DPAIm Falle eines Wahlsieges wollen SPD und Grüne einen umstrittenen Plan durchboxen: Tempo 30 soll zur Regelgeschwindigkeit in allen Städten werden. Umweltverbände und gestresste Großstädter applaudieren - passionierte Autofahrer hingegen sind entsetzt.
http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0...839338,00.html
mir stoesst mehr dieser gruene Verbotswahn sauer auf, als die Frage ob man in der Stadt besser mit 30, 40 oder 50 unterwegs ist. Merkt ihr nicht, dass wir Buerger immer mehr entmuendigt und unseren Freiheiten immer mehr eingeschraenkt werden?
Wie waers mal mit weniger Verboten und dafuer mehr Anreizen die Muehle daheim zu lassen? Ein deutlich verbilligter und/oder verbesserter OPNV z.B.
Verbote entmuendigen und steuern an der Vernunft vorbei, warum z.b. sollte ich nachts um 2 irgendwo mit 30 rumtuckern, und warum kann ich nicht mal Sonntag morgens wenn die Autobahn frei ist auch mal auf gerader Strecke 200 fahren? Ich fahre gerne flott und auch gerne mal sehr flott und manchmal gemuetlich, je nach Laune und Verkehrslage.
Ich find es geil, dass ich einen Kleinwagen habe, mit dem ich auch mal 220 fahren kann, das ist ein Stueck Freiheit! Und wenn ich sehe, dass jemand schneller ist als ich, mach ich eben Platz. Gute Fahrer in potenten Autos halten gebuehrenden Abstand und geben einem die Zeit eine ausreichend grosse Luecke zum Spurwechsel zu suchen und ziehen dann rasch vorbei, so dass man wieder vor dem naechsten Mittelsprschleicher ausscheren kann ohne bremsen zu muessen. Meist klappt das ganz gut und ohne Aggressionenund gegen die wirklichen Draengler und Raser gibt es Gesetze, die nur umgesetzt werden muessen
das ist eigentlich kein problem. aber die idee des "park-and-ride" ist wohl völlig in vergessenheit geraten.
allerdings muß man auch die kapazitäten des ÖPNV berücksichtigen, die ab einem bestimmten punkt nicht weiter ausgereizt werden können.
die berliner s-bahn, auch jenseits ihrer aktuellen probleme, ist z.b. durch die tatsache, daß am bahnhof zoo keine ICEs mehr halten dürfen, weit über ihrem limit.
denn nun strömen die massen in die s-bahn am bahnhof zoo um von dort 3 stationen zum HBF zu fahren.
dafür ist der s-bahnhof zoo jetzt jeden tag derart bevölkert, daß man kaum treten kann. wenn dann noch eine der berüchtigten pannen bei der s-bahn passiert geht es in der s-bahn richtig rund.
wer kann, wartet die nächste s-bahn ab.
die BVG mit ihren bussen und u- und straßenbahnen ist etwas aus dem fokus, weil alle nur auf die s-bahn gucken.
aber auch die BVG ist am limit, hat keine ersatzbusse im depot und fährt mit geliehenen wagen und personal durch berlin. die u-bahnen funktionieren noch ganz gut, sofern nicht in den tunneln feuer ausbricht, weil der müll auf den gleisen aus kostengründen nur noch 1x pro jahr weggemacht wird. das kommt davon, wenn man sich mit londoner banken einlässt und bei windigen ppp-geschäften mal eben 150 mio € in den sand setzt.
zur straßenbahn kann ich nichts sagen, da ich sie nie nutze.
eine alternative wäre z.b. die einführung von sammeltaxen zusätzlich zum ÖPNV, so wie man sie als dolmus z.b. aus der türkei kennt.
mit solchen sammeltaxen böte sich zumindest der transport bis zur nächstgelegenen straßenecke an, wenn es nicht bis zur haustür geht.
und ein solcher betrieb könnte auch rund um die uhr angeboten werden.
Ich bin jahrelang ca. 75km gependelt und in jungen Jahren sehr viel Auto gefahren. Mittlerweile wohne ich in einer Großstadt und fahre dementsprechend natürlich weniger.
Ich kann den Ärger der Autofahrer über diesen Vorschlag sehr gut verstehen. Ich selbst habe zwar ein Auto, aber würde mich eher als Radfahrer bezeichnen.
Es ist immer schwer Dinge durchzusetzen die Menschen das Gefühl gibt, in ihrer Freiheit eingeschränkt zu werden. Ich finde es nur sehr seltsam, daß viele Pendler wohl selbst in verkehrsberuhigten Bereichen wohnen, damit den Kindern nichts passiert und man selbst fühlt sich auch einfach wohler.
Aus eigener Sichtweise kann ich auch sagen, daß man als Nicht-Städter die Menschen, die direkt in der Innenstadt leben, irgendwie anders wahrnimmt. Man denkt, naja, die sind ja an Lärm gewöhnt, die wollen das ja so, die sind eh alle am Party machen, oder was weiß ich was...
Allerdings ist es so, daß es glaube ich für fast jeden Menschen der in einem urbanen Ballungsraum wohnt wirklich schön wäre wenn sich sowohl das Gleichgewicht zwischen Radfahrern, Fußgängern und Autorfahrern angleichen würde, als auch die niedrigere Grundgeschwindigkeit der Autos im Allgemeinen.
Tempo 30 für die eigenen Kinder oder am besten noch eine Spielstraße, aber doch nicht wenn ich in die Stadt fahre...
So ungefähr wirkt dir Argumentation der Autofahrer auf mich.
Der Vorschlag von Grünen und SPD zielt auch nicht darauf ab, Hauptverkehrsstraßen auf 30 zu reduzieren, sondern erst mal eine Regelgeschwindigkeit einzurichten. Auf Vorfahrtsstraßen würde nach wie vor 50 gelten.
Ich verstehe die Aufregung darüber nicht.