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Wahrscheinlichkeit von Alltagsgefahren: Keine Angst vor Urin-Bomben!

DPAWie bedrohlich sind Haartrockner? Prasseln bald gefrorene Urinbrocken aus Flugzeug-Klos auf uns nieder? Ein Statistiker und seine Studenten haben Berichte über angebliche Alltagsgefahren analysiert. Ergebnis: Der Deutsche neigt zur Hysterie.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...830953,00.html
  1. #20

    Statistik und der Einzelne

    Zitat von JaIchBinEs Beitrag anzeigen
    Das „Problem“ bei Statistik ist, das sie nur Aussagen über ein Ensemble, und nicht über einen Einzelnen machen kann.
    Das ist völlig richtig und steht in keinster Weise im Widerspruch zu dem, was ich geschrieben habe.

    Zitat von JaIchBinEs Beitrag anzeigen
    Der interessierte Leser möchte aber gerade wissen, ob er selbst von einem gefrorenen Urin-Klumpen aus einer Flugzeugtoilette zu Schaden kommen kann oder nicht.
    Möchte er das wirklich? Oder ist es eher eine Art wohliges Erschauern? Oder interessiert das vielleicht schlicht und einfach kein Schwein?

    Ich bin mir sicher, die meisten lesen solche Artikel nur mit dem Hintergedanken "mal sehen, was die da wieder für völligen Blödsinn geschrieben haben". Mir geht es jedenfalls so.

    Zitat von JaIchBinEs Beitrag anzeigen
    Ohne mich aus dem Fenster lehnen zu müssen, wette ich mein nächstes Monatseinkommen, das dies keinem Leser dieser Zeilen in den nächsten 3 Wochen passieren wird!
    Die Wette wird niemand annehmen; warum nur? ;-)

    Zitat von JaIchBinEs Beitrag anzeigen
    Es lauern täglich Gefahren mit weit höheren Eintrittswahrscheinlichkeiten, über die wir uns ohne Nachdenken hinwegsetzen: Die nächste Autofahrt, die nächste Eigenreparatur eines Elektrogeräts, der nächste Fensterputz im höheren Stockwerk kann buchtäblich die letzte Aktion in unserem Leben werden.
    Das ist exakt das Problem mit solchen Katastrophenmeldungen: Sie lenken von den eigentlichen Problemen ab. Die Aufmerksamkeit geht in die falsche Richtung. Während man noch auf dem Weg zur Arbeit im Radio in den allgegenwärtigen (und überall völlig gleichen) "Morning-Shows" hört, wie gefährlich Airbuspipi (oder Astronautenkacke - wer kennt den göttlichen Moers-Comic dazu?) ist, tut man gut daran, darauf zu achten, ob der Vordermann gerade bremst oder die Ampel gerade auf Rot umgeschaltet hat... ;-)
  2. #21

    Zitat von Mach999 Beitrag anzeigen
    Ja, das stimmt allerdings.

    Eine Minderheit wusste schon länger und konnte auch belegen, dass Atomenergie Existenzen bedroht.
    Falsch. Die Gefahr Opfer einer Atomahavarie zu werden ist nach wie vor sehr gering.

    Die Minderheit der AKW Gegner waren die Keimzelle der Hysterie die nach Fukushima auch die Masse erfasste und den letzen Rest Rationalität in der Debatte hinwegfegte.
  3. #22

    Zitat von ginevra11 Beitrag anzeigen
    CC und Pepsi sind (wohl wegen ihres hohen Zuckergehaltes) für die allgemeine Gesundheit nicht zuträglich, was zumindest statistisch belegbar ist.
    Kausalzusammenhänge lassen sich statistisch nicht belegen sondern nur quantifizieren.

    Dafür dass der hohe Zuckergehalt ansich schädlich ist gibt es keine Belege.

    Schädlich ist allgemein eine über Jahre hohe Kohehydratzufuhr in Kombination mit wenig Bewegung.
  4. #23

    Zitat von M. Michaelis Beitrag anzeigen
    Falsch. Die Gefahr Opfer einer Atomahavarie zu werden ist nach wie vor sehr gering.

    Die Minderheit der AKW Gegner waren die Keimzelle der Hysterie die nach Fukushima auch die Masse erfasste und den letzen Rest Rationalität in der Debatte hinwegfegte.
    Jaja, das Risiko, daß ihnen ein heisser Brennstab auf den Kopf fällt, ist natürlich gering, aber wenn sie mal etwas weitsichtiger denken würden, könnte ihnen vielleicht auffallen, daß es nach wie vor keine sicheren Endlagerstätten für Atommüll gibt, welcher bekanntlich viele Tausend Jahre lang gefährlich bleibt - ein Problem, welches kommende Generationen noch lange beschäftigen wird.
  5. #24

    Wahrscheinlichkeit im Alltag

    Zitat von Mach999 Beitrag anzeigen
    Bei Roulette wird 36/37 des Einsatzes ausgezahlt, beim Lotto die Hälfte. In beiden Fällen verliert man statistisch, und deswegen wäre beides "statistisch unvernünftig".
    Gehen Sie mit 7000 € ins Kasino.
    Setzen Sie 1000 € auf „Rot“.
    Kommt „Schwarz“, setzen Sie 2000 € auf „Rot“.
    Kommt wieder „Schwarz“, setzen Sie 4000 € auf „Rot“.
    Wenn jetzt wieder „Schwarz“ kommt, hatten Sie Pech, ansonsten gehen Sie mit 7000 € + 1000 € nach Hause, haben also 1000 € GEWONNEN.
    Beim Lotte könne Sie eine vergleichbare Strategie nicht anwenden..

    Allerdings: Wenn ich in ein Museum gehe, verliere ich 100% meines Einsatzes. Das ist statistisch noch weit unvernünftiger.
    Im Museum habe ich 100% Gewinn: Mein Bedürfnis nach Wissen, Kultur, Geschichte etc, wurde befriedigt

    Mit dem Einsatz beim Lotto kauft man sich eine Hoffnung. Wer sich wünscht, Millionär zu werden, aber nicht den richtigen Beruf hat, kann die 5€ ausgeben und hat sich damit schöne Träume gekauft. Da interessiert die "statistische Vernunft" nicht so sehr. :)
    Die Erfüllung Ihrer Hoffnung auf einen "großen Lottogewinn" ist extrem unwahrscheinlich.
    Übrigens, Ihre Berufswahl ist kein stochastisches Ereignis.
    Kürzlich habe ich bei Arte von einem "armen" russischen Bauernsohn erfahren, der nach dem Zerfall jenes Landes mit der Idee eines Kreditkartenunternehmens in 20 Jahren zum Multimillioär geworden ist
  6. #25

    Zitat von M. Michaelis Beitrag anzeigen
    Dafür dass der hohe Zuckergehalt ansich schädlich ist gibt es keine Belege.
    Das behaupten sie jetzt mal so eben ?
    Ohne ihnen hierfür eine Vielzahl von Fußnoten betreffs wissenschaftlicher Erkenntnisse zu liefern, behaupte ich, daß es allgemein bekannt und bewiesen ist, daß ein ständig durch die Zufuhr von (Industrie-)Zucker erhöhter Blutzuckerspiegel gefäßschädigend ist, den Insulinhaushalt nachteilig beeinflusst (was Fettleibigkeit fördert) und nicht zuletzt freuen sich auch gewisse Zahnbakterien über regelmäßige süße Mundspülungen, um Zucker in löcherfressende Säure umzuwandeln.

    Zitat von M. Michaelis Beitrag anzeigen
    Schädlich ist allgemein eine über Jahre hohe Kohehydratzufuhr in Kombination mit wenig Bewegung.
    Daß wenig Bewegung nachteilig ist, weiß jedes Kind, für Ersteres haben sie gewiss schon bei vielen Vegetariern, deren Kohlenhydratzufuhr überdurchschnittlich hoch ist, gefährliche Auswirkungen beobachtet ?
  7. #26

    Tolle Recherche!

    Mal wieder ein unpassender Angriff auf die paranoiden Warentester, die ganz unnötig vor brennenden Haartrocknern warnen:
    - Der "kürzliche Bericht" ist von 2009
    - Der "Dauerbetrieb" erfolgte im Intervall 15 min Ein / 15 min Aus - durchaus praxisnah.
    Bisher habe ich unter Statistik eine seriöse Wissenschaft verstanden, die die Validität von FAKTEN mathematisch korrekt beschreibt. Dazu sollte man die Fakten kennen und korrekt wiedergeben - sonst reiht sich der "Verbraucherschützer" mit dem Schnauzbart in die Reihe der gefährlichen Ideologen und Populisten ein, die Vorurteile statt Wahrheit liefern.
  8. #27

    Gedümmel

    Es ist wirklich arm, was in SpOn so erscheint. Auch dieses.

    Natürlich ist es auf die Fläche von Deutschland gerechnet eher unwahrscheinlich, dass mir ein Urinblock auf den Kopf fällt, hier in der Einflugschneise dagegen ist das Vorkommnis gar nicht so selten. Außerdem merke: Dass ein Ereignis unwahrscheinlich ist, bedeutet NICHT, dass es nie eintritt. Ein Tsunami, der ein Kernkraftwerk lahmlegt, ist z.B. global betrachtet selten. Deswegen Kernkraftwerke grundsätzlich nicht gegen Tsunamis zu sichern, ist dennoch eine Fehlentscheidung.
  9. #28

    Wissen durch Informationen kann der Gesundheit dienen

    Zitat von HuHa Beitrag anzeigen
    Zitat von JaIchBinEs
    Der interessierte Leser möchte aber gerade wissen, ob er selbst von einem gefrorenen Urin-Klumpen aus einer Flugzeugtoilette zu Schaden kommen kann oder nicht.
    Möchte er das wirklich? Oder ist es eher eine Art wohliges Erschauern? Oder interessiert das vielleicht schlicht und einfach kein Schwein?
    Sie sprechen etwas Wichtiges an.
    Kein Gesunder möchte tatsächlich sein genaues Ende vorab wissen.

    Etwas Anderes sind die täglichen Risiken, über die auch Medien berichten.
    Gelegentlich leite ich meine eigenen Entscheidungen davon ab.
    Zur EHEC-Krise vor einem Jahr habe ich sofort auf meine geliebten Gurken im Rohkostsalat verzichtet, mein Arbeitkollege hat sie weiter konsumiert, ohne das spöttische Nebenbemerkungen wegen „Hysterie“ oder „Leichtsinn“ fielen.
    Vor 25 Jahren wurde auf den Malediven vor Malaria gewarnt. Selbstverständlich habe ich damals Prophylaxemedikamente eingenommen.
    Letztes Jahr gab es keine Hinweise und auch keine Tabletten.
    Ich bin mir sicher, die meisten lesen solche Artikel nur mit dem Hintergedanken "mal sehen, was die da wieder für völligen Blödsinn geschrieben haben". Mir geht es jedenfalls so.
    Wissen durch Information kann stattfinden und durchaus der Gesundheit dienen.
  10. #29

    Keine Angst !

    Zitat von charliehotel Beitrag anzeigen
    ...leidet vermutlich weniger unter Hysterie als mehr unter einem flachen Halbwissen, das gerne zur eigenen Geltungssucht herangezogen wird.
    Interessante Behauptung, die Manches erklaert. Nur : woher kommt dieses "Halbwissen ?" Doch oft aus einer Presse, die normale Dinge zur Auflagensensation machen will. Oder ? Anwesende natuerlich ausgeschlossen...


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