Wahlpleiten: Linke spekulieren über Lafontaine-Comeback

Heftige Kritik aus den eigenen Reihen: Die Führungsspitze der Linken hat nach den Wahlpleiten der vergangenen Wochen ihren Kredit verspielt. Die Parteimitglieder fordern einen Kurswechsel - eine wichtige Rolle könnte dabei Oskar Lafontaine spielen.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...754690,00.html
  1. #60

    Weltpräsident Lafontaine

    Zitat von e.schw Beitrag anzeigen
    Natürlich, war ein Schreibfehler. Danke für den Hinweis.

    Der Gedanke, dass die Weltgemeinschaft eine zentrale Autorität nötig hat, beunruhigt mich auch. Andererseits bin ich sicher, dass eine solche eingesetzt werden muss, bevor die Verteilungskämpfe um die knapper werdenden Rohstoffe voll entbrennen.
    Lassen Sie sie brennen. Wenn a und b um Rohstoff 1 streiten, kann sich übrigens auch c schlichtend einmischen. Das gleiche gilt für die Länder e, f und g.

    Zitat von e.schw Beitrag anzeigen
    Ich traue den USA nicht mehr zu, sich im Ernstfall für einen geordneten und friedlichen Zugriff auf die Rohstoffe einzusetzen. Chinesen oder Russen besitzen meines Erachtens nicht über die Fähigkeiten und den Willen zur Weltmacht Nr.1. Es bleibt an Europa hängen, diese Rolle zu übernehmen.
    Gestatten, dass ich schmunzle. Europa und Willen zur Weltmacht? Das ist wie ein Fisch und Tennisspielen. Dann eher noch Rußland.

    Zitat von e.schw Beitrag anzeigen
    Gleichzeitig braucht Europa völlig andere Wirtschaftskonzepte, nachdem die bisherigen in eine Sackgasse geführt haben. Am überzeugendsten vertritt diese notwendigen Konzepte aber Oskar Lafontaine.
    Oskar Lafontaine als BIG BOSS, klar, damit könnte man leben. :)
  2. #61

    Oskar Lafontaine anstelle von Van Rompuy?

    Zitat von harrold Beitrag anzeigen
    Lassen Sie sie brennen. Wenn a und b um Rohstoff 1 streiten, kann sich übrigens auch c schlichtend einmischen. Das gleiche gilt für die Länder e, f und g.
    Eine erfolgreiche Schlichtung ist nur einer von allen beteiligten Parteien anerkannten Autorität möglich. Es dürfte schwierig sein, in jedem Streitfall möglichst umgehend eine solche Autorität zu finden. Dass dies z.B. auch in Zeiten existenzieller Not möglich sein wird, dafür fehlt mir der Glaube an die Menschheit.
    Gestatten, dass ich schmunzle. Europa und Willen zur Weltmacht? Das ist wie ein Fisch und Tennisspielen. Dann eher noch Rußland.
    - - -
    Oskar Lafontaine als BIG BOSS, klar, damit könnte man leben. :)
    Europa muss, ob es will oder nicht. Das ist so ziemlich jedem Europapolitiker klar.

    Obwohl die Notwendigkeit einer gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik längst eingesehen wird, bedarf es noch eines besonderen Szenarios, damit die Politiker die entscheidenden Schritte in diese Richtung zu tun. Mit dem Lissabon-Vertrag und der Einsetzung Van Rompuys als EU-Ratspräsident bzw. Catherine Ashton als Hohe Vertreterin für Außen- und Sicherheitspolitik wird dieses Ziel offenbar nicht verfolgt. Ich muss aber gestehen, dass ich nicht die geringste Ahnung habe, wie ein Politiker mit den Eigenschaften eines Oskar Lafontaines an die Schalthebel der Macht gelangen könnte. Dass Europa aber einen solchen in Kürze braucht, davon bin ich zutiefst überzeugt.
  3. #62

    Comeback von Lafontaine erwünscht

    Zitat von dr.épernay-boiler Beitrag anzeigen
    Wieso sollte ein frankophiler Genießer aus dem Saarland, mit Familie, immer wieder - trotz Unglücken und Krankheiten - für andere den Karren aus dem Sumpf ziehen? Würde es nicht von Stil zeugen - egal was man von L hält - ihn mal in Ruhe zu lassen?
    Lafontaine geht es offenbar wieder gut. Wäre es nicht so, würde er sich nicht der Öffentlichkeit, und dem damit verbundenen Stress "ausetzen".
    Man darf nicht außer Betracht lassen, dass Lafontaine ein Vollblut-Politiker und somit ein Workaholiker ist. Er benötigt die politische Arena, wie andere die Luft zum Atmen.
    Sollte er sich dafür entscheiden, sich wieder voll bei den Linken einzubringen, wird ihn niemand davon abhalten können.
    Ich wünsche ihm jedenfalls alles Gute, vor allem Gesundheit und würde mich über sein Comeback sehr freuen.
    Lafontaine schätze/schätzte ich als hervorragenden Politiker, jetzt und früher, der sich nicht scheut den politischen Heuchlern die Meinung zu sagen..
  4. #63

    ...

    Zitat von founder Beitrag anzeigen
    Sowas ist nur mit großen neuen Würfen wie dem PEGE Manifest zu schaffen, nicht aber mit dem alten "Die Reichen sollen zahlen" Schlachtruf.
    1.April ist schon vorbei.
  5. #64

    Was haben Sie nicht verstanden?

    Zitat von Crom Beitrag anzeigen
    1.April ist schon vorbei.
    Es scheint Sie haben das PEGE Manifest nicht verstanden order erst gar nicht gelesen

    Es scheint Sie hängen alter Klassenkämpferromantik nach, daß das Paradies erreicht wird wenn man den Reiche alles weg nimmt.
    Aprilscherz? Ja, diese ganzen Schlachtrufe der Linken "Die Reichen sollen zahlen" sind der Aprilscherz.
  6. #65

    _

    Zitat von e.schw Beitrag anzeigen
    Europa muss, ob es will oder nicht. Das ist so ziemlich jedem Europapolitiker klar.
    Und wie stellen Sie sich das vor? Deutschland, Frankreich, England erst mal jeder 400.000 Mann (reine Kampftruppen, Logistik und Co. wird separat gezählt) und darüber wer wie viele Flieger und Träger stellt reden wir noch? Das wäre aber eine Aufrüstung wie es sie seit vor den beiden Weltkriegen nicht mehr gegeben hätte
  7. #66

    Autistische, parasitäre Wirtschaftspolitik

    Zitat von founder Beitrag anzeigen
    [...]
    Es scheint Sie hängen alter Klassenkämpferromantik nach, daß das Paradies erreicht wird wenn man den Reiche alles weg nimmt.
    Aprilscherz? Ja, diese ganzen Schlachtrufe der Linken "Die Reichen sollen zahlen" sind der Aprilscherz.
    Sie verkürzen die Vorstellungen der Linken zu einer einfältigen Parole, vielleicht, weil Sie der ironischen Bemerkung von Ernst Bloch in vollem Ernst zustimmen würden: „Da es nicht für alle reicht, springen die Armen ein.“

    Sie wollen die seit Jahren stattfindende massive Umverteilung von unten nach oben zementieren. Unsere Eliten plündern den Staat aus, aber das darf nicht angesprochen werden, weil sich ein Großteil unserer Bürger - die gut situierten, saturierten – gerade auf der postmaterialistischen Sinnsuche befindet und sich um unseren Planeten sorgt.

    Umweltschutz, alternative Energien, weg von der Atomenergie ist mir auch wichtig, aber an erster Stelle kommt für mich der Mensch. Und in D. geht es Millionen Menschen dreckig, weil eine grottenschlechte, autistische und parasitäre Wirtschaftspolitik verbrochen wird.

    Es ist aller Ehren wert, gegen diesen Schwachsinn anzukämpfen.
  8. #67

    Völlig falsch verstanden

    Zitat von Rosbaud Beitrag anzeigen
    Sie verkürzen die Vorstellungen der Linken zu einer einfältigen Parole, vielleicht, weil Sie der ironischen Bemerkung von Ernst Bloch in vollem Ernst zustimmen würden: „Da es nicht für alle reicht, springen die Armen ein.“

    Sie wollen die seit Jahren stattfindende massive Umverteilung von unten nach oben zementieren. Unsere Eliten plündern den Staat aus, aber das darf nicht angesprochen werden, weil sich ein Großteil unserer Bürger - die gut situierten, saturierten – gerade auf der postmaterialistischen Sinnsuche befindet und sich um unseren Planeten sorgt.
    Sie scheinen von meiner Politik überhaupt nichts verstanden zu haben. Natürlich muß diese Umverteilung von Arm zu Reich gestopt werden.

    Aber der Schlachtruf der Linken "Die Reichen sollen zahlen" ist dafür völlig untauglich.

    Siehe "100 Milliarden EUR Konjunkturprogramm"

    100,-EUR weniger Arbeitgeberanteil Sozialversicherung ist nur 1% mehr Geld für den Manager mit 10,000,-EUR pro Monat,
    aber satte 10% mehr für den Kleinverdiener mit nur 1000,-EUR pro Monat.

    Dies als erster Schritt im Umbau des Steuersystems.

    Die Politik hat total versagt die Umverteilng Arm zu Reich aufzuhalten mit Methoden wie Gewinnermittlung und progressiver Einkommenssteuer.

    Die Reichen zahlen weniger Prozente an Steuern+Abgaben als der Kleinverdiener mit 1000,-EUR, weil ja selbstverständlich der 500 PS Protzwagen eine berufliche Ausgabe ist.

    Zitat von Rosbaud Beitrag anzeigen
    Umweltschutz, alternative Energien, weg von der Atomenergie ist mir auch wichtig, aber an erster Stelle kommt für mich der Mensch. Und in D. geht es Millionen Menschen dreckig, weil eine grottenschlechte, autistische und parasitäre Wirtschaftspolitik verbrochen wird.

    Es ist aller Ehren wert, gegen diesen Schwachsinn anzukämpfen.
    Mit dem Umbau des Steuersystems weg von der Besteuerung von Menschen hin zur Besteuerung von Ressourcen wird genau das erreicht.

    Den Menschen geht es besser, die Produkte der alten Industrie werden unrentabel, die ressorucenschonenden Produkte der Industrie des 21. Jahrhunderts verdrängen die Produkte der alten Industrie aus dem Markt.

    Wieviel Zeit soll noch mit alte Parolen brüllen vergeudet werden, bis nach dem PEGE Manifest gearbeitet wird?
  9. #68

    Oskar

    Zitat von e.schw Beitrag anzeigen
    Als “The Sun” 1999 Oskar Lafontaine als den “gefährlichsten Mann Europas” bezeichnete, hätte den Deutschen klar sein müssen, dass genau er der richtige Mann für Deutschland ist.

    Als sich Lafontaine seinerzeit aus der aktiven Politik zurückzog, applaudieren in meiner Umgebung besonders solche Arbeitnehmer, die bald danach unter Schröders Agenda 2010 leiden mussten. Aber wie das so ist mit den PISA-zertifizierten Deutschen: Denken lernen sie in der Schule nicht.
    ...ist für mich der EINZIGE intelligente Politiker D.
    Er war übrigens auch unter den Politikern der EINZIGE, der die Finanzkrise prophezeit hat.
    Er ist auch der Einzige, der eine Alternative zum Merkel-Verein(Merkel, Gabriel, Westerwelle etc) darstellt.
    Der Deutsche Michel wird das aber erst in zehn Jahren feststellen.
    Siehe auch Bankenregulierung, Manager-Bezüge und Vermögensteuer, Leiharbeit, Euro-Wahn etc...
    Der Deutsche murrt zwar ununterbrochen, wählt aber beharrlich weiter seine Schlächter
    Ein Alt-Porsche fahrender Linker ist mir übrigens persönlich lieber als ein hundert Porsche fahrender Bank-und Strom-Abzocker.
  10. #69

    Oskar Lafontaine ein überzeugter Europäer...

    Zitat von M@ESW Beitrag anzeigen
    Und wie stellen Sie sich das vor? Deutschland, Frankreich, England erst mal jeder 400.000 Mann (reine Kampftruppen, Logistik und Co. wird separat gezählt) und darüber wer wie viele Flieger und Träger stellt reden wir noch? Das wäre aber eine Aufrüstung wie es sie seit vor den beiden Weltkriegen nicht mehr gegeben hätte
    Merkel befindet sich in keiner beneidenswerten Lage. Nach der zwar sehr wahrscheinlich vorher mit den wichtigsten Verbündeten abgesprochenen Stimmenthaltung im UN-Sicherheitsrat, kann Deutschland nicht weiter untätig zuschauen, wie Frankreich und Großbritannien militärisch zugunsten der Aufständischen in Libyen intervenieren. Dass es nicht bei Libyen bleiben wird, ist abzusehen. Das jüngste Abkommen zwischen Bahrain und Saudi-Arabien trägt Debka file zufolge das Potential eines Großkrieges zwischen Iran/ Irak auf der einen und Saudi-Arabien auf der anderen Seite in sich.
    http://www.debka.com/article/20817
    Dann sind da noch Algerien und Marokko, und auch die Ägypter und Tunesier werden mit dem bisher Erreichten nicht zufrieden sein.

    Jedenfalls lässt sich die Bundeswehr-“Reform” nicht mehr wie geplant durchziehen. Deutschland, vertreten durch Merkel und Westerwelle, hält sich die Augen zu. Dabei klopft die Revolution bereits an die Tore zu Europa.

    Die Deutschen haben sich nach dem Grauen des II. Weltkrieg so sehr an ein Leben in Frieden gewohnt, dass sie nur schwer von der Notwendigkeit eines militärischen Einsatzes zu überzeugen sind. Gut erkennbar am Widerwillen gegen die Teilnahme der Bundeswehr am Afghanistankrieg. Doch die europäischen Verbündeten lassen sich nicht mehr lange hinhalten. Sie werden nicht einsehen, warum sie mit dem Blut ihrer Soldaten die Versorgung Deutschlands mit Öl sicherstellen sollen. Wäre Öl ein im Überfluss vorhandener Rohstoff, die Situation wäre nicht so brisant.

    Sollte Oskar Lafontaine in die Lage kommen, über Bündnisfragen zu entscheiden, traue ich ihm am ehesten ungewöhnliche Entscheidungen zu. Ich glaube übrigens nicht, dass er sich mit einer 400.000-Mann-Armee zufrieden geben wird.