Forum


 

Wahlkampfmanöver in Italien: Monti in der Klemme

REUTERSIn fünf Wochen wird in Italien gewählt, und es sieht mies aus für Mario Monti. Er muss rechts Stimmen holen, um später mit der Linken zu regieren. Ein Dilemma, das ihm in den Umfragen prompt Verluste beschert. Ausgerechnet Erzfeind Berlusconi profitiert.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...-a-878397.html
  1. #1

    Goldman Sachs - Strategie

    So kennen wir sie, die, die wie Weichgummi in jeder Situation zu bestehen meinen: "In fünf Wochen wird in Italien gewählt, und es sieht mies aus für Mario Monti. Er muss rechts Stimmen holen, um später mit der Linken zu regieren." Das ist die typische Verlogenheit unserer heutigen Demokratie!
  2. #2

    Kein geringer Feind entstünde dem Spielgeld Euro im Staubsaugervertreter

    Bedenkt man wie wandelbar die Volksgunst in Ausonien zu sein pflegt, so ist es durchaus denkbar, daß der Staubsaugervertreter ein drittes Mal die Macht zu erringen vermag, denn er ist ein Fernsehmagnat und vermag daher in hohem Maße auf die öffentliche Meinung in seinem Sinne einzuwirken, an Geld für einen ausladenden Wahlkampf fehlt es auch nicht und das wirtschaftliche Siechtum Italiens dürfte das dortige Volk sehr empfänglich für Wunderversprechungen aller Art machen; auch muß der Staubsaugervertreter die Macht gar nicht auf den ersten Anlauf zurückgewinnen, sondern es genügt ihm vorerst, wenn die bisherigen Maßnahmen keine Mehrheit mehr finden oder keine neue Regierung gebildet werden kann, man denke hier an die Schwierigkeiten, welche das benachbarte Griechenland hierbei jüngst hatte. Die Absichten des Staubsaugervertreters bleiben hierbei im Dunkeln, einzig um das Wohl des Landes dürfte es ihm wohl kaum zu tun sein, wohl eher um Schutz vor den Nachstellungen der lieben Justiz.
  3. #3

    Südländer

    Wahrscheinlich kommt es leider zum Heimspiel für Berlusconi, da Herr Monti nur die Banken gerettet hat aber nicht die Italiener. Die Südländer sind bei der Verteilung von Denkzetteln spitze - dem Deutschen Michel ist leider mal wieder die Nachtmütze über Augen und Ohren gerutscht.
  4. #4

    optional

    Die Italiener werden schon richtig wählen. Jetzt wo die Märkte beruhigt sind, weil klar ist, dass Deutschalnd immer bezahlen wird. Unter diesen Umständen ist nicht nötig
    mit strenger Austerität weiterzufahren.
  5. #5

    ----

    Great country, shame for the people.

    Die Italiener, die im politischen Dauerinfantilismus verharren, sind das groesste Problem der EU.

    Schlimmer noch: Die italienische Unfaehigkeit, klare Verhaeltnisse zu schaffen, erzeugte einst den ersten faschistischen Staat in Europa.

    Man kann eigentlich nur hoffen, dass sich einige Probleme in Italien mit seinen Politikern biologisch loesen. Die jungen Italiener tun mir wirklich leid.
  6. #6

    Italien und seine mögliche neue Regierung...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    In fünf Wochen wird in Italien gewählt, und es sieht mies aus für Mario Monti. Er muss rechts Stimmen holen, um später mit der Linken zu regieren. Ein Dilemma, das ihm in den Umfragen prompt Verluste beschert. Ausgerechnet Erzfeind Berlusconi profitiert.

    Wahl in Italien: Mario Montis Chancen schwinden - SPIEGEL ONLINE
    Mario Monti hat wirklich Startschwierigkeiten.
    Zuerst einmal ist sein Problem er selbst; er ist halt eher Professor und Techniker und kein 'animale politico' und begnadeter Demagoge wie sein Gegenspieler Berlusconi; der hat aus seiner Sicht bei den letzten TV Konfrontationen recht gut ausgesehen. Montis eigentliches Ziel ist nicht die Ministerpräsidentschaft; dazu ist er vom Gewicht seiner Parteienkoalition viel zu weit weg; sein Ziel ist im Senat unabkömmlich zu werden und somit so etwas wie ein 'Superministero' zu ergattern; eines etwa im Stil von dem Schäubles; wo man also den Geldhahn beaufsichtigt. ;)
    In den Kreisen der höheren Industrie und Finanz; in Europa sowieso; ist Mario Monti höchst angesehen. Die Kleinen Leute hingegen sowie besonders die Kleinunternehmer, Handwerker, Bauern die das Rückgrat der Italienischen Konservativen&Rechten ausmachen( der popolo della partita iva); die werden mit ihm nicht warm; die sind frustriert und auch von Berlusconi enttäuscht; haben sie die Wahl und wollen sie eine zu starke Linke verhindern so werden sie lieber Berlusconi wählen. Sie wissen aber daß es eine schlechte Entscheidung ist die ihnen nichts bringen wird.
    Für Monti halte ich ein zweistelliges Ergebnis für plausibel; mehr ist für einen 'Nichtpolitiker' nicht drin; Berlusconi wird nicht mehr regieren; aber wird mitmischen und die Justiz wird ihm nix anhaben können; sein eigentliches Ziel. Der PD hat den Fehler gemacht daß er sich nicht für den jungen Renzi sondern für den alten Partei-Apparatschik Bersani entschieden hat; Renzi wäre für Mitterechtswähler glaubwürdiger gewesen. Bersani hat gute bis sehr gute Chancen presidente del consiglio dei ministri zu werden; aber er wird Monti brauchen. Bin optimistischer als der Artikel; in den Schlüsselregionen wird Monti viele Senatoren ergattern. Tut er sich vor der Wahl mit den Linken zusammen so ist er erledigt. Die müssen sich heute bekämpfen um später zusammen regieren zu können.
    Was Italienische Spielchen anbelangt wird Hans-Jürgen Schlamp noch dazulernen... ;)

    Übrigens; die Sammelpartei der Südtiroler, die SVP, hat mit dem PD ein Koalitionsabkommen geschlossen das für beide Seiten Vorteile bringt und den Ausbau der Autonomie Südtirols als langfristiges politisches Projekt beinhaltet; war auch ein logisches Abkommen zumal die SVP seit Jahren mit dem PD die Landesregierung in Bozen/Südtirol stellt; spielt also voll mit... ;)

    Schian Gruaß...
  7. #7

    Monti, der Retter Italiens

    Monti hat Italien gerettet, wie er gesagt hat. http://www.querschuesse.de/italien-bau-und-industrie-in-der-abwartsspirale/
  8. #8

    Abwaertsspirale

    Montis Steuererhoehungen wurden von links und rechts unterstuetzt. Wuerden die Italiener das verstehen, wuerden sie wohl fuer die Protestparteien stimmen.
  9. #9

    Zitat von gerd.lt Beitrag anzeigen
    Wahrscheinlich kommt es leider zum Heimspiel für Berlusconi, da Herr Monti nur die Banken gerettet hat aber nicht die Italiener. Die Südländer sind bei der Verteilung von Denkzetteln spitze - dem Deutschen Michel ist leider mal wieder die Nachtmütze über Augen und Ohren gerutscht.
    Ich - als Deutscher - würde Sie bitten, ebensowenig populistisch vom "deutschen Michel" zu sprechen, wie Sie wohl auch nicht vom "Itakker" oder "französischen Froschfresser" sprechen würden. Vielen Dank.

    Professor Monti hat nicht nur simpel "die Banken gerettet" (dazu wäre er schon technisch nicht in der Lage gewesen, es sei denn er hätte spürbare Handlungsgewalt über die italienische Zentralbank). Er hat verkrustete Parteistrukturen und eine sehr starke Gewerkschaft, die seit Jahrzehnten auf Konfrontation aufbauten dazu gebracht, gemeinsam zu handeln und Kompromisse zu finden, um Italien wettbewerbsfähiger zu machen.

    Das finde ich an sich eine immense Leistung.


TOP



TOP