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Waljagd vor den Azoren: "Es war ein wundervolles Leben"

Andreas DrouveFrüher brachten tote Wale den Bewohnern der Azoren gutes Geld, heute sind die riesigen Tiere lebend wertvoller: Anstelle von Harpunieren gehen jetzt Touristen mit der Kamera auf Jagd. Doch manch ein Insulaner trauert der alten Zeit nach.

http://www.spiegel.de/reise/fernweh/...-a-861306.html
  1. #10

    Zitat von schnuppe Beitrag anzeigen
    Was nur mal wieder zeigt, dass die Spezies Mensch ein Räuber ist, deren unkontrollierte Vermehrung in Abwesenheit natürlicher Feinde das Ökosystem zerstört. Das einzige, was ihn mehrheitlich dazu bringt, von zerstörerischen Gewohnheiten abzulassen, ist seine Trägheit in Abwesenheit von Not.
    Ein verbreiteter Irrtum. Kein Beutegreifer kann sich unkontrolliert vermehren, sondern ist durch sein Nahrungsangebot limitiert. Das gilt auch für Top-Prädatoren. Ihre These wird gern von Traditionalisten unter den Jägern gegen Raubtiere in Stellung gebracht, um deren Verfolgung zu rechtfertigen.

    Das Problem ist vielmehr, dass der Mensch kein reines Raubtier, sondern ein Generalist ist, der beim Versiegen einer Nahrungsquelle effizient auf eine andere wechseln kann. Insofern stürbe mit dem Wal zwar der Walfänger aus, aber nicht der Mensch.
  2. #11

    Zitat von okguidoo Beitrag anzeigen
    Der Kontakt mit diesen wundervollen Tieren überwasser ist häufig eher langweilig und unspektakulär und für Menschen, die sich nicht wirklich für Wale interessieren auch nicht zu empfehlen. Zumeist ist es die rasante Fahrt auf offenem Meer, die "Spaß" macht. Dagegen ist das Tauchen bspw. mit Delfinen häufig ein "unvergessliches Erlebnis".
    Wir können sehr froh sein, dass das Abschlachten der Wale zumindest auf den Azoren ein Ende hat. Die angesprochene Tötungsromantik dürfte mit den letzten Walfängern a la Carlos Natal Serpa oder Manuel Homem da Silva auch aussterben, denn keinem "jüngeren" Azoreaner ist mehr daran gelegen am unglaublichen Gestank der verwesenden Körper fast zu ersticken, bzw. nicht mehr im Meer baden zu können, weil es blutrot und dann voller gefrässiger Haie ist.
    Apropos Haie: Da der Mensch nicht lange ohne Ausbeutung und Unterdrückung seiner Umwelt leben kann, sind seit neuem die Blauhaie und Mantarochen vor Faials Küste dran. Insbesondere die Chinesen (als Großabnehmer) sind dabei auch dieses Paradies zu zerstören. Die Finnen (Flossen) werden den Blauhaien und ersatzweise auch Mantas bei lebendigem Leibe abgeschnitten und aus mangelndem Interesse am Rest des Körpers wird der kurzerhand wieder ins Meer geschmissen. Unglaublich? Nein, das gibt es leider wirklich und auch vor den Azoren.
    Wann lernen wir endlich mal die Finger von der Natur zu lassen und uns auf das bloße Beobachten (bspw. solch wunderbarer Kreaturen wie Wale) zu beschränken.
    auch chinesen haben das recht auf etwas unkonventionelle nahrungsmittel aber das wegwerfen des restes des haies ist echt eine ziemliche verschwendung
  3. #12

    ...

    Zitat von taglöhner Beitrag anzeigen
    Ein verbreiteter Irrtum. Kein Beutegreifer kann sich unkontrolliert vermehren, sondern ist durch sein Nahrungsangebot limitiert. Das gilt auch für Top-Prädatoren. Ihre These wird gern von Traditionalisten unter den Jägern gegen Raubtiere in Stellung gebracht, um deren .....
    Das war durchaus metaphorisch gemeint. Im Übrigen geht es in der Natur immer um Gleichgewicht.
  4. #13

    ...

    Zitat von Steuerzahler0815 Beitrag anzeigen
    auch chinesen haben das recht auf etwas unkonventionelle nahrungsmittel aber das wegwerfen des restes des haies ist echt eine ziemliche verschwendung
    Ja aber das Schlimme ist, dass sie das nicht essen, um sich zu ernähren, sondern weil sie alles für ein Potenzmittel halten, was irgendwie bildlich mit "Erektion" in Verbindung gebracht werden kann... (Nashorn-Horn, jaaa Haiflosse, die steht ja auch...) - deshalb ist der "Rest" des sterbenden Wildtieres uninteressant. Man könnte meinen, dass die Chinesen Potenzprobleme haben...
  5. #14

    Alles fließt

    Zitat von schnuppe Beitrag anzeigen
    Das war durchaus metaphorisch gemeint. Im Übrigen geht es in der Natur immer um Gleichgewicht.
    Jedes Gleichgewicht ist eine Momentaufnahme und seine Stabilität relativ zum beobachteten Zeitraum. Auch ein umgekipptes Gewässer befindet sich im Gleichgewicht und hat ein eigenes Ökosystem. "Die Natur" hat keinen Willen oder Präferenzen, ihr ist es egal, ob Dinosaurier, Menschen, Algen oder Bakterien dominieren.
    Es bleibt die Frage was wir wollen, welchen Einfluss wir nehmen, und um welchen Preis.


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