Zitat von
erlenstein
Martina Gedeck spielt "die Frau" kongenial und glaubwürdig, sie trägt den Film ganz und gar, mit Luchs natürlich, dem Hund. Sie ist wirklich sehr gut.
Ich hätte mir aber doch eine unbekannte Schauspielerin gewünscht, denn die Frau im Buch ist anonym, ist eine starke Frau an sich, das Prinzip Weiblichkeit.
Das Buch steht für sich, die kreatürliche Natur im langsamen Werden und Vergehen wird in angemessenem Entwicklungstempo beschrieben. Die schmerzhafte mühsame Aneignung alter Überlebenstechniken, der Einbruch des zerstörerischen Mann-Prinzips und die langsame Auflösung des kulturell geprägten Ichs in die Archaik sind wunderbar eindrucksvoll festgehalten. Die Geschichte entfaltet sich gemächlich.
Nun ist "die Frau" Martina Gedeck und der Film ihrer. Sie spricht ständig, was der Stille zuwiderläuft. Der Zuschauer fordert halt Erklärungen, so ist das mit Literaturverfilmungen und mindert den Charme der jeweiligen Genres nicht. Beide stehen für sich. Das Buch zu lesen sei aber trotzdem noch einmal anempfohlen.