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Wanderung in der Samaria-Schlucht: Abstieg ins Erdinnere

Der Grand Canyon Kretas ist ein Genuss für jeden Wanderer: Die spektakuläre Samaria-Schlucht gräbt sich tief in die Küste ein, über 13 Kilometer schlängelt sich der Weg 1200 Höhenmeter hinab - eine Tour, die lange im Gedächtnis bleibt*und in den Beinen.

http://www.spiegel.de/reise/europa/0...788323,00.html
  1. #10

    Ha!

    Zitat von mo69102003 Beitrag anzeigen
    Hi,
    Ich war mehrmals dort und habe auch 3mal im Laufe von 20 Jahren den normalen Weg, d.h. bergab wie fast alle Touristen gewaehlt!
    ABER: die schoensten, weil ruhigsten, innigsten Momente habe ich erlebt, als ich entgegen des Menschenstromes durch zumindest einen Grossteil bis zur "Eisernen Pforte" spaziert bin.
    Zu empfehlen dabei ist folgendes: am Mittag des Vortages mit der Faehre von ChoraSfakion nach Aghia Roumeli fahren...schon diese Stunden auf dem Boot entlang der gigantischen Steilkueste sind ein unvergleichliches Erlebnis!
    Angekommen, sieht man hunderte von erschoepften Menschen am Strand sitzen, die auf genau diese Faehre wollen, um vom Bus wieder ins Hotel gebracht zunwerden.
    Sobald diese Menschenmassen das Boot belagert haben, kehrt goettliche Ruhe in diesen beschaulichen Ort ein...einige, wenige Pensionen nehmen gerne die vielleicht 5-10 Touristen auf...Reservierungen vorab sind nicht noetig!
    Die Teavernen direkt am Strand sind allesamt zu empfehlen!
    Aber man sollte nicht zu spaet sclafen gehen, denn der Hoehepunkt ist ja der kommende Morgen, und das moeglichst frueh!
    Zum Sonnenaufgang begeht man die Schlucht ins Landesinnere...Hoehenmeter muss man kaum absolvieren, die Ruhe ist goettlich, Ziegen zieht man auch...es ist kuehl und menschenleer...wenn man nach 3 Stunden umkehrt, ist man noch immer komplett einsam unterwegs, die ersten Touristroeme erwarten einen nicht vor 12-13Uhr...
    Zum Abschluss nichen Tipp: die Faehre nicht wieder zum Ausgangsort Chora Sfakion nehmen, sondern weiter gen Westen nach Paleohora, einem weiteren Highlight an der Suedkueste...aber das ist eine andere Geschichte;)
    DAS waren noch Zeiten in den frühen 1980er Jahren. Interrail. München-Jugoslawien-Athen-Piräus-Santorini-Kreta. Preveli, Matala und die Samaria-Gorge, welche ich auch umgekehrt durchwandert hab. Am Schluss ganz oben angekommen

    20 Jahre später war ich nochmal in Griechenland und dachte...Ich sag jetzt lieber nichts...

    * seufz *
  2. #11

    .

    Zitat von piiter Beitrag anzeigen
    Ich bin vor vielen Jahren von N nach S durchs Ida Gebirge gewandert, die Samaria wollte ich mir schon damals nicht antun.
    Wobei, entgegen der Touriströme ist eine interessante Idee, vielleicht, sobald Kreta unabhängig oder das 18. Bundesland oder so ist. ;-)
    Bin 1990 und in den folgenden Jahren immer wieder an der Südküste entlang gewandert, auf alten Eselspfaden und (wegen der schlechten Karten) unfreiwillig querfeldein, es war wunderschön... da sind ausser der Samaria-Schlucht noch ein paar kleinere, die einsamer und auch sehr beeindruckend sind. Unvergesslich ist der Blick vom Kofinas über das Libysche Meer, den ganzen steilen Abhang des Berges bis zum Meeresspiegel zu Füssen.
    Leider waren die letzten Male gerade die einsamsten Schluchten zugemüllt, das Meer an der Südküste voller Plastik von den Gewächshäusern, die Gewächshäuser erobern nach und nach die ganze Küste.
    Bevor Kreta nicht endlich eine Müllverbrennungsanlage baut und eine funktionierende Müllabfuhr hat, werde ich nicht mehr hinfahren. Jeder Tourist hinterlässt noch mehr Müll, der einfach auf wilde Deponien gekippt und ab und an angezündet wird. Dazu der Müll der Einheimischen und aus der Landwirtschaft ... zum Heulen.
  3. #12

    Betrieb wie am Brandenburger Tor

    Zweifelohne ist die Samariaschlucht eine der schönsten weltweit. Wenn nur die vieln "unbedarften" Touristen nicht wären. Ich bin die Schlucht schon mehrmals gegangen, aber immer entweder im März oder Oktober. Da halten sich die Touristenströme in sehr überschaubaren Grenzen. In der Hochsaison geht es in der Samaria zu wie aam Brandenburger Tor in Berli. Massenbetrieb. Da ist kaum ein Naturerlbnis möglich. Meine Beobachtung: nicht aus Freude an der Natur, sondern zum "Trophäensammeln" wird gegangen. Ich habe Leute erlebt, die "rennen" da durch, als seien sie auf der Flucht. Und erst das Schuhwerk! Meine Güte, es wundert, dass da nicht viel mehr passiert. Und passiert etwas, wird gemekert, weil die Ranger mit ihren Eseln mitunter eine halbe oder dreivirtel Stunde brauchen, bis sie beim Verunglückten sind. Eigentlich müsste es am Eingang zur Samaria Schuhkontrolle geben. Nun sitze ich als Tourist allerdings selber im Glashaus und könnte Splitter des Glases abbekommen, wenn ich mit Steinen werfe. Will sagen: Verantwortungsvoll durchlaufen: ja - nur durchlaufen, weils im Hotel als Tour angeboten wird: nein.
    Es gibt auf Kreta noch andere, auch sehr schöne Schluchten, die kaum von Touristen begangen werden und in die ziehe ich mich in den letzten Jahren immer mehr zurück. Da bin ich alleine und kann geniesen. Und damit diese Schluchten ein Geheimtipp bleiben, verrate ich auch nicht, wie sie heißen.
    Überhaupt würde ich es begrüßen, wenn viele Inselregierungen die Bettenzahl - ähnlich wie auf der nicht vom Massentourismus heimgesuchten Kanareninsel El Hierro - begrenzen würden. Sollen doch die Doofmänner und -frauen auf Mallorca, Teneriffa und Gran Canaria unter sich bleiben, dort das Billigbier von Lidl und Aldi saufen und die wirklich aus Neugier Reisenden in Ruhe lassen. Und überhaupt: wer bei Ldl und Aldi einkaufen möchte, soll Zuhause bleiben. Diese Art von Kulturimperialismus finde ich abscheulich. Lidl und Aldi haben in vielen Urlaubsregionen den lokalen Markt kaputt gemacht.
  4. #13

    Chora Sfakion ist auch eine Reise wert...

    Lidl gibt es auf Kreta inzw. auch, aber nur an der Nordküste. Und dort sollte man sich eh nicht aufenthalten.

    Bezüglich des Müllproblems das FrieFie anspricht habe ich das Gefühl dass es in den letzten Jahren deutlich besser geworden ist. Sicherlich wird immer noch gerne Müll in die Natur geschmissen aber nicht mehr so extrem wie früher. Über die Imbros-Schlucht kann ich nichts sagen, aber die andern Schluchten die ich durchwandert habe waren auch nahezu Müllfrei. Ab- und zu verirren sich gerne alte Kanister in die unbekannteren Schluchten aber die Wanderer selbst scheinen dort wirklich umweltbewußt zu sein. Dieses Jahr ging ich auch durch die touristisch voll erschlossene Imbros Schlucht, aber auch die war überraschend sauber. Dort stand allerdings auch alle 500m ein Mülleimer.

    Kleiner Tipp an die Heimkehrer aus der Samaria Schlucht: in Chora Sfakion nicht direkt wieder zurück in den Norden fahren sondern einfach mal etwas dort bleiben. Nach dem die Busse abgefahren sind legt sich Ruhe über den Ort und in den Tavernen lässt sich vorzüglich speisen und auch gut eine Nacht verbingen. Entweder in einfachen günstigen Zimmern oder inzwischen auch in modern ausgebauten Appartements. Günstiger als die Nordküste ist es allemal und das Essen schmeckt auch besser.
  5. #14

    griechische Ansichten

    Zitat von zimbosmurf Beitrag anzeigen
    ...was leider zu einem großen Teil an falschen Versprechungen der Reiseleiter liegt. Klar, daß die das nicht zu schlimm aussehen lassen - sie wollen ja die Tagesausflüge verkaufen!
    "Der Weg ist nicht besonders gut ausgebaut!" - wie gesagt, es GIBT keinen Weg...es gibt Streckenweise nur eine ausgeschilderte Richtung durch ein Geröllfeld!
    Solche Relativierungen trifft man in Griechenland häufig. Ich wollte in Hellas mal zu nem Strand runterfahren, da stand oben frisch gepinselt "Herzlich Willkommen! Weg mit Auto befahrbar".....Naja....nachdem ich mit dem Mietwagen ungefähr 10 mal aufgesessen bin, habe ich nach 300 m den Versuch abgebrochen, da dann tiefe Rinnen auf dem Weg kamen, die man nicht mal mit nem Defender hätte überfahren können.

    Soviel dazu.


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