Zitat von
celino
Da könnte man boshafterweise schlussfolgern "wie der Herr, so's Gescherr".
Ich sehe immer noch bei unseren Nachbarn GB und Frankreich eine nostalgische Hybris, die sich aus realen und gefühlten Erfolgen der Vergangenheit speist - Atommacht, Militär, Sitz im Sicherheitsrat verstärken diese Realitätsverweigerung. Es fehlt eine offene und selbstkritische Debatte, wo man heute in der Welt steht und daraus folgend, außer den USA irgendwelche Partner auf Augenhöhe wirklich zu akzeptieren.
Das Deutschland aufgrund seines derzeitigen relativen (!) wirtschaftlichen Vorsprungs als dominant empfunden wird, wird wie ein Stachel im Fleische empfunden. Das ist an den Leserreaktion sowohl in "Le Monde" als auch im "Figaro" auch deutlich zu lesen.
Es ist zu befürchten, dass die sogenannte deutsch-französische Achse selbst im Falle eines unwahrscheinlichen Sarkozy-Sieges nach der Wahl wieder deutlich knirschen wird. Frankreich wird alle Register der Politik und seiner weit überlegenen diplomatischen Finesse aufbieten, um in der EU die politische Richtlinienkompetenz zurück zu bekommen. Die Zeiten Merkel werden nicht leichter.