefertermin bekomme.
  9. #9

    Mitten in der Nacht

    Den Vogel hat bei mir vor einigen Jahren der Ikea angeschlossene Lieferdienst abgeschossen, der kurz nach 22 Uhr mit meinen Möbeln eintraf. Das Zeitfenster zwischen 8 und 18 Uhr lässt keine Überschreitung zu? Von wegen!