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Wahlpleiten: Linke spekulieren über Lafontaine-Comeback

Heftige Kritik aus den eigenen Reihen: Die Führungsspitze der Linken hat nach den Wahlpleiten der vergangenen Wochen ihren Kredit verspielt. Die Parteimitglieder fordern einen Kurswechsel - eine wichtige Rolle könnte dabei Oskar Lafontaine spielen.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...754690,00.html
  1. #1

    Oskar Lafontaine

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Heftige Kritik aus den eigenen Reihen: Die Führungsspitze der Linken hat nach den Wahlpleiten der vergangenen Wochen ihren Kredit verspielt. Die Parteimitglieder fordern einen Kurswechsel - eine wichtige Rolle könnte dabei Oskar Lafontaine spielen.

    http://www.spiegel.de/politik/deutsc...754690,00.html
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass Oskar Lafontaine noch einmal den Schritt in die Bundespolitik wagen wird, abgesehen von gelegentlichen Auftritten auf Wahlkampfveranstaltungen ausserhalb des Saarlandes.
    Er weiss, dass die Zeit der Linken abgelaufen ist und dass stattdessen die pragmatischeren Grünen, die die gleichen ideologischen Wurzeln wie die Linken haben, im Aufwind sind. Umweltpolitik inklusive Umweltangst kommt bei den Wählern besser an als Klassenkampfrhetorik, die doch meistens sehr abstrakt ist. Auf den Zug "Umwelt" sind die Linken zu spät und zu zögerlich aufgesprungen.
  2. #2

    Besser als die Chaos-Spitze

    Lafontaine gilt zwar als autoritärer Anführer, jedoch sehe ich bei den Linken außer Gregor Gysi und Dietmar Bartsch keine ernsthafte Alternative als Lafontaines Rückkehr an die Parteispitze. Wie es Dagmar Enkelmann zutreffend erläutert hat, eine Zweierspitze und auch noch OST-West spaltet die Partei und stärkt das Misstrauen. Lötzsch und Ernst haben die Partei weiter gespalten und mit ihren peinlichen Eskapaden für einen Abschwung in der Wählerzustimmung gesorgt.
  3. #3

    Keine Antworten auf heutige Probleme

    Der Schlachtruf "Die Reichen sollen zahlen" wird nun schon über 1,5 Jahrhunderte alt.

    Dieser Slogan ist so abgenützt, damit lassen sich keine Wahlen mehr gewinnen, nicht einmal die 5 Prozent Hürde ist damit sicher zu packen.

    Die Linken, sowie leider auch der Rest der Parteien haben keine Antworten auf die heutigen Probleme.

    * Peak Oil und drohende nächste Ölkrise
    * Atomausstieg
    * Working Poor
    * Soziale Sicherheit wie in den 1980er Jahren

    Sowas ist nur mit großen neuen Würfen wie dem PEGE Manifest zu schaffen, nicht aber mit dem alten "Die Reichen sollen zahlen" Schlachtruf.
  4. #4

    Themen für Wähler

    Zitat von Velbert2 Beitrag anzeigen
    Umweltpolitik inklusive Umweltangst kommt bei den Wählern besser an als Klassenkampfrhetorik, die doch meistens sehr abstrakt ist. Auf den Zug "Umwelt" sind die Linken zu spät und zu zögerlich aufgesprungen.

    Angst ist manchmal ein guter Ratgeber, zum Beispiel, wenn die Hütte brennt. Aber man kann Umweltpolitik natürlich auch sachlich vertreten.

    "Klassenkampfrhethorik" kommt mir unsachlich vor. Sagen wir, Sozialpolitik. Da brennt die Hütte vielleicht noch nicht, aber diese Rauchwölkchen riechen so merkwürdig..

    Wenn Leute vollzeit arbeiten und trotzdem noch auf Hartz-4-Niveau aufgestockt werden müssen, haben wir wohl Systemfehler. Bei den Arbeitgebern. Sollte man untersuchen und beheben.

    Im Sinne nachhaltiger Sozialpolitik sollte wohl auch jeder, der arbeitet, genug Rentenansprüche erwerben können, dass er im Alter auch ohne Aufstockung auskommt.

    Das sind Themen nicht nur für die Linken. Alle Parteien sollten sie behandeln. Ich bin bei der Piratenpartei.
  5. #5

    kann schon sein

    Linke Themen sind und bleiben aktuell, der Sozialabbau der letzten Jahre, das Hartz IV Empfänger Bashing, die Angst der anderen Parteien Wirtschaft und Millionäre zu besteuern oder die Steuern überhaupt einzutreiben und die Zahlreichen Auslandseinsätze der Bundeswehr.. die Themen werden immer aktueller, die LINKE hat eine große Zukunft, wenn sie es schafft Korruption zu bekämpfen, vielleicht bekommt sie sogar irgendwann die Chance auf Bundesebene ihre Pazifistische Einstellung einzubringen.
    Neben der SPD könnten auch die Grünen Links angetrieben werden, die sind ja inzwischen genauso bürgerlich wie die SPD.
    Lafontaine könnte auch noch einmal richtig aufgehen, wieso denn nicht?
  6. #6

    Ich bin Privatmann!

    so oder so ähnlich hatte sich Napoleon von der Saar doch mal aus der Regierungsverantwortung verabschiedet.

    Was soll also glaubwürdiger an Lafontaine sein als am Porsche-fahrenden Vertreter des Proletariats in Bayern?

    Offensichtlich hat die Linke genauso mit dem Problem fehlender geeigneter Persönlichkeiten zu kämpfen.
  7. #7

    Alternativlos...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Heftige Kritik aus den eigenen Reihen: Die Führungsspitze der Linken hat nach den Wahlpleiten der vergangenen Wochen ihren Kredit verspielt. Die Parteimitglieder fordern einen Kurswechsel - eine wichtige Rolle könnte dabei Oskar Lafontaine spielen.

    http://www.spiegel.de/politik/deutsc...754690,00.html
    DIE LINKE ohne Oskar Lafontaine würde aus der Parteienlandschaft verschwinden. Aber zumindest Teile des LINKEN-Programms braucht Deutschland dringend.

    Wenn ich einem Politiker den Geist und die Kraft zu grundlegenden und längst notwendigen Änderungen in Deutschland und in Europa insgesamt zutraue, dann ist es Oskar Lafontaine. Das wussten übrigens die meisten SPD-Mitglieder schon immer. Deren Zurückhaltung, als sich Oskar Lafontaine von Schröder trennte, kann man nur als feige und als Verrat am Wähler werten.

    Offensichtlich ist nur ein Politiker mit den Fähigkeiten eines Oskar Lafontaine ist in der Lage, die Ursachen der Weltwirtschaftskrise zu begreifen und die Institutionen so umzuformen, dass Exzesse der Finanzmärkte künftig vermieden werden. Im Übrigen steht die Bewältigung der Weltwirtschaftskrise noch aus. Deutschland hat zur Option Lafontaine nach meiner festen Überzeugungen keine Alternative.
  8. #8

    Oskar hat fertig!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Heftige Kritik aus den eigenen Reihen: Die Führungsspitze der Linken hat nach den Wahlpleiten der vergangenen Wochen ihren Kredit verspielt. Die Parteimitglieder fordern einen Kurswechsel - eine wichtige Rolle könnte dabei Oskar Lafontaine spielen.

    http://www.spiegel.de/politik/deutsc...754690,00.html
    Oskar hat sich doch zurück gezogen, damit eine spätere Koalition mit der SPD überhaupt möglich ist. Was nutzt es diesen Apparatschiks wenn sie das eine oder andere Prozentchen gutmachen aber keine Partei mit diesen Oskar an der Spitze koalieren mag?
  9. #9

    find ich gut

    Ich würde den Schritt begrüßen, falls kein geeigneter jüngerer Vorsitzender gefunden werden kann. Aber der Linken fehlt nicht nur ein charismatischer und guter Vorsitzender sondern noch viel mehr. Z.B. Die Fähigkeit linke Wähler für sich zu gewinnen, neben 3 grossen kapitalstischen Parteien und der FDP fehlt ein alternatives Gegengewicht. Das leigt
    zu einem sehr gewichtigen Teil an der Presse, man denke nur an die Kampagnen gegen Lafontaine im ZDF. Zum anderen glauben immer noch viele Wähler der Grünen sie würden links wählen, nur weil die Grünen für die Umwelt sind. Nur wer Kriege anzettelt und Hartz-IV einführt und sich offen zur Marktwirtschaft bekennt ist eben nicht links, da hilft auch keine Homoehe mehr. D.h. bei Grünen und SPD kann die Linke noch viel holen. Aber am meisten könnte die Linke bei den nicht Wählern abstauben. Nur dazu fehlen den Linken 3 Punkte:
    Glaubwürdigkeit (wegen Ruf als SED Nachfolgepartei nicht ganz einfach), hier könnte ein klarer cut von der Vergangenheit helfen, so etwas wie ein SED /STASI vergangenheits-Stresstest
    Eine wirtschaftliche Alternative zum Kapitalismus (nein, nicht die soziale Marktwirtschaft, das will auch die FDP)
    Kommunikationswege, es gibt kaum ein Medium das unvoreingenommen über die linke berichtet, das Bashing zieht sich quer durch die Medien und Parteienlandschaft. Da die linke die Medien nicht so einfach kaufen kann wie das Kapital (keine linke Vereinigung hat das Geld ganze Anzeigen Kampagnen zu schalten die dann mit redaktionellen Beiträgen z.B. über die Nachteile einer Riesterente belohnt werden) muss sie an die Moral der Redakteure appelieren. Denn Linke Politik ist moralische menschenfreundliche Politik, das ist heutzutage schon ein wirkliches Alleinstellungsmerkmal was sich bestimmt gut in Wählerstimmen ummünzen lässt.


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