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Wahlprogramm für Schleswig-Holstein: Die Copy-and-Paste-Piraten

DPADie Piraten sind stolz auf die Kraft ihres Netzwerks, in Windeseile stellen sie Landeslisten auf und zimmern Inhalte zusammen. Doch die gelebte Improvisation hat ihre Tücken: Im Wahlprogramm der Piraten in Schleswig-Holstein wurde offenbar ordentlich geschludert. Die Konkurrenz spottet.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...827349,00.html
  1. #90

    Haltet den Dieb!

    Zitat von Thorongil Beitrag anzeigen
    Wenn die politischen Gegner sich nicht auf die Inhalte einlassen wollen, dann sieht man ihre Ratlosigkeit.
    Die Verwendung falscher Begriffe beweist doch, dass die Urheber (? ...) sich nicht mit diesem und anderen Themen auseinandergesetzt haben. Andernfalls wären die Fehler gar nicht aufgetreten.
  2. #91

    einheitliche Programme

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Konkurrenz spottet.

    Spott ist wenig angebracht, da die "Konkurrenz" nichts zu bieten hat, was substantiell ist.

    Die Piraten möchten bundesweit einheitlich auftreten und nicht von Land zu Land mit unterschiedlichen Programmen. Es wurde lediglich intern kopiert, das hat den Blogger gestört. Die Piraten stört das allerdings weniger. Und strenggenommen sind das Trivialitäten.
  3. #92

    Warum denn nicht konsequent sein?

    Man denke zum Beispiel an ein Piratenplakat, auf dem einfach steht: "Hier könnte Ihr politischer Lieblingsslogan stehen." Oder wie wärs mit: "Coole Säue brauchen keine Inhalte."

    Am Ende ist der Trick einfach der, den Menschen eine möglichst leere Projektionsfläche für ihre Wünsche zu bieten. Die anderen Parteien machen das ja auch, die Piraten gehen da eben nur noch einen Schritt weiter.

    Die Piraten sind somit wohl eine Partei für Alle und Keinen. Andererseits hört sich das aber etwas nach Friedrich Nietzsche an und der hätte die Piraten wohl kaum gemocht, da sie schon ein wenig vom letzten Menschen an sich zu haben scheinen. Aber das gilt auch für die anderen Parteien und die Piraten gehen da wieder nur noch einen Schritt weiter.

    Die Faszination, die die Wähler für diese politische Leichtmatrosenpartei empfinden, zeigt aber doch eines mit Sicherheit: Nämlich wie sehr die Bürger dieses Landes die Schnauze voll zu haben scheinen von den etablierten Parteien und wie viele es gibt, die sich überhaupt nicht mehr vertreten fühlen.

    Das sollte besonders SPD und FDP zu denken geben. Merkel und ihre CDU werden sich wahrscheinlich gemütlich zurücklehnen, da ihnen taktisch das Auftauchen der Piraten am Horizont gerade sehr gelegen kommen dürfte.
  4. #93

    ...

    dieser artikel ist einfach lächerlich. die aufgeführten "fehler" wären gar keine, wenn es in jedem bundesland einheitliche regelungen gäbe. die amtsbezeichnungen gleich sind etc.

    das führt zu folgendem schluss. die piraten machen auch weiterhin alles richtig und der dümmliche förderalismus muss beendet und die bundesländer zusammengeführt werden.

    wir sind ein land. und ein bürgermeister in münchen muss genauso gestellt sein, wie ein bürgermeister in hamburg. auch die verwaltungsstruktur muss gleich sein.

    alles andere ist ineffizient. und ineffizienz bedeutet dummheit.
  5. #94

    ...

    Als Grüner muss man da ja schon etwas grinsen.
    Nach dem Bruch der schwarz-grünen Koalition in Hamburg haben wir unser Programm in nur drei Wochen aufgestellt, Abgeordnete, Arbeitsgruppen, Basis, Bürger (korrekt, bei uns schreiben auch Nicht-Mitglieder über die Arbeitsgruppen am Wahlprogramm mit) und Landesvorstand. Da gab's keinen Müßiggang zur Weihnachtszeit damals.
    Da fragt man sich schon was die piratigen Kollegen so die ganze Zeit machen. Weil Arbeitsgruppen gibts da auch (zumindest in Hamburg).

    Naja, vielleicht ist man bei den Piraten doch zu sehr mit dem "wie" statt dem "was" beschäftigt.
  6. #95

    ...

    Zitat von neuroheaven Beitrag anzeigen
    dieser artikel ist einfach lächerlich. die aufgeführten "fehler" wären gar keine, wenn es in jedem bundesland einheitliche regelungen gäbe. die amtsbezeichnungen gleich sind etc.

    das führt zu folgendem schluss. die piraten machen auch weiterhin alles richtig und der dümmliche förderalismus muss beendet und die bundesländer zusammengeführt werden.

    wir sind ein land. und ein bürgermeister in münchen muss genauso gestellt sein, wie ein bürgermeister in hamburg. auch die verwaltungsstruktur muss gleich sein.

    alles andere ist ineffizient. und ineffizienz bedeutet dummheit.

    Ich biege mir die Welt, wie sie mir gefällt *sing*

    Wenn das so weiter geht werden bei solchen Wählern die Piraten eine Relegion, und keine Partei...

    Nur mal so....
    Föderale Staaten funktionieren besser als zentralistische Staaten. Weswegen Großbritannien, Spanien, Frankreich und Italien immer mehr Kompetenzen in die Regionen übertragen.
  7. #96

    Asimo sagt:

    Zitat von Luscinia007 Beitrag anzeigen
    Bei dieser Plagiatsquote wird ja sogar ein zu Guttenberg neidisch!
    Ein Wahlprogramm ist aber ein wissenschaftlicher Aufsatz und wird auch nit von einer Erklärung begleitet, dass die Autoren alles selbst erarbeitet haben und alle anderen Stellen unter Nennung der Quellen kenntlich gemacht haben.
  8. #97

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Piraten sind stolz auf die Kraft ihres Netzwerks, in Windeseile stellen sie Landeslisten auf und zimmern Inhalte zusammen. Doch die gelebte Improvisation hat ihre Tücken: Im Wahlprogramm der Piraten in Schleswig-Holstein wurde offenbar ordentlich geschludert. Die Konkurrenz spottet.

    Wahlprogramm für Schleswig-Holstein: Die Copy-and-Paste-Piraten - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Ich habe mir das Original auf dem Blog mal durchgelesen, und ja.. das hätte durchaus besser laufen können, ob das ganze jedoch Guttenbergsche Dimensionen hat, nun ja muss jeder selber entscheiden.

    Interessant finde ich jedoch den Schlusssatz:
    Zitat von Swen Wacker
    Von dem an sich sympathischen Eingeständnis des Unfertigen ist bei mir nicht mehr übrig geblieben. Ich fühle mich einfach nur betrogen.
    Das ist eine eigentlich logische Schlussfolgerung von ihm, aber ich dachte mir dabei nur eines.. Wovon fühle ich mich jetzt mehr betrogen, das die SH Piraten, die vollkommen Neu sind, mit ihren paar Leuten sich bei fremden LV's und ihren Wahlprogrammen bedient haben, oder das ich seit fast 30 Jahren (meine Zeit als mündiger Wähler) immer wieder Wahlprogramme gelesen habe von etablierten Parteien, die dann in mehr oder weniger großen Teilen nur für die Tonne waren?
  9. #98

    Die Mitarbeiter der Verwaltung werden

    Zitat von djchrisi Beitrag anzeigen
    Eigentlich haben Sie natürlich recht. Was interessiert es mich was eine Partei für ein Betriebsystem nutzt.
    Wenn die Partei aber Freie Software in der Verwaltung fordert (siehe Seite 8) dann interessiert es mich schon. Von einer (fiktiven) Abstinenz-Partei würde man auch erwarten keine Weinflecken auf dem Programm zu haben.
    dafür bezahlt, das sie mit Ihren Computern arbeiten - da kann der Arbeitgeber auch verlangen, dass sie sich mit anderen Betriebssystemen vertraut machen, wenn dadurch erhebliche Kosten eingespart werden.

    Wie wir ja wohl alle wissen, werden diese Mitarbeiter normalerweise alle Zeit der Welt haben, um dies innerhalb ihrer bezahlten Arbeitszeit in umfangreichen Kursen, angeleitet von und durch hochdotierte Dozenten befreundeter externer Firmen, zu tun.

    Wenn nun aber, nennen wir sie mal so, idealistische Amateure innerhalb kürzester Zeit ein Wahlprogramm zusammenstellen müssen, wäre es nicht nur kontraproduktiv, sondern hochgradig dämlich, Windows-geübten Benutzern zuzumuten, zuvor ein anderes Betriebssystem, das nicht unbedingt so auf die Schnelle erlernbar ist, auf ihren (wahrscheinlich privaten) Rechnern zu installieren, zu erlernen und dann damit zu arbeiten.

    Selbst Linux-geübte Benutzer steigen nicht nahtlos innerhalb eines halben Tages von einer Distribution auf die andere derartig um, dass sie am nächsten Tag, als sei nichts geschehen, damit problemlos weiterarbeiten.

    Und es ist auch keineswegs so, dass jeder Pirat gleichzeitig der absolute Linux-Nerd sein muss. Dann würde die Partei möglicherweise Torvalds Rache oder so heißen.

    Und das sollten gerade Sie, der Sie doch so gekonnt mit Schlagworten wie Informationelle Selbstbestimmung, Transparenz, Open Access oder Urheberrecht um sich wirft und Windows vorwirft, das nicht zu repräsentieren und verwirft, weil es das nicht tut, am Besten wissen. Oder haben Sie das nur irgendwo aufgeschnappt?

    Helmchen
  10. #99

    Zitat von Nihil novi Beitrag anzeigen
    So? Tun sie das? Wie wird das gleich nochmal bei den Piraten mit den Mandatsträgern gehandhabt? Die sind doch dem Schwarm gegenüber direkt weisungsgebunden und keinesfalls ihrem Gewissens, oder? Wer sich gegen die Beschlüsse der Basis äußert oder handelt, wird doch mit shitstorm nicht unter 10 Wochen bestraft, war doch so....
    Moment..
    Wo bitte haben Sie das denn gelesen? Bei uns ist kein Mandatsträger weisungsgebunden, das exakte Gegenteil ist der Fall, wir halten Fraktionszwang für falsch.

    Bezgl. Shitstorm.. Wenn ein Mandatsträger gegen die Überzeugung seiner Partei handelt, was passiert denn dann? Na? Ist noch gar nicht so lange her.. Schäffler noch ein Begriff? Das war kein Shitstorm auf altmodische Weise?








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