Wanderung in der Samaria-Schlucht: Abstieg ins Erdinnere

Der Grand Canyon Kretas ist ein Genuss für jeden Wanderer: Die spektakuläre Samaria-Schlucht gräbt sich tief in die Küste ein, über 13 Kilometer schlängelt sich der Weg 1200 Höhenmeter hinab - eine Tour, die lange im Gedächtnis bleibt*und in den Beinen.

http://www.spiegel.de/reise/europa/0...788323,00.html
  1. #1

    Lust geweckt

    Toller Bericht, jetzt will ich dort auch hin.
    Aber wieso ist links das Länderlexikon zu Spanien eingeblendet?
  2. #2

    man sollte hier anmerken...

    ... dass da die Touris auf diesen Tagestouren teilweise in Schlappen und Sandalen durchlaufen. Aus dem Grunde haben die Parkranger auch Esel, mit denen sie die Leute nach dem Knöchelbruch abtransportieren können. Knöchelbrüche sind die Hauptverletzung in der Schlucht, und kommt teilweise mehrfach pro Woche vor, wie mit einer der Ranger in der Schlucht erzählte. Also, wer da durchlaufen will: Wanderschuhe mit Schaft über Knöchel, und eventuell noch Wanderstöcke (diese Teleskopstöcke, z.B. von Leki).
    Ach ja, und man sollte kein Angst davor haben auch mal mit den Schuhen durchs Wasser zu laufen, teilweise je nach Wasserstand des Baches in der Schlucht ist das an den Engstellen schon mal notwendig...
  3. #3

    Tortur

    Zitat von pong89 Beitrag anzeigen
    Toller Bericht, jetzt will ich dort auch hin.
    Ich kann es nur empfehlen, es lohnt sich auf jeden Fall. Auf keinen Fall jedoch sollte man die Tour unterschätzen! Der Weg durch die Samaria ist alles andere als ein Sonntagsspaziergang.
    Unsere Reiseleitung sagte damals "Ziehen Sie gescheite Schuhe an, Turnschuhe oder feste Halbschuhe!"
    Ich bin darauf hin mit den besten Outdoor-Schuhen, die ich dabei hatte, losgezogen: Lowa Trekkingsandalen, mit denen ich in den Alpen schon einige Touren gegangen bin.
    Der "Weg" durch die Schlucht ist kein Weg, sondern eine markierte Richtung durch ein Block- und Geröllfeld. Dazu die permanent von oben brennende Sonne, die die Luft in der Schlucht auf gefühlte 60°C aufheizt.

    Fazit:
    Ich würde die Samaria jederzeit wieder gehen, es ist einfach eine wahnsinnig schöne Wanderung, aber definitiv dran denken, die Wanderstiefel einzupacken!!!
  4. #4

    Touris und Versprechungen...

    Zitat von derlabbecker Beitrag anzeigen
    ... dass da die Touris auf diesen Tagestouren teilweise in Schlappen und Sandalen durchlaufen.
    ...was leider zu einem großen Teil an falschen Versprechungen der Reiseleiter liegt. Klar, daß die das nicht zu schlimm aussehen lassen - sie wollen ja die Tagesausflüge verkaufen!
    "Der Weg ist nicht besonders gut ausgebaut!" - wie gesagt, es GIBT keinen Weg...es gibt Streckenweise nur eine ausgeschilderte Richtung durch ein Geröllfeld!
  5. #5

    sehr zu empfehlen...

    ich war erst 12 Jahre, als ich 1993 mit meinen Eltern durch die Schlucht gewandert bin und habe es heute noch vor Augen als wäre es gestern gewesen. Es ist ein unvergessliches Erlebnis was ich nicht vermissen möchte.
  6. #6

    Das Pferd von hinten aufzaeumen!!!

    Hi,
    Ich war mehrmals dort und habe auch 3mal im Laufe von 20 Jahren den normalen Weg, d.h. bergab wie fast alle Touristen gewaehlt!
    ABER: die schoensten, weil ruhigsten, innigsten Momente habe ich erlebt, als ich entgegen des Menschenstromes durch zumindest einen Grossteil bis zur "Eisernen Pforte" spaziert bin.
    Zu empfehlen dabei ist folgendes: am Mittag des Vortages mit der Faehre von ChoraSfakion nach Aghia Roumeli fahren...schon diese Stunden auf dem Boot entlang der gigantischen Steilkueste sind ein unvergleichliches Erlebnis!
    Angekommen, sieht man hunderte von erschoepften Menschen am Strand sitzen, die auf genau diese Faehre wollen, um vom Bus wieder ins Hotel gebracht zunwerden.
    Sobald diese Menschenmassen das Boot belagert haben, kehrt goettliche Ruhe in diesen beschaulichen Ort ein...einige, wenige Pensionen nehmen gerne die vielleicht 5-10 Touristen auf...Reservierungen vorab sind nicht noetig!
    Die Teavernen direkt am Strand sind allesamt zu empfehlen!
    Aber man sollte nicht zu spaet sclafen gehen, denn der Hoehepunkt ist ja der kommende Morgen, und das moeglichst frueh!
    Zum Sonnenaufgang begeht man die Schlucht ins Landesinnere...Hoehenmeter muss man kaum absolvieren, die Ruhe ist goettlich, Ziegen zieht man auch...es ist kuehl und menschenleer...wenn man nach 3 Stunden umkehrt, ist man noch immer komplett einsam unterwegs, die ersten Touristroeme erwarten einen nicht vor 12-13Uhr...
    Zum Abschluss nichen Tipp: die Faehre nicht wieder zum Ausgangsort Chora Sfakion nehmen, sondern weiter gen Westen nach Paleohora, einem weiteren Highlight an der Suedkueste...aber das ist eine andere Geschichte;)
  7. #7

    Im Dunkeln ist gut Munkeln

    Vor rund 3o Jahren waren wir mit unseren Motorrädern am Abend zuvor in der Berghütte am Eingang der Omalos Schlucht. Der Wirt gab uns kräftig zu trinken und den guten Rat erst nach dem späten Frühstück in die Schlucht einzusteigen. Das haben wir dann auch getan, meine Freundin Barbara und Bernd, ein Extremkletterer aus München - der in der Folge die gesamte Schlucht seitlich am Hang entlang kletterte. Da wir so spät waren, sahen wir keinen Einzigen von den hunderten Touristen die vor uns eingestiegen waren. An der "Pforte" dann trafen wir auf ein deutsches Elternpaar mit deren mongoloidem Sohn. Völlig verloren... Bernd half dem jungen Mann in der Dunkelheit über die verbleibenden Kilometer.
    Da wir viel zu spät für die Fähre waren hatten wir einen tollen Abend in der Taverne und schliefen alle m Strand unter einem herrlichen Sternenhimmel. Die letzten Worte unseres jungen behinderten Freundes bevor er einschlief waren: "Im Dunkeln ist gut Munkeln".

    Werde ich mein Leben nicht vergessen. Super Tour !
  8. #8

    .

    Zitat von mo69102003 Beitrag anzeigen
    Hi,
    Ich war mehrmals dort und habe auch 3mal im Laufe von 20 Jahren den normalen Weg, d.h. bergab wie fast alle Touristen gewaehlt!
    ABER: die schoensten, weil ruhigsten, innigsten Momente habe ich erlebt, als ich entgegen des Menschenstromes durch zumindest einen Grossteil bis zur "Eisernen Pforte" spaziert bin.
    Kann ich nur Wort für Wort bestätigen. Ich bin einmal ein paar Tage dort geblieben, tagsüber gegen den Strom in die Samaria-Schlucht gewandert und am steinigen Strand gebadet, abends in den dann stillen Tavernen gesessen und im Zimmer mit Blick aufs Meer und den Vollmond übernachtet ...
    Mit den Horden durch die Schlucht zu wandern hat mich nie gereizt.
  9. #9

    Ich bin vor vielen Jahren von N nach S durchs Ida Gebirge gewandert, die Samaria wollte ich mir schon damals nicht antun.
    Wobei, entgegen der Touriströme ist eine interessante Idee, vielleicht, sobald Kreta unabhängig oder das 18. Bundesland oder so ist. ;-)