Die Märchen von der großen Trockenheit mit der automatischen Folge "Feuer" macht sich gut und ist ja so einfach. Nach drei Jahrzehnten Urlaub auf den Kanaren kann ich diverse Gründe für die Brände ausmachen.
Die erlebte absolute Gleichgültigkeit vieler Einheimischer gegenüber der Natur: Die brennende Zigarette aus dem Auto, die Glasflasche im Wald liegen lassen, die unsinnig vielen Böller und Raketen bei den sehr häufigen Fiestas und offiziellen Feiertagen ist die Hauptursache der Brände. Dabei muß keine Jahrhunderttrockenheit vorgeschützt werden, die Inseln sind grundsätzlich extrem trocken und damit die Feuergefahr permanent. Zudem gibt es überall kleine Gruppen von sportlichen Feuerteufeln, von den Insulanern nicht einmal ernsthaft kriminalisiert. Diesmal wurden sie wohl gesucht und sogar gefunden.
Was glauben Sie wie schnell sich die Natur dort wieder normalisiert. Die kanarische Kiefer ist feuerressistent, d.h. die Nadeln brennen zwar ab, im nächsten Frühjahr schlagen sie aber wieder aus. Deshalb ist es auch ein Teil der Ignoranz der Bewohner der Feuerbekämpfung mehr Gewicht zu geben. Nur wenn es direkt, wie teilweise erstmalig, an die eigenen Häuser geht, beginnt ein Umdenken. Der Spruch "erste Erfolge" kommt immer. Er ist schnell dahin, wenn die Flammen wieder auflodern - das geht dort sehr schnell - auch wieder mit menschlicher Hilfe bzw. der üblich permanenten Gleichgültigkeit.

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