Wahlpleiten: Linke spekulieren über Lafontaine-Comeback

Heftige Kritik aus den eigenen Reihen: Die Führungsspitze der Linken hat nach den Wahlpleiten der vergangenen Wochen ihren Kredit verspielt. Die Parteimitglieder fordern einen Kurswechsel - eine wichtige Rolle könnte dabei Oskar Lafontaine spielen.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...754690,00.html
  1. #80

    Burgfräulein gesucht

    Zitat von gaga007 Beitrag anzeigen
    [...]
    Die Deutsche Bank hat keinerlei öffentliche Gelder in Anspruch nehmen müssen.
    Direkt nicht, aber indirekt schon. Da gäbe es jetzt manches zu berichten, ich beschränke mich auf zwei Fälle.

    Merkel rettete unverzüglich die erste insolvente Bank in Deutschland, nachdem der Chef der Deutschen Bank in seiner netten, in mehrfacher Hinsicht gewinnenden Art in einem kurzen Telefonat darauf hinwies, dass die Industriekreditbank (IKB) in Düsseldorf insolvent sei und umgehend doch bitte auf Staatskosten zu retten sei.

    Die IKB hat über ihre Special Purpose Vehicles in der Finanzoase Delaware Ramschpapiere, die für die Insolvenz ursächlich waren, von der Deutschen Bank gekauft; und nicht nur das: Die große Deutsche Bank hat der kleinen IKB dafür auch Kredite gegeben. So zog ein großer Teil der staatlichen Rettungsgelder in Düsseldorf am Rhein, am Sitz der IKB, nur eine kurze Schleife, bevor sie schließlich, unbemerkt von der Öffentlichkeit, in Frankfurt am Main in den gewinnenden Armen der Deutschen Bank landeten.

    Ein ähnliches Procedere wiederholt sich seitdem etwa im Falle der insolventen Hypo Real Estate: Die Deutsche Bank, selbst auch Gläubiger, nahm auch hier die Prüfung der Lage dieser Bank in die Hand und zwang als Repräsentantin der übrigen Gläubiger die Bundesregierung zur staatlichen Rettung.
    (Meine Ausführungen orientieren sich an einem Artikel von Werner Rügemer)

    Ich hoffe, Ihr doch arg einfältiges Weltbild liegt jetzt nicht in Trümmern.

    Der Markt bereinigt sich immer wieder - ob nun 1929 oder jetzt. [...]
    Aber das ist ein natürlicher Kreislauf der Wirtschaft und es wird immer wieder diese sog. Krisen geben.
    Und die Menschen müssen also die Achterbahnfahrt dieses höheren Wesens namens „Markt“ demütig hinnehmen, als naturgegeben, als schicksalshaft, so stellen Sie sich das vor?

    Was ihre letzte Anmerkung betrifft, einen "Sozialstaat" muß eine Gesellschaft sich leisten können. Durch eine übertriebene Sozialpolitik wurde eine Hängematte geschaffen, die Arbeit in der Tat für gewisse Bevölkerungsschichten unattraktiv macht - das ist der große Fehler, der die Ausgaben für Hartz IV und Co. explodieren läßt. Hier ist die Politik gefordert, aber zu feige unbequehme Entscheidungen zu treffen.

    Und nur an diesem Problem "krankt" unser Staat. Schauen Sie ins Ausland und vergleichen Sie ...
    Die Sozialausgaben „explodieren nicht, sondern liegen seit Jahrzehnten so um die 30 Prozent des BIPs. Die soziale Hängematte mag es in Ihren marktreligiös konditionierten Vorstellungen geben, die Wirklichkeit sieht anders aus. In Deutschland kann man die Wiederkehr der Armenspeisung beobachten, nur das Burgfräulein fehlt noch. Ich empfinde das als Schande.